Christoph Lohfert Das medizinische Prinzip

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Inhaltsangabe zu „Das medizinische Prinzip“ von Christoph Lohfert

Ein Therapievorschlag für unsere Krankenhäuser Notfall Krankenhaus: In unseren Kliniken regieren nicht mehr die guten Götter in Weiß, sondern längst der Markt. Der Wettbewerb nährt eine Gesundheitswirtschaft, die alle möglichen Interessen befriedigt – nur die Gesundheit des Patienten wird hintangestellt, ist eher Mittel zum Zweck. „Das Medizinische Prinzip“ als Gegenpol zum „Ökonomischen Prinzip“ ist ein dringend notwendiger Therapievorschlag, der Organisation und Kommunikation in unseren Krankenhäusern auf den Kopf stellt: Damit der Patient wieder in den Mittelpunkt ärztlichen Handelns rückt.

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  • Zur „Gesundung“ des Systems Krankenhaus

    Das medizinische Prinzip
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    16. October 2013 um 15:10

      Von Innen her kennt Lohfert den Medizinbetrieb seit Jahrzehnten gut. Sein vielbeachtetes Buch „Weil Du arm bist, muss Du früher sterben) hat bereits eindeutig und überzeugend den Finger in die Wunde des deutschen Gesundheitssystems gelegt, die Veränderungen der letzten Jahrzehnte aufgezeigt und, vor allem, klargestellt, dass das Gesundheitswesen vor allem eines ist: ein lukrativer Markt.   Kliniken und Krankenhäuser sind hierbei nicht nur Teil dieses Marktes, sondern in der aktuellen Konstellation gar „Vorreiter“ einer immer mehr auf die Rendite hin sich orientierender „Gesundheits-Arbeit“.   Der Patient seinerseits, der ja grundlegend erst aus Notlagen heraus Teil dieses „Systems Krankenhaus“ wird, steht diesem Apparat sowohl aus dieser Notlage, wie auch aus seinem wenig vorhandenen Einblick in die Abläufe „hinter den Kulissen“ heraus fast völlig ohnmächtig gegenüber. Spürt aber durchaus zunehmend, dass eben das „finanzielle Prinzip“ deutlich dieses System mehr kennzeichnet, als das „medizinische Prinzip“.   Wo das System Krankenhaus sich selbst in das Zentrum der Wichtigkeiten einordnet, Ärzte, Pfleger, Angestellte und Patienten zunächst „Kostenfaktoren“ sind und die Wirtschaftlichkeit der Abläufe höchste Priorität genießt, da nun ist es logisch, dass der Patient, die Medizin, das „Helfen“ mehr und mehr nebenrangig wird, teilweise fast auf der Strecke bleibt.   Warum das so ist, wie diese Entwicklung sich vollzog und wie der Status Quo sich gegenwärtig darstellt, das beschreibt Lohfert eindrücklich zunächst an einer konkreten Fallgeschichte und arbeitet dies dann in seiner „Diagnose“ auf („Spielplatz Krankenhaus“).   Dies macht aber nur einen kleineren Teil dieses schmalen Bandes aus, den Schwerpunkt legt Lohfert sehr konstruktiv in seine Beschreibung (und Forderung) nach einem Umdenken in Richtung eines „medizinischen Prinzips“.   Kooperation statt Wettbewerb, geschulte und motivierte Mitarbeiter (mit ansprechender Entlohnung), eine klare und erkennbare Struktur, so dass sich alle Beteiligten, vom Patienten bis zum Chefarzt, in der Organisation zurechtfinden (und Energie nicht durch Chaos oder Reibungsverluste verloren geht).   Eine differenzierte und kompetente Darstellung, die Lohfert in sein „10 Punkte System“ einmünden lässt. Eine Vision der Zukunft, die er Schritt für Schritt in den notwendigen Veränderungsschritten darlegt. Wobei dies im Stil nicht nüchtern geschieht, sondern Lohfert den Leser einfach mitnimmt zum Besuch eines Krankenhauses im Jahre 2060. Sehr plastisch vermag er so die Diskrepanz zwischen Ist und Soll vor Augen zu führen und damit dem Leser in der Gegenwart die Augen zu öffnen für das, was alles am „System Krankenhaus“ krankt.   Wobei das vielleicht gar keine „Science Fiction“ Geschichte zum Ende hin ist, sondern gar eine Rückbesinnung darstellt? Auf jene Zeiten, in denen „der kranke Mensch“ noch im Mittelpunkt der Arbeit eines Krankenhauses stand.   Fundiert, überzeugend argumentiert, flüssig und verständlich im Stil bietet Lohfert aus seiner langen Erfahrung im Arbeitsfeld heraus einen sehr konstruktiven Beitrag zur Veränderung der Lage angesichts offenkundig zunehmend großer Problematiken im Gesundheitssystem Krankenhaus.

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