Christoph Peters

 3.7 Sterne bei 112 Bewertungen

Lebenslauf von Christoph Peters

Die Kunst des Schreibens: Der deutsche Schriftsteller Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar am Niederrhein geboren. Im Anschluss an sein Abitur im Jahr 1986 am katholischen Internatsgymnasium Collegium Augustinianum Gaesdonck absolvierte er von 1988 bis 1994 ein Studium der Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, zuletzt als Meisterschüler von Meuser. Von 1995 bis 1999 arbeitete Christoph Peters als Fluggastkontrolleur am Flughafen Frankfurt/Main und lebte bis 2000 in Mainz. 1999 erschien sein Debütroman "Stadt. Land. Fluss.". Kurz darauf wurde er mit dem Aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet. Neben diversen weiteren Literatur- und Förderpreisen erhielt er 2004 eine Poetikdozentur an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitete 2006 als Museumsschreiber des Hetjens-Museums / Deutsches Keramik Museum in Düsseldorf. Im Jahr 2008 war er gemeinsam mit dem indischen Schriftsteller Kiran Nagarkar Dozent der 22. Tübinger Poetik-Dozentur. Christoph Peters Roman "Das Tuch aus Nacht", erschienen 2003, wurde ins Chinesische übersetzt und "Mitsukos Restaurant" aus dem Jahr 2009 mit dem Rheingau Literaturpreis ausgezeichnet. Im September 2018 erscheint sein neuer Roman "Das Jahr der Katze". Christoph Peters lebt seit 2000 mit seiner Frau, der Schriftstellerin Veronika Peters, und der gemeinsamen Tochter, die 2003 zur Welt kam, in Berlin. Christoph Peters ist Mitglied des P.E.N.-Zentrum Deutschland.

Neue Bücher

Das Jahr der Katze
 (2)
Neu erschienen am 03.09.2018 als Hardcover bei Luchterhand.

Alle Bücher von Christoph Peters

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Christoph PetersMitsukos Restaurant
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Mitsukos Restaurant
Mitsukos Restaurant
 (20)
Erschienen am 08.02.2011
Christoph PetersHerr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln
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Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln
Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln
 (15)
Erschienen am 08.03.2016
Christoph PetersStadt Land Fluß
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Stadt Land Fluß
Stadt Land Fluß
 (10)
Erschienen am 01.03.2005
Christoph PetersDas Tuch aus Nacht
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Das Tuch aus Nacht
Das Tuch aus Nacht
 (12)
Erschienen am 25.07.2005
Christoph PetersWir in Kahlenbeck
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Wir in Kahlenbeck
Wir in Kahlenbeck
 (10)
Erschienen am 14.07.2014
Christoph PetersDer Arm des Kraken
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Der Arm des Kraken
Der Arm des Kraken
 (10)
Erschienen am 10.07.2017
Christoph PetersHeinrich Grewents Arbeit und Liebe
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Heinrich Grewents Arbeit und Liebe
Heinrich Grewents Arbeit und Liebe
 (7)
Erschienen am 02.07.2007
Christoph PetersSven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung
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Sven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung
Sven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung
 (6)
Erschienen am 09.04.2012

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Neue Rezensionen zu Christoph Peters

Neu
J

Rezension zu "Das Jahr der Katze" von Christoph Peters

In der Sitzhölle
jamal_tuschickvor einem Monat

Man streitet darüber, wie groß der Anteil des Bushido am Karate ist. Der japanische Kriegerkodex (Kodex der Bushi/Dienenden aka Samurai) kultivierte vom Mittelalter bis zur Neuzeit eine privilegierte Art der Begegnung armierter und mehrfach Bewaffneter. Ein Kampf ohne (den Körper verlängernde) Waffen rangierte in diesem System auf dem Siechfeld einer Randsportart. Jiu-Jitsu bot Lösungen nach einer Entwaffnung.

Natürlich setzten japanische Ritter notfalls Hände & Füße offensiv und defensiv ein. Doch hatte das entsprechende Training keine Priorität. Wo aber der Kampf nur mit den Waffen des Körpers sowie mit Haushaltsgegenständen als oppositionelle Reaktion auf feudale Verachtung des Bäurischen geübt wurde, ergab sich ein anderes Bild. Die Leute auf Okinawa durften keine Waffen tragen. Sie modifizierten und verhärteten vor allem das Gong-fu der chinesischen Nachbarn und nannten das hybride Format Okinawa-Te. In den Kodifikationen des Okinawa-Te im 19. Jahrhundert liegt der Ursprung des Karate.

