Cox

von Christoph Ransmayr 
4,0 Sterne bei75 Bewertungen
Cox
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Erzählt in wunderschöner Sprache von einem gottähnlichen, grausamen Kaiser und einem genialen Uhrmacher. Verführt zum Langsam-Lesen;-)

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Ja, kurz ist die Zeit und sie ist begrenzt, das stellt auch der Kaiser von China fest!

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Inhaltsangabe zu "Cox"

Ein farbenprächtiger Roman über einen maßlosen Kaiser von China und einen englischen Uhrmacher, über die Vergänglichkeit und das Geheimnis, dass nur das Erzählen über die Zeit triumphieren kann.

Der mächtigste Mann der Welt, Qiánlóng, Kaiser von China, lädt den englischen Automatenbauer und Uhrmacher Alister Cox an seinen Hof. Der Meister aus London soll in der Verbotenen Stadt Uhren bauen, an denen die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Zeiten des Glücks, der Kindheit, der Liebe, auch von Krankheit und Sterben abzulesen sind. Schließlich verlangt Qiánlóng, der gemäß einem seiner zahllosen Titel auch alleiniger Herr über die Zeit ist, eine Uhr zur Messung der Ewigkeit. Cox weiß, dass er diesen ungeheuerlichen Auftrag nicht erfüllen kann, aber verweigert er sich dem Willen des Gottkaisers, droht ihm der Tod. Also macht er sich an die Arbeit.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596522064
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:24.10.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 27.10.2016 bei Argon erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Habichtvor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Ja, kurz ist die Zeit und sie ist begrenzt, das stellt auch der Kaiser von China fest!
    Christoph Ransmayr erzählt seine „Zeitgeschichte“ in einer wunderbaren Sprache!

    Christoph Ransmayr: Cox oder Der Lauf der Zeit
    Dieser Roman des österreichischen Autors ist höchst interessant, geht es doch um die Zeit, die vermeintlich niemand von uns hat. Ja, kurz ist die Zeit und sie ist begrenzt, das stellt auch der Kaiser von China fest und wünscht sich von dem englischen Uhrmacher eine Uhr, die ohne Antrieb, die Zeit anzeigt. Cox reist mit Gehilfen in das Land der aufgehenden Sonne und beginnt diese Uhr zu konstruieren. Die Zeit vergeht und der Bau der Uhr, die ein Uhrwerk hat, „das die das die Sekunden, die Augenblicke, die Jahrtausende und weiter, die Äonen der Ewigkeit messen konnte und dessen Zahnräder sich noch drehen würden, wenn seine Erbauer und alle ihre Nachkommen und deren Nachkommen längst wieder vom Angesicht der Erde verschwunden waren.“ Aber ist so eine Uhr wirklich sinnvoll? Christoph Ransmayr erzählt seine „Zeitgeschichte“ in einer wunderbaren Sprache, von der man sich wünscht, dass sie, wie die gewünschte Uhr, bis in aller Ewigkeit bestehen bliebe, wenn man diese tatsächlich …!

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    Hellena92s avatar
    Hellena92vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Wunderschönes, ja fast mag ich sagen Märchen, welches sich in den Wellen der Zeit verläuft
    Auf eine Reise nach China

    Der Uhren- und Maschinenbauer Alister Cox verliert seine kleine Tochter Abigail. Viel zu früh entreißt der Tod die kleine Tochter. Seine Frau zerrinnt in Trauer und sagt von da an kein Ton mehr. Hüllt sich in dunkle Stoffe und trauert von Tag zu Tag.

    Als Mr. Cox ein Angebot aus dem sagenumwobenen China erhält, vom Kaiser höchstselbst, reisen er und seine 3 Mitarbeiter hinein in das wunderbare Land, welches durch den Kaiser unterdrückt dennoch vor wundersamen Pflanzen, Ländereien und Bauarten strotzt. 
    Doch was möchte die kaiserliche Hoheit von ihnen? Der Mann, der in seinem üppigen Land als Gott betitelt wird, dem man nicht in die Augen sehen darf? Ein Mann der jeden mit dem Tode bestraft, der in seinen Augen frevelhaftes getan hat?
    Das einzige Begehr dieses einen Mannes ist Zeit. Doch kann Alister Cox den Kaiser zufrieden stellen? Oder wird er bei Nichterfüllung bald auch gehängt?
    Schwierige Aufgaben stehen dem Uhrenbauer bevor, die auch er als bester seines Handwerks nur unter Müh zu bewerkstelligen vermag. Doch egal welche Uhr er baut, er tut dies einzig und allein für seine kleine Tochter, die bereits im Jenseits auf ihn wartet und für seine stumme Frau, die ob seiner Bemühungen und Erfindungen bald wieder mit ihm sprechen soll. So meint er. 

