Christoph Türcke Lehrerdämmerung

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Inhaltsangabe zu „Lehrerdämmerung“ von Christoph Türcke

Lehrer? Deren Zeit läuft ab. Gelernt wird heute eigenständig, beweglich, kreativ, weder Lehrern zuliebe noch nach Schablonen. So etwa klingt der Sirenengesang der „neuen Lernkultur“. Wie sehr dieser Weg in die Irre führt, zeigt die Streitschrift des Philosophen Christoph Türcke. Mit der Rolle der Lehrer stehen zugleich entscheidende politische und pädagogische Grundeinstellungen zur Debatte. Wenn die Lehrer für den Erhalt und das Ethos ihres Berufs wirklich kämpfen, können sie eine Orientierungsdebatte auslösen, die an die Grundfesten der neoliberalen Welt rührt. Es geht um weit mehr als einen Schulstreit. Alles, was in Sach- und Fachkompetenzen nicht aufgeht, soll in der schönen neuen Lernwelt keinen Ort mehr haben. Menschen aber nur auf ihre Kompetenzen hin anzusehen, das heißt, sie wie Maschinen anzusehen. Lehrer zu Kompetenzbeschaffungsgehilfen zu reduzieren heißt, sie zu entwürdigen. Das müssen sie sich nicht bieten lassen. Sie sind zu ihrer Selbstdegradierung und -abschaffung nicht verpflichtet, wohl aber zur Rückbesinnung darauf, was Lehren eigentlich ist.

wohltuend kritische Demontage einige Absurditäten gegenwärtiger Bildungspolitik, insbesondere: Kompetenz- und Inklusionswahn!

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  • Rückbesinnung tut not auf das, was „Lehren“ eigentlich ist

    Lehrerdämmerung
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    15. March 2016 um 10:43

    „Es geht um weit mehr als einen Schulstreit. Mit der Rolle der Lehrer stehen zugleich entscheidende politische Grundeinstellungen zur Debatte“, schriebt der emeritierte Philosophieprofessor Christoph Türcke am Ende seiner wichtigen Streitschrift. „Man kann das Wort „Lehrerdämmerung“ depressiv verstehen: Lehrer erübrigen sich; Lernbegleiter genügen. Man kann es aber auch hoffnungsvoll lesen: Den Lehrern dämmert, dass sie sich das nicht gefallen lassen müssen. Wenn sie für den Erhalt und das Ethos ihre Berufes wirklich kämpfen, werden sie eine Orientierungsdebatte auslösen, die an die Grundfesten der neoliberalen Welt rüttelt.“Große Worte nach einer vernichtenden Kritik der sogenannten neuen Lernkultur in unseren Schulen. An vielen Beispielen beschreibt Türcke die einer neoliberalen Ideologie angelehnte Reduktion der Schule und deren Lerninhalte auf reine Sach- und Fachkompetenzen. Persönlichkeitsentwicklung und Charakterbildung, Kritikfähigkeit und politisches (Selbst)bewusstein, musische Neigungen und künstlerisches Ausdruck, all das soll in der schönen neuen Lernwelt der Arbeitsblätter und Lernbegleiter keinen Platz und Ort mehr haben. Junge Menschen werden, lediglich auf ihre Kompetenzen reduziert, angesehen wie Maschinen. Und die Lehrer werden ihrer Würde beraubt, wenn man sie nur noch als „Kompetenzbeschaffungsgehilfen“ definiert.Türckes Buch ist an flammender Aufruf an alle Lehrer, sich diese Selbstdegradierung und  -abschaffung nicht mehr länger bieten zu lassen.Rückbesinnung tut not auf das, was „Lehren“ eigentlich ist. Ich wünsche dem Buch und seinem Geist eine starke Verbreitung innerhalb der Lehrerschaft und der Kultusbürokratie.

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