Christoph Poschenrieder Mauersegler

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Inhaltsangabe zu „Mauersegler“ von Christoph Poschenrieder

Wir hatten immer gedacht, wir würden mit dem Sterben und dem Tod vernünftig umgehen. Nicht nur vernünftig, sondern lässig-nonchalant, so wie wir unsere Leben geführt hatten … Fünf alte Freunde wagen ein Experiment. Sie gründen zusammen eine WG in einem schönen Haus mit Seeblick und schließen einen Pakt: Jeder von ihnen soll selbstbestimmt sterben können – und die anderen helfen ihm dabei. Aber vorerst genießen sie ihren Ruhestand. Sie rauchen, trinken, essen, was und wann sie wollen, leben frei und ohne die Kontrolle durch Ehefrauen oder Altenheimpersonal. Als es dann für den Ersten unter ihnen ernst wird, aktivieren sie das »Todesengelprogramm «, das der Computercrack der WG ausgetüftelt hat. Und sie engagieren eine kirgisische Pflegekraft – die allerdings ihre ganz eigenen Ideen hat, wie sie die Villa wieder mit Leben erfüllen kann.

Gute Idee, könnte etwas lebendiger geschrieben sein

— frauendielesen

Ein intelligent geschriebener Roman mit einer unerwarteten Wendung am Schluss.

— buecher-bea

Fünf Männer im letzten Lebensabschnitt wollen selbst über ihr Leben und vor allem über ihren Tod bestimmen. Humor- und respektvoll erzählt.

— sar89

Solide erzählte Geschichte über eine Clique, die Jugend&dann Alter gemeinsam verbringt. Als Pschenrieder-Fan hatte ich mehr erwartet.

— franzzi

Ein ganz bemerkenswerter Erzähler gibt hier mit viel feinsinnigem Humor eine besondere Geschichte zum Besten!

— sommerlese

Phantastisch geschriebenes Buch über 5 alte Männer in einer WG ... humorvoll, witzig, ironisch, traurig, makaber, nachdenklich ... lesen!!!

— 19angelika63

Berührende Geschichte. Das Ende habe ich erahnt, und doch war ich überrascht. Knapper Erzählstil, feiner Humor, große Erzählkunst.

— CarolinHafen

Spritzig und berührend!

— Loukia

Wenn fünf Männer eine Senioren-WG gründen, kann es von den Tücken des Zusammenraufens bis zum allerletzten Ende turbulent zugehen.

— 8ung

Witzig, ironisch, zum Nachdenken - eingepackt in einem sehr guten Schreibstil!

— passionelibro

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  • Alt werden mit alten Freunden und alten Geheimnissen

    Mauersegler

    buecher-bea

    30. July 2017 um 13:06

    Sie sind seit der Kindheit beste Freunde und wollen nun ihr Alter gemeinsam verbringen: Ernst, ein Computerpionier, Heinrich, ein Fertigessenpionier, Siegfried, ein exzentrischer Theaterintendant, Wilhelm, ein Versicherungsjustiziar und Carl, ein Boulevardjournalist. Alle sind Nachkriegskinder, aber zu alt für die 1968er-Revolutionen gewesen. Im Wirtschaftswunderdeutschland haben sie es zu ansehnlichem Erfolg gebracht und können sich nun eine alte Villa am Starnberger See als gemeinsamen Altersruhesitz leisten. Dort wollen sie, wie in alter Zeit, gemeinsam Zeit verbringen und tun und lassen, was sie mögen. Aber einer fehlt.Der kleine Martin, der ihre Gruppe damals, als sie zehn Jahre alt waren, komplett machte. Er ertrank damals im kalten See. Die Umstände sind ungeklärt. Vielleicht kommt es aus diesem Grund dazu, dass die Freunde auf gegenseitige Hilfe hoffen, wenn es einmal mit ihnen zu Ende gehen soll...Ein intelligent geschriebener Roman mit einer unerwarteten Wendung am Schluss. Mir sind die Personen ein wenig zu plakativ gezeichnet, aber der Stil ist angenehm zu lesen und der Vogelvergleich, woraus sich der Titel ableitet, gefiel mir sehr. Durch die Ansiedlung in einer Schicht, wo Geld keine Rolle spielt, konnte der Autor sehr viel experimentieren, wodurch die Geschichte etwas an Bodenhaftung verliert.Bis auf eine letzte Seite und den Computercodes wird der Roman von Carl erzählt. 

