Christoph Poschenrieder

 4.1 Sterne bei 151 Bewertungen
Autor von Die Welt ist im Kopf, Mauersegler und weiteren Büchern.
Christoph Poschenrieder

Lebenslauf von Christoph Poschenrieder

Christoph Poschenrieder, 1964 bei Boston geboren, wohnt in München. Er studierte an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München und setzte sich schon in seiner Magisterarbeit mit Schopenhauer auseinander. Außerdem besuchte er die Journalistenschule an der Columbia University, New York. Seit 1993 arbeitet er als freier Journalist und Autor von Dokumentarfilmen, seit 2001 schreibt er auch Gebrauchsanweisungen für Computersoftware. "Die Welt ist im Kopf" war sein erster Roman. Mit "Das Sandkorn" erschien Anfang 2014 sein aktuelles literarisches Werk, mit dem er für den Deutschen Buchpreis 2014 nominiert ist. Poschenrieder lebt mit seiner Frau in München.

Neue Bücher

Kind ohne Namen

 (11)
Neu erschienen am 24.10.2018 als Taschenbuch bei Diogenes.

Alle Bücher von Christoph Poschenrieder

Mauersegler

Mauersegler

 (51)
Erschienen am 26.08.2015
Die Welt ist im Kopf

Die Welt ist im Kopf

 (53)
Erschienen am 23.08.2011
Das Sandkorn

Das Sandkorn

 (26)
Erschienen am 25.02.2015
Kind ohne Namen

Kind ohne Namen

 (11)
Erschienen am 24.10.2018
Der Spiegelkasten

Der Spiegelkasten

 (10)
Erschienen am 25.06.2013

Neue Rezensionen zu Christoph Poschenrieder

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Giselle74s avatar

Rezension zu "Kind ohne Namen" von Christoph Poschenrieder

Wenn der Teufel regiert
Giselle74vor 21 Tagen

Ich habe den Herrn Poschenrieder aus den Augen verloren. Ich weiß gar nicht warum, denn sein Debüt "Die Welt ist im Kopf" hat mich damals wirklich sehr begeistert. Dafür weiß ich nun, dass mir das ganz bestimmt nicht noch einmal passiert, denn auch der Roman "Kind ohne Namen" hat mich in weiten Teilen überzeugt.
Die Literaturstudentin Xenia kommt zurück in ihr Heimatdorf, zu ihrer Mutter, der ehemaligen Bürgermeisterin, die sich immer noch für Dorf und Dörfler verantwortlich fühlt, und ihrem Bruder, dessen rechtsextreme Meinungen sie nur schwer erträgt. Der Grund für ihre Rückkehr ist eine uneheliche Schwangerschaft, die aber noch nicht sichtbar ist und von der auch noch niemand weiß.
Großes Dorfthema sind die Flüchtlinge, die in der ehemaligen Schule untergebracht werden. Xenia und ihre Mutter heißen sie willkommen, der Rest des Dorfes pöbelt dagegen oder hält sich bedeckt. Ausschreitungen werden nur durch den "Burgherren" verhindert, der tatsächlich in einer Burg wohnt, die über dem Dorf thront. Beobachtet vom Verfassungsschutz unterhält er heimlich paramilitärische Truppen, lässt sich wenig in die Karten gucken, hat aber scheinbar nahezu alle Dorfbewohner im Griff. Als Preis für seine Hilfe verlangt er das nächste neugeborene ungetaufte Kind...

