Die Uralte Metropole - Lycidas

von Christoph Marzi 
4,1 Sterne bei690 Bewertungen
Die Uralte Metropole - Lycidas
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (512):
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Ein wenig anders und darum umso spannender

Kritisch (68):
katzekatzekatzes avatar

Schöner Schreibstil, enttäuschend langweilige Story.

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Inhaltsangabe zu "Die Uralte Metropole - Lycidas"

Die Fantasy-Entdeckung des Jahres! Als die kleine Emily eines Nachts Besuch von einer sprechenden Ratte erhält, weiß sie, dass nichts in ihrem Leben so bleiben wird, wie es einmal war. Nicht, dass sie ein gutes Leben in dem kleinen Waisenhaus in einem Armenviertel Londons führen würde. Doch dass sie auf der Suche nach dem Geheimnis ihrer Herkunft eine phantastische Stadt unter den Straßen Londons entdecken würde und schon bald von den seltsamsten Wesen verfolgt wird - das hätte sich Emily selbst in ihren kühnsten Träumen nicht ausgedacht. Tauchen Sie ein in diese wundervolle Geschichte, die die viktorianische Atmosphäre eines Charles Dickens mit dem Zauber von Harry Potter verwebt. Für Leser aller Altersschichten!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453529106
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:862 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:09.11.2011

Rezensionen und Bewertungen

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    Herbstlaubs avatar
    Herbstlaubvor 5 Monaten
    Sprachlich schön, aber ...

    Die Reihe liegt schon seit ein paar Jahren hier. Ich hatte sie damals zu lesen begonnen und abgebrochen, weil sie mich auch nach 300 Seiten noch nicht zu packen vermochte. Da ich aber soviel Gutes darüber hörte, habe ich neulich einen weiteren Anlauf gewagt - leider bin ich erneut gescheitert.

    Sprachlich ist die Geschichte wirklich sehr schön, das Buch lässt sich angenehm lesen und verzaubert mit einer teilweise altertümlichen Wortwahl, die ich wirklich sehr mag.
    Inhaltlich packt es mich leider überhaupt nicht.

    Abgesehen vom nach Außen schrulligen Wittgenstein mochte ich keinen der Charaktere. Nicht, dass sie nicht ihre Momente hätten, aber ich kann mich mit keinem von ihnen identifizieren oder mit ihnen mitfühlen.

    Mich stören die ewigen Wiederholungen in der Handlung (Wittgenstein erzählt dem Leser die Handlung, während Emily zb schläft oder gerade etwas anders erlebt, und später erzählt er ihr dann alles nochmal, wenn sie wach/anwesend ist...) ebenso wie die übermäßig wiederholten Floskeln (Dieses Kind!), die auf den ersten 200 Seiten noch liebenswert waren.

    Auch mit der Perspektive habe ich so meine Probleme - erst dachte ich, der Autor wechsele den Erzähler zwischendurch, doch dann erkannte ich, dass Wittgenstein einfach in manchen Augenblicken Bescheid weiß, was in den Köpfen und Herzen der Personen um ihn herum vorgeht - und dann wieder nicht. Mich hat dies während des Lesens aus meinem Blickwinkel gerissen und mir den Zugang zu den Charakteren weiter erschwert.

    Leider wollte sich auch das Setting nicht recht packen lassen. Sprachlich wähnte ich mich im viktorianischen London, obwohl ich ja wusste, es soll das moderne, heutige London sein. Doch der Text ließ es mich immer wieder vergessen, bis mich dann zB eine UBahn oder elektrisches Licht unsanft wieder herausriss.

    Insgesamt wirklich schade. Ich glaube schon, dass die Geschichte im späteren Verlauf noch einiges zu bieten haben wird. Doch ich habe nicht mehr die Muße, mich bis dahin weiter durchzubeißen.

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    Kittekathyvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht unbedingt für Kinder..finde ich aber durchaus spannend.
    Eine spannende Geschichte beginnt...

    Dies ist der erste Teil von drei. Man sollte ihn genau lesen wobei sich das von selbst ergibt, da es spannend geschrieben ist und auch so, dass man Zusammenhänge versteht. Auch wenn diese erst viele Seiten später auftauchen. Teilweise etwas gruselig geschrieben bzw detalliert aber das macht es spannend. Ich habe mich mehrmals gefragt, wie dieses Buch aussehen würde, wenn man es verfilmen würde.
    Macht aber Lust auf die anderen Teile.

