Christoph Hein Glückskind mit Vater

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Inhaltsangabe zu „Glückskind mit Vater“ von Christoph Hein

Ironisch-humoristisch, anrührend, ohne Sentimentalität oder Sarkasmus erzählt Christoph Hein ein beispiellos-beispielhaftes Leben in mehr als sechzig Jahren deutscher Zustände.Was verdankt ein von der Mutter »Glückskind« genannter Sohn dem Vater? Seit seiner Geburt im Jahr 1945 versucht Konstantin Boggosch, in der entstehenden DDR lebend, aus dem Schatten seines kriegsverbrecherischen toten Vaters zu treten: Er nimmt einen anderen Namen an, will in Marseille Fremdenlegionär werden, reist kurz nach dem Mauerbau wieder in die DDR ein, darf dort kein Abitur machen, bringt es gleichwohl, glückliche Umstände ausnutzend – Glückskind eben –, in den späten DDR-Jahren bis zum Rektor einer Oberschule – fast. Am Ende erkennt er: Eine Emanzipation von der allgemeinen und der persönlichen Geschichte ist zum Scheitern verurteilt. Durch solche Verkettung von Vergangenheit und Gegenwart wird aus dem Glückskind ein Unheilskind. Gerade dadurch verkörpert Boggosch wie in einem Brennspiegel die unterschiedlichsten Gegebenheiten Deutschlands in den politischen, gesellschaftlichen und privaten Bereichen.

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  • Glückskind oder Unglückskind?

    Glückskind mit Vater
    UteSeiberth

    UteSeiberth

    15. June 2017 um 15:53

    Konstantin Boggosch lernt seinen leiblichen Vater nicht kennen,denn dieser verstarb schon vor seiner Geburt 1945.Als er endlich erfuhr, was dieser Vater während der Nazi-Zeit alles verbrochen hatte,versucht er auf diesem Schatten herauszukommen weil er sich schämt sein Sohn zu sein.Er lebte in der damaligen DDR und versucht durch seine Flucht nach Marseille, um Frendenlegionär zu werden,Abstand von dem Vater zu gewinnen und nimmt den Namen seiner Mutter an. Kurz nach dem Mauerbau reist er wieder in dieDDR ein ,wird aber dort in seiner Berufslaufbahn oft behindert,bringt es aber mit List und Tücke fast zum Rektor einerOberschule.Er ist wohl ein "Glückskind" ,aber ich finde nach der Lektüre des Buches,dass er manchmal auch ein Ünglückskind war.Er ließ sich aber nicht unterkriegen und das bewundere ichan dieser Lebensgeschichte.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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  • Glückskind oder Unglückskind?

    Glückskind mit Vater
    Cara_Elea

    Cara_Elea

    31. July 2016 um 20:41

    Kann man sich vom Ruf seines Vaters lösen? Und inwieweit beeinflussen Taten unserer Eltern unser Leben? In "Glückskind mit Vater" blickt Protagonist Konstantin Boggosch auf sein Leben und damit auch auf 60 Jahre deutscher Geschichte zurück. Immer wieder sind es geschichtliche Ereignisse, die das Leben von Boggosch beeinflussen. Aber: Immer wieder hat auch der Zufall seine Hand im Spiel. Sein ganzes Leben lang versucht Boggosch, aus dem Schatten seines Vaters, den er nie kennen lernte und der als Kriegsverbrecher gehängt wurde, herauszutreten. Wird es ihm letztendlich gelingen? Christoph Heins Roman besticht besonders dadurch, dass er aufzeigt, wie große geschichtliche Ereignisse des 20. Jahrhunderts Auswirkungen auf das Leben eines Einzelnen haben können. Was er gut macht, ist, sich nicht zu sehr auf die historischen Ereignisse an sich zu konzentrieren, sondern vielmehr Konstantin Boggosch' Haltung zu diesen Ereignissen und seine Reaktionen zu zeigen. So eröffnet sich dem Leser automatisch die Frage: Wie hätte ich in diesen Situationen gehandelt?Sprachlich zurückgenommen, nicht unbedingt literarisch, zeigt Christoph Hein auf, wie schwierig es sein kann, den schmalen Weg zwischen Vergangenheitsbewältigung und der Verfolgung des eigenen Lebens zu finden. An manchen Stellen war mir der Erzählstil zu nüchern, manche Szenen fand ich zu detailreich geschildert, aber im Großen und Ganzen hat Hein genau den richtigen Ton für seinen Deutschland-Roman getroffen. Fazit: Ein sehr ambitioniertes Projekt des Autors, welches ihm in großen Teilen auch gelungen ist. Man braucht als Leser etwas länger, um Sympathie zum Protagonisten aufzbauen und insgesamt waren mir einige Szenen zu detailreich geschildert. Insgesamt aber ein sehr empfehlenswerter Roman und eine der wichtigen deutschsprachigen Neuerscheinungen dieses Jahres!

