Kind ohne Namen

von Christoph Poschenrieder 
4,4 Sterne bei10 Bewertungen
Kind ohne Namen
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (8):
Angie*s avatar

Ich bin begeistert vom Schreibstil und Thema.Der Autor legt offen einen Finger in eine deutsche Wunde,,

Kritisch (1):
19angelika63s avatar

Ich mag keine Bücher, für die ich erst andere Bücher lesen/ kennen muss, um sie zu verstehen ...

Alle 10 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Kind ohne Namen"

Nach einem Jahr an der Universität kommt Xenia in ihr Heimatdorf zurück. Sie ist schwanger, doch niemand soll das wissen. Als ein Dutzend Fremde in der Schule einquartiert wird, gerät das Dorf in Aufruhr. Um den Frieden wiederherzustellen, lässt sich Xenias Mutter auf einen verhängnisvollen Handel mit dem Burgherrn ein. Das Pfand: ein ungeborenes Kind.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257244489
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:24.10.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,4 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne7
  • 4 Sterne1
  • 3 Sterne1
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    W
    WinfriedStanzickvor 10 Monaten
    Ein unterhaltsames Buch, das den Leser ins Nachdenken bringen soll



    In seinem neuen Roman erzählt der in München lebende Schriftsteller Christoph Poschenrieder von einem Dorf, das Angst vor Fremden hat. Seine Hauptperson ist Xenia, eine junge Frau, die nach dem Abitur sofort in die Großstadt flüchtet, um dort ein Studium der Literaturwissenschaft aufzunehmen:
    "Mir tun die leid, die nicht auf dem Dorf aufwachsen; und die, die ihr ganzes Leben dort verbringen müssen. Sobald ich konnte, ging ich in die Stadt, weil ich dachte, nur dort finde ich die Welt."  Doch bald schon tut sie schwer: "Auf einmal musste ich das, was mir immer warm und vertraut in der Hand lag, mit Zangen und Pinzetten anfassen - und das Papier wurde starr und spröde, die Worte darauf bockig und verstockt. Damit hatte ich nicht gerechnet."

    Voller Heimweh und ungewollt schwanger kehrt sie in das abgelegene Dorf zurück, wird von ihrer Mutter, die früher die Bürgermeisterin und Lehrerin des Dorfes war, gut aufgenommen und beginnt  in der Dorfkneipe von Georg, der ihr heimlich den Hof macht, zu jobben.
    Sie hilft ihrer Mutter, das ehemalige Schulhaus für eine Gruppe von Flüchtlingen unterschiedlichen Alters herzurichten und engagiert sich auch beim Begrüßungsfest für die Flüchtlinge, das aber von den Einheimischen gestört wird. Sie schleudern Beuteln mit Hundekot auf die Tische und Xenias Bruder Josef, ein scharfer Nazi im Dienst des geheimnisvollen Burgherren, lässt Bananen regnen.
    Xenia hat Mitleid mit den Flüchtlingen und nähert sich einem Jungen namens Ahmed an: "Einer der Jungs sah mich an, ich nahm seinen Blick und lenkte ihn weiter in Richtung Handyberg, unsichtbar über dem dunklen, stillen Wald. Fremder, der du hier eingehst, lass alle Hoffnung fahren, hätte ich auch sagen können. Er tat mir sofort leid, der Junge. Telefone, das sind die Luftwurzeln, die weit reichen, dorthin, woher sie gekommen sind, diese Leute."

    „Kind ohne Namen“ ist nicht so sehr ein Flüchtlingsroman, denn ein Bild eines aussterbenden Dorfes, das sich radikalisiert und ein Porträt einer jungen selbstbewussten und kritischen Frau, die ihren Weg ins Erwachsensein sucht. Poschenrieder nimmt Anleihen bei der Novelle des Schweizer Pfarrers Jeremias Gotthelf „Die schwarze Spinne“ aus dem Jahr 1842, in  der eingebettet in eine idyllisch angelegte Rahmenerzählung alte Sagen zu einer gleichnishaften Erzählung über christlich-humanistische Vorstellungen von Gut und Böse verarbeitet werden.

    „Kind ohne Namen“ Poschenrieders fünfter Roman, ist ein unterhaltsames Buch, das den Leser ins Nachdenken bringen soll. Dennoch reicht es für mich nicht ganz an seine Vorgänger heran.





    Kommentieren0
    8
    Teilen
    Angie*s avatar
    Angie*vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich bin begeistert vom Schreibstil und Thema.Der Autor legt offen einen Finger in eine deutsche Wunde,,
    Kleine Metapher,,,




