Christopher Brookmyre Angriff der unsinkbaren Gummienten

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Inhaltsangabe zu „Angriff der unsinkbaren Gummienten“ von Christopher Brookmyre

Brookmyre at his best: Wie schon in Die hohe Kunst des Bankraubs legt der Schotte einen skurrilen und wahnwitzig klugen Kriminalroman vor: diesmal über den Aberglauben derer, die unbeirrbar nach dem Übersinnlichen suchen, und die verbrecherischen Tricks jener, die genau dies ausnutzen. Telepathie und Stimmen aus dem Jenseits? Gegenstände, die sich aus der Luft materialisieren? Alles Hokuspokus, Aberglaube und Spinnerei? Nachdem Gabriel Lafayette, der amerikanische TV-Star mit besonderen Gaben, die er selbst einen Fluch nennt, in einer beeindruckenden Séance mit der verstorbenen Frau des Möbeltycoons Lemuel gesprochen hat, will dieser an der Uni Glasgow ein wissenschaftliches Institut zur Untersuchung paranormaler Phänomene gründen.Vorher soll Lafayette unter strengster Kontrolle seine Gabe unter Beweis stellen. Eine wissenschaftliche Sensation von historischem Ausmaß! Aber kann das wirklich wahr sein? Jack Parlabane, seines Zeichens Journalist von der unbequemen Sorte ( jedenfalls für korrupte Politiker oder betrügerische Firmenbosse), hat Zweifel. Er ist einer, dem man nichts vormachen kann – und der eigentlich jede Art von Geisterglaube und Parapsychologie für Quatsch hält. Doch es geschehen immer unerklärlichere Dinge, und in Jack keimt der Zweifel. Aber dann überschlagen sich die Ereignisse, und er entdeckt die perfekte Undercover-Tarnung für die fetteste Story, die er je am Haken hatte.Christopher Brookmyre überschüttet uns wie schon in Die hohe Kunst des Bankraubs mit Täuschungsmanövern, Tricks und falschen Ködern, bis man beinahe bereit ist, an wirklich alles zu glauben – und zieht dann elegant grinsend den Stöpsel.

Das Buch ist super! Eine spannende Geschichte mit doppeltem Boden. Witzig und intelligent geschrieben. Unbedingt lesen!

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Hat alle meine Erwartungen komplett erfüllt. Genial!