    Dieser Roman gleicht einem wunderbaren Märchen. Der Schreibstil des Autoren ist sehr langsam und zugleich so durchdacht, dass alle Worte, die er schreibt wichtig zu sein scheinen. Man liest irgendwann so langsam, wie der Autor schreibt. Bewundernswert fand ich die philosophischen Gedanken über die Zeit und die Beherrschung dieser. Der Autor hat sich sehr viele Gedanken zu diesem Buch gemacht und ich empfinde es als eine Bereicherung!

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    katzenminzes avatar
    katzenminzevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Nach den vielversprechenden Strt passiert leider so gut wie nichts mehr. Philosophieren über Zeit trägt keinen Roman.
    Wenig Substanz

    Wenig Substanz

    Mitte des 18. Jahrhunderts reist Allister Cox, der berühmteste Uhrmacher und Maschinenbauer seiner Zeit zusammen mit drei seiner besten Mitarbeiter nach China. Als erste Europäer überhaupt dürfen sie die "Verbotene Stadt" betreten, die Residenz des Kaisers, die sonst nur hohen Würdenträgern und engsten Vertrauten des Kaisers zugänglich ist. Was genau ihr Auftrag ist, wissen sie noch nicht.

    Der Einstieg in diesen Roman klingt äußerst vielversprechend. Und die Reise des Engländers Cox ist auch noch in einer wunderbar leichten, träumerischen, Sprache geschrieben, die Cox erste Eindrücke von China fast surreal wirken lässt. Die Flussläufe die auf Wunsch des Kaisers umgeleitet wurden, hunderte Menschen und Ochsen, die tagelang die ganze kaiserliche Flotte über unschiffbare Stellen ziehen, Feuerwerke zu seinen Ehren abfeuern und an Erschöpfung sterben. Die Größe Chinas und die unglaubliche Machte des Kaisers kommen bestens zur Geltung.

    Auch über Cox erfahren wir ein wenig. Der trat die weite Reise nämlich nur an, weil seine über alles geliebte kleine Tochter an Keuchhusten starb und seine junge Ehefrau über die Trauer verstummt ist, sich von ihm nicht mehr berühren lässt.

    Es sind so wunderbare Voraussetzungen für einen spannenden Roman, dass die Enttäuschung umso größer wurde, je weiter die Geschichte voranging. Da ist eine intelligenter, kreativer Kopf, der eigentlich nichts mehr zu verlieren hat in einer unglaublichen Stadt, voller Geheimnisse, Intrigen und Fremdartigkeit und was passiert? Nichts. Er wartet einfach ab, dass er seinen Auftrag bekommt. Und er bekommt ihn. Und er setzt ihn um. Kaum ein Blick nach draußen, kaum ein anderer Gedanke, als seine Arbeit. Die Weite und Vielfältigkeit des Landes, die mich am Anfang des Romans so begeistert hat, gerät in Vergessenheit und wir sitzen lieber in einer kleinen Werkstatt, weit ab von der "echten" Welt. Selbst die betörende Schönheit aus dem Gefolge des Kaisers bietet nur eine Vorlage zu Gedankenspielen, aber passieren tut nichts. Ja, auch von drakonischen Strafen wird berichtet, die bei Zweifeln an der Kaisertreue schnell vollstreckt werden können. Aber in dem Setting, das Ransmayr entwirft, reicht eine Handlung, die nur aus Uhrenbau und philosophischen Gedanken besteht einfach nicht aus. Es schreit quasi nach Abenteuer, bekommen tut man nur Langeweile. Das ist sehr schade, auch weil Ransmayr wirklich klasse schreibt.

    Ich würde den Roman Lesern empfehlen, die eine Vorliebe für das alte China haben und an den vielen Informationen über Kaiser Quianlongs Herrschaft vielleicht Freude finden. Oder Lesern, die philosophische Gedanken über die Zeit mögen. Mehr steckt in diesem Roman trotz seiner schönen Verpackung und dem wunderbaren Ton leider nicht drin.

