Christoph Ransmayr Cox

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Inhaltsangabe zu „Cox“ von Christoph Ransmayr

Ein farbenprächtiger Roman über einen maßlosen Kaiser von China und einen englischen Uhrmacher, über die Vergänglichkeit und das Geheimnis, dass nur das Erzählen über die Zeit triumphieren kann.

Der mächtigste Mann der Welt, Qiánlóng, Kaiser von China, lädt den englischen Automatenbauer und Uhrmacher Alister Cox an seinen Hof. Der Meister aus London soll in der Verbotenen Stadt Uhren bauen, an denen die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Zeiten des Glücks, der Kindheit, der Liebe, auch von Krankheit und Sterben abzulesen sind. Schließlich verlangt Qiánlóng, der gemäß einem seiner zahllosen Titel auch alleiniger Herr über die Zeit ist, eine Uhr zur Messung der Ewigkeit. Cox weiß, dass er diesen ungeheuerlichen Auftrag nicht erfüllen kann, aber verweigert er sich dem Willen des Gottkaisers, droht ihm der Tod. Also macht er sich an die Arbeit.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2018

    Bücher sind treu

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2018 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Da sich ja einige gewünscht haben, dass die Challenge auch in 2018 weiter geht, habe ich einen neuen Beitrag dazu erstellt. Die Regeln sollen so einfach wie möglich bleiben - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Die Sammelbeiträge werden ich dann hier im Startbeitrag verlinken, damit nicht jeder lange nach seinem Beitrag suchen muss. Jeder kann seinen Beitrag so gestalten wie er möchte, wichtig wäre nur am Anfang des Beitrages die Gesamtpunktzahl. Ich werde keine monatliche Auswertung der Punkte machen. Es wird dann Anfang 2019 wenn die Challenge vorbei ist eine Übersicht der Punkte geben. Eventuell werde ich auch schon mal eine nach einem halben Jahr machen, aber da möchte ich mich heute noch nicht festlegen. Wer seinen Punktestand zwischendurch wissen will, kann ja die Sammelbeiträge der anderen durchgehen und sieht wo er ungefähr steht.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2018 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2017 angefangen erst in 2018 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus (Achtung - die Seitenzahl hat sich geändert und es gibt eine Extra-Regel, damit man auch mal die dicken Wälzer zur Hand nimmt):  Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2018 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 300 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 500 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was über 800 Seiten hat, gibt es doppelte Punkte. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbücher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2018-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 10 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer:GrOtEsQuEArachn0phobiACode-between-lineshannipalannilisamnatti_ Lesemauskarinasophiejenvo82BuchgespenstFrau-AragornBuchperlenblogKymLucajala68BeustSomayatlowJanina84Frenx51KerdieChattysBuecherblogBellis-PerennisAkanthaWuschelMeeko81niknakkattiiIcemariposaTodHunterMoonglanzenteKleine1984MissB_schokoloko29Salander007LadySamira091062YolandejanakaHortensia13PMelittaMSomeBodyRitjaonce-upon-a-timepaevalillCurly84ReadingEmicarathisKuhni77FadenchaosSchluesselblumeeilatan123Steffi_Leyerermiau0815BettinaForstingerlinda2271lSutchyLarii-Mausierazer68nordfrauQueenSizeSommerkindtlieblingslebenStefanieFreigerichtdarkshadowrosesEnysBooksEcochi

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    • 259
  • Shí jiān

    Cox

    leselea

    29. October 2017 um 19:40

    Es gibt viele Gründe, warum ein Leser ein Buch zur Hand nimmt: Die einen suchen Unterhaltung und Zerstreuung, die anderen wollen Informationen oder Wissen über ein ihnen noch unbekanntes Thema erlangen. Auch die literarische oder philologische Analyse ist für einige die entscheidende Motivation zur Lektüre eines bestimmten Romans; manche greifen wiederum planlos ins Bücherregal und lassen sich vom Cover, Titel oder dem Autorennamen ansprechen. Bei Christoph Ransmayrs Roman Cox oder Der Lauf der Zeit möchte ich einen weiteren, sehr besonderen Grund hinzufügen und damit alle Unentschlossenen zur Lektüre dieser Geschichte auffordern: Entschleunigung! Denn Ransmayrs Geschichte über Alister Cox, einen englischen Uhrenmacher und Automatenbauer, der mit seinen Gehilfen zum Kaiser nach China reicht, um in der Verbotenen Stadt Uhren zu erschaffen, die das Verfliegen des Lebens und schließlich sogar die Dauer der Ewigkeit messen soll, wirkt nicht nur, wie aus der Zeit gefallen, sondern erzeugt beim Leser auch das Gefühl, während der Lesestunden in einem Zeitloch zu verschwinden, in dem alle Anforderungen und Pflichten des Alltags unhörbar werden. Diese außergewöhnliche Wirkung ist primär auf Ransmayrs Stil zurückzuführen: Durchaus anspruchsvoll, in hypotaktischen Sätzen und unter Hilfe vieler bildreicher Vergleiche und detaillierter Beschreibungen entführt der Autor einen in die fast schon märchenhaft anmutende Atmosphäre des untergegangenen chinesischen Kaiserreichs. Er lässt einen teilhaben an der Pracht und Machtfülle des fast gottgleich regierenden Herrschers, führt einen die Schönheit und Erhabenheit der chinesischen Landschaften vor Augen und bietet mit den beinah schon aberwitzig konstruierten Uhren einen Ausflug ins Fantastische. Selten war die Beschreibung von Lesen als ein Eintauchen in ferne Welten so passend wie bei Cox oder Der Lauf der Zeit – und das in vielerlei Hinsicht. Ransmayrs zarte Sprache und sein Blick für die Schönheit von Nebensächlichkeiten begeistert, ja beeindruckt und lässt erkennen, dass hier ein exzellenter Autor sein Handwerk mehr als nur versteht. Zudem trägt sein Talent gekonnt über den Fakt weg, dass Cox oder Der Lauf der Zeit kaum Handlung und eindeutig keinen Spannungsbogen aufweist. Man genießt es einfach, eine Geschichte zu Lesen, die kein Ziel und keinen Zweck verfolgt, langweilt sich vielleicht ein wenig, wenn die Beschreibungen in Redundanzen verfallen, taucht aber am Ende aus einer Erzählung auf, die rückblickend unwirklich, ja beinahe so, als wäre sie gar nicht gelesen worden, wirkt. Cox oder Der Lauf der Zeit ist die ideale Lektüre für den stressigen Alltag oder für besinnliche Wintertage. Wer der Hektik entfliehen oder sich einfach nur einen guten Roman gönnen will, der nichts von einem fordert, aber umso großzügiger gibt, der ist bei Ransmayrs Roman eindeutig an der richtigen Stelle!