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  • Fünf Freunde reloaded

    Mauersegler

    talisha

    23. March 2017 um 22:47

    Fünf Freunde reloaded - eigentlich gehörte noch ein sechster Junge zur Clique: Martin, der bei einem Unfall starb. Seither treffen sich die Freunde jedes Jahr an seinem Todestag. An einem dieser Abende kommen sie auf die Idee ihre letzten Lebensjahre gemeinsam zu verbringen, denn in der Kindheit waren Wilhelm, Heinrich, Ernst, Siegried und Carl unzertrennlich. Die Jungs wuchsen zu erfolgreichen Männern heran - sie wurden Jurist, Nudelhersteller, Softwareentwickler, Theaterregisseur und Journalist. Verliebt, verheiratet, geschieden. Sie haben alles durch, "nur" noch den allseits bekannten Lebensabend vor sich. Wieso also nicht zusammen ziehen? Gesagt, getan.Zuerst fühlen sich die aktiven Senioren fast ein wenig wie kleine Jungs, die sturmfrei haben. Doch dann tauchen die ersten Gesundheitsprobleme auf. Wilhelm sitzt bald schon im Rollstuhl, und das Leben wird für alle um einiges komplizierter. Trotz Bedenken beschliessen sie, sich gegenseitig zu helfen, wenn einer von ihnen nicht mehr leben mag. Daraufhin tüftelt Ernst ein Todesengelprogramm aus.Von diesem Todesengelprogramm wäre Margrit aus den "drei alten Damen" von Minna Lindgren begeistert gewesen. Und auch sonst hätte den drei Damen das Leben in der Herren-WG sehr gut gefallen. Leider ist solch ein Leben nur mit viel Geld machbar, und genau das ist der Haken an diesem Roman. Aber es ist der einzige Haken. Oberflächlich heiter und oft mit schwarzem Humor versehen, wird das Zusammenleben mit all seinen Höhen und Tiefen beschrieben.Dennoch hört man ernste Töne heraus: Darf ich überhaupt? Soll ich wirklich? Nachvollziehbare Zweifel, besonders im Zusammenhang mit selbstbestimmtem Sterben, werden erörtert. In einer humorvollen Leichtigkeit entwickelt der Autor dann eine Lösung, ein Resümee, wie es sein könnte, wenn wir den Zenit unserer Zeit überschreiten. Toll erzählt!Mein erster Poschenrieder, aber nicht mein letzter.Fazit: Fünf Freunde reloaded - ein heiterer, ideenreicher und dennoch nachdenklicher Roman über Männer, die ihren Lebensabend mit allem Pro und Contra zusammen verbringen. 4 Punkte.

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  • In Würde und Humor altern.

    Mauersegler

    Duffy

    03. June 2016 um 07:36

    Zugegeben, die Idee ist nicht neu. Fünf Männer, bis auf einen gut betucht, gründen eine WG in einer Villa am See. Grund des Zusammenschlusses ist das gemeinsame Altwerden mit Lebensendgenuss und vor allem der Absprache, wie man aus diesem Leben auszusteigen gedenkt. Dabei hilft nicht nur ein gewieftes Computerprogramm, bei dem ein Zufallsgenerator den anonym bleibenden "Vollstrecker" des jeweiligen letzten Willens bestimmt, sondern auch die Gewissheit, sich auf die Freunde verlassen zu können.Eine Geschichte, die sicher in erster Linie die Lesergruppe anspricht, die überhaupt schon mal ans Lebensende gedacht hat. Natürlich spielt der materielle Hintergrund der Poschenrieder-WG eine große Rolle, nur die wenigsten können sich so ein großzügiges Altersmanagement leisten. Das Buch ist aber wegen der Betrachtungen dieser "Materie" so interessant, denn hier hat der Autor mit hintergründigem, keinesfalls boshaftem Humor so einiges zu sagen, was sich viele nicht trauen zu denken. Und deswegen bleibt dieses Buch trotz der nicht neuen Idee in positiver Erinnerung. Mit dieser leichten Feder ein paar grundlegende unbequeme Überlegungen darzustellen, hilft dem Leser, sich fast unbemerkt mit dem Thema auseinanderzusetzen und vielleicht auch für sich selbst etwas daraus zu ziehen.Der Unterhaltungswert ist durch den beschwingten Ton unbestritten, das Buch ist auf den Punkt genauso lang wie es sein sollte. Für dieses Augenmaß gebührt dem Autor Anerkennung, andere hätten aus diesem Stoff einen unlesbaren Schinken gemacht.