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  • Top Biografie vor historischem Hintergrund

    Glückskind mit Vater
    HEIDIZ

    HEIDIZ

    08. March 2016 um 10:01

    PREIS: 22,95 Euro   ·  Gebundene Ausgabe: 527 Seiten ·  Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (7. März 2016) ·  Sprache: Deutsch ·  ISBN-10: 351842517X ·  ISBN-13: 978-3518425176 ·  Größe und/oder Gewicht: 14 x 3,8 x 21,5 cm   Christoph Hein – von ihm hatte ich vor Jahren schon „Vor der Zeit“ und den Klassiker „“Der fremde Freund – Drachenblut“ gelesen. Nun habe ich erfahren, dass ein neues Werk von ihm in den Buchläden ist – ich war neugierig und habe das Buch gelesen.   Deutsche Geschichte – deutsches Gehabe – deutsche Zustände … Dies kann man im Buch erleben – anhand der Biografie Heins lebendig erleben …   Seine Mutter nannte ihn Glückskind – aber war er nicht eigentlich ein „Unheilskind“ ???   Seine Geschichte – sein Leben – sein Vorankommen und auch die Schwierigkeiten von Kindheit und Jugend an – begonnen mit dem Vater, der tot ist, aber noch immer „lebendig“ ist – kriegsverbrecherisch und unausweichlich. Beruflich und privat war das nicht ganz einfach, wie man sich denken kann …   Wir lesen, wie Gegenwart und Vergangenheit sich verbinden – lesen von den Höhen und Tiefen seines Lebens und von politischen und gesellschaftlichen – allemal brisanten – Gegebenheiten, die der Autor in mitunter amüsante Worte verpackt – aber zumeist anrührend, tiefgründig – überhauptnicht sentimental – aber nachdenkend und den Leser mitnehmend und nachdenklich machend.   Man könnte sagen: 60 Jahre Deutschland – 60 Jahre Christoph Hein !!!   Mir gefällt sein literarisch ausgereifter Schreibstil sehr gut, die Art, wie er seine Gedanken an den Leser bringt hat mich wieder einmal mehr überzeugt. Man spürt förmlich die schriftstellerische Erfahrung, die den Leser die Lektüre eingängig lesen und gut verstehen lässt. Er macht Freude, die Entwicklung des Autors innerhalb der Zeit nachzuvollziehen. Mir hat besonders gut gefallen, dass Hein authentisch schreibt und kein Blatt vor den Mund nimmt, er hebt sich nicht in den Himmel, sondern lässt den Leser an seinen ehrlichen Äußerungen teilhaben, an Höhen und Tiefen und dem Leben in zwei Deutschen Staaten.   Leseprobe: ========   Nur wir beide? Sie nickte und ich küsste sie rasch. Ich bat Bärbel um Urlaub für den Freitagnachmittag und den Samstag, sie vermutete, ich würde zu meiner Mutter fahren, und war einverstanden. In der Abendschule hatte ich mich für den Freitag ebenfalls beurlaubt und holte mittags Bea von der Schule ab. ….   Rundherum gelungen – von mir absolute Leseempfehlung für Leser, die Hein mögen und für solche, die von Biografien fasziniert sind.

