Christoph Ransmayr Die Schrecken des Eises und der Finsternis

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Inhaltsangabe zu „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ von Christoph Ransmayr

Im Zentrum dieses vielschichtigen Abenteuerromans steht das Schicksal der österreichisch-ungarischen Nordpolexpedition der 'Payer-Weyprecht-Expedition', die im arktischen Sommer 1872 in das unerforschte Meer nordöstlich des sibirischen Archipels Nowaja Semlja aufbricht. Das Expeditionsschiff wird bald - und für immer - vom Packeis eingeschlossen. Nach einer mehr als einjährigen Drift durch alle Schrecken des Eises und der Finsternis entdeckt die vom Skorbut geplagte Mannschaft eine unter Gletschern begrabene Inselgruppe am Rande der Welt und tauft sie zu Ehren eines fernen Herrschers 'Kaiser-Franz-Joseph-Land'. Einer der letzten blinden Flecke ist damit von der Landkarte der Alten Welt getilgt.

Parallel zum Drama dieser historischen Expedition erzählt Ransmayr die Geschichte eines jungen, in Wien lebenden Italieners namens Mazzini, der mehr als hundert Jahre später zum besessenen Sammler aller hinterlassenen Zeugnisse und Dokumente der 'Payer-Weyprecht-Expedition' wird und schließlich ins Eismeer aufbricht, um als Passagier eines norwegischen Forschungsschiffes die Entdeckung des 'Franz-Joseph-Landes' nachzuvollziehen. Aber im Verlauf seiner Recherchen zur polaren Entdeckungsgeschichte gerät Mazzini immer tiefer in die arktische Gegenwart und verschwindet schließlich, ein Schlittenreisender, in den Gletscherlandschaften Spitzbergens. (Quelle:'Fester Einband/01.08.1996')

Erzählte Wissenschaft – einfach faszinierend!

— Igelmanu66

Spannende Geschichte und wunderschöne, mitreißende Sprache.

— sonselit

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  • Christoph Ransmayr | DIE SCHRECKEN DES EISES UND DER FINSTERNIS

    Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    Bookster_HRO

    26. September 2017 um 09:14

    INHALT: Ransmayr erzählt die Geschichte der Nordpolexpedition von Carl Weyprecht und Julius Payer, die in den 1870er Jahren, die mit ihrem Schiff ‚Tegetthoff‘ im Packeis nördlich von Nowaja Semlja für zwei Winter eingeschlossen waren. In dieser langen, teils sonnenlosen Zeit, bei Temperaturen von bis zu -40°C, gelang den Kommandanten und ihrer Crew Erstaunliches. Unter größten Opfern erreichten sie den 82. Breitengrad (eine bis dato unerreichte Polnähe), entdeckten ein unbekanntes Archipel, das sie Kaiser-Franz-Joseph-Land nannten, machten tagelange Forschungsmärsche von hunderten von Kilometern, und gingen, als sie ihr Schiff endgültig aufgeben mussten, zu Fuß(!) über das Packeis zurück zur Zivilisation. Ransmayr erweitert die exakt recherchierte Expeditionsgeschichte um die Reise des (fiktiven) Joseph Mazzini, dem Nachkommen eines der Matrosen an Bord der ‚Tegetthoff‘. Fernweh und Abenteuerdrang locken ihn in Arktis, wo er auf den 100 Jahre alten Spuren seines Vorfahren wandeln will. Aber er findet dort nur ein entzaubertes, bedeutungsloses Land. Die Zeit der Abenteuer scheint vorbei. FAZIT: Der Roman liest sich sehr gut. Ransmayr versteht es, den Leser die Kälte, die Ängste, die ewige Dunkelheit spüren zu lassen. Aufgelockert wird das Ganze durch Illustrationen der Expedition und Tagebucheintragungen verschiedener Crew-Mitglieder. Grandios – fünf Sterne. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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  • Erzählte Wissenschaft – einfach faszinierend!

    Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    Igelmanu66

    »Unbeschreibliche Einsamkeit liegt über diesen Schneegebirgen … Wenn das Strandeis nicht durch Ebbe und Fluth ächzend und klingend gehoben wird, der Wind nicht seufzend über die Steinfugen dahinstreicht, so liegt die Stille des Todes über der geisterbleichen Landschaft. Wir hören von dem feierlichen Schweigen des Waldes, einer Wüste, selbst einer in Nacht gehüllten Stadt. Aber welch ein Schweigen liegt über einem solchen Lande und seinen kalten Gletschergebirgen, die in unerforschlichen duftigen Fernen sich verlieren, und deren Dasein ein Geheimnis zu bleiben scheint für alle Zeiten … So stirbt man am Nordpol, allein und wie ein Irrlicht verlöschend, ein einfältiger Matrose als Klageweib, und draußen harrt des Dahingegangenen ein Grab aus Eis und Steinen.« Die Suche nach der Nordostpassage, auch der nordöstliche Traum genannt, beschäftigte über Jahrhunderte hinweg Forscher, Händler, Politiker und Abenteurer. Irgendwo entlang der sibirischen Polarküste suchten sie nach einem kurzen Seeweg nach Japan, China und Indien, einer Durchfahrt vom Atlantik in den Pazifik. Als im Jahr 1872 die k.u.k. Nordpolexpedition unter dem Kommando von Carl Weyprecht und Julius Payer startet, waren bereits ganze Flotten im Packeis verschwunden. Auch an Bord der Admiral Tegetthoff ist man sich darüber im Klaren, dass diese Reise eine ohne Wiederkehr sein könnte. Zumindest in den Reihen der Offziere… »Im Hafen wird eine Verzichtserklärung hinterlegt: Die k.u.k. Nordpolexpedition wolle für den Fall ihres Schiffbruchs keinerlei Rettungs- und Suchexpeditionen bemühen. Man käme entweder aus eigener Kraft oder niemals mehr zurück. Das Dokument trägt die Unterschriften der Offiziere … An eine Zeichnung der Matrosen kann ich mich nicht erinnern. Es hätten da auch Kreuze stehen müssen. Nicht alle konnten lesen und schreiben.« Weyprecht und Payer träumten von großen Entdeckungen und Berühmtheit, die Matrosen erlagen vermutlich der flammenden Rede, mit der Weyprecht sie anwarb und der in Aussicht gestellten Prämien. Im Laufe der Reise wird nichts mehr davon von Bedeutung sein, wird nur noch das Überleben zählen, das Bestehen gegen die gnadenlose Kälte, gegen „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ (selten war ein Buchtitel so zutreffend!) Der Autor nimmt sich sehr zurück, berichtet sachlich und lässt in großen Zügen die Teilnehmer der Expedition berichten. Es existieren Tagebücher von Weyprecht und Payer, vom Maschinisten Otto Krisch und dem Jäger und Hundetreiber Johann Haller, aus denen er zitiert. Außerdem bringt er drei Exkurse ein, die sich ausführlich mit der Vorgeschichte des nordöstlichen Traums befassen (die „Chronik des Scheiterns“), er listet die Teilnehmer der Expedition auf (einschließlich der Schlittenhunde und Bordkatzen) und zitiert Hinweise für Touristen. Diese vielen, für ein gutes Sachbuch sprechenden Fakten, vermag er zu einem fesselnden Roman zu verknüpfen, bei dessen Schilderungen man geneigt ist, zur wärmenden Decke zu greifen. Zudem integriert er die fiktive Geschichte von Josef Mazzini, einem Nachkommen eines der Expeditionsmitglieder, der im Jahr 1981 die Reise seines Vorfahren nacherleben möchte und im Eis verloren geht. Beide Handlungsstränge sind packend geschrieben und stellen zudem schön die Unterschiede einer Nordpolfahrt im Jahre 1872 einer solchen über 100 Jahre später gegenüber. Gelegentliche kritische Töne fließen ebenfalls ein, beispielsweise wenn den 1981 mitreisenden Geologen zugeschrieben wird, dass sie „dem Eismeergrund unermüdlich Bodenproben [entnehmen] und … ihr Interesse an allfälligen Erdölvorkommen nur mühsam hinter der Reinheit der Wissenschaft verbergen [können]“. Oder wenn Weyprecht in späteren Jahren die arktische Forschung als ein „sinnloses Opferspiel“ bezeichnet, das sich „in der rücksichtslosen Jagd nach neuen Breitenrekorden im Interesse der nationalen Eitelkeit [erschöpft]“. An die alte Sprache in den vielen Tagebuchauszügen muss man sich kurz gewöhnen, aber sie ist gut verständlich und sorgt natürlich für ein besonders realistisches Miterleben der damaligen Geschehnisse. Und wenn man vom „entsetzlichen Wuthgeheul der Eisschollen“, aber auch von den „Lichtwundern des arktischen Himmels“, von der Mitternachtssonne und den Nordlichtern liest, dann entsteht eine ganz besondere Atmosphäre, die ich überaus faszinierend fand. Neben Bildern der Charaktere finden sich zahlreiche Abbildungen aus dem 1876 erschienenen Buch „Die österreichisch-ungarische Nordpol-Expedition in den Jahren 1872-1874“. Meine Ausgabe des Buchs ist zudem eine sehr schöne (leider nicht mehr neu zu bekommende) Sonderedition des Zeitverlags, die sich im Anhang noch ausführlich mit dem Thema „Roman und Realität“ auseinandersetzt und eine Chronik der Entdeckung der Nordostpassage ab dem Jahr 1553 bringt. Fazit: Erzählte Wissenschaft – einfach faszinierend! »Sie wehren sich. Sie schlagen um sich. Mit Beilen und Hauen hacken sie auf die Scholle ein, versuchen mit langen Sägen Kanäle ins Eis zu schneiden, bohren Löcher, die sie mit Schwarzpulver füllen, in dieses verfluchte, erstarrte Meer, zünden Sprengsatz um Sprengsatz, Maschinist Krisch schmiedet aus einem Eisanker einen mächtigen Meißel, den die Matrosen an einem Balkengerüst hochziehen und immer wieder gegen die Eisklammer wuchten, sie werden die Tegetthoff aus dem Eis schlagen, sie werden freikommen, sie müssen freikommen…«

