Christoph Hein Landnahme

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Inhaltsangabe zu „Landnahme“ von Christoph Hein

Bernhard Haber ist zehn, als er 1950 mit seinen Eltern aus Breslau in eine sächsische Kleinstadt kommt, wo man Vertriebene und Ausgebombte lieber heute als morgen wieder abreisen sähe. Zwar werden Handwerker gebraucht, und Bernhards Vater ist Tischler, aber die Einheimischen bestellen ihre Möbel natürlich nicht bei dem Fremden. Dem Jungen begegnet man in der Schule nicht viel besser, sich durchbeißen und immer wiedere Schläge einstecken - das erkennt er rasch als den einzigen Weg. Daß Bernhard nach der 8. Klasse eine Tischlerlehre beginnt, wundert niemanden, eher schon, daß er später zeitweise als Karusselbesitzer sagenhaft viel Geld verdient. Peter Koller, der in einem selbstgebauten Auto zahlende Gäste nach Westberlin gebracht hat und dafür ein paar Jahre ins Gefängnis muß, weiß genauer, woher Bernhards Wohlstand stammt, aber er verpfeift ihn nicht. Überhaupt hat Haber Glück mit den Leuten um sich herum: mit seiner Frau Friederike, die ihn anhimmelt, mit seiner Schwägerin Katharina, die ihm beigebracht hat, was Liebe ist, mit dem Sägereibesitzer Sigurd, der dafür sorgt, daß Bernhard als Tischlermeister in den Kegelklub aufgenommen wird, wo die Selbständigen sich treffen, um den nötigen Einfluß auf die Politik des Ortes zu nehmen ... vor 1989 und erst recht in den wilden Jahren danach. Christoph Hein erzählt die Lebensgeschichte Bernhard Habers über fast fünfzig Jahre aus der Sicht und mit den Stimmen von fünf Wegbegleitern. Es ist der Lebenslauf eines Außenseiters in der Provinz, der mit der großen Geschichte scheinbar nichts zu tun hat und doch den Verlauf deutscher Geschichte vom zweiten Weltkrieg bis zur Jahrtausendwende exemplarisch spiegelt.

Ziemlich langatmig, liest sich wie aneinandergereihte Ideen. Musste mich durchquälen, da es eine Schullektüre war ...

— LenaausDD
LenaausDD

Besser als gedacht!

— BieneMa
BieneMa

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  • Rezension zu "Landnahme" von Christoph Hein

    Landnahme
    oesterberg ost

    oesterberg ost

    04. April 2010 um 20:41

    Christoph Heins Geschichte des Vertriebenen Bernhard Haber hängt merkwürdig in der Luft - über 300 Seiten ist nicht ganz klar, worauf das Ganze zielt. Das ändert nichts am Lesevergnügen: Hein erzählt flüssig und präzise, die Beschreibung der Lebensrealität vor allem der Nachkriegsjahre (denen der meiste Platz eingeräumt ist) ist in ihrer Genauigkeit und Lebendigkeit die Lektüre wert; die Figuren erweisen sich, geschickt gewählt, als Vertreter eines kleinstädtischen Kosmos mit all ihren Widersprüchen, Gerüchten und Beziehungen. Nachdem das über gut die Hälfte des Romans trägt, wartet man auf den Fortgang der Dinge - und wird ein bisschen enttäuscht. Seine Stärken nämlich hat der Roman da, wo die Abwesenheit von Politik in der immer stärker politisierten Gesellschaft gezeigt wird - im Geschehen um den 17. Juni 53 etwa - doch genau das erweist sich im weiteren als Schwäche. Übrig bleibt im Großen und Ganzen nur die Geschichte der Kleinen Leute, jenseits eines politischen Horizontes, der immer mehr nur gestreift wird. Da erweisen sich ganze Kapitel als schwerfällig, wenn es mehr oder weniger nur über Liebesaffären, Seitensprünge und Beziehungsprobleme geht - dies relativ klischeehaft, wie Erinnerungen manchmal auch sein mögen, und nur bedingt interessant. Wo nämlich die Andockung an die gesellschaftliche Realität verloren geht, versinkt das Erzählte in der Beliebigkeit oder Penibilität privater Erinnerungen - angesichts des Themas und voran gegangener Höhepunkte des Romans ein bisschen wenig.

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