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  • Christoph Hein: Glückskind mit Vater

    Glückskind mit Vater
    Julino

    Julino

    06. March 2016 um 15:50

    Irgendwie ist doch ein jeder Mensch unweigerlich mit seinen Eltern verbunden, ob das nun gewollt ist oder nicht. Manche Kinder haben ihren Vater und/oder ihre Mutter nie kennengelernt. Andere verstehen sich überhaupt nicht mit ihren Eltern. Und doch bleibt da ein Band, das uns unweigerlich mit Vater und Mutter verbindet, sei es auch nur von außen aufgezwungen. Von der Bürde, einen Vater zu haben, den man gern auslöschen würde, erzählt Christoph Heins neuer Roman Glückskind mit Vater (Suhrkamp). Die Handlung des Romans beginnt in der jetzigen Zeit. Der Ich-Erzähler Konstantin Boggosch, pensionierter Lehrer in einer Kleinstadt, soll Teil einer großen Reportage in der Lokalzeitung sein, da er nicht nur Lehrer, sondern zeitweise auch Direktor der ansässigen Schule war. Konstantin weigert sich jedoch vehement. Er habe nichts zu erzählen. "Verlassen Sie sich nicht auf die Erinnerungen alter Männer. Mit unseren Erinnerungen versuchen wir ein missglücktes Leben zu korrigieren, nur darum erinnern wir uns." Auch seine Frau Marianne scheint nur wenig über die jungen Jahre ihres Ehemanns zu wissen. Auch sie bohrt immer wieder nach Informationen über Konstantins Vater, über seine Kindheit und seine Jugend – vergeblich. Zumindest beginnt er dann doch, wenigstens uns LeserInnen seine Lebensgeschichte zu erzählen. Es folgt ein Zeitsprung in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als Konstantin noch ein Kind war. Er wuchs zusammen mit seinem Bruder Gunthard bei seiner Mutter auf. Um den Vater macht die Mutter jahrelang ein Geheimnis, erzählt immer wieder nur, er sei im Krieg gestorben. Irgendwann rückt sie dann doch mit der Sprache heraus: Gerhard Müller, Vater ihrer Söhne und Besitzer einer Reifenfabrik, war tief verwickelt in die Geschäfte der Nationalsozialisten. Neben seiner Fabrik wollte er ein KZ bauen lassen. Dies konnte nur durch das Einschreiten der Alliierten und dem Ende des Krieges verhindert werden. In Polen wurde er dann schließlich als NS-Verbrecher ermordet. Die Mutter habe von alldem nichts mitbekommen und konnte einer Verhaftung durch einen russischen Offizier nur knapp entgehen, da sie mit Konstantin hochschwanger war: "Und dass ich gehen durfte, das verdanke ich allein dir, sagte sie mir, ich verdanke dir mein Leben. Du warst mein Glückskind, Junge […]." Im Nachhinein distanzierte sie sich entschieden von ihrem Mann. Sie nahm ihren Geburtsnamen wieder an und gab diesen auch an ihre Söhne weiter. Dennoch zog sie nicht aus dem kleinen, ostdeutschen Wohnort G. weg, sondern blieb dort und fristete ein Leben in indirekter Schuld und Scham. So erging es auch Konstantin. Sämtliche Wege wurden ihm versperrt, weil sein Vater ein NS-Mann war. Er durfte nicht das Abitur machen und wurde von den BewohnerInnen aus G. immer wieder mit dem Vater in Verbindung gebracht, obwohl er diesen gar nicht kennengelernt hatte. "Allein auf dem Schulklo sitzend, begriff ich, dass dieser Schrecken mit meinem Vater zu tun hatte. Er war das Pech meines Lebens und er klebte lebenslang an mir wie Pech." So kommt es, dass Konstantin mit 14 Jahren abhaut, sich nach Frankreich durchschlägt und von da an eine turbulente Reise