Christof Loose

 5 Sterne bei 2 Bewertungen

Alle Bücher von Christof Loose

Neue Rezensionen zu Christof Loose

Neu
M

Rezension zu "Störungsspezifische Schematherapie mit Kindern und Jugendlichen" von Christof Loose

Hervorragende Darstellung von theoretischen Grundlagen und praktischer Therapie
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Hervorragende Darstellung von theoretischen Grundlagen und praktischer Therapie

Nach einer verständlichen und sehr klaren Einführung in die Grundlagen der Anwendung der Schematherapie bei Kindern und Jugendlichen, in dem zum einen die hilfreiche Perspektive des Ansatzes differenziert dargelegt wird, die Herausgeber sich aber auch nicht scheuen, „Fehler und Versäumnisse bei der Anwendung“ dezidiert beim Namen zu nennen, legen die Autoren im Buch je sehr ausführlich und sehr auf die Praxis bezogen die schematherapeutische Behandlung konkreter Störungen vor.

Von der ausführlichen Betrachtung diagnostischer Kriterien über die Genese der Störungen bis hin zu Verlauf und Risikofaktoren je „klassischer“ Verfahren reichen die umfassenden Anamnesen zu den einzelnen Störungen.

Während dann im weiteren Verlauf der Darlegungen konkret die schematherapeutische Diagnostik bezogen auf Eltern und Kind ebenso sachgerecht aufbereitet werden, sie die zugehörigen Modus- und Schemamodelle sowie, natürlich, der „Abbau schemaerhaltenden“ und zugleich der „Aufbau alternativen“ Verhaltens im dynamischen Prozess der Therapie geschildert werden.

Zwar stellt die überwiegend reine Textform weitgehend ohne graphisch abgesetzte Zusammenfassungen oder besondere Heraushebungen wichtiger Elemente eine gewisse Anforderung an die Konzentration des Lesers, durch die hochgradig praktisch ausgerichtete Darstellung aber fällt das Verstehen der einzelnen Schritte und der Zusammenhänge eher leicht und bietet umgehend Motivationen und Instrumente für die eigene praktische Arbeit.

ADHS, Störungen des Sozialverhaltens, Depression, Angststörungen, Zwangsstörungen, Essstörungen bilden große Blöcke zu weit bekannten Störungen bei Kindern und Jugendlichen, die Schematherapie bei Autismus-Störungen und Borderline-Störungen greifen einen Sonderfall und eine zunehmende Störungsvariante auf.

Nach den sorgsamen und ausführlichen Darlegungen der je besonderen Aspekte der einzelnen Störungen und eines ebenso sorgsamen „Schritt für Schritt“ Vorgehens in der schematherapeutischen Behandlung der jeweiligen Störung bilden fassbare Fallbeispiele eine reflektierende Praxisdarstellung konkreter Therapien.

Auch wenn die weitere Entwicklung der schematherapeutischen „Erkundung“ und der Ausweitung des Modells auf die Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen immer noch ein „work in progress“ darstellt, wie es die Herausgeber betonen, zeugen die Einlassungen in diesem Buch hoher Kompetenz und der Fähigkeit zur Betrachtung, Auswertung und Reflexion der Arbeit.

Nicht konstruktive Vorgehensweisen werden dabei auf dem Weg erkannt und hinter sich gelassen, wirksame Interventionen dementsprechend erkannt und ausgebaut.

Das Buch stellt eine wichtige Zusammenfassung und detaillierte Darstellung des aktuellen „Status Quo“ der schematherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen dar, die nicht mehr nur erst „in den Kinderschuhen“ steckt, sondern einen erkennbar konstruktiven und tiefer führenden Weg beschritten hat. Wobei zu hoffen ist, dass die Aufforderung der Herausgeber nach kritischer Auseinandersetzung mit ihrer Arbeit und nach weiterer und ständiger wissenschaftlicher Überprüfung breites Gehör findet, um diesen sehr differenzierenden und fassbaren Ansatz weiter voran zu bringen.

Kommentieren0
3
Teilen
M

Rezension zu "Schematherapie mit Kindern und Jugendlichen" von Christof Loose

Erweiterung der Schematherapie
michael_lehmann-papevor 6 Jahren


 

In den letzten Jahren hat sich die Schematherapie in der Arbeit mit erwachsenen Klienten deutlich etabliert und ist auch in entsprechenden Arbeitsbüchern und Grundlagenerläuterungen der breiten Diskussion und Vertiefung in der praktischen Arbeit zugeführt worden.

