Christoph Hein

 3.9 Sterne bei 328 Bewertungen

Lebenslauf von Christoph Hein

Schriftsteller, Essayist, Übersetzer: Christoph Hein wird zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1944 in Heinzendorf, einer Provinz in Niederschlesien geboren. Nach Kriegsende zieht die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo Hein aufwächst. Er arbeitet nach dem Mauerbau unter anderem als Buchhändler und Journalist, aber auch als Schauspieler, und macht nebenbei sein Abitur. Nach dem Schulabschluss studiert er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schließt sein Studium 1971 an der Berliner Humboldt Universität ab. Von 1974 bis 1979 ist er an der Volksbühne Berlin als Hausautor angestellt und schafft mit „Einladung zum Lever Bourgeoise“ den Durchbruch, bekannt ist er vor allem auch für seine Novelle „Der fremde Freund“, die in Westdeutschland als „Drachenblut“ erscheint. Als sein erfolgreichstes Stück gilt jedoch „Die Wahre geschichte des Ah Q“, das 1983 erscheint. Heins Werke wurden in mehr als 15 Sprachen übersetzt, darunter Dänisch, Englisch und Italienisch. Für seine Texte wird er vielfach mit Preisen ausgezeichnet, beispielsweise ist er Träger des Heinrich-Mann-Preises, des Großen Bundesverdienstkreuzes oder des Grimmelshausen-Preises. Neben seiner Tätigkeit als Autor und Übersetzer ist Christoph Hein von 1998 bis 2000 der erste Präsident des PEN-Clubs und seit 2014 dessen Ehrenpräsident. Christoph Hein lebt heute mit seiner zweiten Ehefrau Maria Husmann in Havelberg.

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Verwirrnis

Neu erschienen am 31.08.2018 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

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Der fremde Freund / Drachenblut

Der fremde Freund / Drachenblut

 (86)
Erschienen am 23.11.2005
In seiner frühen Kindheit ein Garten

In seiner frühen Kindheit ein Garten

 (55)
Erschienen am 22.05.2006
Landnahme

Landnahme

 (34)
Erschienen am 31.10.2005
Frau Paula Trousseau

Frau Paula Trousseau

 (23)
Erschienen am 18.08.2008
Horns Ende

Horns Ende

 (20)
Erschienen am 16.12.2002
Glückskind mit Vater

Glückskind mit Vater

 (17)
Erschienen am 06.03.2017
Der Tangospieler

Der Tangospieler

 (14)
Erschienen am 26.08.2002
Weiskerns Nachlass

Weiskerns Nachlass

 (12)
Erschienen am 12.11.2012

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Neue Rezensionen zu Christoph Hein

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renees avatar

Rezension zu "Verwirrnis" von Christoph Hein

Fliegen ist schön
reneevor einem Tag

Dieses Buch ist ein Roman über das Leben eines homosexuellen Mannes. Friedeward Ringeling wurde am 1. September 1933 in Heiligenstadt als Sohn eines frommen Englischlehrers und einer Krankenschwester geboren. Er wuchs mit seinen beiden Geschwistern in einem recht lieblosen Elternhaus auf, dafür werden die Kinder kontrolliert und jede Unerzogenheit der Kinder wird bestraft, die Schwester Magdalena mit einem "Klaps auf den Hintern"  oder einer "Kopfnuss", die beiden Brüder Hartwig und Friedeward bekommen schon den Siebenstriemer zu spüren. Die Folge ist, dass die beiden älteren Geschwister ihr Heil außerhalb des Elternhauses suchen. Friedeward ist recht gut in der Schule, sondert sich von den anderen ab, nur ein Junge findet Zugang zu ihm. Wolfgang Zernick, der Sohn des Pastors, ebenso gut in der Schule und ein Sonderling. Beide freunden sich an, werden unzertrennlich, fangen an Gefallen aneinander zu finden. In den Sommerferien fahren Beide mit den Fahrrädern an die Ostsee zum Zelten und da haben sie ihre ersten erotischen Erfahrungen miteinander. Aus Friedeward und Wolfgang werden Friedl und Wölfchen. Doch beide wissen, dass sie sich verstecken müssen, es ist nicht die Zeit für offene homosexuelle Handlungen. Darauf steht noch eine fünfjährige Gefängnisstrafe, eine Gefängnisstrafe für die Liebe ?!?! Sie versuchen es zu verbergen, Friedewards Vater bekommt es trotzdem heraus und sorgt durch Drohungen dafür, dass sich ihre Wege trennen, natürlich nicht ohne seinen siebzehnjährigen Sohn ein weiteres Mal mit dem Siebenstriemer blutig zu schlagen. Friedl und Wölfchen treffen sich später beim Studium in erst Jena/dann Leipzig wieder, hier in Leipzig treffen sie auf das lesbische Paar Jacqueline und Herlinde, und alle vier werden zu einer eingeschworenen Gemeinschaft, verstecken sich und ihre Neigungen weiter gemeinsam und schützen sich gegenseitig. Weiterhin ist dieser Roman ein guter Blick auf die Geschichte Deutschlands, besonders die Geschichte Leipzigs und seiner Universität und einige Größen dieser schönen Stadt, ein Blick auf die Geschichte Leipzigs bis 1993 führend. Und natürlich ein schöner Blick auf ein verstecktes Leben. Wobei ich mir und hier die Frage stelle, warum sollte sich Liebe verstecken müssen?