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    katzekatzekatzes avatar
    katzekatzekatzevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Schöner Schreibstil, enttäuschend langweilige Story.
    Rezension "Lycidas"

    Ich habe dieses Buch vor zehn Jahren schonmal gelesen und da ich gerade am Bücher aussortieren bin, habe ich mich nun nochmal drangewagt. Meine Erinnerung, dass sich das Buch einfach nur gezogen hat, hat mich nicht getrügt. Ich bin noch nichtmal bei der Hälfte und je mehr ich lese, desto mehr muss ich mich durchquälen. Ich habe jetzt beschlossen, es sein zu lassen.

    Das Konzept finde ich nach wie vor großartig. Die uralte Metropole, die Stadt unter der Stadt. Low Fantasy, wie man sie sich wünscht.
    Der Hauptcharakter, die 12-jährige Emily Laing hat ein sehr liebenswertes Charakterkonzept, mit dem man sich durchaus identifizieren kann. Sie hat ihre Stärken und Schwächen, was sie zu keinem Übercharakter macht - nichtmal der Fakt, dass sie eine Trickster, eine Halbelfe ist, ändert daran etwas.

    Ich habe allerdings beim ersten wie beim zweiten Lesen Schwierigkeiten, einem Konzept zu folgen.
    Der Namensgeber des Buches "Lycidas" ist ein erstaunlich flach gezeichneter Charakter und hat auch sehr wenig "Screentime".
    Erst am Ende vom ersten Abschnitt des Buches  passiert was mit ihm, indem er innerhalb von sage und schreibe einer ganzen Buchseite in eine Laterne gesperrt wird. Das war unglaublich enttäuschend, man hat nach so einer langen Seitenanzahl doch mal sowas wie einen Zwischenklimax erwartet.
    Wie gesagt der Charakter selbst überzeugt absolut nicht. Ich finde ihn stinkend öde und enttäuschend.

    Generell ist der Handlungsverlauf sehr zähfließend. Es passiert und passiert und passiert einfach nichts. Seitenlanges  Erzählen und inhaltloses Gelaber nehmen dem Buch seine komplette Dynamik.

    Und wie einer meiner Vorschreiber schon erwähnt hat, das Buch lebt von Wiederholungen. Spätestens, wenn man zum zwanzigsten mal "Dieses Kind!" lesen muss, fängt einem eine Ader an der Schläfe an, zu zucken. Ebenso kann man irgendwann nur noch mit den Augen rollen, wenn alle paar Seiten mal wieder betont werden muss, was für arme, arme Waisenkinder Emily und Aurora doch sind und wie sie sich ständig heulend in den Armen liegen, weil sie sich mal sechs Stunden nicht gesehen haben. Man hat es irgendwann halt begriffen, dass Emily kein glückliches Kind war. Wirklich, man hats einfach begriffen. Gefühlt besteht aber das ganze Buch nur daraus, warum es so schrecklich ist, ein Waisenkind zu sein und es wird mehr Fokus auf Emilys Schicksal als Wiasenkind gelegt als auf ihre Charakterentwicklung.

    Außerdem übertreibt Marzi es manchmal (auf alle Bücher bezogen jetzt) mit seinem elliptischen Satzbau. Das mag als Stilmittel hin- und wieder sinnvoll sein, um dramatische, spannende Szenen mal anzureißen, aber wenn es dann seitenlang gefühlt nur so geht, dann ist das einfach irgendwann ausgereizt.

    Spannungsbögen sucht man ehrlich gesagt auch vergebens. Das Buch hätte was werden können, hätte man es auf die Hälfte der Seitenanzahl komprimiert, dessen bin ich überzeugt, aber so muss ich nun sagen, ich habe einfach keinen Bock mehr, weiterzulesen und werde die Bücher dem Bücherschrank spenden.

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    Floyd22s avatar
    Floyd22vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unglaublich detailreiche Fantasievolle Geschichte.
    Guter A̱u̱f·takt der Reihe

    Als erstes erwähne ich hier die etwas ungewohnte Erzählperspektive. (Auf jeden Fall für mich)
    In der Geschichte wird alles von Master Wittgenstein erzählt einem Alchemisten.  Dies war etwas ungewohnt aber später dann doch okay.

    Die eigentliche Geschichte dreht sich dann rund um Emily Laing einem Waisenkind im heutigem London in dem ungeante Fähigkeiten schlummern. Die Geschichte ist durchzogen von geschichtlichen Ereignisse, historischen Persönlichkeiten, Mythen , Legenden und Märchen.

