Wer andern eine Bombe baut

von Christopher Brookmyre 
3,6 Sterne bei16 Bewertungen
Wer andern eine Bombe baut
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (8):
yesterdays avatar

Schwarzer Humor und britische Action. Frische Ideen, spezielle Protagonisten und ein toller Spannungsaufbau zum Showdown.

Kritisch (1):
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Abgebrochen....Ich finde es Katastrophal und habe keinen Sinn gesehen es weiter zu lesen!

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Inhaltsangabe zu "Wer andern eine Bombe baut"

Cool, britisch und ziemlich raffiniert: Ein Thriller über einen gewissenlosen Auftragsterroristen – voller Esprit und schwarzem Humor und mit einem atemberaubenden Showdown in den schottischen Highlands.
War’s das für Raymond Ash? An der Uni träumten er und sein Kumpel Simon von einer Zukunft als Rockstar, stattdessen hat er jetzt, mit Mitte 30, ein schreiendes Baby und einen neuen Job als Lehrer an der Backe – und Simon ist seit drei Jahren tot. Kein Wunder, dass Ray seinen Augen nicht traut, als er ihn am Glasgower Flughafen sieht. Und dann geschehen auf einmal Dinge, die seltsamer und brutaler sind als jedes von Rays geliebten Computerspielen.
Gemeinsam mit der Polizistin Angelique de Xavia (bekannt aus Die hohe Kunst des Bankraubs) gerät er in sich immer schneller überschlagende Ereignisse, und die beiden müssen über sich hinauswachsen, um einen Terroranschlag zu verhindern, den der 'neue', sehr sehr böse Simon verüben will. Nur: was ist überhaupt das Ziel der Attacke? Die Spur führt in die schottischen Highlands …
Mörderische Spannung, tiefschwarzer britischer Humor, ein halsbrecherischer Showdown und umwerfende Protagonisten – nach Die hohe Kunst des Bankraubs der nächste Pageturner mit der toughen Glasgower Polizistin Angelique de Xavia!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783869711638
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:512 Seiten
Verlag:Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:08.03.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Mlle-Facettes avatar
    Mlle-Facettevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Saucoole Bruce-Willis-Mel-Gibson-Action-mit-Explosionen
    Saucoole Bruce-Willis-Mel-Gibson-Action-mit-Explosionen

    Ein wirklich spannender Thriller, auch wenn diese Genrebezeichnung für mich irreführend war. Ich habe etwas komplett anderes erwartet, als das Buch abliefert. Was das Buch auf gar keinen Fall zu einem schlechten Buch macht, aber in meinen Augen ist es eben kein Thriller.

    Eher ein Actionroman. Ich denke da an Action a la Bruce-Willis-blutverschmiertes-Unterhemd-Stirb-langsam-Action oder Mel-Gibson-ich-schneide-einfach-mal-diesen-Draht-durch-um-zu-sehen-ob-die-Bombe-dann-entschärft-ist-Lethal-Weapon-Action.
    Schießereien, Explosionen, saucoole Charaktere mit noch saucooleren Sprüchen und einem Spritzer Humor, gerne auch schwarz. Hätte also auf dem Deckel gestanden saucooler-Bruce-Willis-Mel-Gibson-Roman-mit-Explosionen, ja, das könnte ich bestätigen. Thriller, nein, nicht für meinen Geschmack.

    Die komplette Rezension gibt es auf meinem Blog.

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    M
    michael_lehmann-papevor 4 Monaten
    Mit bester Ironie erzählt, teils aber in Slapstick-Gefahr

    Mit bester Ironie erzählt, teils aber in Slapstick-Gefahr

    Es beginnt dramatisch, tödlich, hart und spielt dabei mit realen Ängsten der aktuellen Welt.

    Te4rror und Bomben, abstürzende Flugzeuge und, im Lauf der Entwicklung der Geschichte, wird klar; Hier kommt noch eins oben drauf. Sind Terroranschläge schon brutal und blutreich genug, in der Regel aber aus verdrehten Gründen von „Überzeugungstätern“ durchgeführt, so findet sich in diesem Thriller ein internationaler Terrorist mit besten Beziehungen, der entsprechenden Gruppierungen die „Arbeit“ gegen entsprechendes Salär abnimmt.

    „Black Spirit“. Dessen „Arbeit“ sich durch Kreativität gerade in der Einfachheit „auszeichnet“, der keine Rücksichtnahme kennt und immer gerade dazuschlägt, wo man es kaum erwarten würde.

