Christoph Hein Weiskerns Nachlass

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Inhaltsangabe zu „Weiskerns Nachlass“ von Christoph Hein

Ob am Rande der Gesellschaft oder in deren finanzkräftigen Kreisen, ob bei den sozial ausgeschlossenen Kids oder den chancenlosen Akademikern – mit großer Hellsicht entwirft Christoph Hein ein Panorama der Gegenwart, in dem Fälschung und Lüge selbst die intimsten Beziehungen durchdringen.

Rüdiger Stolzenburg, 59 Jahre alt, seit 15 Jahren Dozent mit halber Stelle an einem kulturwissenschaftlichen Institut. Seine Aufstiegschancen tendieren gegen null: Die selbst gesetzten Maßstäbe an die universitäre Lehre lassen sich nicht aufrechterhalten, seine Forschungsvorhaben führen zu keinem greifbaren Resultat. Mit seinem Gehalt kommt Stolzenburg eher schlecht als recht über die Runden. Doch sein ohnehin prekäres Leben droht vollständig aus dem Ruder zu laufen, denn nicht nur das Finanzamt rückt ihm mit einer Steuernachforderung gefährlich auf den Pelz, Rüdiger Stolzenburg wird zum unfreiwilligen Köder in einem Kriminalfall.

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  • Leben eines älteren Akademikers

    Weiskerns Nachlass

    UteSeiberth

    29. November 2017 um 11:18

    In Rüdiger Stolzenburg beschreibt Christoph Hein einen älteren Universitätsdozenten der nur eine halbe Stelle hat,von der er mehr schlecht als recht leben kann. Außerdem arbeitet er über Friedrich Wilhelm Weiskern, einen Zeitgenossen von Mozart,den fast niemand kennt und möchte über ihn ein Buch herausbringen. Ihm sitzt auch eine Steuernachzahlung im Nacken,von der er nicht weiß wie er sie bezahlen soll. Hein zeigt in diesem Buch das Leben eines chancenlosen Akademikers und seine Schwierigkeiten zu leben in unserer Bundesrepublik und hat dabei die Gesellschaft recht gut beobachtet.

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  • Betrügereien

    Weiskerns Nachlass

    PaulTemple

    Anhand des chronisch klammen Dozenten Stolzenberg beschreibt Hein in diesem Roman auf sehr unterhaltsame Weise die Gesellschaft und deren fast schon alltäglichen Betrügereien auf allen Ebenen. Sei es beim Thema Liebe, Finanzen, Hobbys - innerhalb kürzester Zeit muss sich der Protagonist mit Betrug auseinandersetzen, stets darum bemüht,  seine Moral aufrechtzuerhalten. Teilweise etwas zu sehr an Philip Roth orientiert, dennoch klar lesenswert. 

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    • 4

    BrittaRoeder

    08. May 2015 um 09:31
  • Gut, aber es fehlt etwas!

    Weiskerns Nachlass

    fima357

    12. August 2013 um 14:45

    Ich mag die Bücher von Christoph Hein, auch dieses hat mir gut gefallen. Es ist nur so, es fehlt etwas. Es werden viele Stränge begonnen und keiner eigentlich so richtig weiter verfolgt - und plötzlich ist das Buch aus. Es ist eher so ein Ausschnitt eines Zeitraums von Weiskerns Leben. Es beginnt irgendwann und hört irgendwann wieder auf. Trotzdem wird das Leben und die Probleme des Protagonisten gut und einfühlsam beschrieben.

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  • Rezension zu "Weiskerns Nachlass" von Christoph Hein