Karate als Straßenkunst

Vom Karate als Straßenkunst der Yakuza erzählt Christoph Peters in seinem Roman „Das Jahr der Katze“. Die Yakuza bildet keine Cosa Nostra, wie der Autor treffend feststellt. Vielmehr dient sie in einem Kastensystem der nationalen Selbstverteidigung unter den Flaggen der Ultranationalisten. Das Fußvolk rekrutiert sich aus den Verworfenen und ethnisch Versprengten. Die Bosse sind Verschwiegene des Establishments. Kuromaku nennt man einen wie Herrn Okabe. Der Herr zieht die Fäden im Hintergrund und erscheint als graue Eminenz sowohl im Verhältnis zur Regierung als auch in der Unterwelt. Er ist ein Dreh- und Angelpunkt im Management der XXXII. Olympiade, die vom 24. Juli bis zum 9. August 2020 in Tokio stattfinden - und bis dahin von einem mörderischen Verteilungskampf auf allen gesellschaftlichen Ebenen beflügelt werden wird.

Wirtschaft ist Krieg und Karate die Schrumpfform einer Kriegskunst. We are warriors on the budo path (Ōyama Masutatsu). Schon Ende der Sechzigerjahre verdrängte Japan die Bundesrepublik von Platz drei der wirtschaftlich stärksten Nationen. Nur hundert Jahre zuvor hatten Samurai mit dem Schwert nicht anders als im Mittelalter für ein Land ohne Dampfmaschinen gefochten. Es gab kein hochseetaugliches Schiff, keine Eisenbahn und keine Universität in Japan.

Die Hauptinsel ist kleiner als Frankreich und nur ein Drittel der Fläche bietet sich einer Nutzung an. Vierundfünfzig Vulkane bedrohen die Bevölkerung. Siebentausend Erdbeben werden im Jahr registriert. Bodenschätze sind rar.

Okabe steht in der Tradition des Politgangsters Kodama Yoshio (1911 - 1984). Bereits als Zwölfjähriger schlug Kodama Yoshio Gewerkschaftler zusammen. Er lernte Karate von Chibana Chōshin und akklimatisierte sich politisch in einem Milieu der Geheimlogen, die Japan als imperiale Macht mit einem Anspruch auf Ostasien begriffen. Er gehörte zu Gen’yōsha und Kenkoku-kai. In beiden Clubs plante man blutige Ernten in China und Korea.

„Ergreife des Feindes Schwert, kehre es um, und erschlage ihn damit.“ Takuan Shuho

Kodama Yoshio verfasste Heimatlyrik und patriotische Streitschriften, die von Kaiser Hirohito nicht ignoriert wurden. Er war der Mann aus dem Volk, das Salz der Erde, vielseitig verwendbar im Spektrum zwischen Mord und Totschlag. Er koordinierte die Niederschlagung des antijapanischen Widerstands in der Mandschurei und stellte eine eigene Miliz auf. Er war ein Freund von Ōnishi Takijirō, der das Kamikaze-Konzept bis zu Einsatzreife entwickelte. Er verband die Yakuza mit den Triaden und trieb sich als Spion herum. Er marodierte mit seiner Miliz in besetzten Gebieten. Die Niederlage Japans erlebte er im Rang eines Konteradmirals. Er verzichtete auf rituellen Selbstmord und stieg in die demokratische Politik ein. Zwanzig Jahre festigte er die Beziehungen der Regierung zu den Yakuza in Absprachen mit der CIA.

Kriegerwallfahrt

Keine Ahnung hat Nikola von diesem Typus eines Konsolidierungsexperten. Die in Tokio gestrandete Deutsche kennt nur das Berliner Graubrot des Offensichtlichen, die ungeschickten Manöver der Einfältigen, die nichts wissen (wollen) vom buddhistischen Gebirge des Seins.

„Im Zen wird nichts beschönigt, nichts verklärt, nichts verleugnet, und für Angst gibt es keinen Platz.“

Selbst Nikolas Liebhaber, ein begabter Killer mit der opaken Aura des kompletten Einzelgängers, beweist mehr Takt als die Deutsche. Die expansive Auslegung eines Auftrags im Zuge einer Kriegerwallfahrt hat Onishi in Schwierigkeiten gebracht. Ein versoffener Abteilungsleiter der Yakuza verlangt erst einen halben Finger und dann den Tod als Entschuldigung. Oyabun (Boss/Pate) Takeda sitzt selbst auf einem absteigenden Ast. Ihm dient Meister Harada als Ratgeber und Seelenführer. Der Schwertkampf- und Karatelehrer fällt nun gemeinsam mit Onishi in Ungnade. Die Helden überstehen ein paar Angriffe, bevor sie die Initiative übernehmen. Sie halten ihre Form mit einer Spielart des intensiven Sitzens –Zazen.

