Christoph Hein

 3,9 Sterne bei 404 Bewertungen

Lebenslauf von Christoph Hein

Schriftsteller, Essayist, Übersetzer: Christoph Hein wird zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1944 in Heinzendorf, einer Provinz in Niederschlesien geboren. Nach Kriegsende zieht die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo Hein aufwächst. Er arbeitet nach dem Mauerbau unter anderem als Buchhändler und Journalist, aber auch als Schauspieler, und macht nebenbei sein Abitur. Nach dem Schulabschluss studiert er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schließt sein Studium 1971 an der Berliner Humboldt Universität ab. Von 1974 bis 1979 ist er an der Volksbühne Berlin als Hausautor angestellt und schafft mit „Einladung zum Lever Bourgeoise“ den Durchbruch, bekannt ist er vor allem auch für seine Novelle „Der fremde Freund“, die in Westdeutschland als „Drachenblut“ erscheint. Als sein erfolgreichstes Stück gilt jedoch „Die Wahre geschichte des Ah Q“, das 1983 erscheint. Heins Werke wurden in mehr als 15 Sprachen übersetzt, darunter Dänisch, Englisch und Italienisch. Für seine Texte wird er vielfach mit Preisen ausgezeichnet, beispielsweise ist er Träger des Heinrich-Mann-Preises, des Großen Bundesverdienstkreuzes oder des Grimmelshausen-Preises. Neben seiner Tätigkeit als Autor und Übersetzer ist Christoph Hein von 1998 bis 2000 der erste Präsident des PEN-Clubs und seit 2014 dessen Ehrenpräsident. Christoph Hein lebt heute mit seiner zweiten Ehefrau Maria Husmann in Havelberg.

Neue Bücher

Cover des Buches Guldenberg (ISBN: 9783518429853)

Guldenberg

 (1)
Neu erschienen am 10.05.2021 als Hardcover bei Suhrkamp.
Cover des Buches Guldenberg (ISBN: 9783742419743)

Guldenberg

Neu erschienen am 21.05.2021 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

Alle Bücher von Christoph Hein

Cover des Buches Der fremde Freund / Drachenblut (ISBN: 9783518188699)

Der fremde Freund / Drachenblut

 (92)
Erschienen am 23.11.2005
Cover des Buches In seiner frühen Kindheit ein Garten (ISBN: 9783518736005)

In seiner frühen Kindheit ein Garten

 (58)
Erschienen am 16.11.2010
Cover des Buches Landnahme (ISBN: 9783518732953)

Landnahme

 (41)
Erschienen am 13.10.2012
Cover des Buches Verwirrnis (ISBN: 9783518428221)

Verwirrnis

 (31)
Erschienen am 13.08.2018
Cover des Buches Glückskind mit Vater (ISBN: 9783518467602)

Glückskind mit Vater

 (25)
Erschienen am 06.03.2017
Cover des Buches Frau Paula Trousseau (ISBN: 9783518735909)

Frau Paula Trousseau

 (25)
Erschienen am 16.11.2010
Cover des Buches Horns Ende (ISBN: 9783518399798)

Horns Ende

 (23)
Erschienen am 16.12.2002
Cover des Buches Der Tangospieler (ISBN: 9783518745526)

Der Tangospieler

 (17)
Erschienen am 07.03.2016

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Christoph Hein

Cover des Buches Alles, was du brauchst (ISBN: 9783423627368)M

Rezension zu "Alles, was du brauchst" von Christoph Hein

Für was es sich lohnt…..
michael_lehmann-papevor 3 Monaten

Für was es sich lohnt…..

 

Wenn man klein ist und für eine doch gewaltige Zeit von 6 Wochen ins Krankenhaus muss, wenn die Mutter einem verspricht, das man alles mitnehmen kann, was man möchte und meint zu brauchen, wenn dann der spontane Gedanke ist, „ich brauche alles, was ich im Zimmer habe), dann taucht ein Problem auf. Nicht nur des Transports, sondern auch eines Krankenhauszimmers, in welches das eigene, ganze immer einfach nicht hineinpassen würde.

 

Also muss man, schwer, auswählen. Was sind wirklich die Dinge, die man braucht, um sich mit sich wohl zu fühlen, gar um einigermaßen glücklich zu sein?

 

Und das geht nicht nur dem kleinen Kind so angesichts des Aufenthaltes in einem Krankenhaus, das geht jedem so. In jedem Alter. Damit eben nicht vier Koffer als „lebensnotwendig“ angesehen werden, die man vollgepackt hat. Um dann vielleicht festzustellen, dass man im Eifer einige ganz praktisch wichtige Sachen nicht bedacht hat.