    Ein Thriller also auch, und das gelingt Brookmyre sehr gut in der Darstellung, in dem die Verwundbarkeit der Welt, die Ohnmacht gegenüber Anschlägen, gegen die alle Schutzmaßnahmen unzureichend bleiben müssen, immer im Hintergrund zu spüren ist.

    Wobei, so „hart“ wie zu Beginn geht es nicht weiter.
    Wozu zunächst die mit trockener Ironie und teils Zynismus gesetzte Sprache ihren guten Teil beiträgt. Lockere Sprüche, Protagonisten mit „Standing“, auch wenn man als weiblicher Polizist nur knapp über Zwergengröße misst und zudem noch eine asiatische Herkunft ihr Eigen nennt, so eine „klein, farbig und vor allem Frau“ hat schon gelernt, sich in der Macho-Welt zu behaupten. Mit sehr trockenen Sprüchen und Handlungsstärke.

    Während Ray Ash fast „einfach so“ in das alles mit hineingezogen wird. Gerade Vater geworden, gerade eine Lehrer Stelle angetreten (beides macht ihn fertig) und dann schießen da auch noch Leute auf ihn.

    Auf ihn, der doch mental in der Zeit seiner exzessiven Computerspiele-Zeit hängen geblieben ist, nun vor Schlafmangel ob des Babys kaum mehr aus den Augen schauen kann und am Ende die Ereignisse wie einen „Ego-Shooter“ eher begreift und kommentiert, statt wie ein unfreiwilliger „James Bond“.

    Könnte das nun alles wirklich damit zu tun haben, dass einer der Profi-Terroristen als junger Mensch, „Rockband-Allüren“ zur Schau trug (und noch andere) und Ray einfach zur falschen Zeit am falschen Flughafen saß, um einfach das Koliken-Geschrei zu Hause mal 15 Minuten lang nicht hören zu müssen?

    Lange Rückblicke in die Studienjahre inklusive kommt nach und nach Licht ins Dunkle.
    Neben dem roten Faden des Thrillers, einen geplanten, massiven Terroranschlag in England.

    Wobei mit zunehmender Lektüre eine gewisse Gewöhnung an die muntere Sprache eintritt und diese nicht durchgehend ummänteln kann, dass an manchen Stellen die Stimmung ein wenig zu Kippen droht.

    Zwischen Terroristen einerseits, aber auch beim Leser ob manch dann doch zu Slapstick-artig geschilderter Szenen, die die Spannung abflachen lassen und auch ob mancher arg langer Rückblicke in die Vergangenheit, bei denen zu viel Zeit auf Hintergründe der Hauptfiguren verschwendet wird. Das wäre kürzer gegangen, ohne den Figuren etwas Wesentliches zu nehmen.

    Dennoch, Bookmyre bekommt immer wieder, bis zum Ende, die Kurve und fängt den Leser wieder ein, sei es mit dem „Trojanischen Pferd“, dass zwei Schüler in höchster Not sich bauen, sei es zum erweiterten Finale hin, dass insgesamt allerdings viel zu glatt abläuft.

    Eine solide, flüssige, unterhaltsame, teils überzogene, aber insgesamt durchaus unterhaltsame Lektüre.

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    Aleidas avatar
    Aleidavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Skurril, anders, aber wenn man mal drin ist, gut!
    Thriller in Schottland

    Wer andern eine Bombe baut

    Dieses Buch ist sicherlich kein gewöhnlicher Thriller, den man Seite um Seite schnell „weg liest“. Schon zu Anfang brauchte ich etwas, um den Einstieg zu finden. Es werden zunächst nämlich einige Ereignisse geschildert, die scheinbar keinen Zusammenhang haben und auf die man sich noch keinen Reim machen kann.
    Schließlich folgt man Ray Ash, der auf dem Flughafen einen alten Freund sieht, der eigentlich tot sein müsste. Von da an nimmt das Geschehen seinen Lauf und Ray wird eher unfreiwillig in die Suche nach einem Terroristen hineingezogen. Ray ist Lehrer und, obwohl noch jung, steckt er irgendwie schon in einer Midlife-Crisis. Immer wieder sinniert er über seine Studentenzeit und sein Leben als Computerspielfan nach. Dies wurde mir manchmal etwas zu langatmig. Trotzdem fand ich ihn recht sympathisch und gut nachvollziehbar dargestellt. Seine Gedankengänge und Erinnerungen wechseln immer wieder mit den aktuellen Ereignissen ab. Ray sieht sich plötzlich auf der Jagd nach den Terroristen und mit der Verhinderung eines Anschlags konfrontiert. An seiner Seite die Polizistin de Xavia aus Glasgow. Die beiden geben ein interessantes Duo ab. Sie ist eine toughe Polizistin, die sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Es wird auf jeden Fall sehr spannend und auch der Schluss ist sehr actiongeladen. Man denkt schon fast an James Bond und andere Agentenfilme! Der Schreibstil ist sicherlich ungewöhnlich, mit Humor und Ironie gewürzt – auch hier brauchte ich etwas, bis ich mich daran gewöhnt hatte. Vor schottischer Kulisse, fernab der Zivilisation, kommt es zum Showdown! Vielleicht war hier manches auch etwas too much, aber so ist es ja in den meisten Actionfilmen auch ;-)
    Sicherlich kein Buch für jedermann und auch mir fällt die Beurteilung etwas schwer. Ich vergebe gute drei Sterne!