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  • Alten-WG durchs Fernglas

    Mauersegler

    franzzi

    23. April 2016 um 14:40

    Seit ich Christoph Poschenrieders "Die Welt ist im Kopf" über den jungen Arthur Schopenhauer auf Wanderschaft gelesen hatte, war ich gefangen. Poschenrieder schaffte es auf meine kurze Liste unanfechtbarer Lieblingsautoren zu Cees Nooteboom, Juli Zeh und Klaus Mann. Auch "Das Sandkorn"  erwies sich als perfekt komponierter Roman. Beide Geschichten reißen den Leser in die Zeit und ins Geschehen. Man liest nicht über die Protagonisten, man lebt und sieht und leidet mit ihnen.Entsprechend erwartungsvoll las ich "Mauersegler". Es ist solide. Es ist kurzweilig. Es ist auch wieder klug komponiert. Aber es funkt nicht. In kurzen Schlaglichtkapiteln erzählt Poschenrieders Ich-Erzähler Carl von sich und seiner Männerclique. Seiner alternden Männerclique. Die Fünf nehmen nach dem Ende ihrer Karrieren und Ehen Reißaus und sich einen gemeinsamen Ruhesitz. Jeder bringt ein Leben mit, das jahrelang ohne die anderen funktionierte. Und doch verbindet sie die gemeinsame Kindheit, ein gemeinsames Trauma - und eine ziemlich tiefe Freundschaft.Carl, ein mittelerfolgreicher Journalist im Ruhestand, erzählt in Anekdoten über das Früher und das Jetzt. Über das Leben der anderen. Aber er geht nicht ins Detail - erst recht nicht bei sich selbst. So liest man ausnahmsweise über die Protagonisten Poschenrieders - statt mit ihnen zu leben. Man kann sie nicht genau beobachten, die alternden Größen aus Theater, Lebensmittelbranche, Versicherungswirtschaft und IT. Man sieht die Alten-WG nur wie durch ein Fernglas. Das ist ungewohnt und unnötig. Denn er kann es ja. 