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  • Christoph Ransmayr: Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    DamonWilder

    25. June 2013 um 12:03

    Ransmayrs Erstlingswerk ist noch sehr geprägt von seiner Tätigkeit als Reiseschriftsteller. Aber bereits in diesem frühen Roman zeigt sich Ransmayrs Aneignung und Umgestaltung wahrer Begebenheiten. Auch das Eingeschlossensein wird hier schon thematisiert.

    Empfehlenswert für Leser, die gern Reiseliteratur und Dokumentationen lesen.

  • Rezension zu "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" von Christoph Ransmayr

    Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. February 2013 um 22:32

    Auf den Autor Ransmayr bin ich erst vor einigen Monaten aufmerksam geworden, als er zu Gast in dem Literaturmagazin "Druckfrisch" war und Moderator Dennis Scheck ihn bat, den ersten Satz seines Romanes "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" vorzutragen: Joseph Mazzini reiste oft allein und viel zu Fuß. Im gehen wurde ihm die Welt nicht kleiner, sondern größer; so groß, dass er schließlich in ihr verschwand. . Ein Incipit zum Verlieben. Geschichte: "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" berichtet von den Plagen und der Glorie der österreich - ungarischen Polarexpedition Weyprechts und Payers aus dem 19. Jahrhundert, einem jungen Italo - Österreicher der im 20. Jhd auf den Spuren der beiden Arktisforscher für immer im ewigen Eis verschwindet und einem Erzähler, der auf den Spuren des verlorenen Arktistouristen eine Chronik der Auflösung zu erstellen versucht. Technik: Ransmayr montiert Versatzstücke aus den historischen Tagebüchern der Teilnehmer der Weyprecht - Payer Expedition in gänzlich fiktive Passagen über das Verschwinden Mazzinis und die Nachforschungen des Erzählers des Romanes. Dabei führt er von Kapitel zu Kapitel alternierend seine beiden Erzählstränge der historischen und der fiktiven Polarexpedition zu ihrem reziproken Ende und lässt schließlich Joseph Mazzini auch auf textueller Ebene im Erzählstrang der Weyprecht - Payer - Expedition untergehen. Sprache: Die Prosa Ransmayrs ist wohldurchdacht und elegant. Daneben beeindrucken vor allem die gewaltigen Naturbeschreibungen aus den Tagebüchern Payers, bei denen es mich nicht nur vor fühlbar gemachter Kälte fröstelte. Das Incipit hält, was es verspricht. Strahlend schön, zart und grausam. Fazit: Die Zeit verfällt. Eine spannende Geschichte über den Unterschied von Abenteurer und Entdecker und die illusorische Verkürzung von Zeit und Raum durch eitlen Entdeckerwahn und Vergnügenstourismus. Wunderschöne Sprache und ein Incipit, das seinesgleichen sucht. Mein erster, aber sicher nicht mein letzter Ransmayr.

