Christoph Leitl

 4,2 Sterne bei 6 Bewertungen

Alle Bücher von Christoph Leitl

Cover des Buches China am Ziel! Europa am Ende? (ISBN: 9783711002563)

China am Ziel! Europa am Ende?

(5)
Erschienen am 05.05.2020
Cover des Buches Österreich für Optimisten (ISBN: 9783711001580)

Österreich für Optimisten

(1)
Erschienen am 31.08.2017
Cover des Buches Europa und ich (ISBN: 9783711003348)

Europa und ich

(0)
Erschienen am 21.03.2024

Neue Rezensionen zu Christoph Leitl

Cover des Buches China am Ziel! Europa am Ende? (ISBN: 9783711002563)
Sikals avatar

Rezension zu "China am Ziel! Europa am Ende?" von Christoph Leitl

Sikal
Chinas Einfluss auf Europas Bürger, Wirtschaft und die Demokratie

Der Autor Christoph Leitl ist den meisten wahrscheinlich als
österreichischer Wirtschaftskammerpräsident bekannt. Er ist nicht nur selbst
Unternehmer und leitet unzählige wirtschaftliche Ämter, er ist vor allem eines:
nämlich leidenschaftlicher Europäer.

 

Diese Einstellung zu Europa und seine Erfahrungen in Politik
und Wissenschaft beschreibt er immer wieder in seinen Büchern und Aufsätzen.
Themen, die nicht nur dem derzeitigen Präsidenten der Europäischen Wirtschaftskammer
sprichwörtlich unter den Nägeln brennen.

 

In zwei Teile gegliedert erläutert Christoph Leitl
einerseits die Brüche zwischen Europa, China und anderen Teilen der Welt und
andererseits Wege und Vorschläge, wie diesen Dilemmata entgegengewirkt werden
kann.

 

Im ersten Teil zeigt der Autor die Bruchlinien zwischen den
Nationen auf und nimmt sich dabei den Themen Generationen, Demografie,
unterschiedlicher Strategien oder dem Wohlstand und anderer Gegensätze an. So
erfährt der Leser, wie sich die wirtschaftlichen Verhältnisse und damit auch
Wohlstand mehr und mehr vom Westen in den Osten verschieben. Erzählt wird das
ganze sehr faktenbasierend und emotionsbefreit – wie es Leser anderer Werke von
Christoph Leitl bereits gewohnt sind.

 

Wer die ganzen Bruchlinien dann hinter sich lässt und in den
zweiten Teil des Buches eintaucht, wird feststellen, dass es aber auch Auswege
gibt, welche nicht nur zum Vorteil des Westens sind, sondern zum Wohle beider Regionen
– oder in weiterer Betrachtung der gesamten Weltbevölkerung - sein können. Es
sind keine großartigen und gar unmachbare Vorstellungen, die Christoph Leitl
nennt, um Europas Wirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen – ganz im
Gegenteil handelt es sich um Vorschläge, die bereits aus unterschiedlichsten
politischen Lagern immer wieder einmal am Tisch liegen oder bereits oftmals diskutiert
wurden.

 

Der Leser dieses Buches wird zwar einerseits nach der
Lektüre hoffungsvoll in die wirkliche Welt entlassen. Andererseits sieht man
auch, dass viele Lösungsansätze am Widerstand einzelner Parteien scheitern.
Leider wird die europäische Politik zu oft von den agierenden Parteien als
Machtmittel zur Durchsetzung eigener politischer Ziele missbraucht, statt wirtschafts-
und demokratiepolitische Lösungen für Europa zu suchen.

 

Bleibt nur zu hoffen, dass mehrere Politiker wie Christoph
Leitl sich an den richtigen Stellen durchsetzen und in Zukunft Politik für
Europa (und die restliche Welt) machen - anstelle Parteipolitik zu betreiben. 5
Sterne

Cover des Buches China am Ziel! Europa am Ende? (ISBN: 9783711002563)
Dr_Ms avatar

Rezension zu "China am Ziel! Europa am Ende?" von Christoph Leitl

Dr_M
Im flachen Wasser sind die Wellen am größten

Dieses Buch strotzt nur so von unbewiesenen Behauptungen, flachen Aussagen und Phrasen. Bei diesem Titel hatte ich mir dann doch eine gewisse Tiefe vorgestellt. Stattdessen liest sich der Text wie ein aufgeregtes Partei-Pamphlet. Dabei hat Leitl durchaus recht, wenn er vor der Bedeutungslosigkeit Europas warnt. Auch bei einigen anderen Themen, etwa den Beziehungen der EU zu Russland, kann man ihm bei aller Flachheit seiner Bilder durchaus zustimmen. Aber insgesamt ist dieses Buch schlicht und ergreifend niveaulos, weil es fast immer über das Dreschen bekannter Phrasen nicht hinauskommt.