— lila_socken
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    In diesem Jahr hat das LovelyBooks-Team wieder fleißig gelesen und dabei tolle Bücher entdeckt. Natürlich möchten wir euch auch 2014 nicht vorenthalten, welche Bücher uns am meisten begeistert, berührt und gefesselt haben. Deshalb findet ihr hier nun jeweils das Lieblingsbuch von allen Teammitgliedern aus diesem Jahr. Ein glücklicher Gewinner darf sich später über ein Buchpaket mit allen 12 Büchern freuen und damit eine wunderbare Lesezeit verbringen. Unsere Buchtipps: 1. Jules1988 empfiehlt: "Miss Blackpool" von Nick Hornby Mein Lieblingsbuch 2014 ist Nick Hornbys neuer Roman „Miss Blackpool“. Obwohl es kein typischer Hornby ist, liebe ich das Buch als Fan trotzdem. Hornbys feinsinniger Humor und seine liebevolle und einfühlsame Art, seine Figuren zu beschreiben - sowohl ihre Stärken als auch ihre Schwächen - machen diesen Roman so besonders. Man verliert sich in der Geschichte des Teams rund um Barbara, ihre Höhen und Tiefen, Freundschaft und Liebe und hat dabei das Gefühl, diese Menschen wirklich zu kennen. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Träumer" von Pam Muñoz Ryan und Peter Sis Für mich war "Der Träumer" eine ganz zufällige Entdeckung beim Büchershopping. Nur selten finde ich noch Bücher, die ich nicht zuvor schon irgendwo gesehen habe, doch hier wurde ich überrascht. Einmal aufgeschlagen und die ersten Sätze gelesen, hatte mich dieses wunderbare Buch aus dem Aladin Verlag sofort verzaubert. Als ich dann die großartigen Illustrationen von Peter Sis entdeckte, war es um mich geschehen: dieses Buch musste mir gehören! Schnell stellte sich heraus, dass ich mit meiner Entscheidung absolut richtig lag. Im Urlaub nahm ich das Buch zur Hand und konnte es gar nicht mehr zur Seite legen. Zwar ist das Buch als Kinderbuch ausgezeichnet, doch mit seinen 380 Seiten und einer wunderbar poetischen Sprache ist es für jeden erwachsenen Buchliebhaber ein wahrer Genuss. Pam Muñoz Ryan erzählt tiefgründig und bewegend die Geschichte des kleinen Neftali, dem der Leser beim Erwachsenwerden zuschauen darf. Der Junge hat keine leichte Kindheit - sein Vater macht es ihm mit hohen Erwartungen schwer, er ist häufig krank und lebt lieber in seiner eigenen Phantasie, statt draußen rumzutollen. Neftali ist ein Träumer! Wie der Junge sich trotz aller Schwierigkeiten durchschlägt und die Lebensgeschichte welches bekannten Dichters sich dahinter verbrigt, das solltet ihr am besten selbst herausfinden. Dieses Buch geht zu Herzen und ist mein persönliches Jahreshighlight! 3. TinaLiest empfiehlt: "Wurfschatten" von Simone Lappert Mich hat dieses Jahr besonders der Debütroman von Simone Lappert begeistern können: „Wurfschatten“ ist nicht nur äußerlich ein wunderschönes Buch, sondern es besticht auch durch die beeindruckende Schreibkunst, die die Autorin an den Tag legt. Sie schafft es, die Ängste, die die Protagonistin Ada beherrschen, beklemmend und dunkel zu beschreiben und die Geschichte doch zart wirken zu lassen, einfühlsam und authentisch. Mit dem kleinen, wenn auch vorhersehbaren Hauch Liebe, der Adas Ängste zurückzudrängen versucht, und der Prise Drama am Ende hat "Wurfschatten" mich dann endgültig abgeholt und den Roman für mich zu etwas Besonderem gemacht. Ich hoffe sehr, dass bald ein zweites Buch von Frau Lappert folgen wird und kann in der Zwischenzeit nur jedem ihr Erstlingswerk empfehlen! 4. JohannaE1988 empfiehlt: "Die hellen Tage" von Zsuzsa Bánk In "Die hellen Tage" erzählt Zsuzsa Bánk auf eine besonders schöne und ruhige Art eine Geschichte über Freundschaft, Familie und die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens. Beim Lesen begleitet man die drei Freunde Aja, Seri und Karl von der glückvollen und teils auch tragischen Kindheit bis zum Erwachsenenalter und wünscht sich bei einem der so unbeschwerten Tage im zauberhaften Garten, die die drei so oft erlebten, dabei gewesen zu sein. Alle drei, so unterschiedlich sie auch sind, teilen das Schicksal, mehr oder weniger ohne Vater aufzuwachsen. Neben der Geschichte über eine besondere Freundschaft und der innigen Beziehung zwischen den Kindern und ihren Müttern, hat mich vor allem die unaufgeregte Erzählweise Bánks und ihre einfühlsame und warme Sprache beeindruckt und mich richtig entspannen lassen. Auch bei den Zerreißproben und Schwierigkeiten, die die drei im Laufe der Geschichte durchleben müssen, bangt und hofft man mit und fühlte ich mich oft an meine eigene Kindheit und Jugend erinnert. 5. aba empfiehlt: "Unterholz" von Jörg Maurer Ich habe sehr gute Bücher gelesen in diesem Jahr. Manche Bücher haben mich tief berührt, andere haben mich nachdenklich gemacht - aber mit Jörg Maurer habe ich auf hohem Niveau gelacht! Für mich kam dieses Buch im richtigen Moment. Es hat mich amüsiert und abgelenkt. "Unterholz" ist der fünfte Band um den oberbayrischen Kommissar Jennerwein, einer meiner literarischen Lieblingsfiguren überhaupt. Krimis gehören nicht zu meiner Lieblingslektüre, aber nachdem ich den ersten Band dieser Serie gelesen habe, konnte ich nicht anders, als ein Fan von Jörg Maurer und vom ganzen Team um Kommissar Jennerwein zu werden! 