Christine Teichmann

 4.7 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Zu ebener Erde, Gaukler und weiteren Büchern.
Autorenbild von Christine Teichmann (©Eva Eberl)

Lebenslauf von Christine Teichmann

Christine Teichmann ist freischaffende Autorin und als Slam-Poetin, Kabarettistin und Schauspielerin von zahlreichen Bühnen Österreichs bekannt. Sie wurde 1964 in Wien geboren, lebt seit 1998 in Graz und war Kellnerin, Tischlerin, Zirkusclown, Erntehelferin in Israel, Bauleiterin in Tschechien und Au-pair in den USA. Sie ist Gewinnerin diverser Poetry Slams und Kabarett-Preise, Gründungsmitglied der Artistiktruppe „Compagnie fantastique” sowie Ensemblemitglied und Autorin des KünstlerInnenkollektivs „Peace Babies”. http://christine.teichmann.top

Quelle: Verlag / vlb

Botschaft an meine Leser

Mein Gruß kommt aus dem Home Office. Während andere unter den Corona Maßnahmen leiden, ist es für Autor*innen gar nicht so übel, einmal ohne Auftritte und Termine in Ruhe zu Hause zu sein. Ich habe gerade die letzten Arbeiten an zwei Bühnenstücken fertig gestellt, eines davon "Queen Lear" wird im Herbst 2020 in der Steiermark seine Uraufführung erleben. Das andere "Kinderbomber / Moorsoldat" wurde schon 2018 und 2019 in Graz gespielt, jetzt soll es über einen Theaterverlag weitere Verbreitung finden. Der Roman dazu mit dem gleichen Titel erscheint im September 2020 bei edition keiper.

Alle Bücher von Christine Teichmann

Cover des Buches Zu ebener Erde9783903144736

Zu ebener Erde

 (9)
Erschienen am 01.02.2019
Cover des Buches Gaukler9783903144262

Gaukler

 (1)
Erschienen am 18.09.2017
Cover des Buches KINDERBOMBER / MOORSOLDAT9783903322158

KINDERBOMBER / MOORSOLDAT

 (0)
Erscheint am 25.09.2020
Cover des Buches Raubtiere9783992000029

Raubtiere

 (0)
Erschienen am 30.09.2009

Neue Rezensionen zu Christine Teichmann

Neu

Rezension zu "Zu ebener Erde" von Christine Teichmann

Selbstfindung, sexuelle Orientierung und die Frage nach dem was Normalität überhaupt ist
Miffy_Nijntjevor 8 Tagen

Das Buch „Zu ebener Erde“ von Christine Teichmann ist ein ganz besonderes.

Wir begleiten den jungen Gabriel auf seinem Weg zu seinem eigenen Selbst. Er sucht und testet, dabei findet er überall ein kleines Stückchen mehr Wahrheit über sein Selbst. Er sucht und findet dies in seiner Beziehung zu seinen Eltern (vor allem in der Beziehung zu seiner eines Tages verschwunden Mutter), in seiner Liebe zu seiner Schwester, in seiner Ausbildung, in seiner Beziehung zu Mitschülern, Kollegen und Freunden.

Die Geschichte setzt sich mit den Themen sexueller Orientierung, Entwicklung und Selbstfindung auseinander. Dies geschieht auf vielen unterschiedlichen Ebenen und in vielen verschiedenen möglichen Varianten, leicht kritisch, aber schön verpackt.

Vor allem das Ende war ein besonderes! Und alles hallt noch ein bisschen nach…

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Rezension zu "Zu ebener Erde" von Christine Teichmann

Gabriel, ein allzu menschlicher "Erzengel"!
Angelsammyvor 21 Tagen

Gabriel und Ida sind die mittlerweile erwachsenen Kinder des zu Anfang des Buches in das Walhalla der verstorbenen Schauspieler eingegangenen Idomeneo Parsanus. Die Mutter Klara ist Sängerin, aber schon lange abgängig, als Gabriel und Ida noch Kinder waren. 

Idomeneo war auch im Privatleben theatralisch bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus. Auch seinen Kindern gegenüber. Shakespeare saß ebenso immer mit am Tisch. Idomeneo hielt sich für wesentlich bedeutsamer, als er letztendlich war. 

Sie, die Kinder, waren mehr Anhängsel des egozentrischen Idomeneo und beide wissen ebensowenig, wo ihre Mutter sein könnte. 

Es ist so gesehen auch ein Coming of Age - Roman, der aus der Ichperspektive Gabriels erzählt. Man erhält tiefe Einblicke in seinen vielschichtigen Charakter. Ein vordergründig ruhiges Buch mit ganz schönen Strudeln unter der Oberfläche, die einen unwiderruflich in die Tiefe ziehen könnten. 