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    sursulapitschis avatar
    sursulapitschivor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Hübsche Idee, leider weitschweifig und handlungsarm, eigentlich nur das Gerüst für ein paar mäßig spannende philosophische Gedanken.
    Von einem der auszog, Uhren zu bauen

    „Cox, oder der Lauf der Zeit“. Das ist der Titel und das trifft den Kern des Buches. Selten war ein Titel so aussagekräftig, eigentlich sagt es schon alles, was es über dieses Buch zu sagen gibt.

    Alister Cox ist der berühmteste Uhrmacher Englands, was sag ich, der Welt. Was er nicht schafft, schafft niemand und deshalb wird er von Qiánlóng, dem Allmächtigen, Unbesiegbaren, erhabenen Herrn der zehntausend Jahre, dem Kaiser von China eingeladen. Die erlesensten aller Dinge sind für Qiánlóng nicht gut genug. Ihm steht der Sinn nach Wundersamen. Wie wäre es denn, wenn man eine Uhr hätte, die die Zeit individuell anzeigen könnte? Für ein Kind verfliegen die Stunden beim Spiel, beim Warten auf den Geburtstag dauert es ewig. Kann das eine Uhr darstellen und uns die Kindheit vor Augen führen?

    Das ist ein hübsches Gedankenexperiment, wenn auch die Aussage schnell abgehandelt ist. Es ist auch noch ganz interessant zu sehen, in welchen Bildern Cox die unterschiedlichsten Aspekte des Themas inszeniert. Aber dann, ganz bald, sollte die Wunderuhr schon mal ticken. Immerhin ist Cox am Werk. Aber es dauert, bis man alle Details ausreichend gewürdigt hat, sie müssen ersonnen, gemeißelt, ausgeschmückt, bewundert, bestaunt und von allen Seiten betrachtet werden. Und hat man das, wünscht sich der Erhabene eine noch viel wundersamere Uhr.

    Das ist schön und poetisch, philosophisch und ersprießlich, der Stoff aus dem die Träume sind, der aber kein Buch trägt. Christoph Ransmayr kann schreiben, hat Humor und ein sensibles Gespür für das Ambiente. Hier hat er ein wenig die Geschichte im Ambiente verloren und über der hübschen Idee vergessen, dass in einem Roman auch etwas passieren sollte. Cox baut Uhren und sinniert ständig über seine Genialität und seine aktuelle Aufgabe. Dabei schafft er es, wirklich alles mit dem Tod seine Tochter Alison ich Verbindung zu bringen. Er trauert sehr und es tut mir auch leid, aber ab und an sind seine Schlussfolgerungen schon recht abenteuerlich, zum Ende hin sogar wahnwitzig. Das hätte diesem Buch fast den dritten Stern gekostet.
    Zwischendurch blitzt gelegentlich ein Zipfel chinesische Geschichte des 18. Jahrhunderts auf, zeigt dass durchaus Köpfe rollen, wenn der Erhabene nicht zufrieden ist, Grausamkeit, Willkür, Größenwahn werden angedeutet aber nur beiläufig, als lakonische Randbemerkung. Wir bauen lieber Uhren, als zu versuchen das Land zu sehen, das wir bereisen. Sehr schade, das hätte wirklich spannend sein können.

    Von diesem Buch hatte ich mir viel versprochen, fand es dann aber leider weitschweifig und handlungsarm, eigentlich nur das Gerüst für ein paar mäßig spannende philosophische Gedanken.
    Schade.

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    Literatur-Universums avatar
    Literatur-Universumvor 6 Monaten
    Banale Ideologie

    Als Cox Tochter stirbt, zerfällt sein gesamtes Leben. Wie eine Sanduhr zerfließt die gemeinsame Zeit mit seiner Frau und bildet am Grund eine neue Beziehung. Diese äußerst sich mit dem Schweigen und dem Streben nach Stille. Cox, der beste Automatenbauer und größte Uhrenmacher weltweit verliert mit dem Tod seiner Tochter auch sein Leben. Bis eines Tages zwei Gesandte aus China an ihn herantreten, um ihn für die Dienste für den chinesischen Kaiser anzustellen. Nach einer langen Überlegung entschließt sich Cox für die siebenmonatige Reise, mit der Hoffnung, dass dadurch seine stillgewordene Frau, Faye, aus der Schweigsamkeit erwacht.