6. doceten empfiehlt: "Beginners" von Raymond Carver Raymond Carver gilt neben Hemingway als einer der ganz großen Autoren der American Short Story: mit geschliffener und schnörkelloser Sprache auf den Punkt gebracht sind seine Themen Verlust, Einsamkeit und das Scheitern der amerikanischen Mittelschicht. Seine Geschichten deprimieren, erschüttern mit jeder Zeile. Mit Beginners erscheint seine Buch "Wovon wir reden, wenn wir über Liebe sprechen" erstmalig in der Urfassung, ohne die stark kürzenden Eingriffe seines Lektors Gordon Lish. Nicht ganz so lakonisch und brachial, dadurch aber viel berührender. Ein Buch, um dunkle Wintertage noch dunkler zu machen - manchmal braucht man das ja. 7. clickclackboom empfiehlt: "Das Haus des Windes" von Louise Erdrich Auch wenn Lieblingsbücher zu bestimmen mir schwer fällt, da es immer so viele gute Bücher gibt, kann ich sagen, dass „Das Haus des Windes“ eines meiner liebsten Bücher 2014 ist. Es erzählt die Geschichte vom 13-jährigen Joe, der das unaufgeklärte Verbrechen an seiner Mutter rächen möchte und dabei erwachsen werden muss. Die Protagonisten des Romans sind Nachfahren der nordamerikanischen Indianer und so bekommt man interessante Einblicke in das Leben im Reservat, die Stammesgeschichten und die Gesellschaftsverhältnisse in den USA. Obwohl es um ein ernstes, trauriges Thema geht, ist „Das Haus des Windes“ ebenso ein lustiges Buch über das Leben als Teenager und die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens. Louise Erdrich hat Charakter geschaffen, die vielschichtig sind und die einem beim Lesen ans Herz wachsen. 8. kultfigur empfiehlt: "Die Hyperion-Gesänge Band 1-2" von Dan Simmons Dan Simmons erzählt fantastisch, die Bücher entwickeln einen Sog, den ich bisher sehr selten erlebt habe. Jeder, der gerne Science Fiction liest und philosophisch angehauchte Bücher liebt, wird die insgesamt rund 3.000 Seiten nur so verschlingen. Die beiden Bücher sind nicht nur mein persönliches Highlight 2014, sondern ganz weit oben auf der Liste meiner Herzensbücher. Ich wünschte, ich könnte noch einmal von vorne beginnen! 9. Katha_Luko empfiehlt: "Pfaueninsel" von Thomas Hettche Hettches Buch öffnet die Türen zu einer Welt voller Exotik, Groteske und Kuriositäten aber auch zu der komplexen und zerbrechlichen Architektur der menschlichen Seele. Die Hauptfigur ist Marie, die als Kleinwüchsige auf die preußische Lustinsel verfrachtet wird, um dort zum Vergnügen des Königs als Schlossfräulein ihr Dasein zu verbringen. Neben einem Mohr, einem Riesen, wilden Tieren und geheimnisvollen Pflanzen gilt sie als eine von vielen verqueren Launen der Natur. Damit steht sie im krassen Kontrast zu einer damals weit verbreiteten naturphilosophischen Auffassung, die nur das Wohlgeformte und Regelmäßige für schön und wertvoll erklärt – eine Auffassung, die mit ihren Jahren auf der Insel Maries Menschenwürde und Lebensmut beständig abträgt. Hettches „Pfaueninsel“ fängt Atmosphären ein als wäre er selbst Zeuge des merkwürdigen Lebens auf der Insel gewesen, seine Charakterzeichnungen und Schilderungen seelischer Zustände und schließlich seine authentische Zeichnung der historischen Gegebenheiten ziehen den Leser in ihren Bann: Ich war selten so berührt von einem Buch und seiner Hauptfigur! 10. peckomingo empfiehlt: "Cobra" von Deon Meyer Viel Zeit zu lesen hatte ich leider nicht in diesem Jahr, doch bei meiner Südafrika-Reise wurde natürlich ein Deon Meyer-Buch gelesen. Cobra ist nicht nur ein Thriller, sondern gleichzeitig auch eine Mischung aus Politik und psychologischen Betrachtungen. Das Tempo und die Spannung werden durchgehen hoch gehalten. Schauplätze, Eigenheiten und Sitten des Landes werden authentisch vermittelt. 11. Sophia29 empfiehlt: "Rosen, Tulpen, Nelken" von Heike Wanner Zu meinen Lieblingsbüchern 2014 gehört definitiv „Rosen, Tulpen, Nelken“ von Heike Wanner. Ich habe von der Autorin schon mehrere Bücher gelesen, aber dieses hat mir ganz besonders gut gefallen. Es geht darin um Sophie, die ihre Mutter schon in frühen Jahren verloren hat. Zufällig fällt ihr eines Tages das Poesiealbum ihrer Mutter in die Hände und als sie es durchblättert, stellt sie fest, dass sie keinen der darin enthaltenen Namen kennt. Um mehr über das Leben ihrer Mutter und somit auch mehr über sich selbst zu erfahren, macht sie sich mit ihren zwei besten Freundinnen in einem Wohnmobil auf den Weg und versucht die Personen zu finden, die im Leben ihrer Mutter eine Rolle gespielt haben … Heike Wanner ist es in diesem Buch gelungen, zwei Geschichten – die Geschichte von Sophie und die ihrer Mutter – auf spannende Weise miteinander zu verbinden und gleichzeitig zu verdeutlichen, wie unverzichtbar wirklich gute Freunde in unserem Leben sind. Seid ihr neugierig auf unsere 12 Lieblingsbücher 2014 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 7. Januar Zeit bei der Verlosung eines Buchpakets mit allen 12 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir immer gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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    • 755
  • Skuriller spannender Krimi

