Christophe Bec , Stefano Raffaele Pandämonium

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Inhaltsangabe zu „Pandämonium “ von Christophe Bec

Louisville, 1951: Zu Doris‘ Entsetzen wird bei ihrer Tochter Cora die Tuberkulose festgestellt. Aber es gibt Hoffnung, Cora kann im renommierten Sanatorium Waverly Hills behandelt werden. Kurz nach ihrer Einlieferung benimmt sich Cora immer merkwürdiger und behauptet sogar, Geister sehen zu können. Doris geht der Sache auf den Grund, nicht ahnend, welch irres Grauen das Sanatorium für sie bereithält. - Warum sehe nur ich euch? Seid ihr Geister? - Ja. Wir sind Tausende. Wenn du in den Tunnel kommst, kannst du uns alle sehen. Aber das geht nur nachts.

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  • Etwas zu leidfreudgier Asylum Horror

    Pandämonium

    Krinkelkroken

    02. September 2013 um 18:35

    Ganz Amerika wird Anfang des 20. Jahrhunderts vom Tuberkolse-Virus heimgesucht. Das "Waverly Hills Sanatorium" in Luisville, Kentucky, ist eine renommierte Klinik. Da zu dieser Zeit aber weder Antibiotika noch andere heute erprobte Behandlungsmethoden bekannt sind, fallen tausende Menschen dem „weißen Tod“ zum Opfer. Die Leichen der Verstorbenen werden durch einen Tunnelschacht zum örtlichen Bahnhof gebracht, um dort per Zug zu den Krematorien abtransportiert zu werden. Im Sommer 1951 spricht Doris Greathouse, selbst ehemalige Patientin, im Tuberkulose-Sanatorium vor, in der Hoffnung, trotz fehlender Mittel eine Aufnahme ihrer erkrankten Tochter Cora zu erwirken. Der tödliche Virus grassiert nach wie vor in den USA, auch wenn der medizinische Fortschritt inzwischen zu einer Besserung der Lage beigetragen hat. Doris bekommt vom Direktor eine Stelle als Krankenschwester zugewiesen, die ihr die Bezahlung von Coras Aufenthalt ermöglicht. Doch die siebenjährige scheint sich nicht recht einzufinden: Sie fragt nach Menschen, von deren Existenz sie nichts wissen dürfte, da diese längst verstorben sind. Bald wird klar, dass Cora von Geistern ehemaliger Bewohner mit Informationen über das Sanatorium versorgt wird. Informationen, die das uneigennützige Image der Einrichtung in ein ganz anderes Licht rücken und die Cora in höchste Gefahr bringen...[Spoilerwarnung] Der Hardcover-Band aus dem Hause Egmont/Ehapa umfasst alle Teile der Trilogie (Das Santorium/Der Tunnel/Der weiße Tod) auf etwa 160 Seiten. Die Geschichte spielt in drei unterschiedlichen Zeiten: Anfangs findet sich der Leser in der Gegenwart wieder, in der das Sanatorium abgerissen werden soll und die örtlichen Bauarbeiter nächtens auf seltsame Geräusche und Schatten stoßen. Dann wird die Handlung in die Zeit 1951 versetzt, die wiederum unterbrochen wird von kurzen Erzählungen aus der Gründungszeit der Klinik. Dieser Ebenenwechsel bringt die Geschichte des unheimlichen Gebäudes anschaulich näher und lässt eine schön-schaurige Gruselstimmung aufkommen. Doch die bedrohliche Atmosphäre kippt rasch ins Horrorhafte. Je mehr Cora von den Geistern heimgesucht wird und je eindringlicher Doris Nachforschungen zu den unlauteren Machenschaften der Ärzte anstellt, desto makaber-düsterer wird die Geschichte, die in einem albtraumhaften Showdown endet. Das möchte ich gerne vorwegnehmen, da dieses "Bad Ending" vielleicht nicht für jedermann geeignet ist. Ich selbst hatte ein gutes Ende erwartet, jedenfalls in dem Sinne, wie es bei Horror-Geschichten eben vorkommt: mit einer Menge Toten zwar, die aber wenigstens abschließend gerächt werden. Hier wird niemand gerächt und der Leser bleibt seltsam grauen-erfüllt zurück. Wer eine typische Asylum-Horror-Story erwartet, der wird auf seine Kosten kommen. Die splatterhaften Szenen sind allerdings nichts für schwache Nerven und wirken auf mich nicht immer moralisch einwandfrei, wenn nicht sogar vulgär. Diese Gore-Elemente wirken gerade deshalb so schwer verträglich, weil die sympathischen Protagonisten am Ende nicht siegen und sodass das Mitleid regelrecht aufs Gemüt schlägt und das Entsetzen lange nachwirkt. Auch eine Horrorgeschichte sollte den Leser – meiner Meinung nach – am Ende befriedigt zurücklassen – und ich bezweifle, dass eine Darstellung psychopathischer Gewalttaten ohne jegliche Folge bei den meisten Lesern viel mehr als Verstörung oder Traurigkeit hervorruft. Fairerweise muss man anfügen, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruhen soll - die Ruine des Waverly Hill Sanatorium gehört heute zu den zehn unheimlichsten Orten der Welt. Wenn es also in der Realität mit den Menschen kein guten Ende nahm, dann ist es den Autoren nicht unbedingt vorzuwerfen, dass die Umsetzung sich an die realen Geschehnisse hält. Trotzdem hätte ein positiver Wink dem Ganzen die Schwere genommen. Die Gestaltung der Bilder wiederum ist extrem gelungen. Passend zum Grusel-Flair spielt die Haupthandlung im Herbst/Winter, was in detailreichen Landschaftsbildern mit entsprechend dezenten Farben sorgfältig ausgearbeitet wurde. Das 29 x 22 cm große Format lässt dem Leser viel Raum, um die aufwändigen Bilder zu studieren, die mühelos eine geisterhafte Atmosphäre erschaffen. Insgesamt hat „Pandämonium“ alles, was eine richtig gruselige Geistergeschichte braucht. Leider ist der Ausgang so deprimierend, dass man hinterher nicht nur gegruselt, sondern auch geschädigt zurückbleibt. Für mich war es etwas zu viel des Guten (oder auch Bösen), zumal sich ein hoffnungsvoller Twist am Ende leicht hätte realisieren lassen, ohne das die Geschichte ihren düsteren Ausgang verloren hätte. Wer sich von all diesen Kritikpunkten nicht abschrecken lässt, dem sei ans Herz gelegt, dieses Comic nicht unbedingt allein unter der Bettdecke zu lesen. Im Sonnenschein bei 30° ist es immer noch beklemmend genug.

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  • Rezension zu "Pandämonium" von Stefano Raffaele

    Pandämonium

    Mueli77

    02. September 2012 um 20:15

    Anfang des 20. Jahrhunderts kämpfen große Teile Amerikas mit der tödlichen Tuberkulose. Aufgrund dessen entsteht in den Waverly Hills in Kentucky das Waverly Hills Tuberculosis Sanatorium, welche sich schnell zu einer der anerkanntesten Kliniken für diese Krankheit etabliert. Schon wenige Jahre später muss die Klinik erweitert werden, da "Der weisse Tod" immer noch nicht eingedämmt werden kann. Sommer 1951. Die Tuberkulose ist zwar auf dem Rückmarsch aber dennoch ist es eine ansteckende und nicht zu unterschätzende Krankheit. Dies weiß auch Doris Greathouse, die mit ihren siebeneinhalb-jährigen Tochter Cora an diesen Platz zurückkehrt, an dem sie selbst bereits vor einigen Jahren diese schreckliche Krankheit besiegt hatte. Da Doris aber kein Geld für die Behandlung besitzt, verdingt sie sich als Krankenschwester um so die Kosten abzuarbeiten. Anfangs scheint auch alles gut zu verlaufen, doch plötzlich verändert sich Cora und erzählt von Geistern und schrecklichen Dingen, die in Waverly Hills passiert sein sollen. Was hat es mit diesen Behauptungen auf sich, welche dunklen Machenschaften verbergen sich hinter den Mauern der Klinik und wird Cora es schaffen der immer noch tödlich verlaufenden Krankheit zu entkommen ...? In diesem 160 Seiten starken Band befindet sich die komplette Pandämonium-Trilogie von Christophe Bec und Stefano Raphaele. Und dies ist wirklich von Vorteil. Denn so geballt kommt die tragische Geschichte noch viel besser zur Geltung. Der Autor erschafft eine anfänglich vertraute und beruhigende Umgebung, die sich aber schnell in einen Albtraum verwandelt. Dies geschieht ganz schleichend. Nicht unbemerkt, aber eben vorsichtig. Als Leser spürt man förmlich, wie sich mit jeder Seite die Bedrohung nähert. Ideal unterstützt wird dies von den atmosphärischen Zeichnungen von Stefano Raphaele. Diese kommen in dem großformatigen Hardcover von 29,5 x 22,5 cm perfekt zur Geltung und präsentieren so auch kleinste Details in einer atemberaubenden Pracht. Und das ist auch wirklich notwendig, weil die Bilder vor Kleinigkeiten nur so strotzen. Neben den ohnehin schon überwältigenden Zeichnungen, die maßgeblich zur beklemmenden Stimmung beitragen, weiß auch die Kolorierung zu überzeugen. Sanfte und gedeckte Farben bestimmen hierbei das Gesamtbild und werden dabei nur gelegentliches Himmelblau im warmen Sommer oder bedrückendes Rot aufgehellt. Was mich an dem Band jedoch am meisten bewegt hat, ist die Aussage, dass es sich hierbei um eine Geschichte handelt, welche auf Tatsachen beruhen soll. Unter diesem Aspekt und als Vater von zwei Kindern ist der Verlauf der Geschichte alles andere als leichte Kost, weil es einen unter diesen Umständen noch mehr angreift als möglicherweise ohne diese Voraussetzung. Dennoch konnte ich den Band einfach nicht aus der Hand legen. Das aber nicht aus irgendwelcher Splatter und Gore-Geilheit, denn mit Gewalt und deren Darstellung wird wirklich nicht sparsam umgegangen, sondern weil man mit Doris und Cora einfach mitleidet. Sehr oft habe ich mich dabei ertappt, helfend eingreifen zu wollen, um so das drohende Schicksal doch noch abwenden zu können. FAZIT: Mit "Pandemonium: Les collines de Waverly / Le Tunnel / Mort Blanche" legen Bec und Raphaele ein bedrückendes Szenario vor welches vor dem Hintergrund einer wahren Begebenheit noch weitaus mehr zu fesseln weiß, als ohnehin schon. Egmont hat wirklich gut getan, dieses Werk in diesem wunderbar gestalteten Hardcover gesammelt zu veröffentlichen, auch wenn die Freude anfänglich durch den doch sehr hohen Preis getrübt wird. Doch dafür erhält man eine Geschichte, die einen auch über das eigentliche Lesen der 160 Seiten hinaus, weiterbeschäftigt, denn das Kino welches im Geiste beim Leser von der erste Seite an einsetzt ist mit der letzten Seite des Bandes noch lange nicht beendet. Und dies in einer wahrlich gelungenen Aufmachung.

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