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  • Der Totmannknopf

    Mauersegler

    sommerlese

    03. April 2016 um 19:44

    Der Roman "*Mauersegler*" von Autor "*Christoph Poschenrieder*" erscheint seit August 2015 im "*Diogenes Verlag*". Seit ihrer Kindheit sind die 5 betagten Männer nun schon befreundet, haben sich trotz anderer Lebenswege und Ehen nie aus den Augen verloren. Sie planen eine gemeinsame Alten-WG zu gründen. Denn niemand von ihnen möchte sich in Seniorenstiften unterordnen und alle 5 Freunde wollen weiterhin ohne Kontrolle frei leben, rauchen, essen und trinken. Auch das Thema selbstbestimmter Tod möchten sie auf ihre Art unter sich klären. Ernst, der Computerfreak unter ihnen entwickelt dafür ein spezielles Todesengelsprogramm. Sie kaufen eine Villa am See, richten sich nach Männerart ein und führen eine friedliche Gemeinschaft. Erst als Wilhelm der Pflege bedarf, stellen sie die kirgisische Pflegekraft Katarina ein. Langsam rückt das Thema Tod immer näher. Poschenrieder lässt Carl die Geschichte der fünf Freunde erzählen. Carl, ehemaliger Journalist und Philosoph bringt dem Leser die Personen nahe und philosophiert über dies und das. Schnell wird klar, das diese Männer, die unterschiedlicher nicht sein können, etwas ganz Besonderes verbindet. Es ist der kleine Martin, der vor Jahren unter ungeklärten Umständen ertrunken ist. Er bringt die Männer alljährlich zusammen und hat sie über die Jahre nie den Kontakt zueinander verlieren lassen. Gemeinsam beschließen sie beim jährlich stattfindenden "Martinstreffen", dem Todestag ihres Jugendfreundes Martin, die Gestaltung einer eigenen Alten-WG für ihren Lebensabend. Zitat S. 71: Es war wie im Kindergarten. Nur ohne die Kindergartentanten. Jeder machte, wozu er Lust hatte. So wagen sie das Zusammenleben, fühlen sich frei und wohl und starten ihr selbstbestimmtes Todesengelprogramm. Als der erste in ihren Reihen zum Pflegefall wird, umsorgen sie ihn kameradschaftlich, stellen eine Pflegekraft ein und starten ihr computergesteuertes Programm zum selbstbestimmten Sterben. Gespannt fiebert man als Leser dem ersten tragischen Ereignis entgegen: Wann wird der sogenannte "Totmannknopf" zum ersten Mal gezündet? Der Autor vermag diese makabere Situation mit erfrischender Situationskomik zu beschreiben, verliert aber nie den melancholischen Anklang und bringt die Thematik des selbstbestimmten Sterbens mit sehr viel Tiefgang nahe. Man beginnt sich während des Lesens nach den eigenen Wünschen des Sterbens zu fragen. Ein Roman, der aufwühlt, gut unterhält und nachdenken lässt über ein Sterben in Würde. Doch warum heißt der Roman Mauersegler? Zitat Seite 61: Nach Brehms Tierleben ist ein Mauersegler: herrschsüchtig, zänkisch, stürmisch und übermütig, ein Geselle, der nicht einmal mit seinesgleichen in Frieden lebt. Carl bemerkt trocken: Wie wir! Ich habe es bewundert, wie leicht Poschenrieder mit dem Thema Sterbehilfe umgeht und wie geschickt er seine Sprachkraft einsetzt. Dieser Roman wühlt auf, amüsiert mit Witz und lässt den Leser nachdenken über ein Sterben in Würde. Ein wunderbares Lesehighlight!