    Angriff der unsinkbaren Gummienten
    Ruby85

    Ruby85

    03. November 2014 um 19:34

    Jack Parlabane, seines Zeichens Journalist aus Glasgow und bekennender Atheist und Zyniker, glaubt weder an Geister noch an andere Dinge die sich nicht wissenschaftlich erklären lassen. Außerdem verabscheut er jene Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die vielen gutgläubigen Menschen mit dubiosen Vorhersagen hinters Licht zu führen, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Da Jack zu keiner dieser Parteien gehört, wird ihm die Ehre zuteil, ein besonderes Experiment zu begleiten: Gabriel Lafayette,ein berühmtes Medium mit einer sensationellen Erfolgsquote, soll in einer exklusiven Forschungsreihe an der Universität komplett überwacht und wissenschaftlich belegt beweisen, dass er Übernatürliches bewirken kann. Sollte dies der Fall sein, würde der Uni ein eigener Lehrstuhl für Spirituelle Wissenschaften eingeräumt werden, der an die wissenschaftliche Fakultät angegliedert werden solle. Parlabane nimmt an und wird dem Team zugeordnet, dass den Versuch auf Betrügereien hin überwachen soll. Scheinbar scheint dies der Fall zu sein, denn Parlabane schildert seine Sicht der Dinge aus dem Totenreich und deutet an mehreren Stellen an, dass er eines nicht normalen Todes starb, sondern Opfer eines dubiosen Verbrechens wurde. ~ Brookmyres Roman ist nicht nur ein Krimi, sondern viel mehr auch ein Spiegel der Gesellschaft. Gerade in der heutigen Zeit, in der fast täglich bahnbrechende technische und wissenschaftliche Fortschritte gemacht werden, schießen die Spiritisten, Medien, Fanatiker und Sekten nur so aus dem Boden. Fernsehsender bieten – vorrangig in den Abendstunden – Wahrsagerei und Vorhersagen an und die Leitungen glühen. Menschen lassen sich aufs Schlimmste manipulieren, was der Autor am Beispiel der Zeugen Jehovas zeigen, die lieber ihr Kind sterben lassen, als ihm die lebensrettende Blutkonserve geben zu lassen. Eine klare Ansage gegen die kommerzielle Ausbeute leichtgläubiger Menschen! Ähnlich eines Puzzles gestaltet Brookmyre seine Geschichte. John Parlabane, der einzige der Bescheid weiß, berichtet machtlos aus dem Jenseits, während sich im Diesseits die Protagonisten die Klinke in die Hand geben. Aus verschiedenen Perspektiven werden die Geschehnisse vor, während und nach des Experimentes geschildert, bis sie letztendlich ein schlüssiges Gesamtbild ergeben. Brookmyre entzaubert das Mythische und zeigt die Tricks, mit denen die Spiritisten arbeiten und belegt nicht nur einmal, wie leicht sich die Menschen veräppeln lassen – weil sie es teilweise auch gar nicht anders wollen, denn sie bekommen ja scheinbar genau die Antworten, die sie insgeheim hören wollten. Wie beruhigend ist es doch, aus “fachlicher” Hand zu hören, dass es dem geliebten Menschen im Jenseits wirklich gut geht und dass er nicht will, dass wir auf der Erde in Trauer versinken? Eine Wendung jagt die nächste und man gerät oft auf die falsche Spur. Nichts ist wie es scheint, alles ist eine große Illusion. Lafayette ist der Star dieser Illusion und die Menschen scharen sich freiwillig um ihn, denn er kennt die Antworten auf die Fragen der Menschen, er kann Trost spenden, Angst nehmen – und sich damit wunderbar bereichern. Dieses Prinzip funktioniert schon seit vielen Jahrtausenden und erinnert an die Handlungsweisen verschiedener Glaubensgemeinschaften. Wissenschaftlich belegt ist dabei nicht viel, aber die Menschen wollen ja meist auch keine Beweise, das gute Gefühl genügt. Die Story insgesamt ist mehr als spannend, man muss aktiv dabei sein, um den verschiedenen Handlungssträngen zu folgen und die Puzzleteile zueinander zu bringen. Die lebendigen Charaktere tragen dazu viel Nützliches bei: Erfahrungen mit dem Spirituellen, Zweifel, die Suche nach der Wahrheit, aber auch Selbstbetrug und Dreistigkeit. Dazu kommt noch eine gehörige Portion Humor und Unterhaltung, die das Buch zu einem tollen Gesamtwerk mit aufklärerischem Charakter machen. Für mich ein sehr informatives, spannend-kurioses und unterhaltsam-schwarzhumoriges Lesevergnügen, das ich hier nur empfehlen kann! Anmerkung: Angriff der unsinkbaren Gummienten ist der fünfte Band der Romane um den Journalisten Jack Parlabane, aber der erste, der in deutscher Sprache übersetzt wurde. Dies tut der Handlung eigentlich keinen Abbruch, nur findet man ab und an Bezüge auf Jacks Vergangenheit, die mich, da ich das erst nach dem Lesen festgestellt hatte, leicht verwunderten.

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  • Christopher Brookmyre: Angriff der unsinkbaren Gummienten

    Angriff der unsinkbaren Gummienten
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. November 2014 um 12:06