 

Und so folgt der Leser diesem Buch in einfacher und klarer Sprache, in dem Hein das Kind vordergründig seine Welt entfalten lässt, damit aber das „Kind im Erwachsenen“ direkt anspricht und auch zum Nachdenken darüber anregt, ob man selbst nicht im Lauf der Jahre und Jahrzehnte genau jene Wichtigkeiten zu sehr nach hinten geschoben hat, die von Beginn an beim Heranwachsen klar und wichtig bereits im Inneren vorlagen.

 

So ist es natürlich und klar, dass „die Mama“ eine der ganz wichtigen 20 Dinge sind. Was beim Leser oberflächlich überlesen werden könnte, weil man ja davon ausgeht, dass für ein Kind die Mutter die zentrale Figur des Lebens über lange Jahre des Heranwachsen ist.

 

Wer aber im Leben bereits die eigene Mutter zu Grabe getragen hat, der weiß, dass die Bande viel tiefer reichen als nur zur Versorgung in Kindheitstagen. Das zu erkennen und zu schätzen, am Besten noch zu Zeiten, wo es im Leben gelebt werden kann, das ist eine Erkenntnis, die man umgehend aus dem Buch mitnehmen sollte.

 

Genauso, wie ein Freund ein zentrales Anliegen ist. Wenigstens einer, mit dem man das Leben teilen kann (vor allem all das, was die Mutter besser nicht wissen sollte zu Zeiten).

 

Ein Zimmer, heißt „Dach über dem Kopf“. Einen Zugang zu Tieren (das muss nicht immer eine Katze sein, wie im Buch). Geschwister, die einem zwar vertraut in der Kindheit und fremd im Erwachsenenleben erscheinen mögen, die einen aber dennoch für  gesamte Leben Motorsägen. Tanten und Onkel, Oma und Opa sind wichtiger für das Glück, auch das spätere nach deren Tod, als viele, viele materielle Besitztümer, die man lange Jahre anstrebt und die einen doch nicht trösten oder halten. Kleidung, wenigstens ein paar Stücke, die einem wertvoll sind, die gute Qualität besitzen, in denen man sich rundherum wohl fühlt.

 

Familie und Clique, Zimmer und Kleidung, ein bequemes Bett (auch als Zuflucht), natürlich geht es um viele Dinge, die dem Genuß dienen, die man sich „erwerben“ kann.

 

Aber Hein lässt auch die andere Seite nicht aus. Dass es zum Glück dazugehört, dass es wesentlich ist, Verlieren zu lernen, Kummer zu tragen, Schmerz und Tränen als Teil des Lebens zu akzeptieren und als Stationen der persönlichen Entwicklung anzunehmen statt ständig auf der Flucht for den Härten des Lebens sich zu befinden. Denn man kann vor sich und den dunklen Seiten des Lebens am Ende nicht weglaufen. Und dazu gehört auch, innere Größe zu lernen, denn Glück bedeute auch (und stellt sich manches Mal erst dann ein), wenn man „über den eigenen Schatten“ springen kann.

 

Es sind vordergründigen kindliche Gedanken, die Hein dem Leser wieder neu aufs Herz legt und damit nicht nur Kindern eine Orientierung für das Leben mit auf den Weg gibt, sondern auch den erwachsenen Lesern vor Augen führt, worum es wirklich geht.

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Der Tangospieler (ISBN: 9783518745526)R

Rezension zu "Der Tangospieler" von Christoph Hein

Interessante Geschichte mit Längen
rose7474vor 3 Monaten

Der Schreibstil hat mir gut gefallen und die Geschichte war wirklich interessant. Doch leider gab es Längen und das Ende war sehr abrupt. Ich fand es war nicht der beste Roman von Christoph Hein. 

Daher vergebe ich 3 1/2 Sterne. 

Kommentieren0
2
Teilen
Cover des Buches Landnahme (ISBN: 9783518732953)Lelelss avatar

Rezension zu "Landnahme" von Christoph Hein

Ein chronistischer Roman oder die Geschichte eines Aufsteigers
Lelelsvor 5 Monaten

Der Roman Landnahme von Christoph Hein, welcher im Suhrkamp Verlag erschien, behandelt Themen und Erfahrungen, die wahrscheinlich viele Menschen im Nachkriegsdeutschland erlebt haben. Exemplarisch am Leben von Bernhard Haber, der aus Breslau stammt, erzählt Christoph Hein die Geschichte von Leben voller Ablehnung, vom Wunsch nach Akzeptanz und Zugehörigkeit.

