Christophe Dabitch , Jean-Denis Pendanx Schiffbruch

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Inhaltsangabe zu „Schiffbruch“ von Christophe Dabitch

Gewürzsäcke gegen Matrosenleben - so sah die einfache Rechnung der 17 Herren von der VOC aus. Unvorstellbar hart war das Leben an Bord, und auf Meuterei stand unausweichlich der Tod.§Warum also plant jemand wie der ehrbare Unterkaufmann Jeronimus Cornelisz den Umsturz? Doch bevor der Plan ausgeführt werden kann, fährt die Batavia eines nachts mit vollen Segeln auf ein Riff und sinkt. Schlagartig verschiebt sich das Machtgefüge, und niedrigste Instinkte treten zutage.

Gestalterisch ist die Graphic Novel ein Juwel. Die Geschichte verzettelt sich aber zu sehr mit der Erklärung, warum Jeronimus Meuterer wurde

— derlorenz

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  • Im Stil niederländischer Meister

    Schiffbruch

    derlorenz

    11. February 2015 um 21:46

    Gestalterisch ist die Graphic Novel “Jeronimus” ein besonderes Juwel. Die beschriebene, historisch verbürgte Geschichte von Meuterei, Schiffbruch und Tyrannei bietet viele interessante Ansätze, verzettelt sich aber leider. Schiffbruch ist der zweite Teil, den ersten konnte ich hier auf LB nicht finden. Beginnen wir mit dem wunderbaren Zeichner Jean-Denis Pendanx, der auch selbst für die Farben sorgte. Er folgt dem Stil alter niederländischer Meister; einige Vorbilder erkennt man recht konkret. Es sind keine colorierten Zeichnungen, sondern mit dem Pinsel ausgeführte kleine Gemälde. In anderen Panels spielt Pendanx fast expressionistisch mit Farbgegensätzen, um zu dramatisieren. Allen Bildern liegen sorgfältige Studien zugrunde, vor allem das Schiff „Batavia“ wird mit zahlreichen Details sehr realistisch zum Leben erweckt. Es scheint die eigentliche Hauptfigur der Geschichte zu sein, obwohl es doch mehr um Jeronimus Cornelisz geht, der dort als Unterkaufmann anheuert. Seine Geschichte hat Christophe Dabitch gründlich recherchiert. Vielleicht zu gründlich? Ein gelehrter, aber verzweifelter Mann, der sich für die Ost-Indien Kompanie auf die beschwerliche Schiffsreise ins heutige Indonesien macht. Er plant eine Meuterei, die durch Schiffbruch vereitelt wird. Die Überlebenden machen ihn zum Anführer, und er errichtet auf den kargen Inseln, die nicht allen das Überleben ermöglichen, eine blutige Schreckensherrschaft. Viele Details, einige gelungene Charaktere - soweit ganz gut. Doch der Autor gründelt überflüssig im Charakter seines Helden, anstatt die spannende Handlung zu entwickeln. Obwohl er immer wieder zugibt, über diesen Jeronimus nicht genug zu wissen, versteigt er sich zu aberwitzigen und teilweise widersprüchlichen Erklärungen für dessen Tyrannei auf der Insel. Ganz neben der Spur landet er mit Sätzen wie diesem: „In seiner Heimat erfand man den Kapitalismus und die Börse. Die protestantische Ethik ebnete dem wertfreien Gewinnstreben den Weg…. Was mag das alles in Jeronimus bewirkt haben?“ Der Niederländer als geborener Psychopath? Und das Comic als Ersatz für ein gründliches Max-Weber-Studium? Wiederkehrende Analysen wie dieser stören den Fluss der Geschichte und verleiden ein wenig den Genuss des Gesamtwerks.

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