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  • Rezension zu "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" von Christoph Ransmayr

    Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. September 2011 um 18:49

    Dies Buch könnte man als sehr ungewöhnlichen Abenteuerroman bezeichnen. Auf der einen Seite erzählt es die Geschichte der historischen, von Payer und Weyprecht durchgeführten, österreich-ungarischen Arktisexpedition nach, auf der anderen Seite handelt es von dem fiktiven Joseph Mazzini, der in den 1970er Jahren von dieser Expedition fasziniert ist und auf ihren Spuren in die Arktis reist. Die Geschichte der Expedition, die von 1872 bis 1874 stattfand, wird in Prosa erzählt, ergänzt von historischen Dokumenten wie Tagebucheinträgen, Besatzungslisten, Briefen usw. Die Handlung springt somit immer wieder zwischen der Geschichte Mazzinis und der der Expedition hin und her. Beide Geschichten werden linear erzählt, trotzdem ist es aber eine eher ungewöhnliche Erzählweise. Was aber vor allem deutlich wird: Im historischen Gedenken sind Payer und Weyprecht die Helden, aber nicht nur sie waren es, die diese Expedition durchgestanden haben. Es waren vierundzwanzig Männer an Bord, und sie alle haben die Tortur durchgemacht. Ransmayr verschont den Leser nicht und erzählt von Skorbut und Erfrierungen, von Hunger und totaler Erschöpfung, von Wahnsinn und Depression. Dies wird überaus deutlich - die Bedeutung der namenlosen Männer, die genauso oder sogar noch mehr geleistet haben, als die großen Namen, die gefeierte Helden wurden. Es ist im Gegenteil nichts Heroisches dabei, wenn Männer über Jahre hinweg Unvorstellbares erleiden, nur um weitere Millimeter weißer Landkarte zu dokumentieren. Und umso tragischer erscheint es dann, dass Joseph Mazzini diesem "Heldentum" so sehr huldigt, dass er eine Reise auf den Spuren der Expedition bucht, ein kalkuliertes Abenteuer - das aber einen unerwarteten Ausgang hat.

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  • Frage zu "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" von Christoph Ransmayr

    Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    --

    Ich lese nun die Schrecken des Eises und der Finsternis und ich wollte sie fragen wieso dieses eigentlich in der alten Rechtschreibung verfasst ist.

    • 5
  • Rezension zu "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" von Christoph Ransmayr

    Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    Buecherkai

    06. February 2010 um 09:57

    Für den Menschen des 21. Jahrhunderts bedeutet Abenteuer, sich selbst, sich auch in eine besondere Situation zu begeben, besondere Strapazen zu ertragen, besondere Wege zu gehen, besondere Eindrücke zu verarbeiten. Es ist noch gar nicht so lange her, da hieß Abenteuer: der Erste sein, etwas zum ersten Mal sehen, erfahren, begreifen, benennen. Im Widerspruch dieser Definitionen schildert Christoph Ransmayr auf der einen Seite das Schicksal der Payer/Weyprecht Expedition, die sich 1872 zur Erkundung des Nördlichen Eismeeres aufmacht und eines jungen Italieners, der sich über hundert Jahre später aufmacht das Abenteuer nachzuerleben. Ransmayr gewährt uns tiefe Einblick in die Gedanken der Beteiligten, zitiert lange aus ihren Tagebüchern, folgt ihren Aufzeichnungen und Berichten, zeigt die Zerrissenheit, die entsteht, die Qualen des arktischen Winters, die Egos Kommandanten, wie sie aufeinander prallen und zueinander finden in ihrem Ziel: die Ersten sein zu wollen. Und Ransmayr setzt uns den jungen Mann vor, der "Wir" ist, der verzweifelt das Abenteuer sucht, in einer Welt, die alles zu wissen scheint. Sein Scheitern ist vorhersehbar...

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  • Rezension zu "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" von Christoph Ransmayr

    Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    matze9889

    08. October 2009 um 13:14

    Das war das zweite Buch, welches Ich von Ransmayr gelesen habe. Leider hat es mich nicht mehr überzeugt. Es geht hier um die Vermischung von einer fiktiven Geschichte eines Italieners und einer historischen Nordpolarexpedition. Der Italiener macht sich auf den Weg die Expedition, welche 100 Jahre vor ihm statt fand, zu rekonstuieren. Dabei beschreibt Ransmayr zum einen den Weg des Italieners, zum Nordpol und zum anderen die historische Expedition mit Hilfe von überlieferten Logbuch sowie Tagebucheinträgen. Eigentlich eine sehr schöne Idee, aber jedesmal einen Tagebucheintrag zu lesen und dann die dazugehörige Interpretation von Ransmayr, dann der kurze Blick zum Italiener und wieder ein Tagebucheintrag, dass ist auf die Dauer zu monoton. Zu Beginn hat es mir sehr gefallen, am Ende war ich jedoch froh fertig zu sein. Ich kann es keiner spezifischen Gruppe empfehlen, denn Ransmayr ist wirklich etwas ganz Eigenes. Wer einfach mal etwas anderes als einen normalen Roman lesen will, der soll sich ruhi auf Ransmayr einlassen, denn schreiben kann dieser Autor sehr gut. Entscheidend ist, ob der Inhalt einem gefällt. So war das andere Buch von ihm, "Die letzte Welt" für mich sensationell. Also probiert es einfach aus. Falsch wird man bei diesem Autor nichts machen können, denn eine Lese- Erfahrung ist dieser Autor sicherlich wert.

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  • Rezension zu "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" von Christoph Ransmayr

    Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    HeikeG

    10. September 2008 um 22:01

    Die Erfindung der Wirklichkeit . Die Schrecken des Eises und der Finsternis ist eine Geschichte von der Geschichte und der Geschichtenmacherei: Eine Hinterfragung der Geschichte nach ihrem Sinn. . Alle Längengradlinien treffen sich zweimal auf der Erde: am Nordpol und am Südpol. Keine besonderen Zeichen, Monumente oder andere fassbaren Naturphänomene definieren diese geographischen Extrempunkte - außer der Tatsache, dass dort sechs Monate die Sonne am Himmel steht, und dann dem Tag die ebenfalls sechsmonatige Polarnacht folgt. Dennoch unternahmen Forscher und Abenteurer enorme Anstrengungen, diese Punkte, die nur im menschlichen Geist existieren, zu erreichen. So gehörten die Südpolexpeditionen von Scott und Amundsen wohl zu den dramatischsten Entdeckungsreisen die es je gab. . Nicht weniger Dramatik umfasste die 1872 begonnene, von Julius Payer und Carl Weyprecht kommandierte österreichisch-ungarische Nordpolexpedition, die im August 1873 - nachdem sie mit ihrem Schiff festgefroren waren - einen unter Gletschern liegenden Archipel entdeckte und ihm nach alter Entdeckersitte den Namen des Kaisers gab - "Franz-Josefs-Land". Unter entsetzlichen Entbehrungen wird es vermessen, bis die Mannschaft, die sich mittlerweile zu Fuß und Beiboot in die Barentssee, in Richtung Süden aufgemacht hatte, nach zwei polaren Wintern 1874 von der Besatzung eines russischen Fischereischiffes gerettet wird. . Dieser wahren Eismeerexpedition setzt Christoph Ransmayr die fiktive Gestalt des Italieners Mazzini entgegen. Josef Mazzini ist seit seiner Kindheit von den großen Arktis-Entdeckern ebenso besessen wie von ihrem Scheitern. Die Rolle des Chronisten genügt ihm jedoch nicht, er muss in gewisser Weise die Erlebnisse der historischen Polarforscher in seinem Leben nachstellen. Er schließt sich 1981 - hundert Jahre später - einer norwegischen Nordpolexpedition an. Eine Reise, aus der er nicht zurückkehrt. Nur seine Tagebücher bleiben, so wie auch die Tagebücher der Expedition des vorletzten Jahrhunderts. . Beide Haupthandlungsstränge werden parallel erzählt, wobei die ursprüngliche Expedition, durch Tagebucheintragungen verschiedener Teilnehmer, deutlich mehr Platz einnimmt und auch mehr im Zentrum dieses Romans steht. Der Autor integriert sich als eine Person, die Mazzini flüchtig gekannt hat, in die Handlung. . Durch die zahlreichen Verschränkungen, Sprünge zwischen Dokument und Fiktion, Wechseln von Zeit und Ort der Handlung nimmt die "Wahrnehmung" dieses Buchs eine fast experimentelle Dimension ein. Ein "einfach mal so nebenbei" Lesen ist dabei ein gewagtes Unterfangen. Die Verzahnung von Dokumentation und Fiktion sind ungewöhnlich und aufregend, wirken aber trotzdem wie aus einem Guss. Alle Handlungsstränge reihen sich scheinbar naht- und mühelos in das Textgewebe ein. Was Fakt ist und was Fiktion, wird angesichts der spannenden, tragischen, amüsanten und beängstigenden Handlung zunächst recht unwichtig. . Der Roman gibt vor, keinen Anfang und kein Ende zu haben, und doch ist das Buch von einer Dichte und Abgeschlossenheit, dass man unwillkürlich mitgerissen wird. Sowohl die Geschichte selbst, als auch die Art, Geschichte zu machen und ihren Sinn zu hinterfragen, expliziert Ransmayr wunderbar. Dabei tastet der Roman nach jener "Formel", die das Menschliche im Menschen ausmacht und probt Grenzsituationen menschlichen Verhaltens an jener Grenze, die auch die Grenze des Lebens ausmacht. . Gleichzeitig wird auf die Tradition einer Kultur und einer Geschichtsschreibung hingewiesen, in der nur die Sieger eingetragen werden und nur jene Toten zählen und gezählt werden, die in diesen Eroberungskämpfen mit der Natur umgekommen: "Wer auf einem Fischkutter rettungslos ins Eis gerät und ersäuft, verhungert oder erfriert, hat keinen Anspruch auf eine historische Notiz. (...) Wer seine Arbeit auf einem Fangschiff verrichtet, hat keinen Anspruch auf Ruhm. Aber den Expeditionen, und seien sie noch so erfolglos, ein Denkmal." . Fazit: Das Buch "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" ist eine Spurensuche nach dem Weg der Vorgänger, eine Deutung der vorgefundenen Zeichen, ein Prozess des (Er-)Findens und das Erfragen und Hinterfragen der menschlichen Existenz am Randgebiet der Welt und des Menschlichen.

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  • Rezension zu "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" von Christoph Ransmayr

    Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    Wolkenatlas

    02. September 2008 um 10:02

    Vielschichtige literarische Spurensuche im Eis Christoph Ransmayr ist offensichtlich ein Schriftsteller, der aus jedem Stoff einen packenden Roman formen kann, egal ob er sich Ovid als Ausgangspunkt vornimmt, oder die "Payer-Weyprecht Expedition von 1872", wie hier in "Die Schrecken des Eises und der Finsternis". Einerseits sind es Tagebucheinträge, das Logbuch und andere überlieferte Schriften der Mannschaft dieser Expedition, die 1872 aufbrach, um neues Land zu finden, zwei Jahre im Packeis gefangen war, das "Franz Joseph Land" fand und dann, da klar war, dass die "Admiral Tegetthoff" im Eis bleiben würde, sich, die Beiboote über das Eis schleppend, bis Nowaja Semlja durchkämpfte, wo sie am 24.08.1874 vom russischen Schoner "Nikolaj" gerettet wurden. Hier zitiert Christoph Ransmayr im Orginal, zusätzlich erfindet er, aufbauend auf diesen Schriften, eine Erzählung, wie es hätte sein können. Eine weitere Ebene ist die fiktive Geschichte des in Wien lebenden Italieners Josef Mazzini, der sich mehr als hundert Jahre später auf die Spuren der "Tegetthoff" heftet und letztendlich in Spitzbergen unter mysteriösen Umständen verschollen ist. Großartig gelungen ist die Verflechtung der beiden Erzählstränge, man lebt mit der Mannschaft der "Tegetthoff" mit und kann sich mit Josef Mazzini identifizieren, vor allem ist es heute viel einfacher als zur Zeit der Entstehung dieses Romans (vor mehr als zwanzig Jahren), nach Longyearbyen zu kommen, es gibt mittlerweile täglich Flüge (SAS, Braathens u.a.), einige gute Hotels und sogar einen Campingplatz in der Nähe des Flughafens (das sind ein paar Ergebnisse meiner durch das Buch inspirierten Reise-Recherche, ich habe wirkliche Lust bekommen, diese kalte Gegend zu erkunden- ein bis zwei Wochen). Sprachlich von erlesener Schönheit, ist es ein Genuss, in diese eiskalte Welt einzutauchen. Ein spannender literarischer Abenteuerroman, der alle Sinne befriedigt, mehr kann man eigentlich nicht verlangen.

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  • Rezension zu "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" von Christoph Ransmayr

    Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    ArnieQ

    28. March 2008 um 12:14

    Ein tolles Buch für den Winter. Man friert mit der Mannschaft der Tegethoff mit. Toll geschrieben.

  • Rezension zu "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" von Christoph Ransmayr

    Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    Marco

    29. January 2008 um 13:47

    Im Zentrum dieses vielschichtigen Abenteuerromans steht das Schicksal einer östreich-ungarischen Nordpolarexpedition die 1873 gestartet wurde. Ramsmayr verknüpft diese reale Entdeckungsreise mit der fiktiven Geschichte eines Italieners der auf den Spuren der Expedition ebenfalls in den Norden reist. Eine teilweise gewaltige Sprache lässt Textpassagen zu einem Leseereignis werden. Leider zerfranst der Erzählstrang und nur stellenweise wird der Leser ganz in das Drama hereingerissen. Der Roman bietet einen der besten Anfänge die ich bisher gelesen habe: „Josef Mazzini reiste häufig allein und viel zu Fuß. Im Gehen wurde ihm die Welt nicht kleiner, sondern immer größer, so groß, dass er schließlich in ihr verschwand.“

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  • Rezension zu "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" von Christoph Ransmayr

    Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    christiane

    16. December 2007 um 10:36

    herrlich sich beim Lesen in die unwirtliche Ferne und Einsamkeit des hohen Nordens zu flüchten und doch auch vor Augen zu haben, welch Strapaze im Vergleich zu heute eine derartige Expedition im 19. Jahrhundert bedeutet hat

  • Rezension zu "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" von Christoph Ransmayr

    Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    Sonny83

    05. December 2007 um 21:32

    Genial! Mein absolutes Lieblingsbuch

  • Rezension zu "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" von Christoph Ransmayr

    Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    chemy

    26. November 2007 um 22:22

    eine fesselnde abenteuererzählung die es absolut verdient hat, in der weltliteratur ihren platz zu finden

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