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  • Das Todesengelprogramm

    Mauersegler

    19angelika63

    Rückentext Fünf langjährige Freunde wagen ein Experiment. Sie ziehen zusammen in ein schönes Haus mit Seeblick und schließen einen Pakt: Jeder von ihnen soll selbstbestimmt sterben können – und die anderen helfen ihm dabei. Aber vorerst genießen sie ihren Ruhestand. Sie rauchen, trinken, essen, was und wann sie wollen, leben frei und ohne die Kontrolle durch Ehefrauen oder Altenheimpersonal. Als es dann für den ersten unter ihnen ernst wird, aktivieren sie das „Todesengelprogramm“, das der Computercrack der WG ausgetüftelt hat. Und sie engagieren eine kirgisische Pflegekraft – die allerdings ihre ganz eigenen Ideen hat, wie sie die Villa wieder mit Leben füllen kann. „Seltsam: Alle haben Angst vor dem Tod, aber keiner macht sich Gedanken, wo er vor seiner Geburt gewesen ist. Wohin die Lebensreise führt, scheint so viel wichtiger als die Frage, woher wir kommen. Die Unendlichkeit vorher – ohne mich – kann doch wohl genauso wenig schrecklich sein wie die Unendlichkeit nachher – ohne mich. Oder?“ (Seite 7) Wilhelm, Heinrich, Ernst, Siegfried und Carl sind seit ihrer Kindheit Freunde. Eigentlich waren sie zu sechst, doch Martin starb durch einen Unfall in jungen Jahren. Anlässlich Martins Todestags treffen sich die übrigen jedes Jahr und denken somit an ihren toten Freund. Als sie sich wieder einmal treffen, die Herren sind mittlerweile alle so um die siebzig, kommt die Idee auf, eine Alten WG zu gründen. Alle möchten ihren Lebensabend ohne Kontrolle und Einschränkungen durch Ehefrauen oder Pflegepersonal genießen. Außerdem möchte jeder einzelne von ihnen, wenn es dann mal so weit ist, die Bühne zu verlassen, selbstbestimmt sterben. Allerdings sollen die anderen dabei helfen. Doch die Herren haben nicht mit den Tücken des Alltags gerechnet … „Alte Menschen lud man selbstverständlich im Altenheim ab, wo sie >so lange gewendet wurden, bis sie gar waren< - Siegfrieds Worte, nicht meine. Ich glaube, heutzutage werden sie nicht einmal mehr gewendet, wegen Personalmangels und weil das jetzt alles private Konzerne sind, die auf Aktionäre und Dividenden achten müssen.“ (Seite 19) Poschenrieder geht mit diesem Buch ein Thema unserer Zeit an. Wir werden immer älter, Pflege wird immer schwieriger. Warum also nicht eine WG gründen, in der man mit Freunden lebt und den gemeinsamen Lebensabend verbringt. Einer für alle, alle für einen. So die Devise. Doch es ist leichter daher gesagt als getan. Was passiert, wenn wirklich plötzlich jemand so krank wird, dass er/ sie ein Pflegefall wird? Schafft man es dann als „alter“ Mensch den Kranken dann gut zu pflegen oder gar professionell? Und wie sieht es aus, wenn der Kranke dann auch noch den Wunsch hat zu sterben, und die anderen sollen ihm helfen? Sterbehilfe ist in Deutschland noch verboten und ein Thema, dass immer und immer wieder diskutiert wird. „Mir gefällt die Vorstellung, dass sterbende Mauersegler einfach die Flügel falten und zu Boden stürzen. Ich weiß nicht, ob das wirklich so ist. (…) Doch manchmal muss man sich vor Wissen schützen. Der Mauersegler legt die Flügel an und will nicht mehr fliegen. So soll es auch mit mir zu Ende gehen.“ (Seite 62) Phantastisch geschriebenes Buch ... humorvoll, witzig, ironisch, traurig, makaber, nachdenklich ... lesen!!!

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    • 7

    KruemelGizmo

    09. March 2016 um 10:42
  • Gemeinsam bis zum bitteren Ende ...

    Mauersegler

    passionelibro

    01. February 2016 um 12:45

    Sie kennen sich seit ihrer Kindheit, waren unzertrennlich, der Schrecken aller Lehrer, und haben sich trotz verschiedenster Lebenswege, Partner und Ehen nie ganz aus den Augen verloren. Gemeinsam tragen sie eine Schuld mit sich, was sie auch zusammengeschweißt hat. Und einmal pro Jahr haben sie sich auch getroffen, um niemals den Kontakt zueinander abbrechen zu lassen. Jetzt sind sie alleine und alt und wollen eine Senioren-WG gründen, um dem bitteren Ende gemeinsam entgegenzusehen. Die fünf Freunde haben alle ihre Päckchen zu tragen und solange sie noch gesund sind, verläuft ihr Zusammenleben in der Villa am See harmonisch und stressfrei. Doch als Wilhelm zum Pflegefall wird, rücken neue Themen in den Fokus, Pflegebedürftigkeit, selbstbestimmter Tod und wer übernimmt die Verantwortung, werden ausdiskutiert und eine Pflegekraft eingestellt, die frischen Wind in die Senioren-WG wirbelt. Ebenfalls wird ein Programm namens „Todesengel“ von Ernst programmiert, welches für Anspannung und Spannung sorgt – denn nun kann jeder selbst entscheiden, wann es mit ihm zu Ende sein soll und wer den Schalter umlegt. Poschenrieder erzählt dem Leser die Geschichte der fünf Freunde durch Carl, dem ehemaligen Journalisten und Chefredakteur sowie Philosophen. Realitätsnah, erfrischend und mit viel Situationskomik, aber auch Tiefgang und ein bisschen Melancholie begleiten den Leser bis zum Ende und auch wenn er das Buch weggelegt hat, regt es doch zum Nachdenken an, ob und wie man ein selbstbestimmtes Ende gestalten möchte.

