Christoph Reuter

 4,4 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Die schwarze Macht, Café Bagdad und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Christoph Reuter

Christoph Reuter, geboren 1968, gehört zu den letzten westlichen Journalisten, die noch direkt aus Syrien und dem Nordirak berichten. Der studierte Islamwissenschaftler und „Journalist des Jahres 2012“ spricht fließend Arabisch und berichtet seit Jahrzehnten aus den Krisenregionen der islamischen Welt, zunächst für Die Zeit und den Stern, seit 2011 als Korrespondent für den SPIEGEL. Neben zahlreichen preisgekrönten Reportagen veröffentlichte er u. a. die Bücher „Mein Leben ist eine Waffe“ (2002) über Selbstmordattentäter und, gemeinsam mit Susanne Fischer, „Café Bagdad“ (2004) über den Alltag im umkämpften Irak.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Christoph Reuter

Cover des Buches Die schwarze Macht (ISBN: 9783328100621)

Die schwarze Macht

 (6)
Erschienen am 11.10.2016
Cover des Buches Café Bagdad (ISBN: 9783442153855)

Café Bagdad

 (4)
Erschienen am 14.08.2006
Cover des Buches Alle sind musikalisch – außer manche (ISBN: 9783453218031)

Alle sind musikalisch – außer manche

 (2)
Erschienen am 29.03.2021
Cover des Buches Maryam A.: Mein Leben im Kalifat (ISBN: 9783421048196)

Maryam A.: Mein Leben im Kalifat

 (1)
Erschienen am 16.11.2017
Cover des Buches Klangfarbe und Instrumentation (ISBN: 9783631502723)

Klangfarbe und Instrumentation

 (1)
Erschienen am 01.12.2002
Cover des Buches My Life Is a Weapon (ISBN: 0691126151)

My Life Is a Weapon

 (0)
Erschienen am 04.04.2006

Neue Rezensionen zu Christoph Reuter

Cover des Buches Alle sind musikalisch – außer manche (ISBN: 9783453218031)Y

Rezension zu "Alle sind musikalisch – außer manche" von Christoph Reuter

Eine Reise durch die Welt der Musik
YukBookvor 6 Monaten

So ansprechend wie das Cover und die begleitenden Illustrationen ist die Art und Weise, wie uns Christoph Reuter in die Welt der Musik entführt. Der Berliner Pianist und Komponist zeigt, dass wir uns im Alltag kaum der Musik entziehen können, ganz gleich, ob wir uns für musikalisch oder unmusikalisch halten. In der Natur gibt es über 4.000 Singvogelarten, im Kaufhaus werden wir mit Hintergrundmusik berieselt und auf der nächsten Familienfeier wird mit Sicherheit ein Geburtstagsständchen gesungen oder Tanzmusik aufgelegt.

Christoph Reuter blickt dabei hinter die Kulissen, erklärt uns, wie Audio Architects individuelle Playlists für Hotelketten und Modelabels erstellen, wie Martin Luther die Entwicklung der Musik beeinflusste, wie man es in die Charts schafft oder wie man als DJ sein Publikum unterhält. Als Musikkabarettist vermittelt er sein Wissen nicht nur mit viel Humor, sondern hat auch skurrile Geschichten über Experimente mit Käse und nützliche Ratschläge für die Auswahl passender Hochzeitsmusik oder den Umgang mit Musikern in petto.

Man kann schmunzelnd und staunend Instrumente wie Glasharmonika oder Fender Rhodes kennenlernen oder auch selbst zur Tat schreiten, indem man den zahlreichen praktischen Anleitungen folgt, etwa wie man die Zwerchfellatmung übt, einen Blues Song schreibt oder Gitarre spielt. Mich hat das lehrreiche Buch nicht nur wunderbar unterhalten, sondern auch die Lust geweckt, in die vorgestellten Ohrwürmer hineinzuhören und das Klavierspiel wieder aufzunehmen.

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Cover des Buches Alle sind musikalisch – außer manche (ISBN: 9783453218031)B

Rezension zu "Alle sind musikalisch – außer manche" von Christoph Reuter

Musikalisch? Oder eher nicht?
Buch-Traumvor 7 Monaten

Naja, auf eine Trommel schlagen kann jeder, oder? Aber reicht das? 

Christopher Reuter testet den Leser schon auf den ersten Seiten auf seine musikalische Begabung und ich bin mir sicher, diesen Test besteht jeder. Mit ein bisschen Wissenschaft, den kuriosesten Fakten und viel Spaß führt er durch die Welt der Musik.

 

Musik studieren, das ist für einige Menschen ein Traum. Und für viele bleibt es auch ein Traum, der Autor des Buches hat es aber geschafft. In Leipzig und Berlin hat er Jazzpiano studiert, mit seinem Trio danach diverse Alben rausgebracht, er komponiert für Orchester und war mit seinem Soloprogramm auf Tournee. 

Den Sprung zum Kabarettisten hat er mit Dr. Eckhard von Hirschhausen geschafft, Christopher Reuter ist seit 2006 der musikalische Sidekick in seinem Programm. 