Dieser Roman ist nicht gefühlsüberbordend geschrieben, fast nüchtern und etwas kühl. Ich hatte erst Angst ob ich Zugang zum Geschehen finden werde. Aber diese Ängste waren unbegründet. Den Zugang fand ich recht schnell und trotz des recht sachlichen Schreibstils berührte mich das Geschilderte tief. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wieso Liebe, das Beste was Menschen anderen Menschen geben können, bestraft wird, weil Bornierte und Kleingeister unter uns das so möchten und gerade diese Liebe verdammen. Das ist einfach nur traurig und leider auch immer noch ein Thema. Die historischen Informationen des Romans fand ich aufschlussreich und interessant. Der Schreibstil entwickelt einen recht hohen Sog, ich hatte es an einem Tag durch und fand das Buch sehr schön.

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Vorleser2s avatar

Rezension zu "Verwirrnis" von Christoph Hein

Hein individualisiert Zeitgeschichte
Vorleser2vor 21 Tagen

Mit "Verwirrnis" hat Christoph Hein nun ein neues Werk vorgelegt, in dessen Mittelpunkt Friedeward Ringelin steht, im Jahre 1933 im Eichsfeld in einem streng katholischen Umfeld geboren. Friedeward verliebt sich in seinen Klassenkameraden Wolfgang Zernick. Als sein Vater die beiden erwischt, muss Wolfgang die Stadt verlassen. Doch die beiden treffen sich zum Studium in Leipzig wieder. Zur Tarnung ihrer Liaison verlobt sich Wolfgang mit Helga, die er von klein auf kennt. Friedeward trifft Jacqueline, die mit der älteren Dozentin Herlinde liiert ist. Beide verloben sich und heiraten schließlich. Zwar werden homosexuelle Handlungen unter Erwachsenen in der DDR seit Ende des Jahres 1957 nicht mehr strafrechtlich verfolgt, jedoch fürchten alle vier - Friedeward insbesondere seitens seiner katholischen Familie - weiterhin Diskriminierungen in Gesellschaft und Beruf ... mehr dazu bei www.dievorleser.blogspot.de

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thisishers avatar

Rezension zu "Verwirrnis" von Christoph Hein

Emotionale Chronik einer Liebesgeschichte
thisishervor 2 Monaten

Friedeward und Wolfgang lernen sich während ihrer Schulzeit in Ostdeutschland kennen und lieben. Sie fahren gemeinsam in den Urlaub und verlieben sich fern vom konservativen katholischen Zuhause ineinander. Sie halten ihre Beziehung geheim bis sie eines Tages von Friedls Vater überrascht werden . Dieser droht damit den älteren Wolfgang anzuzeigen, wenn er nicht sofort den Ort verlässt, die Schule wechselt und jeden Kontakt zu Friedeward abbricht.
Jahre später treffen sie sich zufällig wieder, in Jena, wo Friedeward beginnt Philosophie zu studieren. Sie lernen Jacqueline kennen, eine Studentin, die Friedhelm dazu bringt sich zu Wolfgang zu bekennen und ihm im Gegenzug verrät, dass sie lesbisch und in einer Beziehung mit der älteren Herlinde, einer Dozentin, ist. Er wechselt nach Leipzig um seinen Traum von einem Germanistikstudium zu verfolgen und bei Wolfgang, der Musik studiert, zu sein. Die vier werden Freunde und Friedeward und Jacqueline denken darüber nach zum Schein zu heiraten um seinen Vater ruhigzustellen und jeglichen Anschuldigungen zu entgehen.

Der Roman wird chronisch erzählt, entfaltet sich Seite an Seite der Geschichte des geteilten Deutschlands. So wird in der DDR bereits 1957 Homosexualität legalisiert, in der Gesellschaft und vor allem in Friedewards Bewusstsein, das geprägt ist von seinem Vater, der ihn über lange Zeit mit Schlägen misshandelt hat und für den Homosexualität eine Sünde ist, ist die Akzeptanz noch lange nicht angekommen.
Christoph Hein erzählt nüchtern und fast distanziert von Friedwards Leben, wörtliche Rede kommt kaum vor, die erzählte Zeit wird teilweise stark gerafft. Trotz der relativ sachlichen Erzählweise wachsen den Lesenden die Figuren ans Herz. Wir erleben Friedewards ganzes Leben, bleiben immer an seiner Seite, gehen durch Höhen und Tiefen, leiden und lieben mit ihm.

Hein gelingt mit seinem Roman ein großartiges Zeitzeugnis am Beispiel des schwulen Studenten, später Universitätsprofessoren, Friedeward Ringeling. Er schafft es, mich trotz seines nüchternen Schreibstils emotional zu berühren und mir Friedewards Lebensgeschichte nahezubringen. Der Roman liest sich durchweg fesselnd, die Figuren sind überzeugend und authentisch gestaltet. Absolute Leseempfehlung!

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Zusätzliche Informationen

Christoph Hein wurde am 08. April 1944 in Heinzendorf (Deutschland) geboren.

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