Christoph Höhtker

 3 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor von Das Jahr der Frauen, Das Jahr der Frauen und weiteren Büchern.
Autorenbild von Christoph Höhtker (©Alexandra Sonntag)

Lebenslauf von Christoph Höhtker

Christoph Höhtker wurde 1967 in Bielefeld geboren. Er studierte Soziologie und arbeitete als Taxifahrer, freier Journalist, Sprachlehrer und Werbetexter. Im Jahr 2013 erschien sein Debütroman "Die schreckliche Wirklichkeit des Lebens an meiner Seite" als erster Teil der Stremmer-Trilogie. Der zweite Teil "Alles sehen" wurde für den Schweizer Buchpreis 2016 nominiert. Der dritte Teil "Das Jahr der Frauen" wurde für den Deutschen Buchpreis 2017 nominiert.

Alle Bücher von Christoph Höhtker

Cover des Buches Das Jahr der Frauen (ISBN: 9783863371180)

Das Jahr der Frauen

 (15)
Erschienen am 07.08.2017
Cover des Buches Schlachthof und Ordnung (ISBN: 9783863371807)

Schlachthof und Ordnung

 (1)
Erschienen am 17.02.2020
Cover des Buches Alles sehen (ISBN: 9783955750459)

Alles sehen

 (1)
Erschienen am 30.10.2015
Cover des Buches Das Jahr der Frauen (ISBN: 9783869743035)

Das Jahr der Frauen

 (11)
Erschienen am 01.10.2017

Neue Rezensionen zu Christoph Höhtker

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Rezension zu "Das Jahr der Frauen" von Christoph Höhtker

12/12, um nicht 24/7 ein 9/11 zu erleben
aus-erlesenvor 8 Monaten

Noch ein Buch zu hundert Jahren Frauenwahlrecht? Nein, ganz bestimmt nicht! Obwohl es mit Wahl und Frauen zu tun hat. Aber ganz anders, als so mancher es vermuten mag…

Was macht ein PR-Heini, wenn es ihm zu bunt wird? Er geht zum Psychologen. Der hilft, so wie er jedem hilft, der zu ihm kommt. Man selbst muss nur aktiv werden. Proaktiv, überhaupt aktiv. Nicht reagieren. Bloß nicht das! Doch wenn der Seelenklempner keine Hilfe ist? Was dann? Dann wird es richtig spannend! Im Falle von Frank Stremmer entwickelt sich alles zu einem Spiel, einer Wette. Und Christoph Höhtker ist der Strippenzieher im Hintergrund. Lasset die Spiele beginnen! ADORA QUOD INCENDISTI, INCENDE QUOD ADORASTI! Bete an, was Du verbrannt hast. Verbrenne, was du angebetet hast! 

Besagter Frank Stremmer beginnt das Jahr auf der Couch seines Psychologen. Gelangweilt ob der belanglosen Fragestunde wirft Stremmer den Vorsatz in den Raum in diesem Jahr monatlich eine Frau zu verbrauchen. Einfach nur so! Prostitution ist dabei ausgeschlossen. Als Anreiz soll das Vorhaben – endlich hat der Patient mal einen Plan, scheint der Doc sich zu denken – als Wette getarnt sein. Der Doc darf sich was aussuchen, wenn er gewinnt. Stremmer setzt als Einsatz seinen Selbstmord. Sich jetzt schon Gedanken zu machen, wer gewinnt, wäre lächerlich. Denn noch stehen zwölf aufregende Monate – mit, für Stremmer, hoffentlich zwölf aufregenden „Verbrauchs-Frauen“ – ins Haus. 

Ohne überhaupt eine Antwort von Yves Niederegger, seinem Psychoklempner, abzuwarten, macht sich Frank Stremmer an die Arbeit. Im Januar soll die Auserwählte über ein Dating-Portal ausfindig gemacht werden. Malin, Künstlerin aus Zürich, klingt ganz ansprechend. Alles ohne Zwang, aufregend, anregend – so soll es sein. So passiert es. Mit dem Zug von Genf nach Zürich, alles hinter sich bringen und wieder zurück in die eigene graue Gruft, die nur durch das Bildschirmflimmern des Laptops ein wenig Farbe erhält. Ein Zwölftel ist geschafft. Das Zweite bringt Frank auch ohne Verluste hinter sich. Es läuft. Sechzehn Komma sechs Periode Sechs Prozent schon geschafft. Doch der sportliche Ehrgeiz ist es nicht, der Frank Stremmer antreibt. Es gibt nichts auf dieser Welt, das ihn antreibt. Außer sein Chef, dessen Ego durch seine Arbeit als PR-Mann gelobt, gehypt, gewürdigt sein soll. Hat dieser Typ wirklich die Macht Frank Stremmer am Leben zu erhalten? Wenn ja, dann sollte das niemals an Frank Stremmers Ohren gelangen! Denn in Frank Stremmers Welt ist er allein für seine Situation verantwortlich. Und ein bisschen gefällt er sich auch in dieser Rolle. So kann er beweisen, dass er doch noch zu was zu gebrauchen ist…

Dieses Buch als Anleitung zu Frauenaufreißen oder als Legitimation zur zügellosen Verantwortungslosigkeit zu betrachten, wäre fatal. Denn die Frauen sind nur Beiwerk. In Wahrheit sucht Frank Stremmer gar nicht nach Frauen, sondern nach sich selbst und seinem Leben einen wahren Sinn zu geben. Dass dabei auch der eine oder andere Lustgewinn für ihn abfällt, nimmt er hin wie ein Mann.