durch den Lauf der Geschichte erlebt. Er arbeitet als Übersetzer, Sprachen sind sein besonderes Talent. Kurz vor dem Mauerbau kommt er zurück nach Deutschland und kehrt auf beschwerlichem Wege zu seiner Mutter in die DDR zurück. Dort will er auf die Filmschule, welche ihn aufgrund seines Vaters ablehnt. Konstantin wird Lehrer, heiratet, bekommt ein Kind, erlebt harte Niederschläge und wird schließlich mehrmals Schuldirektor in zu Beginn erwähnter Kleinstadt. Bei allem hängt ihm zwar immer sein Vater an, doch Konstantin schafft es stetig, sich alternative Lebenswege zu suchen und sich durchzukämpfen. Anfangs fand ich es sehr schwierig, in den Roman und vor allem in den Schreibstil reinzukommen. Dieser wirkte auf mich irgendwie verstaubt und altbacken. Vor allem Stellen, an denen Konstantins Bruder als Kind sich zu Wort meldet, kamen mir oft wenig authentisch vor. Wenn Konstantin dann älter wird, fängt sich das allerdings wieder und die Dialoge werden lebendiger als auch erlebbarer. Zugegeben, auch das Erzählschema ist nicht besonders innovativ: Wir begleiten den Protagonisten mit einer sehr stringenten Erzählweise. Zunächst fand ich das ein wenig langweilig, aber nach und nach gefiel mir dieses doch eher klassische Erzählen in Zeiten postmoderner Erzählexperimente. Ganz so öde ist das Erzählschema dann auch wirklich nicht. Mehrere Zeitebenen verschränken sich innerhalb des Plots: Im Rückblick des pensionierten Konstantins werden, beispielsweise von der Mutter, weitere Erinnerungen an vergangene Zeiten erzählt. Die Geschichte wird so zu einem vielschichtigen Gesamtkonstrukt, das auf verschiedenen Ebenen Spannung erzeugt. Stilistisch musste ich mit Christoph Heins Roman also zunächst ein bisschen warm werden, um dann herauszufinden, dass eine bodenständige und vor allem klare Erzählweise mich doch ansprechen kann. Thematisch hat mich Glückskind mit Vater spätestens ab dem Moment, als offenbart wurde, dass Konstantins Vater ein NS-Mann war, in seinen Bann gezogen. Dieser Roman zeigt, dass es fast unmöglich ist, ohne jeglichen Bezug zu den Eltern durch die Welt zu gehen. Diese Tatsache hat mich beim Lesen oft traurig gestimmt. So zeigt uns die derzeitige Gesellschaft doch ständig Wege in die Individualität und Unabhängigkeit auf und es wird ständig betont, wie wichtig diese Faktoren für ein Menschenleben seien. Doch letztendlich bleibt jeder Mensch das Kind seiner Eltern, womit anscheinend ein bestimmter Teil der eigenen Biografie für immer vorbestimmt ist – Unabhängigkeit hin oder her. Neben diesem Sujet ist die Historie Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg ein essentieller Bestandteil in Heins Roman. Konstantin ist nicht nur „Gefangener“ seines Vaters, sondern durchwandert auch mehrere politische Systeme. Er muss sich im Deutschland der Nachkriegszeit, in der BRD als auch in der DDR bis hin zum wiedervereinigten Deutschland beweisen. So wird Glückskind mit Vater zum Abbild einer Generation, die ihre Persönlichkeit auch immer unter bestimmten Zwängen und stetiger Veränderung entwickeln musste. Die Verbindung dieser beiden großen Themenkomplexe, erzählt mithilfe einer einzigen Lebensgeschichte, macht dieses Buch so interessant und lesenswert. Christoph Heins Roman ist unaufgeregte Literatur, die im Gedächtnis bleibt.

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