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    Neuneuneugierigs avatar
    Neuneuneugierigvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Das Durchhalten hat sich gelohnt! Mal ganz anders aufgebaut, mir war der Einstieg einfach zu langatmig.
    Irgendwie schon ziemlich gut

    Selten ist mir ein Kommentar zu einem Buch so schwer gefallen wie bei diesem Buch. 

    Zu Beginn hat es mich mitgenommen, Spannung aufgebaut und dann irgendwie hängen lassen. Ich ahnte, dass das einem Zweck dienen und ich dran bleiben soll, der Rest hat mich dann wieder mitgerissen. Und zum Schluss machte auch so ziemlich alles einen Sinn und ich hoffte sogar auf ein neues Duo.

    Ein sehr eigenwilliges Buch, dass ich tatsächlich mehr Mals abbrechen wollte - ... .  
       

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    A
    amena25vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Mich konnte ,,Wer anderen eine Bombe baut“ nicht ganz packen und ich kann deshalb nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen.
    Nur bedingt empfehlenswert

    Ein wirklich cooles Cover, das an James Bond-Filme erinnert, und ein reißerischer Klappentext lassen einen hoch spannenden Thriller erwarten.

    Das wäre es auch, würde die eigentliche Krimihandlung nicht immer durch allzu lange, ausschweifende Jugenderinnerungen oder Gedankengänge der Protagonisten unterbrochen werden. Diese dienen zwar dazu, die Figuren und ihre Handlungsmotive verständlicher und nachvollziehbarer werden zu lassen. Sie sind für meinen Geschmack aber zu sehr in die Länge gezogen.

    Raymond Ash, frischgebackener Vater und gerade neu als Lehrer eingestellt, hat eine erste Krise, mit gerade mal Mitte 30. Seine Rock & Roll-Träume von früher, sein Leben mit und innerhalb diverser Computerspiele hat sich radikal geändert. Als er am Glasgower Flughafen seinen alten Kumpel Simon sieht, reißt ihn das aus seiner Melancholie. Denn: Simon ist eigentlich seit drei Jahren tot! Seit diesem ,,Wiedersehen“ nun fühlt Raymond sich verfolgt und bedroht, ja er wird sogar entführt.

    Gleichzeitig ist die Glasgower Polizei, mitten drin die unerschrockene Angelique de Xavia, auf der Suche nach dem gefürchteten Terroristen ,,Black Spirit“. Wie sich bald herausstellt ist der ,,Black Spirit“ niemand anderes als Simon, der seinen Tod damals nur vorgetäuscht hat.

    Anders, als es der Klappentext vermuten lässt, dauert es recht lange, bis Raymond und de Xavia sich gemeinsam auf die Jagd nach dem Auftragsterroristen machen. Der Showdown ist dann allerdings spannend und filmreif gestaltet. Etwas nervig finde ich die zahllosen Anspielungen und Vergleiche mit Computerspiele, die in Raymonds Leben eine große Rolle spielen. Das trifft vielleicht eher den Geschmack derjenigen Leser, die sich in dem Bereich wirklich gut auskennen.

    Mich konnte ,,Wer anderen eine Bombe baut“ nicht ganz packen und ich kann deshalb nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen.

