Christoph Bangert , Chiho Bangert Africa Overland

(4)

Lovelybooks Bewertung

  • 4 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(4)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Africa Overland“ von Christoph Bangert

Kaum jemand hat Afrika so unverfälscht kennengelernt wie Christoph Bangert zusammen mit seiner japanischen Freundin Chiho. 14 Monate lang umrundeten sie mit ihrem Land Rover den Kontinent. Dieser Band dokumentiert in authentischen Bildern und persönlichen Reisenotizen diesen abenteuerlichen Trip durch Wüste, Schlamm und über blockierte Straßen. Auf ihrem Weg begegnen sie korrupten Beamten und senegalesischen Fischern, die von Europa träumen. Sie reisen ins sagenumwobene Timbuktu und essen Wiener Schnitzel in Namibia. Sie überstehen Tropenkrankheiten und Hitze und werden von Afrikas kulturellen und landschaftlichen Schätzen immer wieder in den Bann gezogen. Dieser Bildband zeigt nicht nur exzellente Fotografien, sondern lässt den Leser eintauchen ins Abenteuer Afrika und in eine besondere Liebesgeschichte.
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Eine Reise zu sich selbst

    Africa Overland
    R_Manthey

    R_Manthey

    24. July 2015 um 15:52

    "Posttraumatische Belastungsstörung. Es braucht Zeit. Diese Reise ist bisher ein einziger Kampf mit den Erinnerungen. Aber vielleicht liegt darin der Sinn. Vielleicht ist gerade dies der eigentliche Grund für meine Reise: die Dämonen zu bezwingen." Dies schrieb Christoph Bangert nach den ersten 8750 Kilometern seiner Afrika-Umrundung in Dakar in sein Reisetagebuch. Bangert war als Fotograf für große internationale Zeitungen im Irak. Im Gefühl, Ruhe und Einsamkeit zu brauchen entschloss er sich dann zu dieser abenteuerlichen Reise. Das ist zunächst nicht einfach zu verstehen, denn die Risiken, die Bangert damit auf sich lud, waren enorm. Er durchquerte die Sahara allein. Wenn er stecken blieb, musste er sich selbst freischaufeln. Er durfte nicht ernsthaft krank werden, keinen heftigen Unfall haben, und die Technik musste wenigstens dort mitspielen, wo er keine Hilfe erwarten konnte. Wenn man sich seine Bilder ansieht und seine Tagebucheintragungen liest, bekommt man vielleicht eine kleine Vorstellung von seinem Mut. Seine Reise einmal rund um Afrika von Marokko über die Südspitze Südafrikas bis nach Ägypten führte ihn selten über Wege, die man in Europa vielleicht noch mit dem Begriff Straße belegen würde. Abgesehen von den bereits aufgezählten Risiken bietet Afrika noch andere Unwägbarkeiten wie militärische Konflikte, Korruption und Kriminalität. Egal, ob man es nun Gottvertrauen oder Mut nennt, man muss Bangert und seiner Frau, die er später zu sich holte und der er während der Reise einen Antrag machte, enormen Respekt zollen und ihnen für dieses Buch danken. Denn es zeigt in einem Querschnitt, wie es in Afrika aussieht und wie es dort zugeht, wenn man nicht organisiert als Tourist nur an Stellen gebracht wird, die man in Reisekataloge aufnehmen kann. Bangert handelte klug, denn er setzte dem Trauma seines Irak-Aufenthalts eine Reise entgegen, die so viele Ereignisse, Erlebnisse und Erinnerungen produzierte, dass sie wohl die Dämonen irgendwann überlagerte und vielleicht vertrieb. Herausgekommen ist dabei für uns abseits Stehende ein hervorragendes und sehr informatives Buch. Zu Beginn jedes Abschnitts findet man eine Karte, dann schreibt Bangert etwas über die Länder, die er im Folgenden bereisen wird, und schließlich kommen Bilder und Kommentare aus seinem Tagebuch. Selbstverständlich sind dies alles Episoden, aber sie reichen bereits um beim Leser und Betrachter Staunen und Bewunderung hervorzurufen. Es gibt so viele eindrucksvolle Berichte in diesem Buch. Manchmal lustige, wie die Beschreibung des Kulturschocks, den Bangert erlebte als er von Angola nach Namibia fuhr. Plötzlich geteerte Straßen, Häuser wie in Europa und Wiener Schnitzel auf Speisekarten. Aber die traurigen Eindrücke eines von Diktatoren in den Ruin geführten Kontinents überwiegen. Bilder, die man in Simbabwe eigentlich nicht aufnehmen darf, zeigen das Resultat von Misswirtschaft, Korruption und Größenwahn, die ein einstmals produktives Land ins Elend stürzten. Wenn man etwas über Afrika erfahren möchte, dann kommt man an diesem Buch nicht vorbei. Es vermittelt persönliche Eindrücke von Afrika auf einer Ebene, auf die man selten als Außenstehender gelassen wird.

