Christoph Geiser Grünsee - Brachland

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Inhaltsangabe zu „Grünsee - Brachland“ von Christoph Geiser

In seinen beiden ersten Romanen schickt Christoph Geiser einen jungen Erzähler auf die Reise - ins schneesichere Zermatt auf Winterurlaub in Grünsee und ins Brachland, wo Vaters eigentlich viel zu großes Haus steht. Und beide Reisen führen in die Vergangenheit, zu den Erinnerungen an die Familie, an die Gemeinsamkeit, die nicht mehr ist. Vielleicht auch niemals war. Was hat die Familie auseinanderfallen lassen? Geiser sucht nicht nach der absoluten Antwort, er beschreibt, in seiner sensiblen und klaren Sprache, in lakonischem Tonfall, was die Beteiligten seiner Geschichten vorfinden. Seine Romane sind Besichtigungen einer Familie und ein Bericht über den Versuch eines Außenseiters, sich in der eigenen Geschichte wiederzufinden. Grünsee und Brachland sind zwei abgeschlossene Romane, die jeder für sich stehen können, die beide von Isolation, Vereinzelung und Gefühlsarmut erzählen und zusammen die Geschichte vom Zerfall einer Familie entstehen lassen.

Habe erst 'Grünsee' gelesen, ein ruhiges, unaufgeregtes Werk. Für den vollen Genuss sollte man es im Winterurlaub in Zermatt lesen!

— luegemol
luegemol

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    Grünsee - Brachland
    Bibliophil

    Bibliophil

    Dieses Buch vereint „Grünsee“ (1978) und „Brachland“ (1980),  zwei  aussergewöhnliche eindrucksvolle Erzählungen des Schweizer Schriftstellers Christoph Geiser. Nach den ersten Erzähl- und Lyrikbänden schrieb sich der Autor mit diesen beiden Romanen in die Schweizer Literatur hinein und wurde schlagartig bekannt. Im Jahre 2006 gab der Ammann Verlag beide Romane in einem Buch heraus. Mich haben diese Romane so beeindruckt, dass ich sie hier gerne kurz vorstellen möchte. In „Grünsee“ schickt der Autor den Erzähler ins winterliche  Zermatt, wo er zusammen mit seinem Bruder und dessen Freunde ein paar Tage in der Ferienwohnung verbringt, in der sie schon als Kinder zusammen mit den Eltern und der Grossmutter jedes Jahr ihre Skiferien verbrachten. Auf seinen Spaziergängen durch das Dorf Zermatt – das Skifahren hat er aufgegeben – verliert er sich in den Erinnerungen an seine Grossmutter, seinen älteren Cousin und die gemeinsam verbrachten alljährlichen Skiferien, anfangs noch die ganze Familie, die sich mit den Jahren aber allmählich auseinanderlebt, so dass sich immer weniger Familienmitglieder in Zermatt einfinden. Im zweiten Buch erinnert sich der Erzähler – es handelt sich um die gleiche Familie, das Buch mit den zwei Erzählungen liest sich wie ein Zweiteiler – an seine Kindheit, seinen Vater, seine Mutter und dessen Eltern. Er wächst zusammen mit seinem Bruder, behütet von einem Kindermädchen in einer grossbürgerlichen Familie auf. Sein Vater, ein angesehener Kinderarzt kümmert sich vor allem um seine Patienten, er ist selten zu Hause und wenn doch, gibt er sich kaum mit seinen Söhnen ab. Auch seine Mutter, eine mittelmässige Künstlerin, befasst sich nicht gross mit ihren Kindern. So verbringt der Erzähler eine gefühlsarme Kindheit geprägt von Ängsten und Unsicherheiten. Die beiden Erzählungen verlangen eine langsame Lektüre, Aufmerksamkeit und Geduld. Wenn man das Ende erreicht hat, ist wirklich fast nichts passiert. Trotzdem hat  mich das Lesen der Erinnerungen des Erzählers in den Bann gezogen und begeistert. Christoph Geisers Romane sind Besichtigungen einer Familie und ein Versuch eines Aussenseiters, sich in der eigenen Geschichte wiederzufinden. Grünsee und Brachland sind zwei Romane, die beide von Isolation und Gefühlsarmut erzählen und zusammen die Geschichte vom Zerfall einer Familie schildern.

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