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  • Maersegler

    Mauersegler

    Angel10

    11. January 2016 um 15:45

    - interessantes Thema, gute Sprache


  • Gemeinsam alt werden

    Mauersegler

    Loukia

    24. October 2015 um 16:12

    Sie waren schon in der Kindheit befreundet, jetzt gründen sie eine Alters-WG, um den letzten Lebensabschnitt gemeinsam zu gestalten – fünf Männer halten bis zum Letzten zusammen, unterstützt von einem Todesengelprogramm und einer kirgisischen Pflegekraft. Ein wunderbarer Roman, der Witz und Tiefgang auf geistreiche Weise miteinander vereint. Christoph Poschenrieders Sprachkraft ist beeindruckend. Unbedingt lesen!

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  • Knaller im letzten Lebensabschnitt

    Mauersegler

    8ung

    23. October 2015 um 20:22

    Sie kennen sich seit ihrer Kindheit, und das ist schon sehr lange her. Damals waren sie der Schrecken der Schule, wenn nicht des ganzen Städtchens. Ihre beruflichen Wege trennten sich, aber sie fanden mindestens einmal im Jahr zusammen. Ihre Freundschaft überdauerte diverse Partnerschaften und Ehen. Jetzt gründen die fünf Freunde eine Wohngemeinschaft. -> weiterlesen http://www.8ung.info/6913/buchtipp-mauersegler-letzten-lebensabschnitt

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  • Leben ist Eins und Tod ist Null

    Mauersegler

    Havers

    16. September 2015 um 20:06

    Altwerden ist nichts für Feiglinge, so sind die Lebenserinnerungen eines bekannten deutsche Schauspielers betitelt – und er hat recht. Diese Erfahrung teilen auch fünf ältere Männer, die deshalb beschließen, den letzten Lebensabschnitt gemeinsam zu begehen, bis zum bitteren Ende. Sie kennen sich gut, sind Freunde seit Kindertagen und haben so manches erlebt. Das schweißt zusammen. Aus den Augen haben sie sich nie verloren, mögen ihre Lebenswege auch noch so unterschiedlich verlaufen sein. Nicht zuletzt, weil sie sich die Schuld an dem Unfall geben, bei dem ihr Freund„ der kleine Martin“ auf tragische Weise ums Leben kam. Und damals waren sie noch Kinder. Nun also verbringen sie die letzte Zeit ihres Daseins miteinander, und jeder von ihnen hat seine Eigenheiten: Wilhelm, der Jurist, der mittlerweile im Rollstuhl sitzt. Heinrich, der Food Designer, der jahrzehntelang seinen Mitmenschen den größten Dreck als Nahrungsmittel verkauft und nun die Seiten gewechselt hat. Siegfried, Dramaturg und Ladykiller, zieht nun ehrenamtlich die Fäden an der Provinzbühne. Ernst, Software-Entwickler mit einem beträchtlichen Vermögen und Eigentümer der Villa am See. Und Carl, Philosoph und Journalist, ehemaliger Chefredakteur eines wenig erfolgreichen Magazins, durch dessen Augen wir das Zusammenleben dieser Seniorentruppe betrachten. Im Großen und Ganzen ist das Zusammenleben der Freunde stressfrei, zumindest solange alle gesund sind. Als aber allmählich die ersten Zipperlein auftreten und Wilhelm durch die Amputation seines Raucherbeines Betreuung fast rund um die Uhr benötigt, rückt das Thema Pflegebedürftigkeit und selbstbestimmter Tod in ihren Fokus. Ernst, der Software-Entwickler, hat die Idee. Er programmiert den „Todesengel“, ein entsprechendes Programm, mit dem jeder selbst bestimmen kann, wer ihm auf der letzten Etappe des Weges unterstützend zur Seite stehen soll. Zusätzlich stellen die Senioren Katarina, eine kirgisische Pflegekraft, ein, die ihnen im Alltag helfend unter die Arme greifen soll. Und plötzlich ist wieder Leben im Haus, denn Katarina hat so eine Idee… Es ist wunderbar und selten in der Literatur zu finden, wie leicht Poschenrieder mit diesem ernsten Thema umgeht, das unsere Gesellschaft die nächsten Jahrzehnte beschäftigen wird. Gelungene Charakterisierungen mit ironischen Untertönen, jeder Menge Situationskomik, alltagsphilosophischen Einsprengseln sowie einer Prise Melancholie machen aus diesem Roman ein absolutes Lesehighlight.  