Was zunächst wie eine literarische Bearbeitung des Flüchtlingsthemas wirkt, entwickelt bald schon märchenhafte Züge. Poschenrieder hat Motive einer Novelle von Jeremias Gotthelf aus dem Jahre 1842 eingebaut: "Die schwarze Spinne". Dort verlangt der Teufel für eine Hilfeleistung ebenfalls ein ungetauftes Baby und als ihm dieses mehrfach verweigert wird, überschwemmt eine Flut giftiger schwarzer Spinnen das Dorf.
Mit dieser Verknüpfung hat der Autor es sich nicht leicht gemacht. Es hilft bei der Lektüre, die Novelle gelesen zu haben oder wenigstens ihren Inhalt zu kennen, um die fein ausgearbeiteten Parallelen würdigen zu können. Der Text funktioniert auch komplett ohne Vorkenntnisse, aber die Abfolge der Ereignisse wird logischer mit ein wenig Vorwissen.
Damit ist der Roman indessen zum einen hochaktuell, weil er die Flüchtlingsunterbringung in deutschen Gemeinden und die Reaktion darauf klug analysiert und zum anderen eine literarische Spielerei, weil das aktuelle Geschehen wie eine Folie über die ältere Novelle gelegt wird.
Zum dritten aber ist er ein deutliches Statement gegen Ausländerhass, nationalsozialistisches Gedankengut und andere Teufelsideen, von denen man sich dringend wünscht, dass sie in das Loch zurückkehren, aus dem sie gekommen sind. Sinnbild dafür sind die Spinnen, die plötzlich überall auftauchen und ihr Gift verbreiten.
Mein persönlicher Eindruck ist, dass Poschenrieder mit all dem ein bisschen zuviel für einen einzigen Roman erstrebt hat. Bisweilen ist mir der Text ein wenig zu überladen bzw aufgeladen mit Bedeutung. Das ist aber Jammern auf ganz hohem Niveau. Schlußendlich kann man diesen Roman schon aufgrund seiner Aussage gar nicht oft genug empfehlen und das selbst literarisch Anspruchsvollen, zählt Poschenrieder doch definitiv zur Riege der besten deutschsprachigen Schriftsteller. Also lautet meine Empfehlung: lesen, verschenken, weiter verbreiten und hoffen, dass die Lektüre ein paar Menschen zum Nachdenken und Überdenken festgefahrener Meinungen bringt. Für eine friedvollere Zukunft. (Und eine ohne schwarze Spinnen, bitte.)

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Rezension zu "Die Welt ist im Kopf" von Christoph Poschenrieder

Ein Buch wie eine Reise
AlexReadsvor 4 Monaten

Der Leser lernt einen Schopenhauer kennen, der nicht das kauzige, einsame, pessimistische Image aufweist, einen Schopenhauer, der die Liebe kennen lernt, auf buddhistischen Pfaden wandelt, keiner Fliege etwas zu Leide tun kann und sich in Gesellschaft wohlfühlt. Ehrgeiz und Hochmut sprechen auch aus dem jungen Philosophen, der sich Achtung, Applaus und Größe mit seiner bald erscheinenden Schrift erhofft, letztendlich aber noch nicht einmal Leser dafür findet und obendrein schwere finanzielle Verluste einbüßen muss.

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W

Rezension zu "Kind ohne Namen" von Christoph Poschenrieder

Ein unterhaltsames Buch, das den Leser ins Nachdenken bringen soll
WinfriedStanzickvor einem Jahr



In seinem neuen Roman erzählt der in München lebende Schriftsteller Christoph Poschenrieder von einem Dorf, das Angst vor Fremden hat. Seine Hauptperson ist Xenia, eine junge Frau, die nach dem Abitur sofort in die Großstadt flüchtet, um dort ein Studium der Literaturwissenschaft aufzunehmen:
"Mir tun die leid, die nicht auf dem Dorf aufwachsen; und die, die ihr ganzes Leben dort verbringen müssen. Sobald ich konnte, ging ich in die Stadt, weil ich dachte, nur dort finde ich die Welt."  Doch bald schon tut sie schwer: "Auf einmal musste ich das, was mir immer warm und vertraut in der Hand lag, mit Zangen und Pinzetten anfassen - und das Papier wurde starr und spröde, die Worte darauf bockig und verstockt. Damit hatte ich nicht gerechnet."