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    • 3
  • Alister Cox Reise zu Kaiser Qiánlóng

    Cox

    Mellolette

    14. October 2017 um 21:50

    In diesem Werk von Christoph Ransmayr begleitet der Leser den englischen Uhrmacher und Automatenbauer Alister Cox nach China. Dieser wurde von Kaiser Qiánlóng, dem Herr über Zeit und Ewigkeit, eingeladen, Uhren nach seinen Vorgaben zu konstruieren. Begleitet wird Cox dabei von drei weiteren Männern aus seiner Firma, darunter auch sein Freund und Geschäftspartner Jacob Merlin. Schon die Ankunft in China steht unter keinem guten Stern, landen doch die Engländer im Hafen, als gerade ein Scharfrichter verurteilte Betrüger bestraft. Im Lauf des Romans erfährt man, was Cox zu dieser Reise bewegte, welche Aufträge er vom Kaiser erhält und ob er sie zu dessen Zufriedenheit erfüllen kann. Und man lernt An kennen, eine junge Frau, ein Mädchen, fast noch ein Kind und doch schon erwachsen, für die Cox ganz besondere Gefühle hegt.So gewaltig und dennoch filigran wie die Zeitmesser von Cox gebaut, ja fast schon in einem Schöpfungsakt in die Welt gebracht werden, ist auch Ransmayrs Sprache. Jedes Wort ist auf den Punkt, es gibt nichts Überflüssiges oder Ausuferndes. Wenn etwas brutal dargestellt werden soll, so findet der Autor harte, direkte Worte, soll eine Beschreibung hingegen zart sein, so ist jeder Satz so unendlich leicht, dass er etwas Flüchtiges an sich hat. Ransmayr ist einer der ganz großen sprachlichen Zauberer.

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  • Sprachlich speziell, gute Idee, aber zu lang

    Cox

    dominona

    05. October 2017 um 15:46

    Ein Uhrenmacher wird an den chinesischen Hof gerufen, um spezielle Uhren herzustellen, so zum Beispiel eine Uhr, die das Zeitgefühl eines Kindes oder eines dem Tod geweihten darstellt. Manchmal war mir die sprachliche Geschliffenheit fast zu viel und irgendwann hat auch der letzte verstanden, wie beeindruckend der Hof ist und dass man vorsichtig sein muss. Auch die Handlung um den Uhrmacher, der den Tod seiner Tochter verschmerzen muss, hat sich mir zu lange hingezogen. Ich hätte gerne mehr aus der Sicht seiner Frau gehört, was nur ein Mal kurz Erwähnung findet. 

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  • Fesselnd und nachdenklich

    Cox

    leserattebremen

    18. June 2017 um 14:54

    Cox ist englischer Automatenbauer und Uhrmacher und reist zum Kaiser nach China, weil er einen besonderen Auftrag hat. Er soll eine Uhr bauen, die das Leben eines Kindes nachempfindet. Dieser Aufgabe widmet Cox sich mit seinen Mitarbeitern mit voller Kraft, denn erst vor kurzem starb seine fünfjährige Tochter und so steckt er all seine Liebe in dieses Projekt. Doch bevor es fertig ist, entscheidet sich der Kaiser um, eine neue Uhr soll die Zeit eines zu Tode verurteilten messen können. Aber auch dieses Projekt kann er nicht abschließen, denn der Kaiser will von ihm eine ultimative Uhr, die die Ewigkeit misst, ein perpetuum mobile, dass niemals aufhört zu laufen. Cox ahnt, dass er sich mit diesem Projekt in Gefahr bringt, schließlich ist eigentlich der Kaiser Herr über die Zeit, doch verweigern kann er sich dem Auftrag auch nicht. Christoph Ransmayr schreibt in seinem Roman „Cox“ eine sehr einfühlsame und stimmungsvolle Geschichte über zwei Männer, auch wenn nur Cox wirklich auftritt. Er ist geflohen vor der Verzweiflung zu Hause nach dem Tod seiner Tochter und trifft jetzt auf den zweiten großen Mann in dieser Geschichte, den Kaiser von China, ein Mann von so unglaublicher Macht, dass ein falsche Wort reicht, um sein eigenes Todesurteil zu unterschreiben. Zwischen diesen beiden Positionen schafft der Autor eine Spannung und gleichzeitig eine Art unheilvolles Gleichgewicht, das ich sehr faszinierend fand. Cox muss einem nicht unbedingt sympathisch sein, um sich vor der Handlung und der Konstruktion der Geschichte gefangen nehmen zu lassen. Bei all dem lässt der Autor uns zeitlos, denn dies ist kein wirklich historischer Roman, ich habe es eher als eine Art beispielhafte Erzählung empfunden. Christoph Ransmayr hat mit „Cox“ einen herausragenden Roman geschrieben, der einen als Leser fesselt und bewegt und gleichzeitig nachdenklich macht. Ein tolles Werk, das ich jedem Lesefreund nur ans Herz legen kann. 

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    • 2
  • Sprachlich brilliant, inhaltlich flach

    Cox

    sk_bookworm

    08. June 2017 um 10:40

    Der Uhrmacher Alistair Cox wird an den kaiserlichen Hof nach China gerufen. Dort soll er spezielle Uhren bauen, Uhren, die noch nie so gebaut wurden und die beinahe unmöglich zu bauen sind. Alistair Cox und seine zwei Kollegen übernehmen die Verantwortung und stürzen sich in den Auftrag, eine Uhr zur Messung der Ewigkeit herzustellen. Das Thema Unendlichkeit fand ich spannend, deswegen habe ich mir das Buch zu Gemüte geführt. Sprachlich hat mich der Autor restlos überzeugt. Die Beschreibungen der Landschaft, des Landes und der Umgebung fand ich ü berzeugend. Durch die bildhafte Sprache wöhnte man sich selbst am kaiserlichen Hof. Auch der Umgang am Hof wurde nachvollziehbar erzählt. Erzählen kann der Autor, keine Frage. Die Handlung hat mich weniger überzeugt, hat mir doch alles in allem der Spannungsbogen gefehlt. Leider konnte die hervorragende Sprache die fehlende Handlung nicht ersetzen. Schade!