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  • Besondere Senioren-WG, oder Senioren-WG mal anders

    Mauersegler

    Nespavanje

    06. September 2015 um 11:50

    Im Mauersegler geht um ein paar gut situierte ältere Herren, die sich zu einer Wohngemeinschaft in einer Villa am Starnberger See zusammenfinden. Alle fünf eint ein Geheimnis aus Kindertagen, nämlich der frühe Tod eines Spielkameraden. Dieses Ereignis hat sie ihr ganzes Leben lang begleitet und nun wollen sie auch die restlichen Jahre die ihnen bleiben, so selbstbestimmt wie möglich leben und genauso selbstbestimmt soll dann auch der letzte Schritt sein. Mein erster Roman, den ich von Poschenrieder gelesen habe, war „Das Sandkorn“ und auch wenn der Erzählstil in ähnlicher Manier gehalten worden ist, so ist der Inhalt doch ein gänzlich anderer. Ich war ganz begierig darauf, seinen neuen Roman zu lesen und ich wurde nicht enttäuscht. Es geht ums selbstbestimmte Älterwerden und ja auch um das Sterben. Es hat mich manchmal an Haben und Gier von Ingrid Noll erinnert, wobei hier natürlich der einzigartige schwarze Humor von der Grande Dame des Geschichtenerzählens gefehlt hat. Nichtsdestotrotz hat mir Poschenrieders Roman auch gut gefallen. Virtuos, klar und schonungslos wird der Roman aus der Sicht Carls erzählt, wobei mir seltsamerweise die Protagonisten emotional nur wenig berührt haben. Im Gesamtkonzept aus Inhalt, Erzählung und Spannung, hat das aber schon sehr gut gepasst. Vor allem letzteres hat sich ganz allmählich gesteigert, man könnte es nun fast als ein elegantes Vorspiel umschreiben und endete viel zu schnell. Ich hätte gerne mehr von Carl und seinen Freunden gelesen, denn lange nachdem ich mit der Lektüre fertig war, geisterten sie mir noch in meinen Gedanken herum. Poschenrieder ist einer jener Romanciers, deren Werke den Weg in mein Bücherregal immer wieder finden werden. Wer oben erwähnten Roman „Das Sandkorn“ noch nicht gelesen hat, sollte es schleunigst nachholen. Schließlich war er ja auch auf der Longlist des deutschen Buchpreises 2014.

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  • Einfach aufhören zu fliegen