1950, fünf Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges, kommt Bernhard mit seinen Eltern als Umsiedler in das sächsische Städtchen Guldenberg. Dort stoßen die Vertriebenen, die bei einem Bauern unterkommen, auf Ablehnung, Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit. Über die Jahre und im Verlauf des Romans gelingt es Bernhard Haber, in Guldenberg als Tischler aufzusteigen und gesellschaftliches Ansehen sowie politische Relevanz zu erlangen. Ihm gelingt also die Integration in die neue Heimat und Gemeinde, wodurch er nicht mehr als „minderwertiger“ Umsiedler wahrgenommen wird.  Parallel zum persönlichen Leben Bernhards werden auch immer wieder geschichtliche Ereignisse oder Entwicklungen in die Handlung des Romans eingebaut. Dazu zählen Beispielsweise, die Zwangskollektivierung und spätere Verstaatlichung, der Prager Frühling, der Mauerbau sowie die Wiedervereinigung.

Der Roman ist multiperspektivisch aufgebaut und ist aus der Sicht von fünf verschiedenen Erzähler*innen geschrieben, die alle irgendwann in einer Verbindung zu Bernhards Leben standen und jeweils von einem Abschnitt seines Lebens erzählen. Durch die verschiedenen Perspektiven änderte sich auch der Schreib- und Sprachstil in den jeweiligen Abschnitten, doch alle Kapitel waren gut und angenehm lesbar.

Mit den meisten Charakteren konnte ich nicht allzu viel anfangen, da ich nicht wirklich einen persönlichen Bezug zu ihnen herstellen konnte. In Kürze will ich auf die sechs relevanten eingehen:

Thomas Nicolas ist der erste Erzähler im Roman und zeichnet sich durch eine nüchterne Sprache aus. Er ist ein Schulkamerad Bernhards und hält am Anfang nicht sehr viel von ihm, versucht später jedoch, ihn näher kennen zu lernen. Marion Denutz  stellt die erste Freundin Bernhards dar, mit der er mehrere Jahre zusammen ist. Nach seinem politischen Engagement im Rahmen der Zwangskollektivierungen trennt sich Marion jedoch von ihm.

Marion würde ich als ein naives Mädchen einschätzen. Sie ist sehr auf ihr Äußeres und die Meinung anderer Menschen bedacht und orientiert sich eher an materiellen Dingen.

Peter Koller ist ebenfalls ein Schulkamerad von Bernhard, lernt ihn jedoch erst nach dem Schulabschluss, als sie gemeinsamen Geschäften nachgehen, näher kennen. Für Geld nimmt er große Risiken auf sich und agiert naiv, legt jedoch auch auf soziale und finanzielle Absicherung einen großen Wert.

Katharina Hollenbach ist die Schwägerin von Bernhard. Sie ist scheinheilig, manipulativ und lechzt nach Aufmerksamkeit. Meiner Meinung nach war sie der unsympathischste Charakter im ganzen Buch.

Der letzte Abschnitt wird aus der Sicht von Sigurd Kitzerow erzählt. Dieser ist ein Freund und Geschäftspartner Bernhards und verhilft ihm maßgeblich zum gesellschaftlichen Aufstieg in Guldenberg.

Bernhard selber war für mich der unnahbarste und undurchschaubarste Charakter des Buches, was logischerweise auch daran liegt, dass sein Leben immer nur aus der Außenperspektive beschrieben wird. Auch wenn einzelne Handlungen von ihm ein paar seiner Charakterzüge erkennen lassen, gelang es mir nicht, ihn als Person richtig zu erfassen und zu kennen. Auch seinen Gefühle für Menschen in seinem Umfeld konnte ich teilweise nur sehr schwer einschätzen.

Die Nutzung so vieler Erzählerperspektiven macht den Roman interessant und einzigartig. Den Einbau der historischen Geschehnisse in der DDR zeigen, dass Hein seinem Anspruch als Chronist gerecht  geworden ist und gemeistert hat, aber auch welchen Einfluss politische Entscheidungen auf das Leben einzelner haben kann. Jedoch fand ich das Buch teilweise sehr langatmig und auch der Tod seines Vaters konnte keine Spannung in die Handlung bringen. Viele Charaktere, auch abseits der Erzähler*innen, fand ich unsympathisch und anstrengend. Problematisch fand ich desweiteren die Reproduktion von Rassismus im Kapitel von Peter Koller, auch wenn die Aussagen den Zeitgeist und Mentalität der Menschen in der DDR wiedergespiegelt haben.

Als Schullektüre kann ich das Buch jedoch nur empfehlen, da es Einblicke in das Nachkriegsdeutschland, die Erfahrungen von Vertriebenen und die Gesellschaft in der DDR bietet.

 

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Christoph Hein wurde am 08. April 1944 in Heinzendorf (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 485 Bibliotheken

von 78 Lesern aktuell gelesen

von 4 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks