Christoph Hein Der fremde Freund / Drachenblut

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Inhaltsangabe zu „Der fremde Freund / Drachenblut“ von Christoph Hein

Text und Kommentar in einem Band. In der Suhrkamp BasisBibliothek erscheinen literarische Hauptwerke aller Epochen und Gattungen als Arbeitstexte für Schule und Studium. Der vollständige Text wird ergänzt durch anschaulich geschriebene Kommentare.

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  • Rezension zu "Der fremde Freund. Drachenblut" von Christoph Hein

    Der fremde Freund / Drachenblut
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. December 2012 um 19:43

    -Eine absolut positive Überraschung!- Cover: Leider muss ich sagen, dass ich das Cover absolut nichtssagend finde. Es hat auch nicht wirklich viel mit dem Inhalt zu tun. Gut, vielleicht kann man deuten, dass die Ich-Erzählerin dem Leben innerlich eigentlich längst den Rücken gekehrt hat, aber…ich glaube, das wäre zu weit hergeholt. Dennoch passt der Titel, bzw die Titel perfekt zum Inhalt. Meinung: Ich musste das Buch ja für die Uni lesen und hatte deshalb eigentlich so gar keine Erwartungen. Manchmal ist das wirklich gut, denn so muss ich sagen, dass ich jetzt im Nachhinein echt positiv überrascht bin. In dem Buch wird das Leben der Ich-Erzählerin beschrieben, welches mit Vierzig ziemlich trostlos und trist wirkt. Sie ist geschieden und kinderlos, ihre Eltern eigentlich nur lästige Bekanntschaften, ihre Schwester so gut wie anonym, Freunde und gute Bekannte gibt es eigentlich nicht. Schließlich geht es darum, jedem Problem der anderen so gut es geht aus dem Weg zu gehen, immerhin hat man ja selbst genug von der Sorte. Die Ich-Erzählerin ist zufrieden mit ihrer Lebensweise, das ja. Aber glücklich ist sie nicht. Dazu fehlt ihr zu viel. Erst als Henry in ihr Leben tritt, scheint sich etwas zu verändern, doch dann stirbt er plötzlich und alles scheint sich wieder dem zuzuwenden, was die Ich-Erzählerin schon erlebt hat. Niemals hätte ich gedacht, dass in einem Buch, was ich zur Pflicht lesen musste, so viel Wahrheit steckt und mich so berühren kann. Manchmal musste ich innehalten, um die Sätze, die sich teilweise wie Stecknadeln ins Herz bohren, verdauen zu können. Es ist für mich eine wahre Kunst, in absolut nüchternen, beinahe schon Aufzählungen gleichenden Sätzen so eine hohe Emotionalität im Leser zu erreichen. Anfangs dachte ich, dass ich mich mit dem Schreibstil niemals anfreunden könnte. Die wörtliche Rede ist eher angedeutet, als wirklich explizit geschrieben und die Zeitsprünge bekam man meist erst viel zu spät mit. Doch trotzdem. Genau das, genau dieser Schreibstil hatte es mir zum Schluss komplett angetan. Durch diese eintönige Schreibweise wird das langweilige, beinahe schon trostlose Leben der Protagonistin beschrieben und obwohl sie immer wieder betont, wie zufrieden sie mit allem ist, merkt man als Leser sofort, dass sie nur einfach nicht schafft, aus ihren Mustern auszubrechen, wofür sie ihre Gründe hat. Die aber dennoch keinen Hinderungsgrund darstellen sollten, denke ich. Ich möchte auch für jeden Leidensgenossen sagen: das Ost/West-Thema spielt in diesem Buch keine absolut vorherrschende Rolle. Es wird einmal kurz auf ein paar Seiten thematisiert, das Wort Osten / Ostdeutschland fällt vielleicht 2-3 Mal. Juhu! Obwohl man während der Lektüre die Distanz zur Ich-Erzählerin nicht aufgeben kann, weil sie dazu als Person viel zu sehr in den Hintergrund rückt, hat man trotzdem das Gefühl, sie sehr gut zu kennen. Durch die schonungslosen Berichte ihrer Gedanken und Meinungen weiß man dennoch genau wie sie tickt und das finde ich total interessant. Denn das spiegelt genau das Ich der Erzählerin wider. Auf der einen Seite kennt sie sich, aber trotzdem kennt sie sich auch nicht, sie hält es eben so mit sich aus. Aber man hat als Leser keine andere Wahl, man macht sich automatisch Gedanken über die Protagonistin. Schwankt zwischen Wut und Mitleid, mal will man sie durchrütteln, mal möchte man sie einfach nur in die Arme nehmen. Eine solche ambivalente Person ist mir selten in Büchern begegnet. Ansonsten sind fast alle Personen höchst unsympathisch, weil sie durch die Protagonistin auch meist nur auf ihre Fehler, Probleme oder Macken reduziert werden. Zum Teil fand ich das etwas anstrengend, aber dadurch wirkte das Buch umso mehr nach. Auch die Beziehung zu Henry fand ich etwas gewöhnungsbedürftig, aber anders wäre es auch hier gar nicht möglich gewesen, weswegen ich es irgendwann einfach als gegeben akzeptiert habe und keine Nachfragen mehr gestellt habe. Etwas traurig ist es, dass die Protagonistin am Ende genau dort ankommt, wo die Geschichte beginnt und sich eigentlich gar nichts verändert. Aber ich finde, dass die Aussage der Novelle dadurch umso stärker ist. Fazit: Ein Buch, was für mich eine komplette Überraschung war. Ich hatte es trotz Notizenschreibens innerhalb von ein paar Stunden ausgelesen, weil der Lesefluss trotz des seltsamen Schreibstils sehr schnell zustande kam. Alles in dieser Novelle ist etwas seltsam und ich habe auch schon von wesentlich sympathischeren Charakteren gelesen, aber dennoch hat mich das Buch sehr stark berührt und zum Nachdenken angeregt, weswegen ich es jedem nur empfehlen kann.

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  • Rezension zu "Der fremde Freund. Drachenblut" von Christoph Hein

    Der fremde Freund / Drachenblut
    UteSeiberth

    UteSeiberth

    14. February 2008 um 17:12

    Beeindruckende Darstellung des DDR-Alltags, vor allem in den Roman "Drachenblut",überzeugende Darstellung einer Frau mittleren Alters die glaubt, von einer Art Drachenblut wie Siegfried in der Sage geschützt zu sein.Das Buch hatte mich damals sehr beeindeuckt.