    Teilweise weiß das Buch den Leser zu fesseln und gut zu Unterhalten. Grade durch die große Anzahl von verschiedenen Personen und Wesen. Auch die Gegenspieler sind gut aufgebaut und Geheimnisvoll. Doch manchmal ist es auch richtig schwer weiter zu Lesen den an anderen Stellen zieht es sich einfach nur oder plätschert so vor sich hin ohne das etwas relevantes passiert.
    Teilweise werden manche Szenen später auch noch einmal als Erinnerung oder Rückblende aufgegriffen und bei diesem detailreichem Schreibstiel ( der eigentlich sehr gut ist) kann sich so eine Rückblende schon mal über mehrere Seiten ziehen und das wird dann einfach zu viel.

    Der gesamte Plot ist jedoch gut gestaltet und es wird viel Spannung erzeugt und es ist auch nicht so voraussehbar wie andere Bücher sprich es ist nicht grade ein 0815 Plot den man in jedem 2 Buch finden kann.

    Was mir noch gut gefallen hat ist das die Geschichte am Ende des Buchs erstmal beendet ist obwohl es ja eine Reihe ist.
    Es gibt keine Kliffhänger. Ist besser wen man nicht direkt alle 4 Teile hintereinander liest grade da die Bücher auch relativ lang sind.

    Im großen und ganzem hat es sich schon gelohnt es zu lesen und mit der Geschichte bin ich auch zufrieden doch Teilweise war es auch ein kampf und ich musste mich überwinden es weiter zu lesen.
    Es hat auch ziemlich lange gedauert bis ich es durch hatte da ich zwischendurch mal ziemlich lange Pausen gemacht hab. Von daher geb ich jetzt 3 Sterne. 4 oder 5 würde ich nur geben wen das Lesen wirklich leicht fällt und es auch dauerhaft Spaß macht.
    Dennoch hätte die Geschichte an sich eine bessere Wertung verdient.

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    BeeLuvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Fesselnde Geschichte über ein gebeuteltes Waisenmädchen! Großartig geschrieben!
    Über ein gebeuteltes Waisenmädchen...


    *Teil eins einer Reihe*

    Die elfjährige Emily lebt im fürchterlichen Waisenhaus von Rotherhithe in London. Eines nachts erhält sie Besuch von einer Ratte - und kann verstehen, was die Ratte zu ihr sagt. Die Ereignisse überschlagen sich plötzlich und Emily wird Zeugin, wie ein Werwolf ein kleines Mädchen aus dem Schlafsaal entführt. Emily gelingt im Trubel die Flucht aus dem Waisenhaus, doch plötzlich ist ihr der Werwolf auf den Fersen. Unerwartete Hilfe bekommt sie von weiteren Ratten und dem Alchimisten Wittgenstein, der ihr im Laufe der Geschichte Zugang zur Uralten Metropole, dem alten London unterhalb des bekannten London, verschafft.

    Wer mit diesem Buch eine seichte Fantasy-Geschichte erwartet, liegt falsch, denn es ist stellenweise sehr düster und brutal und das Leid, welches den Kindern im Waisenhaus widerfährt ist erschreckend! Die Schilderungen aus dem Waisenhaus sind schaurig und ich hatte oft Mitleid mit Emily, ihrer Freundin Aurora und den anderen jungen Seelen.Man mag sich gar nicht ausmalen, dass solche Dinge gar nicht so fernab der Realität waren und sind. Meiner Meinung nach eher ein Buch für Erwachsene, trotz der jungen Protagonistin und dem Klappentext, der ein wenig irreführend ist. Niedlich und lustig ist dieses Buch wahrlich nicht. Wittgenstein nimmt sich Emily also an und erzählt uns gleichzeitig die Geschichte. Der Schreib- bzw. Erzählstil ist ein wenig schrullig, darauf muss man sich einlassen können, mir hat es super gefallen, da er gut zu Wittgensteins Person passt. Auch, wenn ich den ein oder anderen Satz zweimal lesen musste, war ich schnell vom Geschehen gepackt und von den Figuren fasziniert. Vom glimmenden Irrlicht, über Werwölfe hin zu Elfen sind viele Vertreter aus dem Fantasy-Genre dabei aber allesamt im neuen Gewand und im eigenen Stil von Christoph Marzi.
    Die Uralte Metropole ist ein einzigartiger Ort unterhalb Londons, die Pforten zur Hölle sind nicht weit und es gibt einiges hier unten zu entdecken. Wer ist Lycidas? Was passiert mit den entführten Kindern? Was ist Emily's Rolle in diesem Durcheinander? Eines habe ich gelernt, es gibt keine Zufälle! Ja, oftmals ist die Geschichte sehr verworren, es sind Zeitsprünge vorhanden und es ist nicht immer ganz leicht, nicht den roten Faden zu verlieren. Da die Handlung so komplex ist, wird viel erklärt und wiederholt, was mich persönlich aber nicht gestört hat, da immer ein weiteres Puzzleteil hinzu kommt.