    Mauersegler

    Bri

    03. September 2015 um 22:40

    Bis vor kurzem stand auf der Autorenseite von Christoph Poschenrieder (ich glaube mich genau zu erinnern, für den Wortlaut kann ich aber nicht mehr hundertprozentig garantieren): Schreiben? Ganz einfach - die Buchstaben in die richtige Reihenfolge bringen. Der geneigte Leser konnte dann mit der Maus durch die darüber stehende Buchstabenwolke fahren und erfuhr eines: so einfach ist es gar nicht, die Buchstaben in die richtige Reihenfolge zu bringen, sie entziehen sich einem nämlich häufig und springen wohin sie wollen. Poschenrieders Romanen aber merkt man diesen Kampf um die Worte und deren Anordnung zu diesen für ihn typisch leicht aber nie seicht anmutenden Texten in keinster Weise an. Das Sandkorn, der Roman, der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2014 stand und mich völlig begeistert hat, hat einen historischen Hintergrund, der mit dem Jahr 1914 verbunden war. Die absolut pointierte Sprache, die lebendige Zeichnung der Figuren und vor allem die Konzeption des Romans machen ihn für mich zu einem Meisterwerk. Ich nehme an, dass Poschenrieder den Deutschen Buchpreis nicht erhielt, weil der Jury die zeitgeistliche gesellschaftliche Relevanz fehlte oder der Roman nicht kompliziert genug daher kam, obwohl er überaus geschickt konzipiert war. Aber das sind subjektive Spekulationen meinerseits. Nun hat sich Christoph Poschenrieder einem Thema zugewandt, das uns alle irgendwann betreffen wird: Was tun, wenn man alt ist und nicht mehr will. Also leben. Gemeinhin geht der Trend zum "selbstbestimmten" Leben in einer Gemeinschaft, die ein Mehrgenerationen - Wohnen beihaltet. So stellen viele Menschen es sich angenehm vor, im Alter nicht alleine zu sein, noch gebraucht zu werden und doch nicht jedwede Freiheit aufgeben zu müssen. Nicht so die fünf langsam in die Jahre gekommen Herren, die sich schon als Kinder kannten. Jedes Jahr trafen sie sich zu einem bestimmten Zeitpunkt. Egal, wohin der Job oder das Leben sie verschlug - dieser Termin war heilig. Und bei einem dieser Termine wurden sie sich einig über eine gemeinsame WG - ganz ohne Ehefrauen oder Familien. Nur die fünf Freunde und ein ausgeklügeltes Computerprogramm namens "Todesengel", das den Fall der Fälle - also das erwünschte vorzeitige eigene Ableben, wir vorher festgelegt, regeln sollte. Dass die fünf Männer, die eigentlich grundsätzlich verschiedener nicht sein könnten, über die Jahre doch enge Freunde geblieben sind und nun gemeinsam alt werden wollen, liegt an dem, der fehlt: der kleine Martin. Ertrunken war er - unter nicht ganz geklärten Umständen. Derjenige, der seit Jahren fehlt, hält sie zusammen. Was jetzt alles so trocken oder ältlich und schwermütig klingen mag, verpackt Christoph Poschenrieder in seiner ihm eigenen Art und Weise: Durch unglaubliches Sprachgefühl, virtuose Konstruktionskunst und umwerfenden Sinn für Situationskomik. So manches Mal ertappte ich mich dabei, laut beim Lesen zu lachen und dann wieder in der Darstellung der Figuren und deren Eigenheiten etwas zu entdecken, das auch mich manchmal so langsam beschleicht. Mit den Jahren denkt man anders, man besinnt sich im besten Fall auf einen angenehme Gleichmut, entwickelt ein paar schräge Eigenheiten, die aber liebenswert sein können. Im schlechtesten Fall wird man unkommunikativ und griesgrämig. Das aber ist keinem der fünf Männer in der Wohngemeischaft in der Villa passiert. Sehr amüsant und realitätsnah schildert Poschenrieder zum Beispiel die Suche nach einem weiteren Mitbewohner. Was die Kinder der hoffnungsvollen Aspiranten nicht alles anstellen, um ihre lieben Eltern gut untergebracht und bestens versorgt - und das hoffentlich ohne ihr direktes Zutun - zu wissen. Einfach köstlich. Und nie überspannt oder zu dick aufgetragen. Ich bin bekennender Poschenrieder - Fan, das gebe ich unumwunden zu, aber das hat auch einen Grund: Die sympathische bei mir ankommende Art eines nirgends außer auf der eigenen Webseite im Netz auffindbaren Autors, der es meiner Meinung nach wie kein anderer versteht, auch ernsthafte Themen mit einem Augenzwinkern zu servieren, ohne jemals ins Seichte abzurutschen. Und seine Sprache, die mich immer wieder erstaunt und verzückt zurück lässt. Offensichtlich fällt es Herrn Poschenrieder in keinem Genre schwer, die Buchstaben in die richtige Reihenfolge zu bringen. Hoffen wir, dass er das noch oft tun wird! PS: auf der Autorenseite gibt es jetzt eine Zusatz: wer möchte, kann dort genauer nachvollziehen, was es mit dem Todesengelprogramm auf sich hat. Wie immer bleibt H. Poschenrieder auch hier vielschichtig!

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