Christoph W. Bauer Als Kind war ich weise

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Inhaltsangabe zu „Als Kind war ich weise“ von Christoph W. Bauer

Schräge und überraschende, komische und traurige, berührende und bewegende Texte zum Thema Kindsein von Kurt Aebli, Bettina Balàka, Xaver Bayer, Mirko Bonné, Manfred Chobot, Elfriede Czurda, Erwin Einzinger, Elke Erb, Zsuzsanna Gahse, Arno Geiger, Sylvia Geist, Sabine Gruber, Lioba Happel, Norbert Hummelt, Anna Kim, Margret Kreidl, Petra Nagenkögel, Andreas Neeser, José F. A. Oliver, Ilma Rakusa, Arne Rautenberg, Simona Ryser, Evelyn Schlag, Gudrun Seidenauer, Christoph Simon, Thomas Stangl, Michael Stavaric, Sylvia Treudl, Vladimir Vertlib, Uljana Wolf und O. P. Zier.
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  • Rezension zu "Als Kind war ich weise" von Christoph W. Bauer

    Als Kind war ich weise
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. October 2010 um 10:08

    Kinder würden sagen: Die Geschichten sind traurig, spannend, schön, aufregend, schwierig, nachdenklich ... komisch vielleicht ... und manche gar nicht zu verstehen, besonders die Gedichte. Hauptsache, sie müssten nicht so viel dazu sagen, denn wozu die Erwachsenen immer so viel reden und schreiben, erscheint ihnen ebenso sonderbar wie völlig unnütz ... Wenn wir uns daran erinnern, wie es damals war, als die Großmutter starb und wie uns die Schreckensnachricht von der Mutter ins Ohr geflüstert wurde; wenn wir als Neuer in einer Klasse standen, von allen ausgelacht oder schlimmer: gar nicht beachtet wurden; wenn man dem hübschen Mädchen irgendwo hinter einer Ecke oder im Gebüsch versteckt aufgelauert hat, nur um ihm ein paar Meter näher zu sein: oder ganz mutig es gar wagte, sie zu erschrecken; wenn wir an jene lächerlichen Aufklärungsversuche der Eltern zurückdenken, die weder Missverständnisse ausräumen konnten noch vage Vorstellungen von einem Samen, der vielleicht durch Gedankenübertragung zur Zeugung führen könnte; wenn all die unbeantworteten Fragen uns trotzdem nicht aus der Bahn geworfen haben ... dann wird es Zeit, die Uhren einmal rückwärts laufen zu lassen. Wenn wir uns erinnern, was wir damals zum Spielen hatten - "Spielzeugreviere" waren es jedenfalls nicht; wenn man am Meer mehr Kind sein durfte und konnte als zu Hause; wenn wir an die Faszination einer "Gassenseilbahn" denken und aus heutiger Sicht bemerken, wie überaus nützlich und sinnvoll so eine faszinierende Konstruktion eigentlich ist (oder war); wenn wir die zahlreichen Abenteuer noch einmal Revue passieren lassen, die wir in der Nachbarschaft, im Wald, auf Brücken oder Baustellen erlebt haben und uns fragen, wieso eigentlich nicht mehr passiert ist als die zahllosen blauen Flecken und der eingeklemmte Zeh; wenn wir immer noch spüren, wie die Last im Schulranzen hüpft und wie das rostige Gartentor mit einem lauten Scheppern ins Schloss fällt ... dann wird es wirklich höchste Zeit, für einen Moment den Gashebel des Alltags loszulassen, innezuhalten und tatsächlich einmal rückwärts durch die Zeit zu reisen. Sollte uns die Kraft verlorengegangen sein, könnte "Als Kind war ich weise" wertvolle Hilfe leisten. 31 Autoren reflektieren ihre ganz persönlichen Ansichten und Erinnerungen an jene Tage, die vielleicht nicht immer glücklich waren aber dennoch auf eine seltsame Art und Weise unbeschwert und unbelastet. Hochinteressant die grundverschiedenen Standpunkte, denn während Ilma Rakusa sich in "Der Hahn" nach dessen Weckruf wie damals einfach wieder umdreht und weiterschläft, definiert Petra Nagenkögel Kindheit als "ein Konstrukt der Neuzeit, das uns das verlorene Paradies ersetzen soll. Ein Raum für grelle Projektionen und Bilder ohne Negativ". Christoph W.Bauer, der in Innsbruck lebende Schriftsteller und Dichter, sammelte im Auftrag der Kulturinitiative "Ubuntu" (Zulu-Sprache: Achtsames Miteinander, gegenseitiger Respekt und Menschenwürde) 52 bislang unveröffentlichte Erzählungen, Romanauszüge und Gedichte von bedeutenden Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, welche ihre Werke zur freien bzw. unentgeltlichen Verfügung stellten. So entstand unter seiner Regie als Herausgeber "Als Kind war ich weise" und wurde 2009 anlässlich des 60-jährigen Bestehens von "SOS-Kinderdorf" veröffentlicht. So ist dieses Buch eine Fundgrube an Lebenseindrücken, die uns ein wenig an das erinnern mögen, was wir längst verloren, vergessen oder vielleicht gar nicht erlebt haben. Bei dem einen ist es Projektion, der andere hat sie wirklich erlebt und erfahren - die glückliche Kindheit. Nicht jedem ist vergönnt, was andere Glück nennen. Das Buch kann Vergangenheit wecken, vermittelt Eindrücke oder zumindest Ahnungen ... ... von dem, was einst war und immer wieder sein wird. © Thomas Lawall - www.querblatt.com

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