Christoph Stölzl

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Lebenslauf

Sein tiefgehendes Interesse für Geschichte wird in seinen Werken sichtbar: Christoph Stölzl wird 1944 in Westheim geboren und wächst in München auf. Er studiert von 1963 bis 1970 in München und in Saarbrücken, promoviert schließlich im Fach Geschichte. Nach seinem Studium ist er als Mitarbeiter des Bayerischen Nationalmuseums und der Ludwig-Maximilians-Universität in München tätig, bis er 1980 Direktor des Münchner Stadtmuseums wird. 1987 übernimmt er das Amt des Generaldirektors des neu gegründeten Deutschen Historischen Museums in Berlin, das er bis 1999 innehat. Zur Jahrtausendwende arbeitet er als stellvertretender Chefredakteur von Die Welt und ist seit 2002 freiberuflicher Publizist. Zudem tritt er als Moderator der Sendung „Im Palais“ auf. Seit 2010 ist Stölzl Rektor der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Seine Bücher sind von seiner langjährigen Arbeit in Museen und seinem Interesse für Geschichte geprägt.

Alle Bücher von Christoph Stölzl

Cover des Buches Morgens um sechs bei Haubentaucher & Co. (ISBN: 9783907142448)

Morgens um sechs bei Haubentaucher & Co.

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Erschienen am 01.03.2014

Neue Rezensionen zu Christoph Stölzl

Cover des Buches Morgens um sechs bei Haubentaucher & Co. (ISBN: 9783907142448)
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Rezension zu "Morgens um sechs bei Haubentaucher & Co." von Christoph Stölzl

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Tiefe Einblicke im Kurzformat

Das Wasser ist blau. Bei Christoph Stölzl ist es bleigrau. Wenn der Nebel sich am Morgen lichtet, ist es ein weißer Ball, der über die Baumkronen steigt. Und der Autobahnlärm ist eine Technik-Brandung. So mancher Flaneur möchte die ihn umgebende Stimmung gern so poetisch in Worte fassen können. Christoph Stölzl tut es einfach.

Er studierte Geschichte, Literaturwissenschaft und Soziologie, war Museumsdirektor und schließlich in Berlin Kultur- und Wissenschaftssenator, anschließend Vizepräsident des Abgeordnetenhauses. Und Kolumnist bei der Berliner Morgenpost. Für die schrieb er diese Texte, die in diesem Best Of die geballte Ladung Berlin-Zu-Fuß beinhalten. Klingt ziemlich statisch. Ist es aber überhaupt nicht. Denn Flanieren will gelernt sein. Flanieren heißt heute auch gern mal entschleunigen – ein fürchterliches Wort, nimmt man Victor Klemperers LTI als Maßstab für Wortschöpfungen zur Hand. Nein, Flanieren heißt innehalten ohne still zu stehen. Flanieren heißt auch genau beobachten. Und den Dingen eine Stimme zu geben.

Berlin bietet sich zum Flanieren geradezu an. An jeder Ecke – und hat man gerade mal keine Ecke zur Hand, dann eben alle Nase lang – jibt et wat zu staunen.

Das kann der Flohmarkt in Neukölln sein, wo die Errungenschaften aller Dachböden der Stadt auf dem Trottoir ausgebreitet werden, wo klingende Münze und babylonisches Sprachgewirr eine Sinfonie ergeben. Oder aber auch der Spaziergang durch die edle Fasanenstraße – blendet man die fest verankerten Baugerüste mal aus, könnte man sich fast wie in Paris fühlen. Und man plumpst in eben diese Pariser Welt. Zwei Damen erscheinen plötzlich in dieser Szene. Zweifelsfrei noch vor Corona. Denn sie halten keinen Abstand, weder zwischen sich noch zum Betrachter. Ja, Betrachter. Denn die beiden Damen sind doch recht zweidimensional – ok, sie sind auf einem Bild des Expressionisten Georg Tappert verewigt. Ganz ungeniert darf man sich ihnen nähern, sie ausgiebig betrachten. Aber! Nicht anfassen!

Zweitausendfünfhundert Zeichen ist die Maßgabe gewesen für diese Flanierstücke aus der kenntnisreichen Feder Christoph Stölzls. Das liest sich wie ein Metropolenrausch, dessen Kopfschmerz der lieblichste Schmerz der Großstadt ist. Kein Schädelbrummen am nächsten Morgen, vielmehr ein Dröhnen, das nach mehr verlangt. Mehr Flanieren, mehr Citylight, mehr Tiefe in einer Stadt, die ihre Oberfläche selbst verkommen lässt und das auch noch schick findet.

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Zusätzliche Informationen

Christoph Stölzl wurde am 17. Februar 1944 in Westheim (Deutschland) geboren.

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