Am Beispiel des Brexits kann man das ein wenig erklären. Leitl macht sich erst gar nicht die Mühe, zu ergründen, warum etwas mehr als die Hälfte der Briten nicht mehr in der EU bleiben wollte. Das sind eben die Dummen, die Populisten oder Nationalisten auf den Leim gegangen sind. So einfach und naiv ist Leitls Weltsicht. Alles, was von Europa kommt, kann nur der reine Segen sein. Am liebsten würde Leitl vermutlich die europäischen Länder zwangsvereinen. Das aber funktioniert nicht. Und an dieser Stelle schauen offenbar einige Zeitgenossen aus den westeuropäischen Eliten gerne nach China. Wie schön wäre doch so ein kleines Politbüro und ein nicht abwählbarer großer Führer.

Dass man Europa nicht zwangsvereinen kann und es auch besser gar nicht versuchen sollte, zeigt das Euro-Projekt. Das nämlich ist ein solcher Versuch, die Dinge mit Zwang zu versuchen, also Länder mit ganz unterschiedlichen ökonomischen Voraussetzungen unter eine gemeinsame Währung zu stecken, um sie so auf Kurs zu bringen. Was dabei für Verwerfungen herausgekommen sind, sieht man bei genauem Hinsehen. Aber dazu fehlt Leitl offenbar die richtige Brille. Und das Ende dieses Unglücks liegt noch in der Zukunft. Vermutlich wird es kein gutes sein. Leitl dagegen träumt vom Euro als Weltwährung. Wollen wir hoffen, dass er wenigstens die nächsten Rettungsversuche überlebt.

Aber zurück zu den Briten. Natürlich lobt Leitl die Demokratie, aber in Wirklichkeit geht sie ihm auf die Nerven, weil die Leute einfach nicht einsehen wollen, wie sie zu wählen haben. Dass die sogenannten Populisten gewisse, von Leitl völlig übertriebene Erfolge haben, liegt nämlich nicht daran, dass sie nur von den Abgehängten und Alten gewählt werden, sondern hat ganz andere Gründe. Einer davon besteht darin, dass sich die Wähler solcher Parteien von den anderen politischen Gruppen nicht mehr vertreten fühlen und das Gefühl haben, dass man über ihre Köpfe hinweg entscheidet. Aber auf solche Gedanken kommt Leitl nicht. Dabei wäre es ganz einfach – er müsste sich nur die Wählerstruktur solcher Parteien ansehen, die nämlich keineswegs so aussieht, wie er vermutet.

Der zweite Punkt in diesem Buch ist China. Tatsächlich verfolgen die Chinesen eine ausgeklügelte Strategie, denen die EU in ihrer Blindheit nichts entgegenzusetzen hat. Das ist in der Tat dramatisch, aber auf eine ganz andere Art als Leitl das behauptet. Die Dummheit reicht bis in höchste Wirtschaftskreise. Beispiel: Siemens verkaufte an China nicht nur Hochgeschwindigkeitszüge, sondern gleich einmal die gesamte Technologie. In der Folge entwickelte man in China ein Eisenbahnunternehmen, das in nur wenigen Jahren die Nummer Eins der Welt geworden ist. Siemens kriegt nun kaum noch einen Fuß in diese Tür. Und das ist nur ein Beispiel von vielen anderen.

Solche Beispiele und die zugehörige Tiefe in den Betrachtungen fehlen diesem Buch völlig. Wer die passenden Antworten sucht, sollte sich erst einmal fragen, was in Europa realistisch überhaupt möglich und ökonomisch sinnvoll ist. Und welche Strategie man insgesamt gegenüber dem Reich der Mitte fahren sollte. Verkaufen um jeden Preis hat sich, freundlich ausgedrückt, als nicht besonders erfolgreich erwiesen

China mit seiner Jahrtausende alten Kultur wurde von den westeuropäischen Eliten in ihrer gierigen Borniertheit lange unterschätzt. Und vermutlich geht diese Überheblichkeit auch heute noch weiter. Dieses Buch stellt leider nicht die richtigen Fragen, weil es von falschen Voraussetzungen und fehlendem Realitätssinn getragen wird. Das ist ziemlich flach und dürftig für den bekundeten Anspruch.

Cover des Buches China am Ziel! Europa am Ende? (ISBN: 9783711002563)
Ilona-Kidss avatar

Rezension zu "China am Ziel! Europa am Ende?" von Christoph Leitl

Ilona-Kids
Top aktuell und mit Hintergrundwissen

Allein der Titel  ist etwas, was jedem bei den täglichen Nachrichten durch den Kopf geht. Damit hat Christoph Leitl ein Buch geschrieben, das Interessierten hilft, hinter die Kulissen zu schauen.

Auffallend ist, dass es hier nicht wirklich um China geht, sondern um Europa und dessen Entwicklung. Es geht darum, was weltpolitisch voraussichtlich bis 2049 im Machtgefüge passiert, wer dann wirklich die führenden Staaten sein werden. Interessante Gedanken zu einer möglichen Zusammenarbeit von Russland und der EU  und was nötig ist, um politisch auf 'Augenhöhe' zu bleiben.

Dies und noch viel mehr hat mir geholfen, einige meiner eigenen Gedanken etwas klarer abzugrenzen und mit Informationen des Autors abzugleichen. Stichworte, die täglich in den Nachrichten auftauchen, werden verständlich erklärt. 

Ein wirklich aktuelles und umfassendes Werk für jeden, der sich mit Politik und möglichen Zukunftsentwicklungen auseinandersetzt.

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