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  • Die Messung der Ewigkeit...

    Cox

    parden

    DIE MESSUNG DER EWIGKEIT...Der englische Uhrmacher Alister Cox folgt mit drei Gefährten einer Einladung des Kaisers von China, um in der Verbotenen Stadt Uhren nach den Vortellungen und Träumen eines allmächtigen Gottmenschen zu bauen. An einem Hof, der von Maßloisgkeit, zeremonieller Pracht und Angst beherrscht wird, soll der Meister aus London Uhren erschaffen, die das Verfliegen des menschlichen Lebens anzeigen - von den scheinbar endlosen Tagen eines Kindes bis zu denen eines zum Tode Verurteilten. Und schließlich fordert der Kasier ein Uhrwerk, das die Dauer der Ewigkeit messen soll..."Ein Mann, der sich Herr der Welt, Der Erhabene, Der Allerhöchste und Herr der zehntausend Jahre und mit so vielen, unzähligen, anderen Titeln und Namen himmelhoch über den Rest der Menschheit hinausheben ließ, würde ihm einen Wunsch vortragen, den er entweder erfüllen oder an dem er scheitern - und vielleicht sterben konnte. Denn was ein Herr der Welt und Herr der Horizonte wünschte, konnte nur ein Befehl sein, der weder Zögern noch Scheitern duldete." (S. 71)Für Alister Cox, einen der berühmtesten Uhrmacher des 18. Jahrhunderts, bedeutet die Einladung des Kaisers von China eine willkommene Gelegenheit, seinem traurigen Alltag zu entkommen. Seit dem Tod seiner kleinen, über alles geliebten Tochter Abigail und dem Verstummen seiner seither unnahbaren Frau entkommt Alister Cox den Schatten der Traurigkeit nicht mehr. Fremde, ferne Länder, dazu bislang noch unbekannte Aufträge des mächtigsten Mannes der Welt, die ihn in eine neue Arbeitswut stürzen würden, erscheinen dem Uhrmacher verlockend genug, um die Einladung anzunehmen.Doch bereits die Ankunft nach sieben Monaten einer von Stürmen zerrissenen Seereise macht deutlich, dass in diesem Land nicht nur Milch und Honig fließen. Als Alister Cox mit seinen Gehilfen von Bord geht, werden gerade siebenundzwanzig Steuerbeamten und Wertpapierhändlern auf Befehl des Kaisers die Nasen abgeschnitten. Und die Schiffsladung voller kostbarer Geschenke lehnt Qiánlóng ab - er wolle kein Spielzeug. Nein, der Kaiser wolle ihren Kopf."Unseren Kopf?, hatte Cox entgeistert gefragt und gespürt, wie ein kalter Schauer über seinen Rücken lief. (...) Ja, Ihren Kopf, hatte Kiang wiederholt und sich vor dem englischen Gast verbeugt: Ihren Kopf. Ihre Erfindungsgabe, Ihr Vorstellungsvermögen, Ihre Kunst, Mühlen für den Lauf der Zeit zu erschaffen. Mühlen?, hatte Cox gefragt. Uhren, hatte der Übersetzer seinen Fehler korrigiert und beide Hände zu einer entschuldigenden Geste gehoben, Uhren, Automaten, Meßgeräte, Maschinen..." (S. 32 f.)Běijīng ist das Ziel der Reise, und, fast unerhört, der Einzug der Europäer, dieser fremdländischen Langnasen, in die Verbotene Stadt. Dort werden die vier Uhrmacher mit den strengen Ritualen und Gesetzen der chinesischen Kultur bekannt gemacht. Eindringlich werden  die Gäste beschworen, sich an die Prämisse zu halten, nichts zu sehen oder zu hören, was nicht für ihre Augen und Ohren bestimmt ist und sich an die Gepflogenheiten des Landes zu halten. Als schließlich der Kaiser nach Alister Cox verlangt, beginnt dieser erneut zu frösteln. Was mag dieser allmächtige Herrscher von ihm wollen?'Wie schnell die Zeit vergeht' - mit diesem Satz empfängt Qiánlóng den brühmten Uhrmacher. Profane Worte, und doch wird Cox rasch klar, welcher Wunsch sich dahinter verbirgt. Der Kaiser will, dass Cox eine Uhr fertigt, die das wechselnde Tempo der Zeit anzeigt - die Stunden, die im Liebesglück so rasch verstreichen, die mühselig in Sekunden tropfende Zeit, wenn etwas sehnlichst erwartet wird, die einschläfernde Langeweile im zähen Zeitenbrei, die Beschleunigung der Zeit mit jedem verstrichenen Jahr des Lebens. Alles vereint in einem kunsvoll arrangierten Werk. Cox meistert diese Aufgabe scheinbar mühelos, und auch der nächste Wunsch des Kaisers versetzt ihn nicht in Erschrecken: eine Uhr für Todgeweihte, für alle, die das Datum ihres Todes kennen, das Ende ihres Lebens unabweisbar kommen sehen. "Meister Alister Cox, sagte Kiang, solle das Privileg genießen, Anschauungsmaterial für sein neues Werk im Vorhof des Todes zu sammeln, in jenem Gefängnis, in dem die verantwortungslosen Ärzte ihre Henker erwarteten. (...) Er brauche solche Besuche nicht, sagte Cox, schließlich würden auch in London Menschen gehängt, geköpft, verbrannt und ertränkt und müßten erdulden, wie die Zeit bis zu ihrer letzten Qual zerrann. (...) Cox habe etwas mißverstanden, sagte Kiang, und Mißverständnisse könnten zu jeder Lebenszeit gefährlich werden, dieser Besuch, das sei kein Vorschlag des Erhabenen gewesen, kein bloßer Wunsch, sondern sein Wille." (S. 107)Doch der letzte Wunsch des Kaisers versetzt Cox gleichzeitig in Ekstase und in Angst. Eine Zeitlose Uhr solle der Engländer entwickeln, ein Uhrwerk, das die Ewigkeit misst, das über alle Menschenleben hinweg weiterschlägt. Schon lange träumen Cox und seine Gehilfen von solch einem Werk, dem unmöglich scheinenden Perpetuum mobile. Und nun ist es der Kaiser von China, der eben diesen Gedanken gefasst hat. Und die Uhrmacher begeben sich erneut an die Arbeit, experimentieren, verwerfen, konstruieren. Doch kann dieses Vorhaben gelingen? Und wenn - was kann daraus resultieren?"Selbstmord! Es war Selbstmord, eine Uhr für die Ewigkeit zu bauen, eine Uhr, die ihre Stunden aus dem Inneren der Zeit in die Zeitlosigkeit schlug. Wußten die Engländer denn nicht, daß der Herr der zehntausend Jahre nicht nur über die Zeit gebot, sondern die Zeit w a r (...)? Und eine Uhr, wie die Engländer sie (...) erschaffen wollten, eine Uhr, die diesen Kaiser überragen sollte, sich über seine Tage hinaus drehte, und auch ihn am Ende als bloßen Statisten eines übergeordneten Zeitenlaufs erscheinen ließ, mußte doch wohl mit dem Anspruch verbunden sein, dauerhafter, größer zu sein als er selbst. Dauerhafter als der Herr über die Zeit, der dadurch zu einem Menschen, einem von vielen, schrumpfte. (...) Glaubten die englischen Gäste im Ernst, daß der Erhabene oder sein Hof eine solche Erniedrigung, einen solchen Frevel zulassen würden?" (S. 241 f.)Zwei Kulturen begegnen sich hier, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Ein feiner Balanceakt zwischen Gnade und Untergang beginnt mit dem Betreten des Landes, die Abhängigkeit vom Wohlwollen des Kaisers wird mit jeder Zeile deutlicher. Frappant das Erleben der Gleichzeitigkeit der Schöngeistigkeit des Kaisers, der Gedichte schreibt, sich mit hübschen Frauen umgibt, die Natur liebt und Uhren sammelt, und der barbarischen Willkürlichkeit, der Grausamkeit auf einen einzelnen Wink hin, der Allgegenwärtigkeit von Folter und eines grausemen Todes. Das Phänomen von Zeit und Ewigkeit schwebt durch die Zeilen des Romans, wird in allen Facetten wort- und bilderreich betrachtet. Die Personen haben historische Vorbilder, wie das Nachwort verrät (so gab es beispielsweise tatsächlich einen Uhrmacher namens Cox, dessen Werke bis heute in den Pavillons der Verbotenen Stadt in Běijīng zu sehen sind, der aber selbst nie in China war), die Handlung jedoch ist frei erfunden. Von den Uhren, die in dem Roman facettenreich und bis ins kleinste Detail beschrieben werden, hat der wahrhaftige Cox eine einzige tatsächlich erbaut - die anderen scheinen dem Geist des Autors entsprungen zu sein, und allein dafür zolle ich ihm Hochachtung.Die sorgfältige Recherche Ransmayrs hinsichtlich des Hofzeremoniells und der Darstellung der Hofgesellschaft sowie der Lebensrealität der Bevölkerung ist dem Roman anzumerken. Episch ist die Erzählung angelegt, detailverliebt, minutiös, bildhaft, manchmal ein wenig langatmig. Doch wenn man sich einmal eingelassen hat auf den Schreibstil, tragen einen die geschliffenen, langverschachtelten Sätze wie im Traum durch die Geschichte. Da fallen die Handlungsarmut im Mittelteil des Romans sowie einige Wiederholungen von Gedanken über das Wesen der Zeit nicht großartig ins Gewicht.Ein entschleunigtes Lesen bescherte mir dieser Roman, der eine ungebrochene Konzentration erfordert, um die sprachgewaltigen Sätze nachvollziehen zu können. Mehr als ein Kapitel am Stück habe ich daher nie gelesen, so dass das Werk mich einige Wochen lang begleitet hat. Doch genossen habe ich die Lektüre allemal.© Parden