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    yesterdays avatar
    yesterdayvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Schwarzer Humor und britische Action. Frische Ideen, spezielle Protagonisten und ein toller Spannungsaufbau zum Showdown.
    Spannend, skurril und schwarzhumorig

    Spannend, skurril und schwarzhumorig ist dieser Schottland-Thriller. Durch Blickwechsel zwischen den Charakteren und viele (etwas langatmige) Rückblenden kann sich der Leser einige Zusammenhänge selbst erarbeiten, wird aber dennoch immer wieder überrascht.

    Für mehr Überraschung empfehle ich dringend, den Klappentext nicht zu lesen, da dieser schon eine Menge spoilert. Wer das Buch ohne viel Vorwissen beginnt, versetzt sich intuitiv stärker in die ebenso lebensnahen wir skurrilen Personen hinein.

    Da hätten wir: Raymond, Lehrer und Jungvater mit Schlafentzug. Angelique, die toughe Ermittlerin mit dunkler Hautfarbe. Lexy und Murph, zwei von Raymonds Schülern, die einfach nur “ganz normale neugierige Jungs” sind. Ihnen gegenüber stehen einige skrupellose Gestalten und um sie herum passieren merkwürdige Unfälle und Attentate.

    Am Ende gibt es ein paar Superman-Gene zu viel, aber es passt zum Rest des Romans und wirkt daher trotzdem stimmig und nicht zu übertrieben. Der Schreibstil ist flott, die Handlung mit eine guten Portion Ironie und Humor versehen. Und obwohl das alles erst passiert, weil Raymonds Vergangenheit ihn einholt, ist es gerade diese Vergangenheit, die ihm hilft, bis zum bitteren Ende zu kommen. Also Game over? Finde es selbst heraus!

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    Ambermoonvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Mischung aus Thriller und Milieustudie in typisch schottischer Manier - schräg, mit coolen Sprüchen und bissigem Sarkasmus.
    KAWWUUUUM

    War’s das für Raymond Ash? An der Uni träumten er und sein Kumpel Simon von einer Zukunft als Rockstar, stattdessen hat er jetzt, mit Mitte 30, ein schreiendes Baby und einen neuen Job als Lehrer an der Backe – und Simon ist seit drei Jahren tot. Kein Wunder, dass Ray seinen Augen nicht traut, als er ihn am Glasgower Flughafen sieht. Und dann geschehen auf einmal Dinge, die seltsamer und brutaler sind als jedes von Rays geliebten Computerspielen.
    Gemeinsam mit der Polizistin Angelique de Xavia (bekannt aus Die hohe Kunst des Bankraubs) gerät er in sich immer schneller überschlagende Ereignisse, und die beiden müssen über sich hinauswachsen, um einen Terroranschlag zu verhindern, den der »neue«, sehr sehr böse Simon verüben will. Nur: was ist überhaupt das Ziel der Attacke? Die Spur führt in die schottischen Highlands …(Klappentext)

    Hier muss man definitiv Geduld haben bis man weiß wohin einem der Autor führen will, sich der Unzufriedenheit der Protagonisten stellen und sich darauf einlassen.
    Der Autor schafft es ein Portrait der Gesellschaft zu zeichnen in der alle unzufrieden sind und vor sich dahin leben, angepisst auf das Leben und einem selbst sind bis...ja bis ihnen alles um die Ohren fliegt (im wahrsten Sinne), das Grauen Einzug hält und man, genau wie auch die Protagonisten selbst, erkennt, dass die ganze Jammerei unnötige Kleinscheißerei ist....doch dann ist es zu spät.
    In einem Moment fragt man sich, wohin einem der Autor führen will, im nächsten fliegen einem so plötzlich die Körperteile entgegen, sodass man nahezu genauso geschockt ist, wie die Protagonisten selbst.

    "Zwischen sich und dem kornblumenfarbenen Sommerkleid sah er zwei Beine in den Trümmern liegen. Ein Fuß fehlte, der andere hing noch an fransigen Fleischfetzen. Der Schuh sah aus wie seiner. Genau solche hatte er auch, aber heute hatte er sie nicht angezogen. Heute nicht. Heute hatte er andere an, die alten. Bitte!" (S. 44)

    Die Thematik des Terrors, die der Autor hier aufgreift, ist aktueller denn je und Brookmyre geht hier noch um einiges weitere - Auftragsterrorismus. Für Geld Bomben legen und so viele Menschen wie möglich mitreißen.

    Und in dieser Branche hat einer die Nase ganz vorne - Black Spirit.
    Er hieß mal Simon, war aber schon immer ein arrogantes Arschloch und immer der Meinung er wäre zu etwas Großem bestimmt. Nun ist er freischaffender Terrorist und genießt die Macht über Menschenleben zu bestimmen. Dieser beginnt nun sogar Visitenkarten zwischen all dem Schutt und der Leichen zu hinterlassen. Besseres Marketing gibt es fast nicht und eines muss man schon sagen - die coolsten Sprüche hat er auf Lager.

    Doch die Anti-Terroreinheit Englands ist nun auf seinen Fersen. Darunter die zierliche aber toughe Angelique de Xavia (kurz Angel X genannt), die vor allem damit zu kämpfen hat die einzige Frau in dieser Truppe zu sein. Aber das schert sie einen Scheißdreck und ebenso wenig hat sie Respekt vor diesem Auftragsterror-Heini. Sie will ihn einfach nur zur Strecke bringen.

    Dann wäre da noch Ray. Ein Mittdreißiger der seinem alten Leben als Profi-Gamer ohne Baby mit Koliken nachheult. Er hat für die Familie all seine pubertären Träume aufgegeben und führt jetzt ein solides Leben als Lehrer und Papa eines schreienden Kindes. Hinfort sind seine Träume Rockstar zu werden, oder das Geld als Gamer zu verdienen. Nach der Arbeit flüchtet er sich manchmal auf den Flughafen. Er beobachtet die Abflüge und genießt das Gefühl die Möglichkeit zu haben aus der ganzen Alltagsscheiße auszubrechen - einfach in einen Flieger steigen, Frau und Kind hinter sich lassen und einen Neuanfang wagen. Doch dann sieht er einen alten Freund, was eigentlich nicht möglich ist, da Simon seit über 3 Jahren tot ist. Erinnerungen kommen hoch und es macht KLICK.

    "Es war eine schallende psychologische Ohrfeige gewesen, die ihn aus seinem depressiven Tunnelblick gerissen hatte, sodass er wieder richtig sehen konnte, was wirklich vor ihm lag." (S. 101)

    Doch was nützt einem diese Erkenntnis, wenn man auf einmal gejagt und versucht wird einem den Kopf wegzupusten?

    Last but not least hätten wir da noch zwei 13-jährige Jungs, Murph und Lexy.
    Zwei typische Jungs, die sich in ihrer Coolness übertreffen wollen, die Schule schwänzen und allzu neugierig sind. Diese Neugierde wird ihnen jedoch zum Verhängnis und sie sind dadurch in dieser terroristischen Action schnell mitten drin, statt nur dabei. Nun müssen sie über sich hinauswachsen, um aus dieser Scheiße wieder heil herauszukommen und wenn man schon dabei ist, kann man den bösen Kriminellen doch auch gleich ordentlich ans Bein pissen.

    Dieser Thriller wurde bereits 2001 veröffentlicht, trotzdem ist er aktueller denn je.
    Mit Ray und Simon reist man in deren Rückschau jedoch auch in die verrückten 90er und vor allem Gamer werden daran ihre Freude haben. Ray vergleicht nämlich sein Leben und was darin passiert gerne mit einem PC-Game.

    "Es war Team Deathmatch, dachte Ray, Rocket-Arena-Regeln: keine Health Packs, keine neue Armour, keine Respawns; wenn man stirbt, bleibt man tot, das erste Team, das komplett ausgelöscht wird, hat verloren." (S. 457)


    Zudem ist dies nicht nur ein Thriller, sondern auch eine Milieustudie vom Feinsten. Hier werden also auch ruhigere und tiefsinnige Töne angeschlagen und daher hat der Thriller zwischendurch auch den Charakter eines Romans.
    Beides ist jedoch gewürzt mit herrlich schwarzem Humor und bissigem Sarkasmus. Dieser Thriller erinnert mich daher so ein wenig an den Film "Bube Dame König Gras", falls den jemand kennt.

    Fazit:
    Dieser Thriller ist für all diejenigen, die ein Faible für Spannung UND intelligente Unterhaltung und nichts gegen bissigen Humor und den ein oder anderen derben Spruch haben.
    Vor allem Gamer der 90er, die "Doom" und "Half-Life" zockten, kommen durch Ray auf ihre Kosten und können daher, wie ich, in Erinnerungen schwelgen.

    Ich habe geschmunzelt, gelacht, mir vor Spannung die Nägel abgekaut und reiste mit Vergnügen in die 90er. Es war eine Freude in diesem Thriller im typischen scottish Style zu lesen und wurde bestens unterhalten. Herz, was willst du mehr?

