Christoph Marx Mugabe

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Inhaltsangabe zu „Mugabe“ von Christoph Marx

Kaum ein afrikanischer Politiker polarisiert so sehr wie Robert Mugabe. Ungeschönt und anschaulich erzählt Christoph Marx das Leben dieses ebenso intelligenten wie skrupellosen Diktators, der Simbabwe ins Elend stürzte. Während Mugabe im Westen als Prototyp des afrikanischen Despoten gilt, wird er in Afrika trotz seiner jahrzehntelangen Gewaltherrschaft über Simbabwe und der Zerstörung des Landes immer noch erstaunlich positiv gesehen. Doch auch in Europa wurde Mugabe lange als Befreier gepriesen. Die Vorstellung, er sei ein gefallener Revolutionär, hält sich hartnäckig. Christoph Marx zeichnet nun ein neues Bild Mugabes und zeigt, dass dem vermeintlichen Hoffnungsträger von einst von Anfang an jedes Mittel recht war, um seine alles überschattende Machtgier zu stillen.

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  • Biographie und Darstellung einer zerstörerischen Haltung

    Mugabe

    michael_lehmann-pape

    05. September 2017 um 15:42

    Biographie und Darstellung einer zerstörerischen HaltungDie Vergangenheit hält viele Lektionen bereit. Nicht nur im Blick auf den einzelnen, sondern auf gesellschaftliche Wandlungen, Strömungen und, vor allem, darauf, was am Ende der „Gemeinschaft“ gutgetan und was eben nicht gutgetan hat.Indem Christoph Marx sehr sachkundig, flüssig und verständlich sich eine der modernen „Beispielgestalten“ eines Despoten zuwendet, fallen dem Leser Seite für Seite mehr Parallelen zur Gegenwart auf. Eben nicht nur zu Mugabe, der ja bis in die Gegenwart hinein ganz offen als „Diktator“ regiert und agiert.Denn was aus der Person mit klaren Direktiven und Wünschen Mugabe an Strategie, Haltung und Umgang vor allem natürlich mit echten oder vermeintlichen Feinden folgte, das kann man auch weltweit heute beobachten. Hier und dort in bereits klarer Ausprägung, an anderen, bisher als Bastionen der Demokratie (oder zumindest auf einem guten Weg dahin befindlich) in mehr als nur Ansätzen sichtbaren Entwicklungen hin zu jenem klaren „Freund-Feind“ Denken, dass Mugabe vollständig ausgeprägt hat im Lauf seiner Herrschaft.Dass nicht jeder gleich mit solch drastischen Mitteln gegen die Opposition und andere Gegner vorgehen kann (aber auch da sind ja Tendenzen bereits wieder klar ersichtlich), das liegt eher wohl an den internationalen Verflechtungen und den Umständen der modernen Zeit als am Willen derer, die nach „absoluter“ Macht durchaus offenkundig streben.Und gerade an der Person Mugabes wird ebenfalls deutlich, dass der Beginn des Weges, für den sich durchaus Massen begeistern konnten, mit Reformen, der Loslösung aus altem kolonialem Erbe und wirtschaftlichen Verbesserungen. Und doch war auch bei ihm bereits in der Anfangszeit jenes unselige Denken verankert, dass andere Menschen, andere Meinungen, andere Strömungen grundlegend und zuerst als zu bekämpfende Gefahr und nicht als Teilnehmer am gemeinsamen Diskurs verstanden wurden.Es scheint, dass ergibt sich aus der Gesamtlektüre des Werkes, dass es eben nicht innere Einsicht ist, die zu demokratischen und friedlichen Verhältnissen (je im besten Sinne verstanden) führen, sondern entweder schickhafte Erfahrungen der Geschichte (wie in Europa), Gewalt (wie in den Bürgerkriegen der Geschichte) oder wirtschaftliche Notwendigkeiten (wie auch bei Mugabe zu Zeiten). Wenn aber es nicht mehr nötig sein sollte, Rücksicht auf irgendjemand „da draußen“ zu nehmen, dann fallen die Fassaden zivilisierten Lebens doch überaus schnell ab.In bester Manier arbeitet Max dabei die vielen „Legenden“ auf, die den Revolutionär, Wohltäter, Befreier, den „der es doch eigentlich nur gut meint und der hier und da auch mal hart sein muss“ seit Jahrzehnten und, in Teilen der Welt bis heute, als das Bild Mugabes in die Öffentlichkeit versuchen, zu stellen.Und doch ging es nur, immer nur, um die eigene Person, Bereicherung, Macht als innerer Antrieb, geschickt ummäntelt natürlich.Was sich auch an der Episode aus jener Zeit zeigt, in der Mugabe dies ganz offen zur Schau trug du die Marx nüchtern und sachlich auch in ihren politischen Linien offenlegt. Wie Mugabe 1999 die Partnerschaft mit den weißen Farmen kkündigte und stattdessen die Cheenjerai Hunzvi als verbündete, starke Kraft etablierte und diese umgehend zum „aufräumen“ quer durchs Land schickte. Bis hin zur gewaltsamen Besetzung der Farmen, seiner ehemaligen engen Verbündeten.Ebenso interessant in diesem Zusammenhang ist auch, wie Marx ebenfalls differenziert aufzeigt, wie Mugabe vielfach die ökonomische Entwicklung und Stabilisierung aktiv behinderte und störte, um die eigenen Kontroll- und Patronage Möglichkeiten nicht zu gefährden. Das erinnert fatal an weitaus mächtiger „Führer der freien Welt“, die ständig auf Nebenschauplätzen „plärren“ um Unsicherheit und Chaos möglichst zu erzeugen und zu erhalten (um hinter dem Vorhang dieser „Aufregungen“ die eigene Person mit den eigenen Interessen vor zu drängenden Fragen zu bewahren).Ein interessantes, sehr fundiertes, im Stil eher dokumentarisches, Person und politische Situation im Lande gleichwertig herausarbeitendes Werk.

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