Voller Heimweh und ungewollt schwanger kehrt sie in das abgelegene Dorf zurück, wird von ihrer Mutter, die früher die Bürgermeisterin und Lehrerin des Dorfes war, gut aufgenommen und beginnt  in der Dorfkneipe von Georg, der ihr heimlich den Hof macht, zu jobben.
Sie hilft ihrer Mutter, das ehemalige Schulhaus für eine Gruppe von Flüchtlingen unterschiedlichen Alters herzurichten und engagiert sich auch beim Begrüßungsfest für die Flüchtlinge, das aber von den Einheimischen gestört wird. Sie schleudern Beuteln mit Hundekot auf die Tische und Xenias Bruder Josef, ein scharfer Nazi im Dienst des geheimnisvollen Burgherren, lässt Bananen regnen.
Xenia hat Mitleid mit den Flüchtlingen und nähert sich einem Jungen namens Ahmed an: "Einer der Jungs sah mich an, ich nahm seinen Blick und lenkte ihn weiter in Richtung Handyberg, unsichtbar über dem dunklen, stillen Wald. Fremder, der du hier eingehst, lass alle Hoffnung fahren, hätte ich auch sagen können. Er tat mir sofort leid, der Junge. Telefone, das sind die Luftwurzeln, die weit reichen, dorthin, woher sie gekommen sind, diese Leute."

„Kind ohne Namen“ ist nicht so sehr ein Flüchtlingsroman, denn ein Bild eines aussterbenden Dorfes, das sich radikalisiert und ein Porträt einer jungen selbstbewussten und kritischen Frau, die ihren Weg ins Erwachsensein sucht. Poschenrieder nimmt Anleihen bei der Novelle des Schweizer Pfarrers Jeremias Gotthelf „Die schwarze Spinne“ aus dem Jahr 1842, in  der eingebettet in eine idyllisch angelegte Rahmenerzählung alte Sagen zu einer gleichnishaften Erzählung über christlich-humanistische Vorstellungen von Gut und Böse verarbeitet werden.

„Kind ohne Namen“ Poschenrieders fünfter Roman, ist ein unterhaltsames Buch, das den Leser ins Nachdenken bringen soll. Dennoch reicht es für mich nicht ganz an seine Vorgänger heran.





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Gespräche aus der Community

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Die Longlist des Deutschen Buchpreises 2014 steht seit Kurzem fest und hier könnt ihr auch schon bei LovelyBooks für euren persönlichen Favoriten abstimmen.

Jetzt haben wir noch eine besondere Aktion für euch vorbereitet: Ihr habt nun die Möglichkeit, den Autoren, die es mit ihren Büchern auf die Longlist geschafft haben, Fragen zu stellen und natürlich auch ihre Bücher zu gewinnen!

Die Autoren von Diogenes, dem Luchterhand Literaturverlag, dem Residenz-Verlag und dem Rowohlt Verlag haben bereits zugesagt, die Liste ist aber noch nicht final, sondern wird noch erweitert werden. Seid gespannt!

Hier die Termine für die Fragerunden, die bisher feststehen:

Montag, 8. September 2014:
Thomas Melle - "3000 Euro"
Hier geht es zur Fragerunde!

Matthias Nawrat - "Unternehmer"
Hier geht es zur Fragerunde!

Michael Ziegelwagner - "Der aufblasbare Kaiser"
Hier geht es zur Fragerunde!

Dienstag, 9. September 2014:

Christoph Poschenrieder - "Das Sandkorn"
Hier geht es zur Fragerunde!

Mittwoch: 10.September 2014:

Saša Stanišić - "Vor dem Fest"
Hier geht es zur Fragerunde!

Dienstag, 16. September 2014:

Ulrike Draesner - "Sieben Sprünge vom Rand der Welt"
Hier geht es zur Fragerunde!

Mittwoch, 17. September 2014
Martin Lechner - "Kleine Kassa"
Hier geht es zur Fragerunde!

Sobald die Fragerunden eröffnet sind, werden wir sie auch hier verlinken. Ihr könnt den Autoren am jeweiligen Tag im entsprechenden Thema (also nicht hier im Thema!) Fragen stellen, die sie euch dann natürlich auch beantworten! Bitte beachtet, dass die Fragerunden teilweise nicht bis Mitternacht geöffnet sein werden, sondern die letzten Fragen schon am Abend gestellt werden müssen! Wie auch bei unseren Fragefreitagen werden wir unter allen Fragestellern einige Exemplare der Bücher verlosen, mit denen die Autoren nominiert sind.