    Christoph Ransmayr ist ein ehemaliger DDR Schriftsteller. Äußerst bekannt wurde er mit dem trivial wirkenden Titel „Drachenblut“. Mit „Die letzte Welt“ wagte er sich an die „Metamorphosen“ von Ovid heran und stieg zu einem der bedeutendsten deutschen Schriftstellern unserer Zeit auf. Mit seinem neuesten Roman jedoch ist ihm ein absoluter Fauxpas widerfahren. Es ist der wohl mit Abstand schlechteste Roman dieses grandiosen Autors.

    In China bekommt sein Protagonist verschiedene Aufträge. Von einer Winduhr, die den Lauf der Zeit eines Kindes zeigt, einer Geschwindigkeit des Tages- und Stundenlaufes vom Lebensende – bis zur Uhr die über alle Ewigkeiten alles messbar macht und schlägt. Man erhält die Beschreibung eines chinesischen Kaisers, der der mächtigste Mann der Welt ist. Vielmehr stellt er einen Gott dar. Cox wird instruiert, wie er sich vor dem Kaiser zu benehmen habe. Von Ritualen des Kniefallens bis zu der Kleidung (nie in Gold, weil sonst würde man dem Kaiser gleichen) und man darf dem Kaiser niemals in die Augen blicken. Mit der Zeit besucht der Kaiser die Gruppe um Cox sogar und stellt sie so auf eine Ebene mit ihm und manifestiert eine Menschlichkeit, die die Gottgleichheit als Utopie entblößt. Dieser Teil der Geschichte ist mitunter, der einzige wirklich gelungene.

    Die Geschichte findet ansonsten keinen Faden. Die Figuren verlieren sich in einer ungewöhnlich profanen Plastizität. Die Handlungen werden so lange strapazierend dargestellt, bis man als Leser das Gefühl und das Interesse am Inhalt verliert. Es verläuft kein Spannungsbogen durch die Geschichte. Zu keinem Zeitpunkt schafft es der Handlungsablauf eine Zielvorgabe oder Sinnesfindung zu geben. Der Autor hat einen guten Stoff genommen und ihn nur manifestiert, aber keine profunden Deutungen und Intentionen vorangebracht. Es ist beinahe ein Buch ohne Inhalt geworden. Wäre da nicht die vom Autor gewohnte Schreibfertigkeit, hätte dieses Werk niemals einen Verlag gefunden, weil es keine Qualität und Form besitzt.

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    leseleas avatar
    leseleavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein exzellenter Schreibstil und eine traumverlorene Atmoshphäre laden zum Entschleunigen ein. Da wird eine Handlung (fast) nicht gebraucht.
    Shí jiān

    Es gibt viele Gründe, warum ein Leser ein Buch zur Hand nimmt: Die einen suchen Unterhaltung und Zerstreuung, die anderen wollen Informationen oder Wissen über ein ihnen noch unbekanntes Thema erlangen. Auch die literarische oder philologische Analyse ist für einige die entscheidende Motivation zur Lektüre eines bestimmten Romans; manche greifen wiederum planlos ins Bücherregal und lassen sich vom Cover, Titel oder dem Autorennamen ansprechen. Bei Christoph Ransmayrs Roman Cox oder Der Lauf der Zeit möchte ich einen weiteren, sehr besonderen Grund hinzufügen und damit alle Unentschlossenen zur Lektüre dieser Geschichte auffordern: Entschleunigung!

    Denn Ransmayrs Geschichte über Alister Cox, einen englischen Uhrenmacher und Automatenbauer, der mit seinen Gehilfen zum Kaiser nach China reicht, um in der Verbotenen Stadt Uhren zu erschaffen, die das Verfliegen des Lebens und schließlich sogar die Dauer der Ewigkeit messen soll, wirkt nicht nur, wie aus der Zeit gefallen, sondern erzeugt beim Leser auch das Gefühl, während der Lesestunden in einem Zeitloch zu verschwinden, in dem alle Anforderungen und Pflichten des Alltags unhörbar werden.

    Diese außergewöhnliche Wirkung ist primär auf Ransmayrs Stil zurückzuführen: Durchaus anspruchsvoll, in hypotaktischen Sätzen und unter Hilfe vieler bildreicher Vergleiche und detaillierter Beschreibungen entführt der Autor einen in die fast schon märchenhaft anmutende Atmosphäre des untergegangenen chinesischen Kaiserreichs. Er lässt einen teilhaben an der Pracht und Machtfülle des fast gottgleich regierenden Herrschers, führt einen die Schönheit und Erhabenheit der chinesischen Landschaften vor Augen und bietet mit den beinah schon aberwitzig konstruierten Uhren einen Ausflug ins Fantastische. Selten war die Beschreibung von Lesen als ein Eintauchen in ferne Welten so passend wie bei Cox oder Der Lauf der Zeit – und das in vielerlei Hinsicht.

