Christoph Buchwald

 4.4 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Jahrbuch der Lyrik 2011, 25. Jahrbuch der Lyrik und weiteren Büchern.

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Jahrbuch der Lyrik 2011

Jahrbuch der Lyrik 2011

 (4)
Erschienen am 08.03.2011
25. Jahrbuch der Lyrik

25. Jahrbuch der Lyrik

 (3)
Erschienen am 21.03.2007
Jahrbuch der Lyrik 2009

Jahrbuch der Lyrik 2009

 (2)
Erschienen am 05.03.2009
Jahrbuch der Lyrik 2013

Jahrbuch der Lyrik 2013

 (2)
Erschienen am 11.03.2013
Jahrbuch der Lyrik 2017

Jahrbuch der Lyrik 2017

 (1)
Erschienen am 08.05.2017
Wir sind abwechselnd Sonne und Meer

Wir sind abwechselnd Sonne und Meer

 (1)
Erschienen am 17.10.2016
Jahrbuch der Lyrik 2008

Jahrbuch der Lyrik 2008

 (1)
Erschienen am 05.03.2008
Jahrbuch der Lyrik 2018

Jahrbuch der Lyrik 2018

 (0)
Erschienen am 08.05.2018

Neue Rezensionen zu Christoph Buchwald

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Widmar-Puhls avatar

Rezension zu "Jahrbuch der Lyrik 2017" von Christoph Buchwald

Traditionell - und immer wieder saugut
Widmar-Puhlvor einem Jahr

Hier gibt es keine Autoren zu feiern (es sind zu viele), sondern ein Konzept: Seit inzwischen 31 Jahren gibt es diesen roten Faden durch die aktuelle deutschsprachige Poesielandschaft. Und noch immer ist er lesenswert, teilweise anstrengend (wie sich´s gehört für die intellektuellste aller Literaturgattungen), teilweise auch unterhaltsam (was sicher nicht bloß von mir gern genossen wird), oft überraschend (was das größmögliche Lob ist). Die Verlage haben öfters gewechselt, weil Lyrik eben so gut wie unverkäuflich ist, aber dennoch, wie alle Herausgeber durch die Bank betont haben, von unsterblicher Bedeutung für die Literatur - als deren sensibelster sprachlicher Seismograph.
Das Verfahren ist jedoch stets gleich geblieben: Jeder kann sich bewerben. Zwei Lektoren sichten, lesen und wählen dann aus rund 5000 eingesandten Texten, die heute fast ausschließlich per Email kommen. Einer Lektoren ist ein alter Hase (Christoph Buchwald), einer wechselt von Jahr zu Jahr - diesmal ist Ulrike Almut Sandig dran, die besonders große (und begabte) Ohren für den Klang von Gedichten hat. Die Arbeit ist machbar, aber nach Ansicht der Macher irgendwo zwischen "Schlimmer als Kies schaufeln!" (Thomas Rosenlöcher) und "Zwei Monate Ausnahmezustand, mit steifem Hals und ohne nennenswerten Schlaf" (Ulrike Almut Sandig).
Das Ergebnis kann sich sehen bzw. lesen lassen - nicht nur als "mentaler Wasserstand im deutschen Sprachraum": Das Buch ist auch formal eine Fundgrube für originelle Stimmen, Töne, erstaunliche Einsichten, rhetorische Saltos, beeindruckende Zeit- und Epochenbilder. Und, auch wenn Lyrik so gut wie unverkäuflich ist, so schreibt Ulrike Almut Sandig vollkommen zu Recht: "Ja, in deutscher Sprache wird viel und gut gedichtet." Und: "Nie ging es der deutschsprachigen Lyrik besser, ... denn allen Beerdigungsgesängen zum Trotz ist der Anteil der lesefähigen Bevölkerung höher als je zuvor." Ich möchte ergänzen: auch der lese- und aufnahmebereiten Mitmenschen, gerade unter den jungen, was etwa bei Verantaltungsmarathons wie "Leipzig liest" oder den Rauriser Literaturtagen zu besichtigen ist.
Nur haben sich Rezeptionsformen bzw. -Wege verändert und sich unabhängig vom klassischen Buchmarkt gemacht, der ja heute eher wie Amazons Deppendorfer Mainstream erscheint. Das Internet und Veranstaltungen geben flexible Antworten darauf. Sandig widerspricht auch deutlich der Verlags-PR im Klappentext ("die besten zeitgenössischen Gedichte"), wenn sie betont, dass der Zwang zur Auswahl keineswegs jene diskriminiert, die nicht mehr ins Buch passen: "Wenn etwas nicht zu dieser in deutscher Sprache dichtenden Cloud passt, dann ist es das Werten an sich, das Auflisten bester Gedichtbände, das schwarzweiße Schachspiel von Hopp oder Topp, Gut oder Schlecht, Raus oder Rein".
Kurze Informationen über Autoren und Gedichtbände sind hilfreich bei dieser Lyrikschwemme, ein ausführliches Inhaltsverzeichnis ebenfalls. Die Herausgeber tun sich schwer, Trends zu benennen, was auch nehezu unmöglich ist von Jahr zu Jahr. Zu viele Bäume verstellen den Wald. Dass Gedichte mal politischer sind und mal mehr um den eigenen Bauchnabel der Selbstfindung kreisen - sei´s drum. Mir als langjährigem Kritiker und Lyriker ist trotzdem etwas aufgefallen: Ich suche immer bei Lesen von Gedichten nach Antworten auf bestimmte Standardfragen zu Humor, Erotik, Politik, Natur, dem gesellschaftlichen Miteinander, Utopien, Sozialkritik. Das alles findet sich hier in fünf Kapiteln exemplarisch durchexerziert, auch formal (es sind sogar Sonette dabei) - bis auf die Erotik. "Nackig machen" sich etwa nur Apfelbäume im Herbst. Obwohl das erste Kapitel den provokanten Titel "weithin sichtbar: körper" trägt, ist hier so gut wie nichts körperlich. Ist da deine neue Keuschheit im Zeitalter von Kopftuch- Nikabdebatten ausgebrochen? Fakt jedenfalls bleibt eine auffallende Zurückhaltung bei verbaler Erotik - und auch im letzten Kapitel, das erstmals Bildgedichte präsentiert.
Dazwischen finden sich unter dem Titel "völkerball" politisch-gesellschaftlich-sozioökonomische Themen oder Bildergalerien. Utopisches und Verrücktes sammelt das Kapitel "denn ich trage einen sternengürtel" und Nachdichtungen finden sich unter "Mein Liebchen, schlopst du?" (was aber aus dem Text "Wofür Sprachen da sind" kein erotisches Gedicht macht, bloß weil es da lakonisch heißt "Plautdietsch ist die Sprache der Liebe und der Hausarbeit"). Insgesamt ein großartiges Buch - mal wieder.

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tardys avatar

Rezension zu "Wir sind abwechselnd Sonne und Meer" von Christoph Buchwald

Wir sind abwechselnd Sonne und Meer
tardyvor 2 Jahren

„Das, was Du suchst, ist hier“ Marjoleine de Vos


Mit den Niederlanden verband ich bislang nur Tulpen und Käse, Wattenmeer und Fahrräder. Gedichte hatte ich nicht auf meinem Radar. Gut, ich kenne natürlich Cees Noteboom, aber andere Poeten blieben mir bisher verborgen.

Der Aufbau-Verlag hat mit „Wir sind abwechselnd Sonne und Meer“ einen Gedichtband mit den hundert schönsten niederländischen Gedichten herausgebracht, der mich meine Meinung über unser Nachbarland vollkommen hat revidieren lassen.

Wunderschön in Leinen gebunden, in einem strahlendem Oranje, der zweiten Nationalfarbe, fröhlich und perfekt passend zu unserem Nachbarland. Ein ungewöhnliches Format, das sich perfekt in eine Hand schmiegt und das Lesevergnügen erst vollkommen macht.

Der kleine Band mit den hundert schönsten Gedichten dieses kleinen Landes am Meer, hat mich berührt und aufgewühlt, er hat mich erröten lassen und nachdenklich gemacht, er hat mich schmunzeln lassen und weinen. Gedichte voller Sehnsucht und Glück, voller Angst und Grausamkeit, traurig und schön, frivol und witzig, nachdenklich und heiter. Kaum eine Facette, die man hier nicht findet. Holland entpuppt sich als ein Land voller Gegensätze.

Der Herausgeber Christoph Buchwald hat empfohlen, den Gedichtband am Nachttisch zu platzieren und jeden Abend vor dem Schlafengehen daraus zu lesen und virtuell eine kleine Reise in unser Nachbarland zu unternehmen. Genau das werde ich tun!

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ChaosQueen13s avatar

Rezension zu "25. Jahrbuch der Lyrik" von Christoph Buchwald

Rezension zu "25. Jahrbuch der Lyrik" von Christoph Buchwald
ChaosQueen13vor 9 Jahren

In diesem Werk ist wirklich für jeden Lyrik - Liebhaber was drin. Man kann auch sagen es ist ein wunderbar genial gemischter Gedichtscocktail.
Hier eine kleine Kosteprobe von ERNST JANDL
**
STAUBFEDERCHEN
auf dem boden überall
bald werdet ihr euch sammeln
zu einem staubvögelein
und mir in mund fliegen
und in der kehle
mir lustig flattern

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