Christoph Wortberg

 3.6 Sterne bei 192 Bewertungen

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Der Geist der Bücher

Der Geist der Bücher

 (90)
Erschienen am 14.01.2009
Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß

Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß

 (40)
Erschienen am 10.04.2018
Dieser eine Moment

Dieser eine Moment

 (17)
Erschienen am 29.02.2016
Easy

Easy

 (10)
Erschienen am 28.02.2011
Novembernacht

Novembernacht

 (11)
Erschienen am 14.07.2008
Keine Wahl

Keine Wahl

 (6)
Erschienen am 21.01.2009
Die Farbe der Angst

Die Farbe der Angst

 (7)
Erschienen am 17.01.2008
Dieser eine Moment

Dieser eine Moment

 (6)
Erschienen am 16.08.2010

Neue Rezensionen zu Christoph Wortberg

Neu

WARUM?

Jakob ist tot. Ein Sturz von der Zugspitze beendete das vielversprechende Leben. Gerade hatte er das Abitur als Jahrgangsbester absolviert, sich für das Pharmaziestudium schon eingeschrieben, war auch sportlich sehr erfolgreich. Und nun: vorbei.


"Die Geräusche der Stadt, der Geruch des Sommers. Alles wie immer und nichts wie früher. Ich gehöre nicht dazu. Die Welt der anderen dreht sich weiter, meine Welt steht still." (S. 96)


Zurück bleiben seine fassungslosen Eltern und sein zwei Jahre jüngerer Bruder. Lenny. Der, der sein Leben lang im Schatten seines großen Bruders stand und nie eine wichtige Rolle in der Familie gespielt hatte. Der sich aber mit Jakob immer gut verstanden hat und für den nun die Welt stehen bleibt.

Trauer, Wut, Fassungslosigkeit begleiten Lenny fortan - und leise Zweifel, ob es sich bei Jakobs Tod wirklich um einen Unfall handelte. Als aus diesen Zweifeln Gewissheit wird, sucht Lenny nach Antworten ohne zu wissen, ob er diese finden wird. Bei seiner Suche stößt er auf Rosa, die ihm vielleicht die Antworten geben kann - und vielleicht auch mehr...


"Ein einziger Satz, der sich mit jeden Schritt tiefer in mich hineingräbt: Mein Bruder hat sich umgebracht. An seinem Tod ändert das nichts. An meinem Leben alles. Weil er nicht länger als der Bruder gestorben ist, den ich kannte. Weil er jetzt ein anderer für mich ist." (S. 76)


Als ich las, worum es in diesem Buch ging und dazu die gerade einmal 192 Seiten der Erzählung wahrnahm, regten sich in mir gleich Zweifel, ob es gelingen konnte, diesem Thema auf so engem Raum wirklich gerecht zu werden. Anfangs war ich positiv überrascht, denn die Szenen im Krankenhaus und auf dem Friedhof waren wirklich emotional und wirkten sehr authentisch.

Danach jedoch wurden - fast wie erwartet - viele Szenen und Themen im Grunde nur angerissen und entwickelten dadurch nicht die Intensität, die ihnen meiner Meinung nach hätte zukommen müssen. Dass die Entscheidung sich selbst umzubringen nicht aus heiterem Himmel gefällt wird, sondern sich dahinter stets ein Konglomerat an Gründen verbirgt, erklärt sich wohl von selbst. Viele der Gründe sind Lenny direkt klar, denn sie hängen mit seinem Elternhaus zusammen.

Wenig Entfaltungsmöglichkeiten, starre Erwartungshaltungen, enge Strukturen und die Tablettenabhängigkeit der Mutter kennzeichnen beispielsweise das Klima im Hause von Lenny und Jakob - und jedes Familienmitglied erfüllt dabei eine klar definierte Rolle, aus der es kein Entkommen zu geben scheint. Lenny sucht nun nicht nur nach Antworten, sondern beginnt auch, gegen das eingefahrene System zu rebellieren - sein Bruder fand einen anderen Ausweg. Aber warum so und nicht anders?


"Ein Held ist jemand, der (...) bereit ist, in den eigenen Abgrund zu schauen, ganz gleich, was er darin sehen wird. Der lacht, wenn es Zeit ist zu lachen, und weint, wenn es Zeit ist zu weinen. Und geht, wenn es Zeit ist zu gehen. Mein Bruder Jakob sagte: Ich bin ich und die anderen sind die anderen. Er sagte: Ich habe nur dieses eine Leben. Dann ging er. Mein Bruder war ein Held." (S. 7)


Viele Themen schwingen in diesem schmalen Jugendbuch mit. Die Situation, zurückgelassen worden zu sein. Trauer, Schuldgefühle, Schuldzuweisungen, Wut. Die Suche nach Antworten, die Tatsache der Unbegreiflichkeit, der Schmerz, wenn sich das Bild der geliebten Person verändert, die Einsamkeit. Die erste Liebe, Angst um jemanden, Selbstmordforen. Die Abnabelung vom Elternhaus, Pubertät, Rebellion, das Hinterfragen der eigenen Rolle. Zu viel, um wirklich ausreichend Raum zu erhalten auf den paar Seiten - aber als Diskussionsgrundlage im Rahmen einer Klassenlektüre durchaus vorstellbar.

Durch die Unterschiedlichkeit der Brüder wird in jedem Fall deutlich, dass es sehr verschiedene Wege gibt, mit belastenden Situationen umzugehen. Lenny jedenfalls nimmt sein Leben nun in die Hand, stellt vermeintliche Gegebenheiten in Frage und führt so Veränderungen herbei. Allein dies ist schon eine positive Blickrichtung, die dem Leser als Perspektive mit auf den Weg gegeben wird.

Der Schreibstil ist durch meist kurze Sätze geprägt, die einem in manchen Szenen wie kleine Schläge um die Ohren gehauen werden. Dadurch liest sich die Erzählung rasch und unkompliziert, nimmt den Themen dadurch zudem auch oft auch ein wenig von ihrer Schwere.

Auch wenn mich das Buch in der Umsetzung nicht komplett überzeugt hat, finde ich es wichtig, dass sich Jugendliche mit den angesprochenen Themen beschäftigen und darüber diskutieren. Deshalb könnte ich es mir sehr gut als Schullektüre in der Mittelstufe vorstellen.


© Parden

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Rezension zu "Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß" von Christoph Wortberg

Starkes Buch.
Tuddevor 10 Monaten

Ein starkes Buch zu dem Thema Tod. Die Erzählweise war passend. Ich möchte nicht zu viel verraten, doch traf der Autor bei mir den richtigen Ton. Es hätte gerne noch länger sein können. Etwas ausbaufähiger war das Buch. Das war aber auch der einzig negative Kritikpunkt. Ansonsten ein tolles Buch zu einem schweren Thema. Es ging unter die Haut. Habe es an einem Tag verschlungen.

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Rezension zu "Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß" von Christoph Wortberg

Bedrückender Lesestoff
kruemelhinovor 2 Jahren

Die Welt des jungen Lenny gerät aus den Fugen, als Lennys älterer Bruder Jakob für Hirntod erklärt wird. Ein Unfall, so heißt es zunächst, aber Lenny überkommt mehr und mehr ein mulmiges Gefühl. Er beginnt Fragen zu stellen und erhält dabei mögliche Antworten aus fiktiven Gesprächen zwischen ihm und Jakob.

'Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß' von Christoph Wortberg fällt mit 190 Seiten sehr überschaubar aus und liest sich flüssig. Die Sprache unterscheidet sich deutlich von aktuellen Jugendbüchern. Die Sprache versucht nicht verkrampft modern oder auch cool zu wirken. Gleichzeitig wirkt sie aber auch nicht altbacken, sondern tatsächlich poetisch wie anspruchsvolle Jugendliteratur aus der etwas früheren Zeit. Sprachlich gesehen habe ich die Geschichte dabei regelrecht verschlungen.

Einzig der Verlauf der Geschichte wirkt zum Ende doch etwas leicht konstruiert. Ebenso wird bei der ersten Liebe etwas dick aufgetragen, was mir persönlich nicht ganz so gut gefällt. Dies spiegelt aber wirklich nur meinen Geschmack wieder. Andere wiederum blühen bei solch einer Liebesschmacht förmlich auf.

'Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß' fasst Themen auf, die eine Vielzahl von Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenwerden durchleben. Um Fragen zu beantworten geht es hierbei nicht. Die muss schließlich jeder selbst für sich finden. Vielmehr stößt die Geschichte dazu an, etwas aus den gegebenen Umständen zu machen, auch wenn dabei ein möglicher Generationskonflikt herbeigeschworen wird. Oftmals ist solch ein Konflikt nichts anderes als ein natürlicher Bestandteil eines Abnabelungsprozesses, den allerdings immer noch genügend Heranwachsende scheuen.

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Gespräche aus der Community

Neu
Auf meinem Blog verlose ich bis Ende Oktober ein Exemplar von "Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß".
http://schreibtrieb.aeom.de/Blog/?p=1709
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Bis zum 31.08.2014 läuft im "Katze mit Buch"-Forum (http://www.katzemitbuch-forum.de/) das aktuelle "Bewerten - Gewinnen - Rezensieren" zu "Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß" von Christoph Wortberg. Alles was Ihr tun müsst, ist eine aussagekräftige Meinung zur Leseprobe abzugeben und schon seid Ihr im Lostopf.
Für die Teilnahme müsst Ihr im Forum angemeldet sein. Nur Meinungen im entsprechenden Thread werden gezählt, Kommentare hier können leider nicht gewertet werden. Über diesen Link kommt Ihr zum Thema:
http://www.katzemitbuch-forum.de/t1325f98-Buch-Info-Anmeldethread.html
Letzter Beitrag von  ChrischiDvor 4 Jahren
Endspurt. Noch schnell bewerben, die Chancen stehen sehr gut.
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