    Mehr
  • Das „andere“ Afrika

    Africa Overland
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    09. April 2013 um 10:45

      Neben den Touristenhochburgen, den geführten und mit allem Komfort ausgestatteten Safaris und neben den im Chaos versinkenden Kriegsgebieten ist und bleibt Afrika „ganz anders“. Ein Kontinent voller Gegensätze, von der Moderne bis hin zu archaischen Lebenssituationen, von pulsierenden und wirtschaftskräftigen Städten bis hin zu endlosen, fast unberührten Landschaften.   Christoph und Chiho Bangert haben sich über 60.000 Kilometer hin aufgemacht, die vielfachen Facetten Afrikas vor allem in Bildform dem Leser vor Augen zu führen. Von Marokko und dem Senegal über Niger und Ghana, Kongo, Namibia und Südafrika, Tansania, Äthopien und Sudan bis hin zu Jordanien und Syrien führt die Route, vornehmlich an den Küsten Afrikas entlang. Das „Innere Kernland“ wird nur hier und da einmal gestreift, Algerien, Niger, Tschad sowie die zentralafrikanische Republik spielen keine große Rolle im Buch.   Mit jeweils knappen, aber durchaus informativen Texten bildet aber das, was die Autoren in Wort und Bild im Buch zusammenfassen, dennoch einen reichen, differenzierten und breiten Einblick in die Wirklichkeit Afrikas.   Badende Kinder in Lambarene und Portraits von zerklüfteten Nonnengesichtern zeigen auf, dass sich hier kaum etwas verändert hat, seit Albert Schweitzer vor nunmehr gut 100 Jahren dort wirkte. Doch immerhin mit Wasser und belebter Flora und Fauna bildet Lambarene einen intensiven Gegensatz zur Wüste Namib, deren abgestorbene Baumreste und endlose Sandweiten ebenso nachhaltig ihren Niederschlag in Fotografien des Buches finden, wie die Bilder, die den Autoren jenseits aller Klischees von den Tieren Afrikas, Giraffe und Elefant und vielen anderen gelungen sind.   Ortschaften in jedwedem Entwicklungsstand, von archaisch über einfach bis überbordend runden das Bild des Kontinentes ab. Ebenso gelingt es, die Unterschiedlichkeiten der Regionen und Länder darzustellen, wobei gerade die alte Pracht Syriens und die alten Bauten Jordaniens noch einmal vor Augen führt, welche Hochkultur dort einmal existiert hat. Regionen, die gegenwärtig im Chaos versinken (was im Buch nicht im Rahmen der Bilder thematisiert wird“.   Alles in allem sein sehr gelungener, reizvoller Bild- und Textband, der dem Leser Afrika in aller Vielfältigkeit vor Augen führt und ein beredetes Zeugnis der Reise über 60.000 Kilometer der Autoren ablegt.

    Mehr