Trotzdem, ein Komponist macht Musik und Pianisten hat man bisher nicht als lustige Menschen kennen gelernt. Es gibt tatsächlich auch Kapitel in dem Buch, in denen ich nie gelacht habe. Zum Beispiel "Intervalle in der Dur-Tonleiter" war nicht wirklich lustig, dafür aber immer noch ansprechend. Obwohl der Leser auch die Legitimation vom Autor bekommt, diese musiktheoretischen Kapitel zu überspringen. Egal ob man Fan von Rap oder von Pop ist, in dem Buch findet man eigentlich alles. Eine kleine Anleitung um ein Lied zu schreiben, die ersten Töne aus dem Klavier herauszuholen, eine Antwort auf die Frage, warum eine CD 74 Minuten lang ist und einen Blick in die indische Musik. In 72 Kapiteln auf 367 Seiten findet jeder etwas und vieles davon ist lustig. 

 

Das Buch liest sich sehr leicht, besonders durch die kurz gehaltenen Kapitel. Auch wenn man gerade kein Interesse an einem der Themen hat, kann man problemlos im nächsten Kapitel wieder einsteigen. Der Autor hat einen kleinen Reiseführer durch die Welt der Musik geschrieben, hat es aber geschafft, den Staub darüber wegzulassen und macht mit kleinen Zeichnungen sehr deutlich, was genau er eigentlich sagen wollte. Ein gelungenes Buch, das mich nicht unglaublich begeistert hat, aber sehr amüsant und lesenswert war. 

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Cover des Buches Maryam A.: Mein Leben im Kalifat (ISBN: 9783421048196)T

Rezension zu "Maryam A.: Mein Leben im Kalifat" von Christoph Reuter

Mehr Fragen als Antworten
Thomas_Lawallvor 3 Jahren

Das Buch hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Es sind die Gründe, die Maryam A. schildert, die sie ihrer Meinung nach den Weg zum "Islamischen Staat" beschreiten ließen. Um das Fazit vorwegzunehmen: Sie haben alle etwas gemeinsam. Man kann sie nicht nachvollziehen.

Schon klar, das die Trennung der Eltern irgendwie Spuren hinterlässt. Wohnungssuche und Probleme mit Partnern sind auch nicht gerade selten. Dazu noch eine gewisse Orientierungslosigkeit und schon landet man in der einen oder anderen Sackgasse. Letztlich sind diese oder ähnliche Lebenskrisen aber kein Grund oder gar eine Rechtfertigung, in einem "Kalifat" zu landen.

Nahezu unglaublich ist ihr im Nachhinein geäußerter Wunsch, jemand hätte sie damals mit erhobenem Zeigefinger von ihrem Vorhaben abbringen können: "Hör mal, das, was du tust oder tun willst, ist falsch!"
Auch sich zu widersprechen scheut sie nicht. Sie befindet sich in einer "ganz persönlichen Hölle der Schuld", denn ohne sie wäre ihr Mann niemals beim IS gelandet. Gleich im nächsten Satz schreibt sie das Gegenteil, denn er wäre auch allein gegangen.

Eigentlich war er gar nicht ihr Mann, denn sie hatten nur "diskret islamisch geheiratet". Verheiratet ist sie eigentlich mit einem Mann aus Afghanistan. Ein Bekannter, den sie in ihrer "Kifferzeit" kennenlernte, bat sie darum, seinen Cousin zu heiraten. Er war "echt süß", jedenfalls auf den ersten Blick. "Also habe ich den geheiratet."

Allein jene Zeilen verführten den Rezensenten fast dazu, die Lektüre abzubrechen, aber eine derartige Lebensgeschichte, wenn sie denn stimmt, bekommt man nicht alle Tage zu lesen. 

Nach der Konvertierung zum Islam und Kontaktaufnahme zur Salafistenszene ging dann die Reise 2014 nach Syrien. Dank gründlicher Vorbereitung in Deutschland wurde man sofort aufgenommen, jedoch nicht unter den in Deutschland versprochenen materiellen Annehmlichkeiten. Der erste Einblick hinter die Kulissen gestaltet sich eher ernüchternd. 

Die Kämpfe sind mehr oder weniger weit entfernt, die Frauen bleiben unter sich und verbringen den Tag mit den ihnen zugeordneten Tätigkeiten im Haushalt und beschäftigen sich mit sinnlosen Chats im Internet. Zudem befinden sie sich in permanentem Alarmzustand, allzeit bereit, wegen den ständig wechselnden Kriegsschauplätzen schnell die Habseligkeiten zu packen, um wieder einmal umzuziehen.

Das ist langweilig wie deprimierend zugleich und spätestens wenn die Männer von ihrem nicht näher beschriebenen, und den Frauen auch gar nicht bekannten, Tagwerk heimkommen und sich lautstark und handgreiflich um ihre Frauen zanken, merkt Maryam A., dass sie wohl irgendwie zur falschen Zeit am falschen Ort ist. 

Christoph Reuter hat mit "Mein Leben im Kalifat" eine erschütternde Innenansicht einer Frau geschrieben, die einen hohen Preis für ihre Orientierungslosigkeit bezahlt hat und immer noch bezahlt. Denn nach ihrer Flucht (2016) aus den vom IS kontrollierten Gebieten sitzt sie offenbar immer noch im Norden Syriens fest, um den Weg über die Türkei zurück nach Deutschland zu organisieren.

Der Journalist und Autor beschreibt die schon fast selbstverständlich wirkende Naivität einer jungen Frau, welche die Grenzen zur Gleichgültigkeit und Dummheit gleich mehrfach überschritten hat. Und aufrichtig wie sie ist, sieht sie es sogar ein. Deshalb möchte sie auch nichts beschönigen, oder entschuldigen, sondern lediglich "erklären". Auch in der sicheren Gewissheit, dass dieses Buch mehr Fragen als Antworten liefern kann.

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