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Rezension zu "Schlachthof und Ordnung" von Christoph Höhtker

Augen auf, Mund zu - dann sieht die Lesezukunft rosig aus
aus-erlesenvor 9 Monaten

Ma-ra-ze-pam. Marazepam, auf dem Markt als Maram vertrieben, ist in einer sehr nahen Zukunft (fast noch Gegenwart), die nicht die unsere ist, ein Wundermittel. Kopf- und Gliederschmerzen kennt man nur noch aus Erzählungen. Angstzustände und Antriebslosigkeit? Pah, was is das denn! Einmal eingenommen, hilft es in jeder Lebenslage. Alle nehmen es. Alle wollen es. Manche schreiben Lobeshymnen auf das Präparat an die Hersteller, andere dichten. 

Die Welt, also Deutschland, Frankreich und die USA, in denen „Schlachthof und Ordnung“ spielt, ist eine zufriedene Welt. Dass Marazepam in einem Schlachthof entwickelt wurde, spielt da fast schon keine Rolle mehr. Widerstand ist vorhanden. Selbst in den Reihen des Herstellers zuckt das Gewissen Vereinzelter sporadisch auf. Und die, die diese perfekte Welt bekämpfen sollen, wollen und auch können, sind selbst Konsumenten des Psychopharmakons. Da bedarf es einigen Wortwitzes, um dem Leser kein Schwindelgefühl einzuflößen. Kein Problem für Christoph Höhtker. Zu Risiken und Nebenwirkungen befragt man am besten den dieses Romans. Die, die – im biblischen Sinne – den ersten Stein werfen können, sind unwillens und so stark beeinflusst von der teuflischen Droge, dass man alle Schutzhelme getrost beiseite räumen darf. Tieffliegende Steine, derer, die den ersten Stein werfen, gibt es nicht mehr. Wie erzeugt man also Spannung in einem von Problemen bereinigten Umfeld? 

Hier liegt der Hase im Pfeffer! Denn das Feld ist bei Weitem nicht bereinigt. Vielmehr stapft man durch von Flurschäden versifftes Gebiet. Perfektion ist niemals das, was sie vorzugeben gibt. An einem Gummiseil gesichert steig(er)t man (sich) in dieses Buch hinein. Oder hinauf? Maram könnte bei der Antwortfindung vielleicht helfen? Immer wieder schüttelt es einen durcheinander. So was kann es doch niemals geben! Doch tut es. Und das schon im Jahr 2022/2023. Die Zukunft ist greifbar in diesem Buch. 

Eine Droge, die Erschöpfung vergessen lässt. Schlafstörungen mit der Unterstützung eines Glas Wassers hinwegspült. Eine kleine Pille, die leistungsbereit und leistungsstark macht – so viel Gutes muss auch eine Kehrseite haben. Und wie! Nationalismus und Xenophobie, Allmachtsphantasien sind ebenso verbreitet wie Irrsinn und Realitätsverlust.

Wem bisher erschiene intellektuelle Zukunftsvisionen in geschriebener Form die Hirnzellen in Wallung brachten, wird ab sofort auf ein höheres Level dieser Art der Befriedigung gehoben. Selten trafen Intellekt und Witz auf einmal auf so hohem Niveau zusammen. Fragen Sie nicht nach Risiken und Nebenwirkungen. Noch nie stand so früh fest: Das beste Buch der Saison hat einen weißen Einband mit roter Schrift und trägt den Namen „Schlachthof und Ordnung“. Das muss reichen!


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Rezension zu "Das Jahr der Frauen" von Christoph Höhtker

Das Jahr der Frauen
tardyvor 3 Jahren

Frank Stemmer, ein Mittvierziger, im höchsten Maße Suizidgefährdet, schließt mit seinem Therapeuten eine skurrile Wette ab. Falls es ihm gelingt, innerhalb eines Jahres, jeden Monat eine Frau ins Bett zu bekommen, steht ihm der Weg zum Selbstmord frei. Geht die Wette schief, muss er weiterleben.