    Ransmayrs zarte Sprache und sein Blick für die Schönheit von Nebensächlichkeiten begeistert, ja beeindruckt und lässt erkennen, dass hier ein exzellenter Autor sein Handwerk mehr als nur versteht. Zudem trägt sein Talent gekonnt über den Fakt weg, dass Cox oder Der Lauf der Zeit kaum Handlung und eindeutig keinen Spannungsbogen aufweist. Man genießt es einfach, eine Geschichte zu Lesen, die kein Ziel und keinen Zweck verfolgt, langweilt sich vielleicht ein wenig, wenn die Beschreibungen in Redundanzen verfallen, taucht aber am Ende aus einer Erzählung auf, die rückblickend unwirklich, ja beinahe so, als wäre sie gar nicht gelesen worden, wirkt.

    Cox oder Der Lauf der Zeit ist die ideale Lektüre für den stressigen Alltag oder für besinnliche Wintertage. Wer der Hektik entfliehen oder sich einfach nur einen guten Roman gönnen will, der nichts von einem fordert, aber umso großzügiger gibt, der ist bei Ransmayrs Roman eindeutig an der richtigen Stelle!

    Kommentare: 2
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    Mellolettevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Zart und gleichzeitig grausam mit einem wortgewaltigen Ende.
    Alister Cox Reise zu Kaiser Qiánlóng

    In diesem Werk von Christoph Ransmayr begleitet der Leser den englischen Uhrmacher und Automatenbauer Alister Cox nach China. Dieser wurde von Kaiser Qiánlóng, dem Herr über Zeit und Ewigkeit, eingeladen, Uhren nach seinen Vorgaben zu konstruieren. Begleitet wird Cox dabei von drei weiteren Männern aus seiner Firma, darunter auch sein Freund und Geschäftspartner Jacob Merlin. Schon die Ankunft in China steht unter keinem guten Stern, landen doch die Engländer im Hafen, als gerade ein Scharfrichter verurteilte Betrüger bestraft. Im Lauf des Romans erfährt man, was Cox zu dieser Reise bewegte, welche Aufträge er vom Kaiser erhält und ob er sie zu dessen Zufriedenheit erfüllen kann. Und man lernt An kennen, eine junge Frau, ein Mädchen, fast noch ein Kind und doch schon erwachsen, für die Cox ganz besondere Gefühle hegt.

    So gewaltig und dennoch filigran wie die Zeitmesser von Cox gebaut, ja fast schon in einem Schöpfungsakt in die Welt gebracht werden, ist auch Ransmayrs Sprache. Jedes Wort ist auf den Punkt, es gibt nichts Überflüssiges oder Ausuferndes. Wenn etwas brutal dargestellt werden soll, so findet der Autor harte, direkte Worte, soll eine Beschreibung hingegen zart sein, so ist jeder Satz so unendlich leicht, dass er etwas Flüchtiges an sich hat. Ransmayr ist einer der ganz großen sprachlichen Zauberer.

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    dominonavor einem Jahr
    Sprachlich speziell, gute Idee, aber zu lang

    Ein Uhrenmacher wird an den chinesischen Hof gerufen, um spezielle Uhren herzustellen, so zum Beispiel eine Uhr, die das Zeitgefühl eines Kindes oder eines dem Tod geweihten darstellt. 
    Manchmal war mir die sprachliche Geschliffenheit fast zu viel und irgendwann hat auch der letzte verstanden, wie beeindruckend der Hof ist und dass man vorsichtig sein muss. Auch die Handlung um den Uhrmacher, der den Tod seiner Tochter verschmerzen muss, hat sich mir zu lange hingezogen. Ich hätte gerne mehr aus der Sicht seiner Frau gehört, was nur ein Mal kurz Erwähnung findet. 