Gabriel ist zwar erwachsen, aber noch lange nicht er-wachsen. Er hat Lüste und Gelüste, ebenso verbotene nach seiner Schwester Ida. Sie sind sehr eng miteinander verflochten, ohnehin emotional, weil sie so gesehen nur einander hatten und haben - als jeweilige engste Bezugsperson.

Das weckte bei mir Reminiszenzen an Georg Trakl und seine Schwester Margarethe. Witzig ist auch, daß Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften" erwähnt wird. Weithin propagieren viele, auch bekannte Persönlichkeiten der Literaturschickeria, niemand habe bisher dieses Epos zu Ende gelesen oder täte das jemals. Ich aber, genau wie Gabriel, habe aus Trotz das ganze Buch gelesen, kann mich, im Gegensatz zu Gabriel jedoch an die Handlung erinnern. Es zu lesen war auch meiner bibliomanischen Neugierde geschuldet. So bestieg ich ebenfalls den Zauberberg bis zum kompletten Ende. 

Gabriel erinnert mich auch an diesen ",Mann ohne Eigenschaften". Nicht, daß er keine hätte. Er muß sich erst entdecken, eine Forschungsexpedition in sein Inneres beginnen, seinen eigenen "Dr. Livingston, I presume?" in sich finden, explorieren.  Er muß feststellen, welche seiner Eigenschaften ihm selbst genuin angehören und was er unbewußt dem Vater entnommen in eine ungewollte Mimikry transkribiert hat.

Er ist auf der Suche nach seiner Identität und ebenso experimentierfreudig. Er möchte gleichfalls ihrer beider Mutter wiederfinden und erlebt eine handfeste Überraschung ...

In einer klaren, empathischen Art geschrieben, in Worte wie eine Sonate, die leicht wie ein warmer Maitag und etwas melancholisch wie der Anhauch der purpurnen Ewigkeit einen manchmal streift. Diese Schwester der schwingenden Schwermut, ist dieses Buch. 

Wenn man die Tür zu dieser Geschichte öffnet, die in Österreich spielt ( ein dicker Pluspunkt! ), nimmt Christine Teichmann einen an die Hand und führt durch eine Exhibition der formvollendeten Sprachbilder. 

Diese hohe Kunst vermeidet Peinlichkeiten oder gar zickende, einordnende Moral. Jeder kann sich wartungsfrei von Seiten Christine Teichmanns selbst eine Meinung über Gabriels Charakter bilden, ohne von der Autorin manipuliert oder gar belehrt zu werden. 

Gabriel und Ida sind mir jedenfalls sehr sympathisch, authentisch, spiegeln sich gegenseitig und uns alle. Dieses Psychogramm strahlt eine wärmende Umhüllung aus, die einen noch lange nach Beendigung dieses Buches innerlich glühen läßt.

Kommentare: 2
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Rezension zu "Zu ebener Erde" von Christine Teichmann

ein tiefgründiger Roman über Entwicklung und Selbstfindung
MissSophivor 21 Tagen

Das Geschwisterpaar wächst unter erschwerten Bedingungen auf - beide Elternteile Künstler mit Leib und Seele. Kindererziehung ist mehr Nebensache, geht es doch vornehmlich darum, sich als Selbstdarsteller zu verwirklichen. Die Mutter verlässt die Familie eines Tages urplötzlich und die Kinder sind mehr und mehr auf sich selbst gestellt. 

Es geht um Beziehungen in jeder Hinsicht - um Entwicklungen und Erfahrungen, die sensibel und nie wertend beschrieben werden. 

Es geht um sexuelle Orientierung und Selbstfindung und es kommen fast alle Facetten zur Sprache.

Mich hat der Roman tief berührt, weil ich hinter die Fassade gucken durfte, manchmal heimlich einen Einblick bekommen durfte. Ich finde es großartig, wie die Autorin alles in einen schlüssigen Roman packt und den Leser mit der Frage zurück lässt, was normal ist und was nicht. Was ist erlaubt und was nicht.

Mir sind die Protagonisten sehr ans Herz gewachsen und ich habe mitgefiebert und mitgehofft und gebangt. Eine eindeutige Leseempfehlung, vor allem, wenn man offen und unvoreingenommen an sexuelle Orientierung herangeht.

Kommentare: 1
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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Zu ebener Erdeundefined

Wir alle spielen Rollen, manche professionell auf der Bühne, die meisten im täglichen Leben. Was geschieht, wenn man aus vorgefertigten Mustern ausbricht und zum Beispiel Geschlechterrollen in Frage stellt? Ein amüsanter Streifzug durch die Welt des Theaters und des Genders mit Tiefgang.

Hallo, ich würde mich sehr über Eure Meinungen und Fragen zum Roman freuen. Wie geht es Euch mit den Themen, welche Fragen stellen sich?

58 BeiträgeVerlosung beendet
Letzter Beitrag von  CTeichmannvor 5 Tagen

Vielen Dank für die schöne Rezension!

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