 

Auf diesem Hintergrund ist es logisch und liegt nahe, die Methode auf Kinder und jugendliche angepasst zu erweitern, denn „warum warten, bis das Kind (bereits) in den Brunnen gefallen ist“?

 

In klar strukturierter Form bieten nun die Herausgeber eine fundierte und sachgerechte „Unterfütterung“ und Methodenlehre für die Anwendung der Schematherapie quasi „vom Säuglingsalter“ an. Und gehen direkt in medias res. Zwar wird (allerdings erst im zweiten Kapitel des Buches) auch die Schematherapie als Ansatz an sich im Buch noch einmal (komprimiert) vorgestellt, doch der Schwerpunkt der Darstellung liegt von Beginn an auf der Nutzbarkeit des Ansatzes für Kinder und Jugendliche. Das dies durchaus kein „fremdes Gebiet“ für die Methode ist, weisen die Autoren von Beginn an auf, in dem die entwicklungspsychologischen Elemente der Schematherapie benannt und im Rahmen der Gesamtmethode systematisch „herausgeschält“ und dargestellt werden. Vor allem das Modell der „Temperamentdimensionen“ weist überzeugend nach, das durchaus die Grundannahmen der Schematherapie altersunabhängig Grundlage einer therapeutischen Arbeit darstellen können, erweitert durch die ebenso fundiert argumentierte Darstellung der Übernahme des schematherapeutischen Moduskonzeptes im Blick auf Kinder und Jugendliche.

 

Im folgenden differenziert das Huch die Altersstrukturen sinnvoll auf (Säugling und Kleinkind, Vorschulkind, Grundschulkind, pubertierendes Kind, Jungerwachsene) und legt die phasenspezifischen Entwicklungsaufgaben und altersgerechten Umsetzungen in Methodik und Instrumentarium in Form und Stil nachvollziehbar und übersichtlich vor Augen. Separate Teile der Darstellung legen im Folgenden den Fokus zum einen auf spezifisch kindbezogene Techniken und Vorgehensweisen, sowie auf (bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nicht nur rechtlich, sondern vor allem inhaltlich unabdingbaren) elternbezogene Techniken und Vorgehensweisen. Rechtliche Aspekte werden für den Therapieantrag abschließend dargelegt, bevor die Herausgeber ihre Darlegungen mit einem grundlegenden Beitrag zur Entwicklung dieses neuen Konzeptes der Schematherapie beenden. Dieses letzte Kapitel bietet zugleich einen vielleicht zunächst zu lesenden, guten Einstieg in das gesamte Werk, zumindest was die Einlassungen zu den Selbsterfahrungen der Ausbildung betrifft.

 

Im inhaltlichen Zentrum steht im Blick auf die Schematherapie bei Kindern und Jugendlichen sicher (anders als bei der „Beelterung“ erwachsener Klienten) die konsequente Arbeit an sehr konkreten Situationen mit einer möglichst breiten Hilfestellung durch den Therapeuten, welches das erlebnisnähere Modell des „Modus“ stärker als Instrumentarium zu berücksichtigen hat als das Modell des „Schemas“. Was in den methodischen Darrreichungen des Buches durchweg auch berücksichtigt ist.

 

Alles in allem überzeugt nicht nur die Darstellung, Form und Stil des Buches an sich, welche es dem Leser leicht machen, die genannten und teils durchaus komplexen Inhalte zu verstehen, zu reflektieren und aufzunehmen, sondern auch die inhaltliche Übertragung der Schematherapie aus der „Erwachsenenwelt“ auf die „Kinder- und Jugendlichenwelt“ erweist sich schlüssig und berücksichtigt notwendige Veränderungen der Zugehensweise und des therapeutischen Instrumentariums in bester Weise. Den Herausgebern ist hier eine wegweisende Grundlagendarstellung in der Entwicklungsphase eines neuen Konzeptes  gelungen, welche dieses Konzept „rundherum“ hervorragend in allen wesentlichen Bereichen vermittelt.

Kommentieren0
5
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 1 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks