Christoph Frühwirth

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Lebenslauf

Christoph Frühwirth, geboren 1972 in Wien, preisgekrönter Theatermacher (u. a. Kulturpreis des Landes Niederösterreich, Dramenpreis des forum stadtpark theater Graz), freier Publizist. 2015 Erfolg mit der Verfilmung seines Stückes »Der Blunzenkönig«. Zuletzt bei Amalthea erschienen: Karl Merkatz: »Ein Schamerl braucht vier Haxen« (2015) frühwirth.wien

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Christoph Frühwirth

Man glaubt es kaum

Wie entsteht Aberglauben? Manchmal genügt schon ein simpler Stromausfall, um einen rational denkenden Menschen abergläubig werden  zu lassen. Der Autor saß - eignen Angaben zufolge - plötzlich im Dunkeln. Da ging ihm erst ein Licht auf und es wurde ihm klar, wie von flackerndem Kerzenlicht an die Wand geworfene Fratzen -  Zerrbilder der Fantasie - plötzlich dazu führten, sich einen abergläubischen Reim drauf zu machen. In 9 Kapiteln werden z.B. Liebeszauber, Zahlenmagie und auch die Bauernregeln abgehandelt. Ja, sogar kulinarische Rezepte zum Thema Aberglauben finden sich in diesem 208-Seiten-Band. - Ideal zum Schenken zur Weihnacht. Ev. der Erbtante...

Hält Traditionen lebendig

Ich bin reingschmeckt, habe aber bald eine Faszination für die hiesigen Rituale entwickelt. Und egal wie man dazu stehen mag- sie sind Brauchtum und es wäre schade, wenn sie verloren gingen. 

Dieses Buch habe ich daher mit großem Interesse gelesen. Der Autor schreibt sehr zugewandt und in einem Fließtext über die jeweiligen Rituale. Oft sind diese eng mit dem Kirchenjahr verbunden und hier wirkt es fast so als würde man jemandem gegenüber sitzen, der von früher und/ oder den noch heute lebendigen Traditionen erzählt. Berücksichtigt wurden dabei die verschiedensten Regionen des Alpenlandes.  Trotzdem stieß ich auf viele mir bereits bekannte Bräuche, von anderen hatte ich dagegen noch nie gehört. Ich fand das ungeheuer spannend. Leider aber macht diese Art von Erzählungen, selbst wenn sie in einzelne Feiertage unterteilt ist, es auch schwer gezielt Informationen herauszugreifen. Oft fehlen sogar bei festen Tagen das jeweilige Datum und auch die kalendarische Reihenfolge wurde nicht konstant eingehalten (Martini). Begeistert hat mich dieses Buch trotzdem. Es war interessant und kurzweilig, den einzelnen Ritualen wurde aber unterschiedlich viel Aufmerksamkeit geschenkt, wobei manche dann nur noch angerissen wurden. 

Brauchtum und Traditionen in den Alpen

Der Alpenraum wartet mit einigen besonderen Ritualen und Bräuchen auf. Der Autor ist ihnen auf der Spur, bringt Halbvergessenes und Immer-noch-Gelebtes zusammen und zeigt auf, welchen Ursprung die Traditionen haben. Dazu bedient es sich des Bauernjahres, da die Zeiten rund um das Bauernleben – in Verbindung mit den katholischen Fest- und Feiertagen eine maßgebliche Rolle bei den althergebrachten Bräuchen spielen. 


Die Beschreibungen werden von Fotografien begleitet und wirken so lebendiger. Manche Bräuche werden eher allgemein beschrieben, bei anderen sucht der Autor einen bestimmten Ort auf, an dem die Rituale noch auf besondere Weise durchgeführt werden. So habe ich einiges Altbekanntes und doch manch Neues bei der Lektüre entdecken können. Besonders interessant fand ich die Momente, in denen er zeitlich weit zurück greift und erklärt woher der Brauch eigentlich kommt und wie er sich seit seinem Ursprung entwickelt hat. 

Man kann das Buch in einem Rutsch lesen oder sich langsam und den Zeiten (nicht immer Jahreszeiten, sondern Zyklen, die sich um ein besonderes Ereignis drehen, wie der Osterkreis oder der Almabtrieb) entsprechend durch die Rituale lesen um so ein volles Brauchtumsjahr zu durchleben. 


Fazit: Ich fand die Lektüre interessant, habe auch einiges Neues entdeckt und bei Bekanntem die Hintergründe präsentiert bekommen. Man muss ja nicht immer in die Ferne schweifen


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