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    • 12
  • Ein Buch zum Gedanken schwelgen lassen

    Cox

    Lit-Trip

    03. May 2017 um 11:40

    Allister Coy ist ein weltweit bekannter Uhrenmacher und Automatenbauer. So wird er und drei seiner besten Mitarbeiter vom diktatorischen Kaiser von China Qiánlóng in sein Reich eingeladen. Sie sollen für ihn ganz besondere Uhren bauen, welche genau wissen sie allerdings noch nicht. Nach dem Tod seiner Tochter Abigail und dem Rückzug seiner Frau Faye, sieht Cox diese Reise als eine Art Ablenkung, um Abstand zu gewinnen, seine Gedanken zu ordnen und Klarheit zu gewinnen. Als Cox von den extraordinären Wünschen des Kaisers in Kenntnis gesetzt wird, entwickelt er eine gewisse Verbindung zum sonst so unerreichbaren Herrscher. Während der Arbeit an den kaiserlichen Uhren verwickelt er sich mehr und mehr in die Pfade seiner Erinnerungen, die Uhren werden mehr und mehr zum Filter seiner Gedanken. Ganz besonders das finale Uhrwerk lässt ihn melancholisch werden und ihn und seine Kollegen in Gefahr geraten.Ein wunderschönes Buch zum Entspannen und Dahinschwelgen. Action und Thrill sollte man nicht erwarten, denn die Geschichte ist sehr ruhig und bewegt sich nur langsam. Doch genau das ist das faszinierende an diesem Buch! Der Schreibstil ist einfach grandios: wunderschön, eigentlich sogar schon poetisch! Ich habe mich gefühlt als würde ich selber in einer leicht wiegenden Sänfte durch die atemberaubenden und beruhigenden Landschaften Chinas getragen werden. Die Atmosphäre war wie in noch keinem anderen Buch, das ich jemals gelesen habe, einfach einzigartig. Der Autor hat es verstanden, die Zeit auch für den Leser langsamer werden zu lassen. Ich wollte jedes Wort einfach nur einsaugen und ganz langsam in meinen Gedanken zergehen lassen. Allister Cox war noch dazu ein überaus interessanter Charakter mit viel Persönlichkeit. Er zeigt sowohl gute, als auch eher schlechte Facetten - was ihn aber umso realer und menschlicher werden ließ. Mir hat es Spaß gemacht, ihn auf seinen oftmals sehr tiefgründigen Gedankengängen zu begleiten. Alles in allem, war dieses Buch ein einziger Genuss, wie eine zarte Schokopraline, die auf der Zunge zergeht.