    Ich war gut unterhalten und mir hat der besondere Schreibstil außerordentlich gut gefallen, ich mag es, wenn es - im positiven Sinne - ein bisschen eckig und kantig ist. 
    Also, wer es ein wenig skurril und magisch mag, der findet bestimmt Gefallen an Emily und ihren Begleitern auf ihrer Reise in die Uralte Metropole!


    Dieser Band enthält noch die Folgebände "Lilith" und "Lumen", die ich gesondert rezensieren werde.

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    franzzis avatar
    franzzivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Anfangs viele Längen und Konfusionen wegen Erzählperspektive. Aber dann entfaltet sich Marzis Kosmos mit Mythen-Leihgaben aller Jahrhunderte
    Ein Universum voller alter Mythen treffen sich in Lovely London

    Wenn man bedenkt, dass Lycidas nur der Auftakt für eine aufufernde Fantasy-Serie ist, muss man schon mal schwer schlucken.Denn was Christoph Marzi zum Auftakt auftischt, reicht eigentlich schon für einen Kosmos. 


    Er führt ein zeitloses Zauberlondon unter dem selbst schon zauberhaften heutigen London ein, die Mythenwelten verschiedenster Religionen und Kulturen: Golems und hundeköpfiger Totengott, Engel, Teufel, Totenheer, Elfen, Zauberer, Alchemisten, Gestaltwandler. Sie alle finden ihren Platz in "Lycidas". Dazu ein Zeitparadoxon und ganz viel wunderbares Charles-Dickens-Flair. Im Zentrum dieses Wuselkosmos' steht Emily Laing. Ein junges Mädchen aus dem Waisenhaus, in dem absonderliche und abscheuliche Dinge vor sich gehen. (Can you feel the Dickens novel?)


    Natürlich flieht Emily irgendwann und trifft eine sprechende Ratte und einen ziemlich eigenbrötlerischen und bezaubernden Griegram-Alchemisten mit "weichem-Kern-Syndrom", der zauberhafterweise auch noch Wittgenstein heißt. Und dann purzelt eines rasant ins andere.


    Emily besucht mit ihrem neuen Mentor die uralte Metropole, das London unter London, das lebt, zaubert, aus der Zeit fällt und leider auch vom Bösen bedroht ist. Wer das Böse ist, lässt Marzi wunderbarerweise recht offen, er bricht die oft jahrtausendealten Mythen auf, die er sich für ein bombstisches Werk ausleiht, nimmt neue Perspektiven darauf ein, verknüpft und verwebt alles und dann erweckt er tatsächlich diese Zauberwelt mit ihrem Hofstaat an Personal und Gestalten und Märchenstoff zum Leben.


    Es funktioniert, obwohl die Geschichte etliche Längen hat und mehrmals in der in kürzester Zeit hochgezogenen Komplexität unterzugehen droht. Und auch die Erzählperspektive funktioniert nicht immer. Es erzählt der liebenswert brummelige Wittgenstein ("Fragen Sie nicht!"), was funktionieren könnte, wenn er und Emily, der Holmes-Watson-Paarung gleich, stets gemeinsam unterwegs wären. Doch oft genug werden sie in den kommenden Hunderten Seiten getrennt - und Marzi sieht sich erneut mit kompliziertem Erzählgewirr konfrontiert - und der Frage, wie sich das auflösen lässt.


    Da Wittgensteins innere Sicht und seine Entwicklung kaum eine Rolle im ersten Teil spielen, macht es sich Marzi mit diesem mäßig überzeugenden Kniff unnötig schwer. Ein klassischer auktorialer Erzähler, der alle omnipotent aus der Beobachterperspektive beschreibt, hätte die Orientierung in den vielen Erzählsträngen oft vereinfacht. 