Für die Männer um Harada behält Gültigkeit, was ein chinesischer Mönch im 17. Jahrhundert am Vorabend seiner Erleuchtung unter einer Birke murmelte. Nachahmung erscheint ihnen erstrebenswerter als Originalität. Sie rücken von Überkommenem auch dann nicht ab, wenn es keine Lösungen mehr bietet. In einer Tradition zu stehen, ist für sie das Höchste.

Kritische Äußerungen sind das Letzte. Gegessen wird, was in den Napf kommt. Nikola läuft dagegen Sturm.

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rumble-bees avatar

Rezension zu "Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln: Roman" von Christoph Peters

Famose Unterhaltung mit Tiefgang
rumble-beevor einem Monat

Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln

Was kommt dabei heraus, wenn ein japanischer Zen-Meister und Ofenbauer, ein deutscher Töpfer und Laienbuddhist, ein ostdeutsches Dorf und ein
 Fernsehteam aufeinander treffen? Unter den Händen von Christoph Peters zunächst einmal ein höchst unterhaltsames Stück Literatur – das auch noch dharmische und weltanschauliche Tiefe besitzt.

Man kann das Buch unter sehr verschiedenen Perspektiven betrachten. Einmal unter derjenigen der kulturellen Missverständnisse. Ernst Liesgang ist deutscher Töpfer und Künstler, und fungiert gleichzeitig als Übersetzer und Baugehilfe. Er vermittelt zwischen den Japanern und den Deutschen. Das wird mehr als einmal sehr heikel, und auch sehr amüsant. Zum Beispiel, als wiederholt und ungefragt die deutsche Gastwirtin Herta Mölders auftaucht, und Mettbrötchen und Schnaps verteilen will. Oder als Herr Yamashiro ins Krankenhaus muss. Oder…!

Eine andere Perspektive ist die des Zen-Buddhismus. Denn in Japan stehen gerade die traditionellen Handwerkskünste im engen Zusammenhang mit dem Zen. Eine Teeschale ist nicht nur eine Teeschale! Und ein Meister darf sich auf alle möglichen Arten verhalten…

Christoph Peters, ein jüngerer und – in letzter Zeit – recht erfolgreicher deutscher Autor, hat dem Buch zwei zusätzliche Perspektiven verliehen. Es ist auch noch eine sehr listige und fintenreiche Anspielung auf einen Klassiker der spirituellen Literatur; nämlich „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ von Eugen Herrigel. Und nicht zuletzt bringt das Buch Fragen über den Zusammenhang von Ursache und Wirkung ins Spiel. Man kann das Buch also sowohl als „reine Geschichte“, aber auch als dharmische Reflexion lesen. Beides ist gleich lohnend!

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twentytwos avatar

Rezension zu "Der Arm des Kraken" von Christoph Peters

Der Arm des Kraken
twentytwovor einem Jahr

Der Mord an dem jungen Japaner Yuki, in einem von Vietnamesen beherrschten Stadtteil Berlins, veranlasst seinen Ziehvater Fumio Onishi umgehend nach Berlin zu reisen. Um zu verhindern, dass seine Stellung innerhalb der Organisation und deren Geschäfte in Gefahr geraten, sieht er sich gezwungen unerbittlich durchzugreifen und mögliche Gefahrenquellen zu eliminieren. Während die Kommissarin Annegret Bartsch vom Vietnamdezernat noch immer auf der Suche nach einem möglichen Motiv für den Mord ist, kommt es in einem der vietnamesischen Ex- und Importgeschäfte zu der brutalen Hinrichtung des Inhaberehepaares. In den anschließenden Ermittlungen wird sie immer tiefer in den Sumpf organisierter Kriminalität hineingezogen, der ihr zunehmend undurchsichtiger erscheint. Um dem sinnlosen Morden endlich ein Ende zu setzen, läßt sie sich dazu hinreißen, sich auf ein gefährliches Kräftemessen mit einem Gegner einzulassen, den sie schwer unterschätzt.

Fazit
Ein ungewöhnlicher Roman, der im interkulturellen Kampf um die Machtverteilung im organisierten Verbrechen ein schales Gefühl hinterlässt.

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Christoph Peters wurde am 11. Oktober 1966 in Kalkar (Deutschland) geboren.

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