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  • Die Zeitlosigkeit der Ewigkeit

    Cox

    sapperlot

    23. April 2017 um 07:55

    Vom Feuilleton letzten Herbst/Winter hoch gelobt hat das Buch auch Einzug bei mir gehalten. Als einfacher Leser aus dem Volke kann ich die Meinungen der studierten Literaturkritiker längst nicht immer nachvollziehen. Dieser Roman hat aber meine Erwartungen erfüllt und ich kann mich den medialen Ovationen, mit ein oder zwei Abstrichen, durchaus anschliessen.Bereits auf den ersten Seiten macht sich der kultivierte Erzählstil von Ransmayr bemerkbar. Das ist ein ganz anderes Sprachniveau als bei meinen vorherigen Lektüren die zumeist Krimis und somit sprachlich von eher einfacher Natur waren. Dennoch hatte ich nie das Gefühl, dass mich dieser durchaus anspruchsvolle Stil überfordern würde. Der Einstieg in die Geschichte gelingt problemlos und ich folge zusammen mit dem Uhrmacher Cox und seinen Kompagnons an den chinesischen Hof bzw. in deren erweitertes Umfeld der verbotenen Stadt. Dort müssen sie im Auftrag des göttlichen Kaisers drei höchst ungewöhnliche Zeitmesser konstruieren. Wobei Zeit je nach Situation oder Lebensabschnitt gefühlt langsam oder auch schnell fliessen kann. Die ersten zwei feinmechanischen Kunstwerke mit ungewöhnlichem Antrieb finden Anklang und der dritte Chronograph soll nichts geringeres sein als das Perpetuum Mobile, die ewig laufende Uhr. Aber welche Energiequelle kann das Räderwerk einer nie still stehenden Uhr antreiben und in Gang halten?Die Kernhandlung wird mit dem höfischen Leben und Sterben des Kaisers von China, dem Herr der zehntausend Jahre ausstaffiert und es wird auf die persönliche Lebenssituation von Cox eingegangen. Die Erzählung endet nach genau 300 Seiten und dies ist der Beleg dafür, dass Ransmayr dieses Werk nicht unnötig ausufern lässt sondern die Geschichte in einer vernünftigen Länge erzählt.Ich habe gesehen, dass die Lesermeinungen zu diesem Roman weit auseinander gehen. Vom Meisterwerk bis zum entnervten Leseabbruch ist alles vorhanden. Ich persönlich halte es aus dem Grund für kein Meisterwerk, da die Ästhetik der Sprache der Handlung Lebendigkeit entzieht und es wird zu viel Gewicht auf Nebensächlichkeiten gelegt. Dies sind aber zwei ganz persönliche Kritikpunkte für einen ansonsten lesenswerten Roman.

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  • Sands of time

    Cox

    The iron butterfly

    17. April 2017 um 18:18

    Der englische Uhrmacher Alister Cox trauert um seine kleine Tochter Abigail. Abigail, die in ihm durch ihre kindliche Art viele Erinnerungen an die offenen Augen der eigenen Kindheit wachwerden ließ und seine Kunst so maßgeblich durch ihre Fantasie bereicherte. Aber Cox trauert auch um den Verlust seiner Kindfrau Faye, die seit dem Tod der kleinen Abigail verstummte. Ein tragischer Moment nahm ihm alles, alles was sein Leben und seine Kunst bereicherte. So kommt der Auftrag vom anderen Ende der Welt gerade recht und Cox folgt zusammen mit dem Silberschmied Aram Lockwood und den Feinmechanikern Balder Bradshaw und Jacob Merlin der Einladung des Kaisers von China, um in der Verbotenen Stadt Uhren zu bauen. Bereits bei der Ankunft wird den vier Gefährten deutlich, dass es sich hier nicht nur um einen handwerklich anspruchsvollen Auftrag handelt, sondern auch um einen Dienst auf Leben und Tod. Der Übersetzer Joseph Kiang macht ihnen eins ums andere Mal bewusst, dass ihr Auftraggeber nicht einfach nur ein Herrscher über ein Land ist, sondern ein von allen verehrter und gefürchteter Übermensch ist. Qianlong herrscht über die Zeit selbst, denn er bestimmt ihren Verlauf, er beendet und schenkt Leben. In dieser vom Despoten Qianlong geprägten Atmosphäre lernen die Handwerker aus dem fernen London die Pracht des Hofes mit all ihren Facetten kennen. Prächtige Krieger, bezaubernde Schönheiten, dekadenten Reichtum, fremde Speisen und Gebräuche sowie den langen Schatten der Chinesischen Mauer. Als „der Herr über zehntausend Jahre“ seinen ersten Auftrag ausspricht, eine Uhr zu erschaffen, die die kindliche Unbeschwertheit versinnbildlicht, gibt es kein Metall, keinen Edelstein, der nicht im Übermaß zur Verfügung gestellt werden kann. Die Handwerker sehen zu Cox auf, der mit diesem ersten Auftrag auf seine Trauer um Abigail zurückfällt und diese in die Verarbeitung der Uhr einfließen lässt. Auch die nächsten Aufgaben, nämlich die Herstellung einer Uhr, die die Zeit bis zum Tode eines Verurteilten zeigt oder das Uhrwerk, das die Dauer der Ewigkeit messen soll, fordern die versierten Uhrmacher in allen Belangen. Christoph Ransmayr ist wohl einer der größten Erzähler unserer Zeit. Seine Fantasie beschreibt feinste Details, die so wirklich und greifbar erscheinen, als hätte er jeden Augenblick, jeden Moment der Geschichte selbst erlebt. Um jedoch diese unbeschreiblich mächtige Ausarbeitung aufnehmen zu können, sollte man vom Speedreading absehen und sich seinen Sätzen mit Hingabe widmen. Dieses Buch kann nicht einfach nur gelesen werden, es muss wie eine edle Praline auf der Zunge zergehen.