    Trotzdem funktioniert es am Ende. Weil Marzi es schafft, den Zauber, der seit vielen Jahrhunderten Leser, Bewohner und Besucher an London fesselt, einzufangen. weil es ihm gelingt, das Dickensche London wieder erstehen zu lassen und es mit Prisen fast aller faszinierenden Mythen der Weltgeschichte zu verweben. Wer ein Faible für alte Sagen, etwa jene um die goldene Stadt Prag und den Golem, hat, der wird diesem Marzi-Kosmos verfallen - und Wittgenstein auch in den nächsten Teil folgen, der wohl wieder ein eigenes Universum erschafft, in dem man sich jetzt aber etwas besser auskennen sollte - und dass wieder nach einer faszinierenden Figur aus den uralten Geschichten der Menschheit benannt ist: Lilith.

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    PeWas avatar
    PeWavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderschönes Buch dass mich allerdings in einer Tour hat heulen lassen...
    Ein wunderschönes Buch dass mich allerdings in einer Tour hat heulen lassen...


    In "Lycidas" entführt uns Christoph Marzi in die fantastische Welt von London. Emily Laing wächst in einem Waisenhaus auf und bis zu dem Tag, an dem eine Ratte sie anspricht und sie so in eine abenteuerliche Geschichte hineinzieht. Nach der Flucht aus dem Waisenhaus wird sie von Mortimer Wittgenstein, einem mürrischen Alchemisten, aufgenommen und erfährt nach und nach von der Uralten Metropole, dem London unter dem normalen London. Sie lernt Gestalten wie Tunnelstreicher, Rabenmenschen, Werwölfe und andere kennen. Schließlich erfährt sie, dass sie eine Trickster ist, eine Halbelfe mit besonderen Talenten. Dieses Wissen lässt sie jedoch zum Spielball der Mächte werden, den nicht nur das Haus Manderley, aus dem Emily stammt, kämpft um die Vormacht. Auch der geheimnisvolle Lycidas, das Haus Mushroom und der Nyx wollen Emily für ihre Zwecke nutzen bzw. aus dem Weg räumen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Aurora, Wittgenstein und einem Elf, macht sich Emily auf ihre Schwester aus den Fängen der Bösen zu retten......

    Atemberaubend, wie der Autor Mythen und Überlieferungen aus allen möglichen Kulturkreisen aufgreift und zusammenrührt. Luzifer selbst und Adams erste Frau Lilith geben sich ein Stelldichein, ebenso wie Dante, John Milton, John Dee, Anubis, Rabbi Löw und der Golem, Admiral Nelson und die Tauben vom Trafalgar Square, der Rattenfänger von Hameln, und auch Anspielungen auf „Oliver Twist“, „Dorian Grey“ und „Schneewittchen“ bleiben nicht aus – und alles hängt irgendwie miteinander zusammen. Also zunächst einmal eine grandiose Mythenrevue.

    Die Wahl von Emilys Mentor Wittgenstein als Ich-Erzähler ist ziemlich unglücklich, da dieser einen großen Teil von Emilys Abenteuern gar nicht selber miterlebt. Dass er trotzdem immer bis ins Innerste hinein weiß, was Emily erlebt und empfindet wirkt, gelinde gesagt merkwürdig. Dass über ein umfängliches Wissen über die Intrige, in die Emily verwickelt ist, verfügt, aber immer nur dann damit herausrückt, wenn es dem Autor gerade dramaturgisch in den Kram passt, ist schon eher ärgerlich. Überhaupt weist der Autor eine gewisse Neigung dazu auf, immer wenn er sich in einen erzählerischen Engpass hineingeschrieben hat, irgendjemanden auftauchen zu lassen, der bereits gewonnene Erkenntnisstände mit neuen Informationen wieder verwirrt. Das verkompliziert das Ganze zusätzlich. Wohlgemerkt: es gibt eine große Linie, einen roten Faden, aber es fällt manchmal schwer, diesem zu folgen. 