    INHALT: Xenia kehrt dem Stadtleben den Rücken und zieht wieder nach Hause zu ihrer Mutter in ein kleines, abgelegenes, etwas hinterwäldlerisch anmutendes Dorf. Die junge Frau ist schwanger, behält das aber für sich. Es gibt in diesem Ort  kein Internet und der Handy-Empfang begrenzt sich auf einen Hügel mitten im Wald. Als der Ort ein Dutzend fremder Migranten aufnehmen muss, gerät die Bevölkerung in Unruhe. Nur Xenia’s Mutter empfängt die Flüchtlinge mit Wohlwollen und Freundlichkeit, sorgt mit Umsicht für die äusseren Umstände. Der heimliche Herrscher des Dorfes, der Burgherr im grünen Gewand, mit wippender Hahnenfeder am Hut, verfolgt allerdings eigene Pläne mit der Ankunft der Leute und richtet Gebäude her.  Er ist auch Mittelpunkt und  Anführer einer sogenannten Wehrsportgruppe, der auch Xenia’s Bruder Joseph angehört. Die Beziehung des Burgberg zu Xenia’s Mutter und den Kindern ist recht eng. Er muss täglich einen Durchgang durch die Scheune der Familie zu seiner Burg benutzen. Xenia hat diesen Weg auch oft benutzt, da sie sich aus der Bibliothek des Burgherrn Bücher ausleihen durfte.
    MEINE MEINUNG: Dieses Buch ist eine kleine  Metapher und lehnt sich sehr an die Ereignisse in der  Novelle von Jeremias Gotthelf aus dem Jahr 1842 an. Ich hatte mich schon beim Lesen über die verschiedenen Geschehnisse und Ereignisse gewundert, die so gar nicht in unsere moderne Welt passen - und die  sich dann doch wieder in der Gegenwart  spiegeln und unser heutiges Land erkennen lassen.Der Schreibstil des Autoren ist total anregend, flapsig, witzig, eher frech und er nimmt kein Blatt vor den Mund. Ich habe mich nie gelangweilt und oft  meine/unsere lieben Mitmenschen mit all ihren Vorlieben,  Liebenswürdigkeiten, kleinen Fehlern, ihrem Hochmut und Egoismus wiedererkannt. Davon möchte ich mich auch nicht ausschliessen. Das Buch und seine Menschen, die ganze Geschichte wirken fremdartig und doch vertraut auf den Leser. Christoph Poschenrieder hat mit diesem Roman eine sehr eindringliche, aktuelle  Gesellschaftsbeschreibung in Bezug auf das Thema *Flüchtlinge im fremden Land*  auf das Papier gebracht und wer keine Angst vor der Ehrlichkeit seiner Ausführungen hat, wird das geniessen können.
    Meine Bewertung : FÜNF ***** STERNE für dieses interessante und ehrliche Buch. 
    Herzlichen Dank an den Autor und den Diogenes Verlag für das Leseexemplar!

    Kommentieren0
    10
    Teilen
    AngiFs avatar
    AngiFvor einem Jahr
    Ein Dorf in den Bergen

    Nach einem Jahr Studium kehrt Xenia in ihr kleines Heimatdorf zurück, bei Nachfragen gibt sie als Grund den Ausfall eines Professors an, oder sie beteuert, eine kleine Auszeit einzulegen. In Wahrheit ist sie jedoch schwanger und möchte dies so lange wie möglich für sich behalten. Das kleine Dorf verwaist immer mehr, viele sind fortgezogen, in die Stadt, weil es dort Arbeit für sie gibt. Die meisten Unternehmen im kleinen Ort liegen brach. Die Menschen, die geblieben sind, sind wortkarg und eigentümlich. Beherrscht werden alle vom Burgherrn, dem Besitzer der Burg am Berg, wobei selbst die Burg dem Dorf lediglich den Rücken zukehrt. Der trügerische Frieden, der im Dorf herrscht, wird jäh unterbrochen, als die Gemeinde zwölf Flüchtlinge einquartieren muss. Hier zeigen sich schnell Missgunst, Fremdenfeindlichkeit und Misstrauen. Xenia, weltoffener als ihre Mitbewohner, nimmt die kleine Gruppe aus dem Nahen Osten unter ihre Fittiche und stößt prompt auf Widerstände. Xenias Mutter, die als ehrenamtliche Bürgermeisterin tätig ist, versucht zu schlichten. Das bringt Probleme mit sich, besonders für Xenia ...


    In wunderbarer, poetisch angehauchter Sprache erzählt der Autor Christoph Poschenrieder die Geschichte seiner Protagonistin Xenia und die ihres Dorfes. Sein Sprachstil ist einzigartig und unverwechselbar. Jedes Kapitel ist ein fein detailliertes, literarisches Kleinod für sich, das im Gesamten das Leben eines kleinen Dorfes in den Bergen widerspiegelt. Lokalkolorit vom Feinsten! Nicht nur der Alltag sondern auch die Menschen mit ihren Ecken und Kanten sind hervorragend dargestellt. Die Figuren sind allesamt eindringlich und authentisch beschrieben, sie runden die Geschichte in Perfektion ab.


    Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. In brillanter Weise malt der Autor ein Gesellschaftsbild, wie es stimmiger nicht sein könnte. Leser von modernen, zeitgeschichtlichen Romanen sind hier genau richtig.

    https://angisbuecherkiste.blogspot.se/2017/10/kind-ohne-namen-von-christoph.html

    Kommentieren0
    38
    Teilen
    19angelika63s avatar
    19angelika63vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ich mag keine Bücher, für die ich erst andere Bücher lesen/ kennen muss, um sie zu verstehen ...
    Kommentieren0
    S
    Susanne_Hanikavor 4 Monaten
    F
    FHummervor 7 Monaten
    serendipity3012s avatar
    serendipity3012vor 8 Monaten
    mel2323s avatar
    mel2323vor 9 Monaten
    Bris avatar
    Brivor einem Jahr
    E
    elisakavor einem Jahr

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    Ein Dorf wird vom Weltgeschehen aufgeschreckt.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks