Christoph Peters Wir in Kahlenbeck

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Inhaltsangabe zu „Wir in Kahlenbeck“ von Christoph Peters

Es ist eine Welt für sich: das Collegium Gregorianum Kahlenbeck, ein streng katholisches Jungeninternat irgendwo am Niederrhein. Hier wächst der knapp 15-jährige Carl Pacher Anfang der achtziger Jahre heran. Kahlenbeck, das ist eine spartanische Welt voller Regeln und Verbote, durchdrungen von elitärem Geist, Askese und Weltverachtung. Gleichwohl gärt unter der Oberfläche der Geist pubertärer Rebellion und herrscht unter den Jugendlichen eine gnadenlose Hackordnung, in der schwächere Schüler und Außenseiter ungeniert gedemütigt, schikaniert und ausgegrenzt werden.

Nicht das, was ich erwartet hatte. Die ewigen Religions-Diskussionen nerven ein wenig.

— ichundelaine

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  • Leben im Internat

    Wir in Kahlenbeck

    PaulTemple

    Es ist eine Welt für sich: Das katholische Jungeninternat in Kahlbeck am Niederrhein, Anfang der 1980er Jahre. Größtenteils isoliert von äußeren Einflüssen, stellen die Jugendlichen den Glauben an Gott in den Mittelpunkt - manche mehr, manche weniger. Der 14jährige Carl ist hin und hergerissen zwischen seinem Glauben und dem danach orientierten Handeln und seiner aufwallenden Pubertät, die ihn dann doch in die Nähe des Küchenmädchens Ulla führt.... Christoph Peters präsentiert einen dichten und gewaltigen Internatsroman, der seinen Protagonisten durch eine Zeit voller Zweifel und anscheinender Widersprüche führt. Einerseits die in sich geschlossene Internatswelt mit ihren Glaubensgrundsätzen, festen Ritualen und Diskussionen über Gott, andererseits das "Leben" außerhalb, was mit Mädchen, Kino, Diskotheken etc lockt. Auch die damaligen politischen Thematiken (NATO-Doppelbeschluss) und die aufkommende Umweltschutzdebatte werden in den Roman mit eingeflochten. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt, vom Gefühl her irgendwie wie eine alte TKKG-Folge. ;)

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  • Wir in Kahlenbeck

    Wir in Kahlenbeck

    Claudia-Marina

    09. January 2016 um 13:36

    Manchmal muss man gar nicht bis nach Narnia oder Mittelerde reisen, um in eine völlig fremde Welt einzutauchen. Es reicht eine kurze Fahrt an den Niederrhein, in das katholische Jungeninternat Collegium Gregorianum Kahlenbeck; und weit zurück in der Zeit muss man dabei auch nicht reisen, es reicht völlig aus, die Zeitmaschine auf die frühen achtziger Jahre einzustellen. Ist man dort angekommen, wird man schnell feststellen, dass einem in dieser Welt so rein gar nichts bekannt vorkommt. Mir ging es jedenfalls so. In Kahlenbeck scheint die Zeit stillzustehen. Was draußen in der Welt passiert, was die Welt bewegt, bleibt draußen vor den Mauern – vor denen aus Stein und vor denen aus katholischer Überfrömmigkeit gleichermaßen. Den Problemen der Jungen wird nur mit Verboten und Regeln begegnet, tägliche Gottesdienste, Gebete und regelmäßiges Beichten soll sie zu guten Menschen erziehen. Wie es in den Jungen aussieht, interessiert da niemanden. Sexualität ist der Teufel – immer schön die Hände über die Bettdecke! Kann man so zu einem vollständigen Menschen heranreifen? Einer, der so aufwächst, ist Carl Pacher, 15 und in einem tiefen Konflikt. Wie kann er gleichzeitig Gott und eine Frau lieben? Antworten bekommt er keine, also ist ab sofort learning by doing angesagt. Mal ist das Resultat zum Heulen, mal zum Lachen. Weiterlesen

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  • Leserunde zu "An Paris hat niemand gedacht" von Veronika Peters

    An Paris hat niemand gedacht

    Buchraettin

    Leserundenbeginn 15 März

    Achtung, es gibt keine Bücher zu gewinnen. Wer dieses Buch gern in einer Leserunde in Begleitung der Autorin ( Veronika Peters ) lesen mochte, kann sich hier gern anmelden.
    Beginn wird ca Anfang März sein, das können wir noch absprechen.
    Ich hoffe, es finden sich ein paar Mitleser.
    Ich hänge die anderen Bücher der Autorin mal an

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  • Seelischer Skorbut

    Wir in Kahlenbeck

    jamal_tuschick

    04. March 2014 um 13:08

    Seelischer Skorbut Christoph Peters / „Wir in Kahlenbeck“ Peters, Jahrgang 1966, variiert eine christliche Autorenexistenz in der Tradition von Georges Bernanos und Julien Green. Auch Joyce lieferte die katholische Prägung Stoff. Im Schisma wurde er produktiv. Für Peters bleibt die Kirche eine geschätzte Architektin seiner inneren Aufbauten. Bekannt wurde er mit „Stadt Land Fluß“, kurz vor der Jahrtausendwende. Damals warf ein Autor seinen Hut in den Generationskreis, der heute wie Buffalo Bill aussieht. Etwas Karl May ist auch dabei. Das macht der Knebelbart, eine Zierde der Musketiere und der Richelieus.  „Wir in Kahlenbeck“ hat den 15-jährigen Zögling Carl Pacher zum Helden. Er wächst so auf wie Peters seinerzeit, das heißt am Niederrhein und unter erschwerten Bedingungen: als Schüler des katholischen Internatsgymnasiums Collegium Augustinianum Gaesdonck. Paul Ingendaay kommt auch da her. Die Fiktion hört auf Collegium Gregorianum und so ist der weitere Schauplatz, das Kaff Kahlenbeck, romanhaft. Die Schule liefert Szenen zu Foucaults „Überwachen und Strafen“. Ich weiß, in diesem Artikel tauchen zu viele Namen auf, ich kann das aber jetzt nicht abstellen. Doch will ich verflucht sein, wenn ich noch Törless schreibe. Ich schreibe einfach Dotzauer, der sagte einmal, Peters Buch habe bei ihm einen „antiklerikalen Furor“ ausgelöst und die katholische Kirche sei ein gutes Beispiel für eine effektive terroristische Vereinigung. In einer Nacht ohne Sterne wägte Dotzauer das Verhältnis von Biografie und Fantasie. Das gab Peters unweit des Kollwitzplatzes (im Prenzlauer Berg) Gelegenheit zu sagen: „Die Fantasie besitzt größere Bildpräsenz als die historische Realität“. Ferner verriet er: „Ich bin achselzuckend“. … „Ich versuche, so optisch wie möglich in die Szenen zu gehen“. … „Ich visualisiere einen inneren Film“. Daraus folgt: „Die Schärfe des Morgens zwischen Klarheit und Schmerz“. Die Welt erscheint Carl unerträglich. „Den Leib“ hält er „für das Gefängnis der Seele“. Sein Leib schwärmt für Ulla, die nach den Regeln der Zofenerotik als Küchenhilfe eingeführt wird. Die Zöglinge kriegen nichts anderes zu sehen als Ullas, nur sind die meisten Ullas hässlich. In der allgemeinen Triebfeindlichkeit fault alles, eine Art seelischer Skorbut befällt die Jungen. Unter der Hand gilt das Faustrecht, eine sadistische Ordnung. Das sind lauter toxische Verbindungen. Peters verhehlt nicht, in den Schreckenskammern der eigenen Kindheit fündig geworden zu sein. Zu Liedern von Patti Smith, die einen Traumpfad von Licht und Gnade in den Roman singen. Peters ist durch eine harte Schule gegangen und findet das gut so. Vermutlich lässt sich anders kein „Kontakt mit dem Absoluten“ herstellen. Ach so, „Wir in Kahlenbeck“ ist der erste Band einer Trilogie, „konsequent im Präsens“.  

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  • Leserunde zu "Das Meer in Gold und Grau" von Veronika Peters

    Das Meer in Gold und Grau

    VeronikaPeters

    Einladung zur LESERUNDE  zu "Das Meer in Gold und Grau" Es ist Winter, es ist kalt, man bleibt am besten zu Hause im Warmen und liest. Weil aber LeserInnen bekanntlich nie "einfach nur daheim" sind, sondern auch vom gemütlichen Sofa aus auf Reisen gehen, möchte ich hiermit zu einem Lese-Ausflug in ein kleines eigentümliches Hotel an die Ostsee einladen ... Eine junge Frau im Aufbruch. Eine alte Frau, die nicht mehr viel Zeit hat. Eine Begegnung, die ungeahnte Türen öffnet Katia Werner steht kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag, als sie von einem auf den anderen Tag ihren Job samt Wohnung verliert. In dem Bedürfnis, alles hinter sich zu lassen, macht sie sich kurzerhand auf den Weg zu ihrer alten Tante – einer Halbschwester ihres Vaters, die sie bisher noch nicht kennt. Tante Ruth betreibt das malerisch abgelegene „Strandhotel Palau“ an der Ostsee, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Seine reichlich betagten Bewohner und vor allem die ebenso ruppige wie auf ihre ganz eigene Weise beeindruckende Tante sorgen dafür, dass aus dem spontanen Wochenendbesuch viele Monate werden. Nach chaotischen Beziehungen und zahllosen Fluchten lässt Katia sich zum ersten Mal auf das Wagnis des Bleibens ein – und ahnt doch nicht, dass sie damit die größte Herausforderung ihres Lebens annimmt.

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    • 470

    Buchraettin

    23. February 2014 um 08:06
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  • Rezension zu "Wir in Kahlenbeck" von Christoph Peters

    Wir in Kahlenbeck

    Boris

    22. September 2012 um 15:00

    Eigentlich wollte ich nicht schon wieder eine Coming of age Geschichte lesen, nach den neuen Romanen von Richard Ford und Richard Yates. Und dann spielt der Roman auf noch in einem katholischen Internat, also der Roman zur Mißbrauchsaffäre? "Wir in Kahlenbeck" spielt in Kahlenbeck, einem katholischen Internat in der rheinischen Provinz, Anfang der 80iger Jahre. Carl ist 15 Jahre alt und wir begleiten ihn knapp zwei Jahre. Wir erleben seine erste Liebe zu dem 3 Jahre älteren Küchenmädchen Ulla, für mich die bewegensten Passagen des Buches, seinen Kampf mit dem Glauben. Carl möchte Vogelforscher werden, doch die Wissenschaft und der Glauben an einen Schöpfergott, der die Welt in 7 Tagen erschaffen hat, scheinen sich auszuschließen. Dieser Kampf zwischen liberalen Ideen, die auch in Kahlenbeck an Einfluß gewinnen, und den Dogmen der konservativen Kirche, bringen Carl bis an den Rand des Selbstmords. In einer beeindruckende Szene am Ende des Buches beschreibt der Autor den auf nackten Knien vor seinem offenen Fenster betenden Carl. Da er keine Geißel zur Hand hat, benutzt er seinen Gürtel. Bis auf die manchmal für mich zu langen Diskussionen zwischen Carl und seinen Mitschülern über theologische Spitzfindigkeiten....ein sehr gutes Buch, wie jedes von Christoph Peters.

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