    Trotz allem kann ich diesem wunderbaren Meisterwerk von Christoph Marzi einfach nicht weniger als 5 Sterne geben... dies hat einen einfachen Grund Die Geschichte um die Uralte Metropole war das allererste Buch dass ich mir vor Jahren selbst gekauft habe... ich verbinde viele wunderschöne Erinnerungen mit dieser Buchreihe... ich habe geweint wie ein Schlosshund... denn immer wieder wurde ich an den Weihnachtsabend erinnert als ich von meiner letztes Jahr verstorbenen Mama den den meiner Meinung nach schönsten Teil der Reihe "Lycidas" geschenkt bekommen habe... und aus diesem Grund werde ich zu diesem Buch keine direkte Bewertung abgeben... ich habe ehrlich gesagt in einer Tour heulen müssen als ich das Buch gelesen habe... aufgrund der berührenden Geschichte und eben dass ich die Geschichte mit dem wohl traurigsten Erlebnis meines Lebens immer wieder in Verbindung setze... Nichtsdestotrotz ein wunderschönes Märchen wie ich finde, dass jeder einmal gelesen haben sollte...

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    Jacynthes avatar
    Jacynthevor 2 Jahren
    "Lycidas" von Christoph Marzi

    Inhalt


    Emily Laing ist kein gewöhnliches Mädchen. Das wird ihr an dem Tag bewusst, als sie sieht, wie ein Werwolf ein kleines Kind entführt  und umgehend selbst zur Gejagten wird. Eine sprechende Ratte macht sie mit dem mürrischen Alchemisten Mortimer Wittgenstein bekannt, der sie fortan die Magie lehrt und sie in die Geheimnisse der uralten Metropole unter London einführt. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und Emily stellt fest, dass nichts jemals so ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint...




    Meine Meinung


    Dieses Buch gehört zu den Büchern, die ich am längsten mein eigen nennen darf. Und es hat mich damals beim ersten Lesen genauso fasziniert, wie es das beim aktuellen Reread getan hat. Als erfahrenerer Leserin sind mir jetzt zwar ein paar Negativpunkte aufgefallen, doch die schmälern meine Liebe zu dem Roman und der Welt, die Marzi da geschaffen hat, nicht im Geringsten.

    Bei  Lycidas handelt es sich um Urban Fantasy vom Feinsten. Magiebegabte Elfen, Engel, sprechende Ratten und Werwölfe - sie alle leben im London der Jetztzeit und mischen sich unter das gemeine Volk. Kaum jemand unter den Normalsterblichen ahnt jedoch, dass unterhalb der Stadt die uralte Metropole liegt, in der düstere Machenschaften vonstatten gehen. Und genau in jene gerät das Waisenmädchen Emily Laing unversehens.

    Gemeinsam mit ihrem Mentor, dem mürrischen Alchemisten Mortimer Wittgenstein, ihrer Freundin Aurora und dem Elfen Maurice Micklewhite versucht sie, das Rätsel zu lösen, das eng mit ihrer Herkunft und ihrer Bestimmung verknüpft zu sein scheint. Dabei wird die Gruppe hin und her getrieben von Intrigen, falschen Fährten und geschickten Versteckspielen. Nichts und niemand scheint in der uralten Metropole das zu sein, was er vorgibt und schnell stellt sich heraus, dass Entscheidungen, die einst richtig erschienen, katastrophale Folgen nach sich ziehen können.

    Man spürt Marzis Liebe zu Geschichten, zur Musik und zur Mythologie in jeder Zeile dieses Romans. Denn neben den christlichen Apokryphen mit der Geschichte um Adam, Eva, Lilith und Lucifer lässt Marzi mit dem Gott Anubis und einem mordenden Golem auch ägyptische und jüdische Elemente mit einfließen, sodass das Gefühl entsteht, dass alle Religionen und Mythen der Welt irgendwie miteinander verbunden sind. Und auch lokale Geschichte kommt nicht zu kurz, denn der Mörder Jack the Ripper ist in Marzis Geschichte eng mit den aktuellen Geschehnissen verknüpft. Hinzu kommen erfundene grausame Wesen wie der Nyx, ein uraltes Bewusstsein unter der Stadt, das sich von Hass und Missgunst ernährt, wespenartige, aus der Hölle kriechende Nekire und Rattlinge, die sich wie eine Seuche ausbreiten und jeden, den sie beißen, zu einem der ihren machen.

    Dies alles macht die uralte Metropole mitnichten zu einem Ort, an dem man gerne verweilen würde. Dennoch kann man sich dem Sog der Faszination, die sie ausströmt, nicht entziehen und ich würde immer wieder gerne mit den vier Hauptcharakteren in die Stadt unter der Stadt hinabsteigen.