    »Was? Unsinkbare Gummienten?« »Der Ausdruck stammt von James ›The Amazing‹ Randi, einem kanadischen Bühnenzauberer und weltbekannten Skeptiker, der damit Leute meint, die immer weiter an den Hokuspokus glauben, egal wie viele Gegenbeweise man ihnen vorsetzt.« Man muss das mit den Gummienten erklären. Denn bei einem Buch mit dem Titel »Angriff der unsinkbaren Gummienten« denkt man vielleicht zuerst an einen billigen Science-Fiction-Klamauk. Tatsächlich handelt es sich bei dem neuen Roman des schottischen Schriftstellers Christopher Brookmyre um einen intelligent strukturierten und witzig geschriebenen Krimi, in dem Esoteriker, Trickbetrüger, Geisterbeschwörer und Parapsychologen die Hauptrolle spielen – und ein unbequemer Journalist namens Jack Parlabane. Seine Aufgabe es ist, dem ganzen Hokuspokus ein Ende zu setzen und nebenbei noch den einen oder anderen Mordfall aufzuklären. Ausgangspunkt der Story ist eine Séance auf Glassford Hall, dem Landsitz des schwerreichen schottischen Möbelunternehmers Bryant Lemuel. Lemuels kürzlich verstorbene Ehefrau meldet sich in dieser Sitzung mit weinerlicher Stimme und intimen Details aus dem Jenseits zu Wort. Gabriel Lafayette, ein amerikanischer TV-Star mit besonderen Gaben, hat dies ermöglicht und will nach der gemeinsamen übernatürlichen Erfahrung ein Institut zur Untersuchung paranormaler Phänomene ins Leben rufen, an der altehrwürdigen Kelvin University in Glasgow, natürlich gut ausgestattet mit Lemuels Millionen. Doch Lafayette hat einige Gegner. Zum Beispiel Professor Niall Blake, der um den guten Ruf der Universität fürchtet. Oder der sonderbare Student Michael Loftus, der bemüht ist, die Tricks des großen Geisterbeschwörers Lafayette offenzulegen. Und eben Jack Parlabane, der im Laufe der Geschichte einen hohen Universitätsposten annimmt und daher nicht mehr nur als investigativer Journalist ein Anliegen hat, die Wahrheit herauszufinden. Letzteres wird immer dringlicher, weil es zu merkwürdigen Todesfällen kommt und Entscheidungen über den Fortgang des geplanten Instituts zu treffen sind. Brookmyre lässt die Protagonisten seines Buches, sowohl Gegner als auch Anhänger Lafayettes, abwechselnd zu Wort kommen. Alle erzählen aus ihrer eigenen Perspektive. So liest sich der »Angriff der unsinkbaren Gummienten« (vor allem am Anfang) wie eine Sammlung von Berichten, Protokollen und persönlichen Rückblicken. Alles schön subjektiv, zugleich aber auch ungemein spannend. Der Leser darf hier fleißig mit ermitteln. Muss er aber nicht. Denn es gibt ja Jack Parlabane und Michael Loftus. Dank ihnen wird nach und nach klar, dass es für viele vermeintlich unerklärliche Dinge doch eine recht einfache Erklärung gibt. Erzählt wird übrigens auch, wie der ganze Spuk einmal angefangen hat. Alles in allem gewährt Brookmyre einige interessante Blicke hinter die Kulissen des Zauberers. Man kann sein Buch aber auch als eine geist(er)reiche Abrechnung mit (fundamentalen) Gläubigen und Abergläubigen lesen. Deutlich wird dies u.a., wenn er sein Alter Ego Jack Parlabane beinahe ein ganzes Kapitel lang über die Zeugen Jehovas lästern lässt bzw. über den Irrsinn ihrer Ablehnung von Bluttransfusionen. Es ist eine der stärksten Passagen dieses starken Romans und im Gegensatz zu vielen anderen sehr real und frei von allem Übernatürlichen. »Kann ich nicht machen? Ich kann Ihnen sagen, was ich ›nicht machen kann‹. Gestern Abend habe ich zwei Kinder sterben sehen, weil weder ich noch sonst wer sie retten konnte. Den hier kann ich retten. Und jetzt geben Sie mir die Blutkonserven!«

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  • Grandioser Schreibstil

    Angriff der unsinkbaren Gummienten
    Wassollichlesen

    Wassollichlesen

    15. October 2014 um 23:01

    Christopher Brookmyre. Wow. Nachdem mich "Die hohe Kunst des Bankraubs" angefixt hat, nun also das nächste Buch aus seiner Feder. Und was soll ich sagen?? Abgesehen davon, dass jedes neue Blogjahr bei wassollichlesen mit einem Buch von Christopher Brookmyre beginnt?? Stilistisch ist Brookmyre ein König. Ein Genie. Sein Erzählstil und seine Worte sind allererste Sahne.  Außerdem packt er wieder Hintertüren, doppelte Böden und unzählige Kniffe in die Geschichte, meisterhaft. Gepaart mit einem eigentlich interessanten Plot rund um Hellseher, Wahrsager und Parapsychologie ist alles angerichtet für einen literarischen Coup. Tja.. Umso enttäuschter bin ich im Nachhinein. Versteht mich nicht falsch. Das Buch ist sicherlich nicht schlecht. Dafür sorgt Brookmyre mit seiner Art des Schreibens.  Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich in der Geschichte war, weil sie aus verschiedenen Blickpunkten geschrieben wird. Natürlich auch mit ganz unterschiedlichen Erzählweisen. Die Art des Hauptprotagonisten Jack Parlabane ist hierbei die von mir favorisierte: angriffslustig, direkt an den Leser addressiert, zynisch, bissig und extrem unterhaltsam.  Das ganze, von den obigen Themen hervorgerufene, Potential für Täuschungen und Hintertüren wird genutzt, aber ich habe das Gefühl, dass noch viel mehr drin war. Die gesamte Komposition ist mir ein bisschen zu flach. Es geht hin und her und ist insgesamt auch spannend, nichtsdestotrotz fehlt mir etwas. Vielleicht hatte ich auch einfach zu hohe Ansprüche. Ich hatte allerdings nur selten das Gefühl, dass ich das Buch unbedingt weiterlesen musste. Und das Ende.. naja.. Da war auch mehr drin. Was neben des grandiosen Stil unbedingt noch erwähnt werden muss, ist das beeindruckende Hintergrundwissen. Als Leser erfährt man viel über Wahrsager, Hellseher, Betrüger und deren Tricks und wie sie funktionieren.  Fazit: Das Buch ist sicherlich kein Flop. Aber es ist auch nicht bahnbrechend. Besonders, weil ich mich immer wieder gefragt habe "Warum??" "Was soll das alles?? Wozu??" Da hat mir ein bisschen Kreativität oder die Nachvollziehbarkeit gefehlt. Das ist schade, aber es wird nicht das letzte Buch von Christopher Brookmyre sein, das ich lese!!

