Der Autor Christoph Leitl ist den meisten wahrscheinlich als
österreichischer Wirtschaftskammerpräsident bekannt. Er ist nicht nur selbst
Unternehmer und leitet unzählige wirtschaftliche Ämter, er ist vor allem eines:
nämlich leidenschaftlicher Europäer.
Diese Einstellung zu Europa und seine Erfahrungen in Politik
und Wissenschaft beschreibt er immer wieder in seinen Büchern und Aufsätzen.
Themen, die nicht nur dem derzeitigen Präsidenten der Europäischen Wirtschaftskammer
sprichwörtlich unter den Nägeln brennen.
In zwei Teile gegliedert erläutert Christoph Leitl
einerseits die Brüche zwischen Europa, China und anderen Teilen der Welt und
andererseits Wege und Vorschläge, wie diesen Dilemmata entgegengewirkt werden
kann.
Im ersten Teil zeigt der Autor die Bruchlinien zwischen den
Nationen auf und nimmt sich dabei den Themen Generationen, Demografie,
unterschiedlicher Strategien oder dem Wohlstand und anderer Gegensätze an. So
erfährt der Leser, wie sich die wirtschaftlichen Verhältnisse und damit auch
Wohlstand mehr und mehr vom Westen in den Osten verschieben. Erzählt wird das
ganze sehr faktenbasierend und emotionsbefreit – wie es Leser anderer Werke von
Christoph Leitl bereits gewohnt sind.
Wer die ganzen Bruchlinien dann hinter sich lässt und in den
zweiten Teil des Buches eintaucht, wird feststellen, dass es aber auch Auswege
gibt, welche nicht nur zum Vorteil des Westens sind, sondern zum Wohle beider Regionen
– oder in weiterer Betrachtung der gesamten Weltbevölkerung - sein können. Es
sind keine großartigen und gar unmachbare Vorstellungen, die Christoph Leitl
nennt, um Europas Wirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen – ganz im
Gegenteil handelt es sich um Vorschläge, die bereits aus unterschiedlichsten
politischen Lagern immer wieder einmal am Tisch liegen oder bereits oftmals diskutiert
wurden.
Der Leser dieses Buches wird zwar einerseits nach der
Lektüre hoffungsvoll in die wirkliche Welt entlassen. Andererseits sieht man
auch, dass viele Lösungsansätze am Widerstand einzelner Parteien scheitern.
Leider wird die europäische Politik zu oft von den agierenden Parteien als
Machtmittel zur Durchsetzung eigener politischer Ziele missbraucht, statt wirtschafts-
und demokratiepolitische Lösungen für Europa zu suchen.
Bleibt nur zu hoffen, dass mehrere Politiker wie Christoph
Leitl sich an den richtigen Stellen durchsetzen und in Zukunft Politik für
Europa (und die restliche Welt) machen - anstelle Parteipolitik zu betreiben. 5
Sterne