    Ich mochte jeden der vier auf seine Weise. Emily aufgrund ihrer vielen findigen Fragen, Aurora wegen ihrer Sanftheit und Ruhe. Wittgenstein wegen seiner mürrischen und doch liebenswürdigen Art und Micklewhite wegen seines nicht enden wollenden Wissensdurstes. Die Beziehung zwischen Wittgenstein und seinem Schützling Emily ist eine ganz besondere und von trockenem Humor geprägt, der mich immer wieder grinsen ließ. Sätze wie "Fragen Sie nicht!" und "Dieses Kind!" begegnen dem Leser im Laufe der Lektüre immer wieder.

    Nun jedoch zu den Kritikpunkten. Mir ist aufgefallen, dass Marzi sehr sehr viele Wiederholungen verwendet. Umstände, die schon geschildert wurden, werden ein paar Kapitel später erneut aufgegriffen und erzählt. Vielleicht aus einem anderen Blickwinkel, aber dennoch. Immer wieder wird erwähnt, wie und wo Mortimer Wittgenstein seinen Schützling gefunden hat, immer wieder kommt Marzi darauf zurück, wie es Emily und Aurora im Waisenhaus ging. Dadurch wird das Buch um einiges länger als nötig gewesen wäre, und dadurch auch langatmiger.

    Außerdem fand ich es teilweise schwierig, die Geschehnisse zeitlich einzuordnen, da Marzi nicht chronologisch erzählt, sondern immer wieder zwischen Ereignissen und Schauplätzen hin und her springt. Gespräche und Diskussionen ziehen sich stellenweise arg in die Länge und manchmal ertappte ich mich dabei, wie meine Gedanken abschweiften und ich am Ende eines Kapitels nicht wirklich verstanden hatte, wer nun mit wem intrigiert. Dass viele der vorkommenden Bösewichte im Laufe der Zeit verschiedene Namen angenommen haben, machte das Ganze nicht besser.

    Insgesamt jedoch ist  Lycidas ein Buch, das jeder gelesen haben sollte, der Urban Fantasy, Geschichten und Mythologie mag. Marzis Stil ist ein ganz besonderer und die Art, wie er erzählt, ist mir noch nirgends sonst begegnet. Dass Wittgenstein in der Ich-Form erzählt, aber dennoch über Geschehnisse Bescheid weiß, bei denen er nicht zugegen war und zudem Gefühle und Gedanken anderer Personen wiederzugeben vermag, passt jedoch hervorragend zu der Geschichte und der Welt, die Marzi geschaffen hat, und machen das Buch und die Folgebände zu etwas ganz Besonderem.

    Ich vergebe  5 von 5 Wolken für dieses Buch, das eines meiner Lieblingsbücher ist.

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    Tintenklexvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Fantasy eingebettet in historische Abläufe - genial.
    Rezension für "Lycidas" von Christoph Marzi

    Dieses Buch bildet den Auftakt zu der Saga um das Waisenkind Emily Laing, die plötzlich erfahren muss, dass sie Teil der uralten Metropole ist. Einer Stadt, die unter London besteht und von Engeln, Dämonen, Engeln, Lykanthropen und sprechenden Ratten bevölkert wird. All diese Wesen kämpfen mit Worten und und Taten für ihre eigenen Ziele - doch was sind das für Ziele? Wem kann Emily trauen? Wer hilft ihr um ihrerselbstwillen und wer benutzt sie nur?
    All diesen Fragen ist sie ausgesetzt und bald muss Emily erkennen, dass niemand der ist, der er zu sein scheint.

    So viel zum Inhalt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist etwas ungewöhnlich, da aus der Ich-Perspektive berichtet wird, aber nicht von der eigentlichen Hauptfigur. Doch wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, ist es ein angenehemes Lesen.
    Die Figuren sind erfrischend unterschiedlich und bekommen einen eigenen Charakter, ohne sich im Detail zu verlieren. Die meisten von ihnen sind überaus sympathisch, wobei der Leser genau wie Emily manchmal feststellen muss, dass nicht jeder ein Freund ist, der wie einer erscheint.
    Die Geschichte spielt in der Gegenwart, doch immer wieder werden sehr geschickt historische Abläufe und Personen eingebracht, die sich nahtlos in die Handlung einfügen - das war eins der Dinge, die mir an dem Buch am besten gefallen haben.

    Zu kritisieren habe ich kaum etwas. Was mir nicht so gut gefallen hat ist, dass die Geschichte sich manchmal selbst vorweggenommen hat. Von bestimten Ereignissen wurde schon der Ausgang berichtet, bevor der Ablauf geschildert wurde. Dadurch ging manchmal etwas an Spannung verloren.
    Abgesehen davon konnte ich kaum etwas zu meckern finden :)

    Insgesamt handelt es sich hier um ein gelungenes Werk der Fantasy. Gut geschrieben und von tollen Charakteren getragen.