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    • 3
  • Die Uhr, die die Unendlichkeit des Seins anzeigt

    Cox

    Buchperlenblog

    Ich liebe die asiatische Kultur, ich liebe alles, was sich mit der Tradition, dem Glauben und dem Leben auf diesem Kontinent beschäftigt. Kein Wunder also, dass dieses Buch seinen Weg zu mir gefunden hat. InhaltDer Inhalt ist schnell zusammengefasst. Der Uhrmacher Alister Cox und vier seiner Gehilfen aus England werden vom Kaiser von China in sein Reich gerufen, beautragt, die unterschiedlichen Läufe der Zeit darzustellen. Wie verläuft die Zeit für ein Kind? Wie für einen zum Tode Verurteilten?Während ihrer Arbeit werden sie immer wieder unterbrochen; der Kaiser, der Herr über zehntausend Jahre, wünscht etwas anderes. Schlussendlich sollen sie eine Uhr bauen, die die Unendlichkeit anzeigt, die, einmal in Gang gesetzt, nie wieder stillsteht, bis ans Ende aller Tage. Überschattet wird die Geschichte von den Erinnerungen an den tragischen Verlust Cox' in England, der seine geliebte Tochter verlor und seine Frau verstummen ließ. Was dieses Buch ausmacht, ist nicht allein die Geschichte, die es erzählt, sondern wie sie erzählt wird. MeinungIch habe dieses Buch wirklich sehr genossen, der Stil des Autors ist brillant. Das Buch kommt fast gänzlich ohne die wörtliche Rede aus, fast alles erfährt man durch einen allwissenden Erzähler. Die Geschichte an sich ist faszinierend, werden wir doch tief in das Reich der Mitte gezogen und erleben mit den Uhrmachern aus England ein völlig unbekanntes Land mit seinen Sitten, Gebräuchen, Traditionen und vor allem Geboten und Verboten. Sei es Beijing, die Verbotenen Stadt, Hauptsitz des Reiches, in der unsichtbare Trennwege und Linien vorschreiben, wo man zu gehen hat; oder sei es in Jehol, in der Sommerresidenz des Kaisers, in der es weder Richter noch Anklagen gibt, in der das Verbrechen kein Recht hat zu existieren. Die Zeit selbst scheint in dieser Geschichte immer wieder ihren Lauf zu unterbrechen, sich zu verändern. Man gerät in einen Sog, aus dem man nur schwerlich wieder herauskommt, wenn man sich einmal auf den Stil des Buches eingelassen hat. Es ist eines der ruhigen Bücher, ruhig auch dann, wenn es von brutalen Strafen erzählt, aber in keiner Weise flach oder gar langweilig. Fasziniert habe ich von Anfang bis Ende die Geschichte verfolgt. Wird die Uhr fertiggestellt werden, die sich über den Herrscher der Zeit, über den Kaiser erhebt? Und wie wird der Kaiser mit eben Jenen verfahren, die sich, um diese Uhr zu bauen, ja wohl auch über ihn erheben? Das Ende an sich hält auch noch eine kleine Überraschung bereit. FazitFür mich ein perfektes Buch, dass durch seine sprachliche Gewandtheit besticht und mir ein paar sehr schöne Lesestunden beschert hat.

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    • 6
  • Des Kaisers neue Uhren

    Cox

    Fornika

    28. December 2016 um 17:09

    Alistair Cox, der weltbeste Spielzeug- und Uhrmacher, hat den weiten Weg von England nach China auf sich genommen, denn dort wartet ein besonderer Kunde auf ihn: der Kaiser höchstpersönlich. In der verbotenen Stadt soll Cox mit seinen Gehilfen wahrhaft kaiserliche Uhren bauen und der Zeit ganz nebenbei ein Schnippchen schlagen. Christoph Ransmayr nimmt den Leser mit in die mystische und prunkvolle Atmosphäre der kaiserlichen Stadt. Die zahlreichen Regeln und Vorschriften werden für die Engländer zwar verbogen und gebeugt, trotzdem bleibt die zurückhaltende Stimmung erhalten. In der Verbotenen Stadt darf sich nur einer frei bewegen – der Kaiser – auch sonst ist der Alltag von vielen Zwängen beherrscht. Die Uhrmacher sind völlig fehl am Platze und werden nur geduldet – zwar höflich umsorgt, aber nur geduldet. Cox hat zusätzlich noch mit persönlichen Schicksalsschlägen zu kämpfen und sieht die Aufträge des Kaisers bald als lebensverändernde Aufgaben an. Ransmayr zeichnet seine Charaktere ganz zart, trotzdem sind sie stark genug um die schon fast märchenhafte Geschichte zu tragen. Cox beschäftigt sich naturgemäß viel mit der Zeit und stellt dazu viele fast schon philosophische Betrachtungen an. Diese Gedankenspiele machten für mich den großen Reiz des Buches aus. Zusammen mit dem wunderbaren, subtilen Erzählstil, ergibt Cox eine lesenswerte Mischung, die den Leser schnell in ihren Seiten gefangen nimmt; bis der die Zeit beim Lesen völlig vergisst.