Auf Christoph Höhtkers Buch war ich sehr gespannt. Leider hat mich das Buch nicht so gepackt, wie erhofft. Christoph Höktker kann schreiben, natürlich, sonst wäre er nicht auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis gelandet. Aber das alleine hat mir nicht gereicht. Stemmer entwickelt sich als derart unsympathisch, er widert mich dermaßen an, dass ich für sein Verhalten keinerlei Verständnis aufbringen kann. Seinen wirren Gedanken kann ich nur mit Mühe folgen, seine Frauenverachtung stösst mich regelrecht ab. Er benutzt die Frauen für seine abscheuliche Wette, sie sind Wegwerfware, mehr nicht. Vielleicht verstehe ich einfach nur nicht, was uns der Autor sagen möchte, vielleicht habe ich nicht die Begabung mich ganz auf dieses Buch einzulassen, vielleicht fehlt mir die Muße, die Worte nachzuspüren, sie in mir wirken zu lassen. Normalerweise gelingt mir das, aber hier musste ich mich durch das Buch quälen. Ich musste mich regelrecht zwingen weiterzulesen. Die langen Schachtelsätze, der Verzicht auf Absätze, das ständige Abschweifen, die endlose Aneinanderreihung von Nichtigkeiten. Im Grunde genau die richtigen Stilmittel, um die Krankheit des Protagonisten zu vermitteln. Aber leider auch genau die Faktoren, die dazu führen uns Leser zu langweilen, uns abzuschrecken. Franz Stemmer bleibt blass und nichtssagend. Auch über die Missachtung, uns Frauen gegenüber, kann ich einfach nicht hinwegsehen. Irgendjemand hat geschrieben, dass dies ein Buch für Männer ist. Wenn ja, dann hoffe ich, dass mir diese Sorte Männer, die hier angesprochen werden, nie begegnen wird.

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Das Jahr der Frauen

"Ziemlich crazy. Atmosphärisch irritierend. Verrückt, lustig, aber auch deprimierend, fast düster. Genau so wollte ich es haben."
- Christoph Höhtker


Seid gegrüßt, liebe Büchermenschen!
Wir möchten eine weitere Lese/Hörrunde mit euch abhalten!
Dieses Mal geht es um einen Titel, der auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2017 stand!
„Das Jahr der Frauen“ von Christoph Höhtker wartet darauf, von euch gelesen und gehört zu werden und wir würden uns freuen, wenn wir eine interessierte Gruppe an Teilnehmern finden, die sich für dieses besondere Buch begeistern können.

15x gibt es das Hörbuch zu gewinnen und 15x das gedruckte Werk vom Verlag weissbooks.w.

Um in den Lostopf zu wandern, schreibt uns bis zum 31. Oktober, ob ihr schon andere Werke der Long/Shortlist 2017 gelesen/gehört habt und ob ihr euch generell für den Deutschen Buchpreis interessiert.

Bei eurer Bewerbung gebt auch bitte an, ob ihr das Werk als Hörbuch oder als gedrucktes Exemplar haben möchtet.

Wir freuen uns schon sehr, gemeinsam mit euch, dem Autor Christoph Höhtker und dem Weissbooks-Verlag dieses anspruchsvolle Werk besprechen zu dürfen. 

(Anmerkung: In dem Buch gibt es ein paar wenige englischsprachige Abschnitte, die, um des Stils des Buches gerecht zu werden, nicht übersetzt wurden.)

"Höhtkers Roman erinnert in seiner zivilisationskritischen Durchgeknalltheit ein bisschen an Romane eines Michel Houllebecq. Frank Stremmer ist der verbrauchte Held eines Romans, der sich angenehm quer stellt zu dem, was die deutschsprachige Gegenwartsliteratur sonst so produziert."
- Gerrit Bartels, Deutschlandfunk



Zum Inhalt: Was ist zu tun, wenn man von allem endgültig genug hat, der Therapeut aber dennoch Vorsätze für das neue Jahr hören möchte? Frank Stremmer, Anfang vierzig, ausgebrannter deutscher Expat, rafft sich zu einem letzten Kraftakt auf: Zwölf Frauen in zwölf Monaten! Ohne Geld, ohne Versprechungen, ohne Perspektiven. Was als Witz, als müde Provokation gegenüber seinem Psychologen beginnt, entwickelt sich schon bald zur fixen Idee. Immer verbissener verfolgt der PR-Mann sein »Projekt«, denn am Ende, so hat Stremmer es sich vorgenommen, soll nichts Geringeres stehen als: Die Erlösung. Zwölf Frauen in zwölf Monaten bedeuten für ihn die »Legitimation« zum Freitod.


Christoph Höhtker wurde 1967 in Bielefeld geboren, hat Soziologie studiert und als Taxifahrer, freier Journalist, Sprachlehrer und Werbetexter gearbeitet. Zurzeit lebt er in Genf. Sein neuestes Werk „Das Jahr der Frauen“ wird als der verrückteste Männer-Roman dieser Saison beschrieben.



"Lustvoll schreibt Christoph Höhtker in seinem neuen Roman gegen jedes Tabu an und mokiert sich über jede wohlfeile Moral: ein seltenes Lesevergnügen mit Schockeffekten."
- Rainer Moritz, Neue Zürcher Zeitung


Leseprobe | Hörprobe

305 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Christoph Höhtker wurde am 01. Januar 1967 in Bielefeld (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 45 Bibliotheken

auf 7 Wunschzettel

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