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  • Nicht immer ohne Verwirrung zu lesen

    Angriff der unsinkbaren Gummienten
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    23. September 2014 um 12:59

    Nicht immer ohne Verwirrung zu lesen Allein schon immer die Klarheit darüber zu bewahren, aus welcher „Ich-Perspektive“ Brookmyre seine Geschichte gerade weiter vorantreibt (oder bereits Geschehenes im Nachgang ausführlich einführt), oder immer auf dem gerade Laufenden zu sein, wer denn gerade bereits gestorben ist, wer als „schön länger Toter“ gerade das Wort ergreift, schon das ist in diesem lebendigen, leger verfassten und vor kreativer Fantasie sprühenden, neuen Werk Brookmyres nicht immer ganz einfach („Der andere Tote, der etwas zu erzählen hat“). Bis zum letzten Kapitel nicht. Klar aber ist, dass sich Brookmyre in aller Breite den „esoterischen Gefilden“ dieser Welt handfest zuwendet. Den Hellsehern, den Spiritisten, jenen, die mit Toten reden. „Unsinkbare Gummienten“, das sind Menschen, die trotz Erläuterung der Tricks, trotz rationaler Erklärungen, trotz „Enttarnung“ mancher „Shows“ immer noch glauben wollen. Immer noch jenen „Fitzel“ suchen, der doch nicht weggeleugnet werden kann. Jack Parlabane, Journalist und für das kommende Jahr als Rektor der Universität ausersehen (ein unwahrscheinlicher Zufall führte zu dieser Konstellation) trifft auf Gabriel Lafayette, den scheidenden Rektor und zugleich Star am Himmel der Hellseher und Totenflüsterer. Ein Mann von gewinnendem Charme, von scheinbar großer Bescheidenheit. Einer, der ja nie eine Show machen wollte, der eher zufällig immer gerade die „Vibrationen und Energien“ in einer kleinen Gruppe aufnimmt und dann aber so richtig loslegt. Da verwundert es doch nicht, dass dieser Lafayette mit seiner Entourage sich massiv dafür einsetzt, einen eigenen Lehrstuhl für das Spirituelle an der Universität einzurichten. Und man scheint geneigt. Zunächst aber soll überprüft werden, ob überhaupt Handfestes dran sein könnte. Und als neuer Rektor und kritischer Journalist ist Parlabane natürlich mit von der Partie in dieser Prüfungskommission. „Sie sollen nach Schummeleien suchen, so einfach ist das“. Bevor aber überhaupt Parlabane in dieser Hinsicht im Buch zu Wort kommt, vergeht schon einiges an Zeit und Eindrücken anderer Protagonisten, die dem Leser die Irrungen und Wirrungen jener, die auf Teufel komm raus „Glauben wollen“ mit trockenem Humor und doch ernstem Hintergrund vor Augen führen. Nicht umsonst wird es im roten Faden dieser teils irrwitzigen Geschichte am Ende hin deutlich werden, dass die vielen Toten und manche interessante „Hellsehereien“ keine Zufälle sind, sondern aus dem Hintergrund gesteuert werden. Gut, dass es da „den Greek“ gibt, Michael, der es sich zur Aufgabe gesetzt hat, all das zu „entzaubern“ (und damit dem Leser sehr interessante Einblicke in die Arbeitsweise der „Hellseherei“ auf den Bühnen der Welt gibt). Dennoch, um am Ball zu bleiben, um die Perspektiven auseinanderhalten zu können, um die Zeitebene für sich vor Augen zu halten, da bedarf es schon einer teils anstrengenden konzentrierten Lesehaltung du eines häufigeren Zurückblätterns, wenn man für einige Zeit das Buch aus der Hand gelegt hatte. Gerade wegen der vielen falschen Fährten, der manchmal undurchschaubaren Vorgänge, der Tarnidentitäten und der bissigen (und ausführlichen) Seitenhiebe auf viele „Glaubensfanatiker“ geht einem der rote Faden immer wieder ein wenig aus den Augen, wofür das irrwitzige Finale den Leser dann aber belohnt. Unterhaltsam und lesenswert ist das Buch natürlich dennoch, von der hohen Ironie der Sprache über die vielfältigen exotischen Charaktere bis hin zu den deutlichen Erläuterungen der Tricks und Intrigen der „Glaubenskrieger“ macht das Buch nicht nur Spaß, sondern öffnet auch die Augen für manches, was zu leicht als bare Münze genommen werden könnte. „Das Seltsamste und Beunruhigendste an den Neokonservativen ist, dass sie ihren eigene Quatsch glauben“.

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  • Schwarzer Humor, der mit Spannung überzeugt. Einfach lesen und erleben!