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  • Leserunde zu "Datengrab" von Christiane Bogenstahl

    Datengrab

    Bogenstahl

    Meine erste Leserunde! Ach ja und …Mein erstes Buch! :-) Liebe Leute, „Datengrab“ ist mein Romandebüt.  Seit Ende  Oktober 2016 könnt ihr den 445 Seiten starken Roman im Handel kaufen. Viele berufliche und private Erfahrungen sind hineingeflossen. Aber nein! Es war kein Alleingang. Gemeinsam mit Reinhard Junge, den einige fleißige Leser/Innen sicher kennen („Klassenfahrt“, „Ekel von Datteln“, etc.) habe ich fast ein Jahr liebevoll mit ihm gestritten, gespottet, geplottet und geschrieben. Dabei haben wir eine bereits bestehende Romanreihe ins moderne Zeitalter überführt. Worum geht’s im Buch?  (Copy & Paste ist mein Freund: Zusammenfassung frisch für euch von der Grafit-Webseite geklaut. ;-)) Machtmissbrauch, Datensicherheit und Universitätsfilz Für Kameramann Klaus-Ulrich Mager kommt es doppelt hart. Im ehemaligen Kleingarten seiner Eltern wird eine skelettierte Leiche gefunden und sein Vater ist der Hauptverdächtige. Das schädigt nicht nur den Ruf der Familie, sondern sorgt vor allem für Probleme im Job. Magers Mitarbeit beim Fernsehteam PEGASUS steht vor dem Aus. Zeitgleich ermittelt Sohn Kalle mit Freundin und IT-Expertin Simone am Kopula-Institut der Uni Duisburg-Essen: Wo ist die Doktorandin Lea Bennsdorf? Schnell zeigt sich, dass an dem renommierten Institut nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Beim Fleddern alter Datengräber schrecken Kalle und Simone einen mächtigen Gegner auf – und plötzlich müssen sie um ihr eigenes Leben bangen. Bissig, witzig, hintergründig – ein neuer Fall für das Kult-Team PEGASUS! Zum Trailer: Sieht sehr düster aus, aber es gibt doch einiges zum Lachen im Buch. Versprochen! ;-) Born to be root? Du willst teilnehmen? Die Bewerbungsaktion läuft bis zum 30.11.2016. Diejenigen von euch, die mir in einer oder mehreren der unten stehenden Rubriken etwas besonders Spannendes, Witziges oder Gehaltvolles hinterlassen, werden die auserwählte Leser, die ein Buch geschenkt bekommen. Ich werde selbst rege an den Diskussionen teilnehmen und freue mich schon sehr auf eure Kommentare. ·  Machtmissbrauch an Universitäten  ·  EDV / IT in Büchern: Top oder Flop? ·  OMG! Fragen, die man sonst nicht stellt ... Der autarke und liebenswerte Grafit-Verlag haut für diese Aktion spendabel 10 Bücher aus dem Ärmel. Der Versand erfolgt „asap“ (also; as soon as possible). Damit der mutige, kleine Verlag nicht umsonst „geschröpft“ wird, seid ihr bereit, bis zum 07.01.2017 eine Rezension zu schreiben. Und wer ist diese Bogenstahl? Shit happens! Vorname Christiane, Weihnachten 1973 geboren - und trotzdem Atheistin geworden. Im Gegensatz zu vielen anderen in meinem Alter habe ich kein Haus, kein Auto – und, ja, nicht mal Kinder. Aber dafür besitze ich 250 ccm auf zwei Rädern, habe treue Freunde und jede Menge Spaß am Leben. Ich springe freiwillig aus Flugzeugen, campe im Dschungel und esse aus Überzeugung keine Tiere. Darüber hinaus bin Fan von Mr. Spock, dem Dalai Lama und zamonischer Literatur. Wenn ich nicht gerade schreibe oder meinen Freizeitaktivitäten nachgehe, arbeite ich als IT-Projektleiterin in einem lobenswert menschenfreundlichen Unternehmen in Essen.    

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  • Vom steten Lauf der Dinge

    Cox

    LibriHolly

    05. December 2016 um 17:24

    Mal fließt sie langsam und gemächlich dahin, mal vergeht sie rasend schnell. Mal scheint sie sich unendlich auszudehnen, dann zieht sie sich wieder aufs äußerste zusammen. Mit fortschreitendem Lebensalter scheint sie immer schneller zu vergehen. Die Rede ist von der Zeit. Niemand vermag sie anzuhalten, keiner zu beeinflussen, keiner zu stoppen. Sie fließt dahin, vergeht unbarmherzig. Zeit – ein Phänomen, das die Menschen schon seit jeher bewegt. Wer hat ihn nicht schon einmal geträumt, diesen unsäglichen Traum von der Ewigkeit. Doch unaufhaltsam rinnt sie dahin, unsere Lebenszeit. Und wenn es eine Gewissheit gibt im Leben und auf Erden, so ist es unsere eigene Endlichkeit. Eine unumstößliche Tatsache, für manchen schwer zu akzeptieren, erst recht, wenn man der Kaiser von China, der vermeintlich mächtigste Mann der Welt ist, dem Titel nach alleiniger Herr über die Zeit.Und so lädt Qiánlóng, der vierte Kaiser der Qīng-Dynastie, „Herr der zehntausend Jahre“, den englischen Automatenbauer und Uhrmacher Alister Cox an seinen Hof ein. „Der Kaiser wollte, daß Cox ihm für die fliegenden, kriechenden oder erstarrten Zeiten eines menschlichen Lebens Uhren baute, Maschinen, die gemäß dem Zeitempfinden eines Liebenden, eines Kindes, eines Verurteilten und anderer, an den Abgründen oder in den Käfigen ihrer Existenz gefangenen oder über den Wolken ihres Glücks schwebenden Menschen den Stunden- oder Tageskreis anzeigen sollten – das wechselnde Tempo der Zeit.“ (S. 83) Was zunächst für Cox und seine Gefährten kein größeres Problem darzustellen scheint, lediglich eine neuerliche Herausforderung, entwickelt sich schnell zu einem riskanten Unterfangen. Denn der Kaiser wird immer maßloser in seinen Wünschen und so fordert er eines Tages den Bau eines ganz besonderen Zeitmessers: „Eine Uhr für die Ewigkeit. Die Uhr aller Uhren. Perpetuum mobile…“ (S. 217) Und auch wenn Cox um die Unmöglichkeit eines solchen Wunsches weiß, macht er sich ans Werk, denn einem Kaiser widerspricht man nicht. Mit „Cox oder Der Lauf der Zeit“ führt uns Christoph Ransmayr tief hinein in die Welt des alten Chinas, hinein in die verbotene Stadt und an den Hof eines allmächtigen Despoten. Ein Ort, an dem man nur allzu schnell seinen Kopf verliert, an dem man niemanden trauen kann. Ein Ort, absoluter Schönheit und zur Schau getragenen Reichtums, aber auch unsäglicher Ängste, Schmerzen und Qualen. Ein Ort strenger Regeln, Riten, Sitten und Bräuche, über die sich nicht einmal ein Kaiser so einfach hinwegsetzen kann, ohne dabei Misstrauen und Unmut zu erzeugen. Ein meisterliches Spiel mit der Zeit, der Geschichte, historischen Fakten und Figuren, über das wir bei aller Begeisterung nicht vergessen dürfen, dass es sich nur um einen Roman handelt, um reine Fiktion. So hat der wahre, der historische Uhrenbauer James Cox, der für die Figur des Alister Cox als Vorbild diente, chinesischen Boden nie betreten. Der Kaiser und er sind sich nie begegnet, auch wenn zahlreiche seiner Werke noch heute in den Pavillons der Verbotenen Stadt zu sehen sind. Allein die Liebe und Leidenschaft zur Kunst der Zeitmessung verband die beiden über Kontinente hinweg. Mit „Cox oder Der Lauf der Zeit“ hat einmal mehr einer der großen Fabulierer unserer Tage sein Können unter Beweis gestellt. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, über uns, das Leben, den Gang der Dinge und den Lauf der Zeit. Denn unerbittlich schlägt er, der Takt der Zeit, gibt uns täglich unseren Rhythmus vor. Mal schneller und mal langsamer. Und wer weiß, vielleicht sind es am Ende nur unsere Worte und Taten, die die Zeit zu überdauern wissen, wenn überhaupt.   „…selbst wenn ein Mensch sich im Glauben wiegt, Herr über die Zeit zu sein, beginnt sie doch mit jedem verstrichenen Jahr seines Lebens, während so vieles an ihm träger und langsamer wird, rascher zu fließen. Kaum hat er seine Liebsten um sich versammelt, um mit ihnen einen Festtag zu begehen, ist ein weiteres Jahr verflogen, und er beginnt allmählich, dem Verurteilten ähnlicher zu werden, der den Tag seiner Hinrichtung erwartet.“ (S. 80 f) Und wenn wir das nächste Mal einer Schnecke begegnen, dann sollten wir immer daran denken, dass sie in China als Zeichen für Reichtum und Glück steht.  „Denn nur wer den Luxus der Langsamkeit genießen konnte, durfte sich in dem Traum wiegen, das kostbarste aller menschenmöglichen Güter zu besitzen. Zeit.“ (S. 270) (Bei diesen Worten fühlte ich mich an meine Kindheitstage und an die Geschichte von „Momo“ von Michael Ende erinnert, nur waren es hier die Schildkröten.)

