Christine Zuppinger

 3.7 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf von Christine Zuppinger

Christine Zuppinger, geboren in Freyung, Bayerischer Wald, ist Ethnologin. Sie hat mehrere Jahre auf Sizilien gelebt und dort über einen traditionsreichen Markt in Palermo sowie über die Bewohner eines Altenheims in St. Angelo di Brolo geforscht. Derzeit arbeitet sie an einer Untersuchung über die Veränderung der Lebensbedingungen sizilianischer Hirten. Christine Zuppinger lebt in Berlin.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Christine Zuppinger

Cover des Buches Schwalbennester (ISBN: 9783865217806)

Schwalbennester

 (3)
Erschienen am 01.09.2008
Cover des Buches Schwalbennester (ISBN: 9783958297289)

Schwalbennester

 (0)
Erschienen am 17.03.2020

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Rezension zu "Schwalbennester" von Christine Zuppinger

Bescheiden und fleissig
peedeevor 9 Monaten

Wenn jemand lange lebt, hat er auch viel zu erzählen. Maria und Zenzi sind Schwestern, um die achtzig, und da sie nie geheiratet haben, bewirtschaften sie gemeinsam ihren Hof im Bayerischen Wald. Die Autorin hat die beiden Frauen während zwei Jahren begleitet und ihre Erzählungen aufgeschrieben.

Erster Eindruck: Ein kleines, dünnes Büchlein mit etlichen Schwarz-Weiss-Fotos; passt sehr gut zu den bescheiden wirkenden Schwestern.

Die Schwestern erzählen von ihren Geschwistern, Eltern und weiteren Vorfahren. Dies war sehr interessant, aber da es in den unterschiedlichen Generationen teilweise Namensgleichheiten gab, auch etwas verwirrend. Des Weiteren gab es Einblicke in das bäuerliche Erbrecht – eine ziemlich komplexe Angelegenheit.

„Gedanken, gekittet wie Schwalbennester, damit sie einen Sinn ergeben.“ (Maria)

Die beiden Frauen sind sehr fleissig und scheuen keine Arbeit. Sie stehen jeweils um vier Uhr in der Früh auf. Lange Zeit haben sie zwei Mal im Monat Brot gebacken und verkauft – gutes Sauerteigbrot. Die Zubereitung und das Backen im Holzofen dauern lange (jeweils eine ganze Woche dauert das Kneten des Teiges!), doch die Kundschaft weiss dies zu schätzen.

„Das Schöne am Brotteig ist doch, dass er ein Leben hat: er muss ruhn und dann geht er auf.“

Ich musste des Öftern schmunzeln, als es z.B. hiess, dass es ihnen nicht an Verehrern gefehlt hätte und sie begehrte Tänzerinnen gewesen seien. Wenn sie auf dem Hof arbeiten, haben sie ihre ältesten Kleidungsstücke an – die „guten Sachen“ werden sorgfältig gepflegt und für die Kirche getragen (wie es sich eben früher so gehörte). Zenzi badet im Sommer draussen im kalten Wasser zur Abhärtung (und geht dann gleich ins Bett) – heute würde man dies als Anti-Aging-Tipp betiteln. Sie ist sehr schlagfertig und äussert auch unverblümt ihren Wunsch, ein Geschenk zu erhalten. Maria restauriert Möbel und malt gerne. Sie hofft auf eine gute Aufnahme im Jenseits, wenn es dann Zeit für sie wird, zu gehen.

Die Sprache war zuweilen etwas ungewohnt, aber die Autorin hat einleitend auf diese Dialektfärbung hingewiesen, da sie die Gespräche mit den Schwestern möglichst unverfälscht zu Papier bringen wollte. Für diesen Erfahrungsbericht empfand ich das als passend.

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