    Angriff der unsinkbaren Gummienten
    Floh

    Floh

    Zu diesem Buch bin ich gelangt, als ich auf den Seiten des Verlags gestöbert habe, es wurde dort so schmackhaft gemacht, dass ich gleich neugierig wurde. Autor Christopher Brookmyre präsentiert hier in "Angriff der unsinkbaren Gummienten" bereits seinen 5. Band um die einzigartigen Glasgower Journalisten Jack Parlabane. In Deutschland muss man also das Pferd von hinten aufzäumen....Ein Roman mit einem gewaltigen Schuß Chaos, Katastrophen und mehr Glück als Verstand, gewürzt mit einer frischen Dosis Sarkasmus in einem sonderbar sympathischen Journalisten, vielerlei Entdeckungen und Offenbarungen und Verschleierungen. Hier jagd ein Aha-Effekt den nächsten und auch so sämtliche Kuriositäten kommen nicht zu kurz. Erschienen im Galiani-Verlag Berlin (http://www.galiani.de/) Zum Inhalt, so wird das Buch beschrieben: "Brookmyre at his best: Wie schon in Die hohe Kunst des Bankraubs legt der Schotte einen skurrilen und wahnwitzig klugen Kriminalroman vor: diesmal über den Aberglauben derer, die unbeirrbar nach dem Übersinnlichen suchen, und die verbrecherischen Tricks jener, die genau dies ausnutzen. Telepathie und Stimmen aus dem Jenseits? Gegenstände, die sich aus der Luft materialisieren? Alles Hokuspokus, Aberglaube und Spinnerei? Nachdem Gabriel Lafayette, der amerikanische TV-Star mit besonderen Gaben, die er selbst einen Fluch nennt, in einer beeindruckenden Séance mit der verstorbenen Frau des Möbeltycoons Lemuel gesprochen hat, will dieser an der Uni Glasgow ein wissenschaftliches Institut zur Untersuchung paranormaler Phänomene gründen.Vorher soll Lafayette unter strengster Kontrolle seine Gabe unter Beweis stellen. Eine wissenschaftliche Sensation von historischem Ausmaß! Aber kann das wirklich wahr sein? Jack Parlabane, seines Zeichens Journalist von der unbequemen Sorte ( jedenfalls für korrupte Politiker oder betrügerische Firmenbosse), hat Zweifel. Er ist einer, dem man nichts vormachen kann – und der eigentlich jede Art von Geisterglaube und Parapsychologie für Quatsch hält. Doch es geschehen immer unerklärlichere Dinge, und in Jack keimt der Zweifel. Aber dann überschlagen sich die Ereignisse, und er entdeckt die perfekte Undercover-Tarnung für die fetteste Story, die er je am Haken hatte.Christopher Brookmyre überschüttet uns wie schon in Die hohe Kunst des Bankraubs mit Täuschungsmanövern, Tricks und falschen Ködern, bis man beinahe bereit ist, an wirklich alles zu glauben – und zieht dann elegant grinsend den Stöpsel." Schreibstil: Die Autor Christopher Brookmyr besitzt einen so herrlichen und herzhaften Schreibstil, dass er gleich zu Beginn all meine Sympathiepunkte erhaschte. Er nutzt unter anderem den typischen Schreibstil für einen gelungenen Enthüllungsroman, mit krimitypischen Zügen, er entführt in eine Welt aus Medium, Spiritualität und Esoterik, aus Artheismus, Glaube und Nichtglaube, aus Übersinnlichen und Wissenschaftlichen und hat bereits dadurch die agierenden Kontrahenten erschaffen. Autor Brookmyr legt falsche Spuren, unmögliche Zusammenhänge, unvorhergesehenes und sorgt für Irrungen und Wirrungen, streut Handlungsstränge und lässt den Leser an den Wortgefechten aktiv teilhaben und mit Journalist Jack Parabene an den Enthüllungen verzweifeln. Ein Komplott aus Realität und Spiritualität. Er mixt beide Elemente und präsentiert schriftstellerisch einen ganz neuen Genremix mit Spannung, Morderei und Schwarzem Humor. Zudem überzeugt der Autor neben vielen Fakten, Facetten, Recherche und Erkenntnissen mit einer gewaltigen Portion Komik, Ironie, Schlagfertigkeit und Humor, durch seinen sympathischen und einzigartig eigenwilligen Protagonisten aus Freund und Feind. Jack Parabene, der den Leser fast zur Verzweiflung treibt, Lafayette, der für Unglaubigkeit sorgt.  Christopher Brookmyr schreibt neuartig und andersherum bedient er den Krimiliebhaber und Leser andersartiger Lektüre mit Altbewährten. Hier gibt es gekonnte und ausgefeilte sprachliche Experimente in Form von wunderbar ironischen und patzigen Dialogen und die gute alte und solide Kunst des Schreibens, gewürzt mit Ironie und Sarkasmus. Sehr gut gemacht und toll präsentiert. Autor Brookmyr wartet mit einem Roman-Krimi auf, der auch ohne übertriebene Morderei und Blut gut unterhält und für Lesevergnügen, unheimlich viel Witz, Erkenntnis, Enthüllung und ganz viel Humor sorgt. Das Buch liest sich flüssig und unterhält, es gibt unheimlich viel zu entdecken und zu erleben. Er schreibt flott, flüssig, humorig und trifft den Nerv der Zeit und lässt die Bauchmuskeln zucken. Schade, dass der Leser sogleich in Band 5 geworfen wird, gerne hätte ich auch mehr aus der dubiosen Vergangenheit von Journalist Parabene erfahren. Hier bekommt der Leser nur kleine Appetithäppchen. Dennoch: Seine Art macht Lust auf mehr, und ich hoffe, die ersten 4 Teile werden auch noch ins Deutsche übersetzt..... Charaktere: Viel Geschick und Können beweist der Autor auch bei der Auswahl der Charaktere. Denn hier treffen wir viele Persönlichkeiten und gerade das Team und die Befürworter der eigenen Theorien und um die Ermittlungen warteen mit kuriosen Eigenschaften auf. Jack trifft auf unglaubliche Fanatiker und Wissenschaftler, für ihn als fleischgewordenen Artheisten ist es natürlich schwer, sich in der Welt aus Glaube und Nicht-Glaube und Übersinnlichen zurecht zu finden. Schnell eckt er an, und tritt eine Verkettung von Ereignissen los. Sehr spannend und sehr gefährlich. Nicht nur für ihn.  