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  • Gelungener Gegenwartsroman

    Cox

    Curin

    28. November 2016 um 16:46

    Cox, der wohl beste Uhrmacher und Automatenbauer seiner Zeit, wird nach China beordert. Dort beauftragt Kaiser Qianlong ihn und seine Gefährten, außergewöhnliche Uhren zu erschaffen, an denen unterschiedliche Geschwindigkeiten verschiedener Zeiten ablesbar sein sollen. Ausgestattet mit den wertvollsten Materialien machen sich die Engländer an das Werk.Doch dann fordert der Kaiser das Unmögliche: Eine Uhr, die selbst die Ewigkeit misst und auch noch existiert, wenn alles vorüber ist... . Dieses Buch entführt den Leser von Anfang an in eine andere Zeit und in eine Welt, die der unseren gleicht, aber doch sehr exotisch und phantastisch gestaltet ist. In Ransmayrs China liegen Überfluss und Mangel haarscharf nebeneinander. Während die Begünstigten des Kaisers in Sänften getragen werden, müssen niedere Sklaven Bequemlichkeiten wie diese ermöglichen. Der Kaiser selbst wirkt anfangs unnahbar und wenig greifbar für den Leser. Er wird wie ein göttliches Wesen verehrt und niemand darf ihn und seine Entscheidungen in Frage stellen. Doch etwas lässt ihn nach und nach doch noch menschlich wirken: Er vertieft sich wie ein Kind in die seltsamen und phantastischen Apparate der Uhrmacher und scheint an ganz normalen Dingen wie dem Spaziergang im Schnee mit einer Frau Gefallen zu finden. Cox dagegen ist eine Figur, die einerseits mit handwerklichem Geschick beeindruckt, aber andererseits in ihrem Schmerz gefangen zu sein scheint. Man merkt, wie er im Verlauf der Handlung immer mehr die Gesellschaft und ihren Kaiser versteht und langsam zu realisieren beginnt, wie nah dort Gunst und Missgunst beieinander liegen und wie schnell sich das Wohlwollen des absoluten Herrschers, dem man nicht einmal ungestraft in die Augen sehen darf, wandeln kann. Das große Thema Zeit findet sich auf allen Ebenen der Handlung wieder und ist nicht nur auf die Uhren und deren Lauf beschränkt. Zeit wird auch als etwas Individuelles definiert. Es kommt immer auf den Betrachter an, der ihre Geschwindigkeit je nach Anlass ganz anders wahrnimmt. Die Chronologie wird immer wieder durch die Erinnerungen von Cox durchbrochen, der an die gemeinsame Zeit mit seine Frau und seiner verstorbenen Tochter in England zurück denkt und dieses Zeitgefühl mit in seine Gegenwart und in seine Arbeit hinein nimmt. Mit der selben Präzision, mit der die Uhrmacher jede Kleinigkeit an ihren Werken ausarbeiten und veredeln, erzählt Ransmayr die Gegebenheiten in der verbotenen Stadt, die Arbeit an den verschiedenen Uhren und Automaten und um den Kaiser selbst. Als Leser bekommt man eine gute Vorstellung von allem und kann sich kaum von der Handlung lösen, weil man wissen möchte, wie die nächste komplizierte Aufgabe von den Engländern gelöst wird. An manchen Stellen wird die sonst sehr feine und poetische Sprache durch eine doch etwas derbe Umgangssprache ersetzt. Dieses Verfahren ist an den jeweiligen Punkten aber durchaus passend gewählt. Insgesamt ist ,,Cox oder Der Lauf der Zeit" ein gelungener und auch unterhaltsamer Roman der Gegenwartsliteratur, indem Ransmayr sein ganzes Können abruft und den Leser mit einer wunderbaren Handlung begeistert.

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