Das Spiel als früheste Form des zwischenmenschlichen Austauschs, als Möglichkeit Konflikte zu überwinden und aneinander zu wachsen. Das „echte Spiel“, wie es hier in zahlreichen Facetten und Lebenssituationen vorgestellt wird, als Gegenspieler zum durchgetakteten Lebensplan des heutigen Homo sapiens – der immer mehr zum Homo oeconomicus mutiert. Ein großartiges Angebot dieser beiden Autoren wieder etwas mehr von dem Homo ludens in uns zuzulassen.
Dieses Buch hilft innezuhalten, sich ein wenig zu besinnen und dabei ein wenig entspannt auf das zu schauen, was wirklich zählt im Leben. Und das ist sicher nicht das, was uns alle möglichen Interessenvertretern aus Politik, Wirtschaft und Kirche unterzujubeln versuchen. Dabei wird ein Bogen geschlagen von den Ursprüngen des Spiels, über seine vielfältigen Bedeutungen, aber auch unterschiedlichen Interpretationen (von Friedrich Nietzsche bis hin zu Wilhelm Schmid auf der einen sowie Friedrich Schiller u.a. auf der anderen Seite) bis hin zu aktuellen neurobiologischen Erkenntnissen.
Aufgrund der vielfältigen Betrachtungsweisen hat das Buch das Potential, Menschen spielend zu verbinden (und zwar in doppelter Hinsicht). Nach der Lektüre dieses Buches wird man ganz sicher das Spiel unserer Kinder / Enkelkinder (ganz allgemein: Menschkinder) mit anderen Augen sehen – und sich erinnern, und (mit)spielend (wenn auch möglichweise zunächst nur im Kopf) wieder zu dem zu werden, was wir ursprünglich einmal waren: spielende, neugierige Welterkunder, die gemeinsam passende Herausforderungen suchten – und so aneinander wachsen konnten.
(1.9.2018)

