    Weiskerns Nachlass

    WinfriedStanzick

    25. November 2012 um 15:34

    Rüdiger Stolzenburg heißt der Protagonist des neuen Romans von Christoph Hein. Er ist 59 Jahre alt und hat seit undenklichen Zeiten eine halbe Planstelle als Dozent für Kulturwissenschaften in Leipzig inne. Lange hat er die Hoffnung gehabt, wenigstens als Akademischer Rat auf eine ganze Stelle berufen zu werden, doch langsam muss er diese Hoffnungen begraben, denn das Kulturwissenschaftliche Institut ist von massiven Mittelkürzungen betroffen. All die Jahre hat er sich mit zusätzlichen freiberuflichen Aufträgen über Wasser gehalten. Er hat Vorträge gehalten, viele auch mehrmals, Artikel und Rezensionen verfasst, doch in den letzten Jahren nehmen die Aufträge dramatisch ab. In den Zeitungen und Radiostationen arbeiten jetzt jüngere Leute, die Stolzenburg nicht mehr kennen und die auch keine Wertschätzung mehr haben für seine gediegene und anspruchsvolle Art zu arbeiten. Über eine lange Zeit war Rüdiger Stolzenburg stolz darauf, dass er, anders als alle andere Kollegen am Institut, jede seiner Vorlesungen und Lehrveranstaltungen neu entwickelte und vorbereitete und nie einen Text mehrmals in einer Vorlesung benutzte. Lange wurde er deshalb von den Kollegen geschnitten, doch in der letzten Zeit hat er sich dabei ertappt, dass er des Öfteren zum Semesterbeginn zu einem alten Text greift und zu einem für ihn schon abgelutschten Thema, weil er einfach keine Zeit, aber wohl auch keine wirkliche Energie mehr aufbringen konnte für etwas Neues. Dies hängt auch zusammen mit seiner Faszination über sein Lieblingsthema, für das sich aber sonst niemand zu interessieren scheint, und für das er auch keinerlei Fremdmittel aquirieren kann. Er träumt von einer Ausgabe der Werke von Friedrich Wilhelm Weiskern, eines 1711 in Eisleben geborenen und später in Wien erfolgreichen Schauspielers und Autors, der vor allem durch seine Stehgreifkomödien lange Jahre das Wiener Theaterpublikum ergötzte und auch die Gunst von Kaiserin Maria Theresia und Josef II. erlangte und mit ihnen eine rege Korrespondenz führte. „Er ist nicht Aufsehen erregend genug, mein Weiskern,“ räsoniert Rüdiger Stolzenburg in einem seiner zunehmenden Lebensmomente, wo er alle gegen sich wähnt, „sie wollen nur Leuchttürme fördern. Sie verteilen Geld, wenn etwas angeblich nützlich ist oder wenn es sie schmückt. Das nennt man Exzellenzforschung. Schlechte Zeiten für meinen kleinen sächsischen Topographen in Wien. Er bringt nichts ein, er kostet nur. Und so etwas ist für das Gremium Schmetterlingskunde, heraus geworfenes Geld. Wir sind nicht vermarktbar, mein Weiskern und ich.“ Den ganzen Roman über geht es darum, dass Stolzenburg auf vielfältige Weise versucht, seinem großen Ziel näher zu kommen. Ein reicher Verleger, der über Weiskern promovierte, verspricht ihm, ihn finanziell zu unterstützen, in seinem berühmten Frankfurter Verlag allerdings will er das Buch nicht sehen. Fast geht Stolzenburg einem Betrüger auf den Leim, der ihm gefälschte Autographen von Weiskern verkaufen will. Zwischendrin hat er mit einer Steuerrückforderung des Finanzamtes zu kämpfen, die ihn fast in den Ruin treibt und wird immer wieder von einer Bande vorpubertärer Mädchen belästigt, bedrängt und auch misshandelt, und versucht sich von seiner gegenwärtigen Freundin, die sehr viel jünger ist als er, zu trennen. Erst recht, als er eine Frau kennenlernt, die ihn wirklich anzieht. Doch sie ist von seiner Unehrlichkeit und seiner Wankelmütigkeit nicht begeistert und zieht sich zurück. Dafür kommen im letzten Drittel zwei Studenten ins Spiel, die Rüdiger Stolzenburg bestechen wollen. Ein attraktives Mädchen will gegen Sex mit ihm sich eine gute Note erschlafen und ein anderer Student, Sohn reicher Eltern, entpuppt sich nicht als der faule Studiosus, für den ihn Stolzenburg abschätzig gehalten hatte, sondern als engagierter Nachfolger des väterlichen Betriebs. Dafür braucht er aber das großväterliche Erbe, das unter anderem aus einer großen und unschätzbaren Autographensammlung besteht (natürlich ist auch Weiskern dabei) und an das er nur kommen kann, wenn er einen schöngeistigen Universitätsabschluss vorlegt. Für diesen Abschluss bietet er Stolzenburg die Summe von 25 000 Euro an. Das würde für die mittlerweile auf die Hälfte herabgesetzte Steuerschuld reichen und vielleicht auch für seinen großen Buchtraum… Christoph Heins Hauptfigur ist nicht nur ein in den Augen seiner Kollegen gescheiterter Wissenschaftler, er hat auch sein Leben letztlich in den Sand gesetzt. Aus einer schnell geschiedenen Ehe hat er eine Tochter, die außer Geld, das er nicht hat, nichts mehr von ihm will. Mit Frauen kann er nur oberflächliche und kurze Beziehungen aushalten, er ist gerne allein. Doch nun scheint sich in mehrfacher Hinsicht vielleicht doch noch etwas zu ändern in seinem Leben, oder doch nicht? Christoph Hein hat viel hineingepackt in seinen Roman, vielleicht ist es zuviel. Es ist die gut zu lesende Geschichte eines gescheiterten Mannes und Wissenschaftlers, dessen Existenz, dessen Sein immer mehr schrumpft. Es bleibt offen, was davon übrig bleiben wird.

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  • Rezension zu "Weiskerns Nachlass" von Christoph Hein

    Weiskerns Nachlass

    PauleSenkel

    20. June 2012 um 12:09

    Zeitdiagnostik. Interessant. Fehlt aber etwas Schmackes.
    6 Schlagketten von 10

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