Jack Parabene ist eine ganz besondere Type, offen, freischnauze, eigen und total chaotisch...Auch Lafayette sorgt für Turbulentzen und Erstaunen. Spannende Konflikte entstehen hier. Zudem treffen wir auf eine Vielzahl sympathischer und unsympathischer Figuren mit sonderbaren Vorstellungen und wahnhaften Interessen, und dürfen so manchen Überraschungsmoment erleben. Autor Brookmayr beweist großes Geschick, denn er bringt die vielen Rollen und Nebenrollen in Einklang und lässt den Leser somit mitfühlen und ganz wichtig: Er lässt den Leser an den antemberaubenden Enthüllungen und Recherchen teil haben! Und er sorgt für ausreichend Humor mit leider nur mit gedrosselter, krimitypischen Spannung und Nervenkitzel! Ein Journalis als Protagonist, der für den Leser einen Suchtfaktor darstellt! Meinung: Das Treiben rund um die Erkenntnisse, Entdeckungen, Recherche, Ermittlungen und Enthüllungen, um den ersten Mordhergang, die weiteren Morde, den Zeitfaktor, um den Täter, um die Opfer, um die Mutmaßungen, um die Wendungen und Kuriositäten sind äußerst irr und wirr aber mehr als unterhaltsam dargestellt. Wer hier nicht auf Authenzität in den Ermittlungen setzt, der wird garantiert seine Freude mit diesem Agenten-Krimi-Roman haben. Ich war gegen Ende mehr als begeistert aber auch etwas unzufrieden, da mir die Vorgeschichte von Parabene fehlt. Hier habe ich das Gefühl großer Lücken, auch wenn sich der Autor sehr bemüht hat, den Einstieg für Neuleser rund und komplett zu gestalten. Daher ziehe ich einen Stern von einer 5 Sterne Wertung ab. Obwohl mich dieser schwarzhumorige Roman absolut durch seine Charaktere, die Story, die Umstände, die ganzen Ideen, die Dialoge und vor allem die verschrobenen Konstellationen absolut überzeugt und unterhalten hat, gibt es "nur" 4 sehr verdiente Sterne. Der Autor reizt den Leser zum Schubladendenken und lässt diesen gekonnt damit auflaufen. Gerade die schöne heile Welt bröckelt langsam vor sich hin und immer neue Abgründe und Wahrheiten oder Halbwahrheiten tun sich auf. Psychische Störungen, Lug und Betrug, Rache, Vergeltung, Neid und Missgunst...Wahn, Fanatismus, Überzeugung und Kaltblütigkeit ohne Moral und Skepsis....Schließlich bringt es viel Potential für eine Kriminalhandlung gepaart mit verschrobenen Persönlichkeiten, das Wahren der Idylle, und dem Drag schneller zu sein, als die Organisationen....all das vereint zaubert Brookmayr einen Krimigenuss wie er sein soll! Auch die Schauplätze sind gekonnt gewählt und machen das Geschehen lebendig und real, hier hätte ich mir dennoch mehr englischen Flair vorstellen können. Die Kapiteleinteilung gefällt mir sehr gut und lassen das Buch sehr locker wirken. Gegen Ende gibt es nun dann die vielen Antworten auf die vielen offenen Fragen und die Handlungsstränge laufen zusammen. Und vor allem gibt es am Ende eine unglaubliche Wendung und Erkenntnis. Cover: Ein Cover, hat mich gar nicht angesprochen, es war eher der verrückte Titel und die tollen Lobeshymnen zum Buch. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, das Cover fühlt sich rau und trocken an, das Buch liegt wunderbar in der Hand und gibt ein stimmiges Bild. Der Autor: "Christopher Brookmyre, geboren 1968 in Barrhead bei Glasgow, ist ein extrem vielseitiger Autor, dessen Werk und Bandbreite in Deutschland erst noch zu entdecken ist. Erst kürzlich legte Brookmyre in England mit Bedlam einen der ersten Romane aus der Welt der Computerspiele vor (der zum Erscheinen direkt auf Platz 7 der Hardcover-Fiction-Bestsellerliste landete), in der angelsächsischen Welt ist er allerdings besonders für seine funkensprühend originellen Romane bekannt, die ihm bereits mehrere Krimipreise eingebracht haben. Auf Deutsch erschien zuletzt Die hohe Kunst des Bankraubs (2013). Er lebt mit seiner Frau, seinem Sohn und seiner St.-Mirren-FC-Dauerkarte in der Nähe von Glasgow." Fazit: Ein sehr humorvoller und chaotischer Agenten-Journalisten-Krimi-Roman mit absolut überzeugenden Charakteren und Dialogen. Ein Buch voller Erkenntnisse und Kuriositäten! Großartig!

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