Unter den Teilnehmern an allen Fragerunden verlosen wir 3 tolle Buchpakete mit den folgenden Büchern aus der Longlist:


Ich wünsche euch schon einmal viel Spaß bei den Fragerunden! Seid ihr schon gespannt? :)


Nachtrag: Die Shortlist des Deutschen Buchpreises ist nun auch veröffentlicht! Hier könnt ihr sehen, welche Titel es geschafft haben!
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Letzter Beitrag von  Flohvor 3 Jahren
Oh Danke, da habe ich ja noch gar nicht mit gerechnet!
Zum Thema
TinaLiests avatar

Fragerunde mit Christoph Poschenrieder, dem Autor von "Das Sandkorn"

Im Rahmen unserer Aktion rund um die Longlist des Deutschen Buchpreises 2014 habt ihr die Chance, den Autoren, die mir ihren Werken nominiert sind, Fragen zu stellen und ihre Bücher zu gewinnen. Hier könnt ihr für euren Longlist-Favoriten abstimmen!

Ich freue mich sehr, in dieser Fragerunde nun Christoph Poschenrieder begrüßen zu können! Sein Roman "Das Sandkorn" ist ein Zeitbild von 1914, das den Krieg - obwohl so zentral in diesem Jahr - zu einer Randerscheinung macht. Ein Roman, vielschichtig und elegant erzählt, der die Leser wie Treibsand gefangen hält.

Mehr zum Buch:

Es sind die letzten Tage des Kaiserreichs, an der Schwelle zum Ersten Weltkrieg. Jacob Tolmeyn, Kunsthistoriker aus Berlin, befürchtet, wegen seiner Homosexualität erpresst und verfolgt zu werden, und nimmt einen Forschungsauftrag in Süditalien an, weit weg vom gefährlichen Großstadtkiez. Doch auch unter der apulischen Sonne, bei der Vermessung der staufischen Kastelle zusammen mit seinem Assistenten Beat unter der Aufsicht von Letizia, steht er bald vor demselben Problem. Muss er nun auch in Italien vor Denunzianten zittern? Zurück in Deutschland gerät er trotz aller Vorsichtsmaßnahmen in die Fänge eines Berliner Kommissars - eines Spürhunds, der einer Fährte aus Sand folgt, die Tolmeyn selbst gelegt hat.

Hier geht es zur Leseprobe!

Mehr zum Autor:
Christoph Poschenrieder, 1964 bei Boston geboren, wohnt in München. Er studierte an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München und setzte sich schon in seiner Magisterarbeit mit Schopenhauer auseinander. Außerdem besuchte er die Journalistenschule an der Columbia University, New York. Seit 1993 arbeitet er als freier Journalist und Autor von Dokumentarfilmen, seit 2001 schreibt er auch Gebrauchsanweisungen für Computersoftware. "Die Welt ist im Kopf" war sein erster Roman. Poschenrieder lebt mit seiner Frau in München.

Auf der Website von Christoph Poschenrieder gibt es außerdem noch viele Hintergrundinfos zu "Das Sandkorn", die einen Blick lohnen.

Gemeinsam mit Diogenes verlosen wir unter allen Fragestellern 5 Exemplare von "Das Sandkorn" von Christoph Poschenrieder. Wer bei allen Fragerunden mit den Longlist-Autoren Fragen stellt, wandert zusätzlich in den Lostopf für eines von drei Buchpaketen, vollgepackt mit den nominierten Werken!

Christoph Poschenrieder wird am 9. September 2014 bis ca. 20 Uhr Fragen beantworten. Bitte habt Verständnis dafür, dass wir die Fragerunde dann dementsprechend schließen.

Ich wünsche euch viel Spaß bei der Fragerunde und beim Diskutieren mit dem Autor!
eskimo81s avatar
Letzter Beitrag von  eskimo81vor 4 Jahren
Mein Buch ist eingetroffen - Herzlichen Dank!
Zur Buchverlosung

Zusätzliche Informationen

Christoph Poschenrieder im Netz:

Community-Statistik

in 219 Bibliotheken

auf 33 Wunschlisten

von 3 Lesern aktuell gelesen

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