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    dieFlos avatar
    dieFlovor 3 Jahren
    Kurzmeinung: eine wunderbare Reise mit tollen Figuren und Wesen - eine Welt aus Fantasie
    Etwas Besonderes

    Emily Laing lebt ein trauriges, trostloses Leben in einem Waisenhaus in London, der Alltag ist geschmückt von harten Regeln, von Zucht und Ordnung und harter Arbeit. Das Essen ist oft ungenießbar und trotzdem darf nicht gemäkelt werden. Dabei hat sie noch Glück, sie darf in der Küche arbeiten, die anderen Kinder müssen nach draußen und kommen oft nicht wieder ... Aber dieses Glück verdankt sie einem Unfall, bei dem sie ein Auge verlor ... als sie wieder einmal in der Küche ihre harte Arbeit verrichtet, wird sie von einer Ratte angesprochen. Zuerst ist da Unglaube, Angst, doch dann erzählt ihr die Ratte, dass Emily auf ein kleines Mädchen, Mara,  besonders aufpassen soll und kurz darauf ist dieses Mädchen verschwunden.
    Auch Emily wird verschwinden, sie wird aus dem Heim fliehen und die Ratte wird ihr helfen, sei führt sie zu Mortimer Wittgenstein und mit ihm beginnt eine geheimnisvolle, von Gefahren gesäumte Reise in ein London unter dem London. Diese uralte Metropole lebt und Wehrwölfe, Spinnen und anderes Getier werden Emily begleiten, sie jagen oder ihr helfen. Am Ende wird sie ihrem eigenen ICH ein Stückchen näher sein. 

    Ich bin kein Freund von Fantasy und habe dieses Buch verschlungen, Christoph Marzi hat mich mitgenommen auf eine Reise voller Elfen, Mythen, Werwölfen - er hat mich begeistert, er hat mich dieses Buch leben lassen und ich habe jede Seite geliebt. Natürlich gibt es ab und an Wiederholungen, aber diese geben dieser ganz, besonderen Geschichte keinen Abzug, sie lassen dich bestimmte Situationen noch einmal leben, sie packen dich und lassen dich nicht mehr los!


    Danke Peter für diese Empfehlung - du Bist echt etwas Besonderes, niemals hätte ich geglaubt,dass ich Fantasy lese und ein Buch mich so begeistert. 


    Fazit: absolute tolle Leseempfehlung@dieflo



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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Kanjugas avatar
    *VOLL*
    Hier biete ich euch auf Wunsch die Reihe von Christoph Marzi "Die Uralte Metropole" an.

    Es würde mit Teil 1 "Lycidas" losgehen, wenn der Erste es dann gelesen und weitergeschicht hat, folgt Teil 2 "Lilith" und dann Teil 3 "Lumen". Teil 4 Besitze ich leider (noch) nicht.

    Es gelten die gleichen Regeln wie bei meinem anderen Wanderbuch:

    - Jeder geht mit dem Buch um als wäre es das Eigene (sollte aber selbstverständlich sein)
    - Jeder sagt bitte Bescheid, wenn es angekommen bzw weitergeschickt wurde
    - Jeder hat 3-4 Wochen Zeit, das Buch zu lesen, bevor er es weiter schickt (Ich habe die Zeit verlängert aufgrund des Umfangs. Ausserdem muss man die Bücher schon sehr aufmerksam lesen um nicht durcheinander zu kommen.)
    - Ihr kümmert euch selbst um die Weitergabe der Anschriften
    - Schreibt bitte eine Rezension zum Buch!

    Kanjuga losgeschickt am 08.06.
    1. Brina (erhalten 12.06.)
    2. Seitenakrobatin (erhalten 30.06.)
    3. buchstabentraeume (erhalten 19.07.)
    4. Punxie (erhalten 28.07.)
    5. Waldschrat (erhalten 31.08.)
    6. The iron butterfly (erhalten 5.10.)
    7. sofie (erhalten & verschickt)
    8. chatty68 (erhalten & verschickt)

    Wieder bei mir angekommen!
    Zum Thema
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    Hat einer eine Ahnung ob Christoph Marzi mal wieder was neues schreibt?
    Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Er hat jetzt erst ein neues Buch herausgebracht.
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