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    leserattebremenvor einem Jahr
    Fesselnd und nachdenklich

    Cox ist englischer Automatenbauer und Uhrmacher und reist zum Kaiser nach China, weil er einen besonderen Auftrag hat. Er soll eine Uhr bauen, die das Leben eines Kindes nachempfindet. Dieser Aufgabe widmet Cox sich mit seinen Mitarbeitern mit voller Kraft, denn erst vor kurzem starb seine fünfjährige Tochter und so steckt er all seine Liebe in dieses Projekt. Doch bevor es fertig ist, entscheidet sich der Kaiser um, eine neue Uhr soll die Zeit eines zu Tode verurteilten messen können. Aber auch dieses Projekt kann er nicht abschließen, denn der Kaiser will von ihm eine ultimative Uhr, die die Ewigkeit misst, ein perpetuum mobile, dass niemals aufhört zu laufen. Cox ahnt, dass er sich mit diesem Projekt in Gefahr bringt, schließlich ist eigentlich der Kaiser Herr über die Zeit, doch verweigern kann er sich dem Auftrag auch nicht.
    Christoph Ransmayr schreibt in seinem Roman „Cox“ eine sehr einfühlsame und stimmungsvolle Geschichte über zwei Männer, auch wenn nur Cox wirklich auftritt. Er ist geflohen vor der Verzweiflung zu Hause nach dem Tod seiner Tochter und trifft jetzt auf den zweiten großen Mann in dieser Geschichte, den Kaiser von China, ein Mann von so unglaublicher Macht, dass ein falsche Wort reicht, um sein eigenes Todesurteil zu unterschreiben. Zwischen diesen beiden Positionen schafft der Autor eine Spannung und gleichzeitig eine Art unheilvolles Gleichgewicht, das ich sehr faszinierend fand. Cox muss einem nicht unbedingt sympathisch sein, um sich vor der Handlung und der Konstruktion der Geschichte gefangen nehmen zu lassen. Bei all dem lässt der Autor uns zeitlos, denn dies ist kein wirklich historischer Roman, ich habe es eher als eine Art beispielhafte Erzählung empfunden.
    Christoph Ransmayr hat mit „Cox“ einen herausragenden Roman geschrieben, der einen als Leser fesselt und bewegt und gleichzeitig nachdenklich macht. Ein tolles Werk, das ich jedem Lesefreund nur ans Herz legen kann. 

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    sk_bookworms avatar
    sk_bookwormvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sprachlich hat mich das Buch überzeugt, tolle, bildhafte Beschreibungen. Leider hat mir der Spannungsbogen gefehlt. Leider zu viele Längen
    Sprachlich brilliant, inhaltlich flach

    Der Uhrmacher Alistair Cox wird an den kaiserlichen Hof nach China gerufen. Dort soll er spezielle Uhren bauen, Uhren, die noch nie so gebaut wurden und die beinahe unmöglich zu bauen sind. Alistair Cox und seine zwei Kollegen übernehmen die Verantwortung und stürzen sich in den Auftrag, eine Uhr zur Messung der Ewigkeit herzustellen. Das Thema Unendlichkeit fand ich spannend, deswegen habe ich mir das Buch zu Gemüte geführt. Sprachlich hat mich der Autor restlos überzeugt. Die Beschreibungen der Landschaft, des Landes und der Umgebung fand ich ü berzeugend. Durch die bildhafte Sprache wöhnte man sich selbst am kaiserlichen Hof. Auch der Umgang am Hof wurde nachvollziehbar erzählt. Erzählen kann der Autor, keine Frage. Die Handlung hat mich weniger überzeugt, hat mir doch alles in allem der Spannungsbogen gefehlt. Leider konnte die hervorragende Sprache die fehlende Handlung nicht ersetzen. Schade!

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Ein großer Wurf. Ich wage zu behaupten, ein Meisterwerk.

    Erzählt in aller Pracht, in einer Souveränität, wie es sie kaum mehr gibt in der deutschsprachigen Literatur. Die Eleganz dieses Romans wäre jedem Herrscher angemessen.

    Ransmayr ist der Beethoven der deutschen Gegenwartsliteratur, der jede seiner Arbeiten mit unbeirrbarer Kraft in Richtung Vollendung vorantreibt.

    Roman, der in seiner Kunstfertigkeit mit den feinziselierten Meisterapparaturen eines James Cox – die ästhetische Opulenz mit höchster konstruktorischer Präzision verbinden – mühelos mithalten kann.

    Augenblicke werden […] durch die Macht der Sprache und des Erzählens zu Ewigkeiten, Fremdheit zu Nähe, Verlassenheit zu Geborgenheit und einzelne Teile zu einem Ganzen.

    Christoph Ransmayr ist der Zeitphilosoph unter den deutschsprachigen Schriftstellern.

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    FaaLous avatar
    FaaLouvor 18 Tagen
    klingt interessant und poetisch
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