    © Pink Anemone (mit Autoren-Info und Leseprobe)


    Kommentare: 2
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    Ms_Violins avatar
    Ms_Violinvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Spannend. Explosiv. Intelligent. Angereichert mit viel Fachsimpelei über (britische) Rockbands (v.a.der 1970/80er) und Computerspiele.
    Spannend. Explosiv. Intelligent.

    Raymond Ash ist frischgebackener Vater, frischangestellter Englischlehrer, absoluter Computerspielefan und - dank ersterem Merkmal - chronisch übermüdet. Als er auf dem Heimweg am Flughafen Halt macht, um sich dort eine Computerspielezeitschrift zu kaufen, sieht er dort Simon Darcourt, einen ehemaligen Studienfreund. Das kann allerdings nicht sein, denn dieser ist drei Jahre zuvor bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Ray glaubt, dass er aufgrund seiner Übermüdung schon fantasiert und will den Zwischenfall schon abhaken, da wird er während er Abendessen holen will, von eindeutigen Profikillern angegriffen und kommt gerade noch einmal davon.

    Während Ray immer noch nicht glauben kann, wie sein Leben gerade aus den Fugen gerät, bereitet der sehr lebendige Simon, der mittlerweile als Terrorist Black Spirit berüchtigt ist, einen Terroranschlag vor und will Ray in seinem Plan eine ganz besondere Rolle zukommen lassen.


    Die Geschichte entwickelt sich ziemlich rasant und wartet schon zu Beginn mit so einigen Krachern auf, was die Spannung sehr schnell hochtreibt. Auch die teilweise sehr ausführlichen Rückblicke in die Vergangenheit von Simon und Ray, fand ich dabei der Entwicklung der Handlung überhaupt nicht abträglich, sondern haben entscheidend zur Charakterdarstellung und -entwicklung beigetragen, um Motivationen besser verstehen zu können.

    Die Fachsimpelei über (britische) Rockbands, Rock- und Indiemusik der überwiegend 1970er und 1980er Jahre, konnte mich zwar nicht sonderlich begeistern, dafür kam vor allem in diesen Passagen Simons schon sehr früh deutliche manische Persönlichkeit, die keine andere Meinung als die eigene gelten lassen wollte, zum Vorschein. 


    Etwas seltsam fand ich anfangs die Stellen, in denen Ray die Ereignisse in seinem Leben versucht in Computerspielmodus zu übersetzen. Mit der Zeit allerdings fand ich diese Passagen ziemlich passend, denn einerseits haben sie deutlich gemacht, wie Ray ungewöhnliche und später eben auch lebensbedrohliche Situationen verarbeitet und andererseits konnten sie auch ein wenig Witz reinbringen.


    Die Figuren fand ich durchweg gut ausgearbeitet. Sowohl Simon als auch Ray lernt man durch unzählige und ausführliche Rückblicke sehr gut kennen und verstehen und während man Ray schnell mag, findet man Simon vom ersten Kapitel an unsympathisch, was sich im Laufe der Geschichte nur noch steigert. Auch Angelique de Xavier, die zuständige Polizistin, wird einem schnell sympathisch und ich kann mir gut vorstellen, mir jetzt auch die anderen Bücher, in denen sie ermittelt, zuzulegen.


    Fazit: „Wer andern eine Bombe baut“ konnte mich voll überzeugen und hat mich wunderbar unterhalten. Sehr schnell baut die Geschichte Spannung auf und konnte sie auch für mich während der teilweise recht langen Rückblicke halten, die für die Charakterdarstellung extrem hilfreich sind. Die Charaktere an sich waren alle - bis in die Nebenfiguren - sehr gut ausgearbeitet und konnten mich ebenso überzeugen. Wer sich von der Fachsimpelei über Musik und Computerspiele nicht abschrecken lässt, kann also mit diesem Buch ein paar spannende Stunden verbringen.

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    thursdaynexts avatar
    thursdaynextvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht stringent erzählt, erinnert eher an ein Drehbuch, nimmt erst gegen Ende Fahrt auf.
    Zynische Klischees in Endlosschleife



    Christopher Brookmyre der mit Die hohe Kunst des Bankraubs ein skurrilen, geistreichen Pageturner im Krimigenre hingelegt hat konnte mich mit diesem Roman nicht überzeugen. Der erste Satz ließ sich noch ganz witzig an: Armselige Vorstadtsklaven. Und der folgende: Notschlachten wäre noch zu nett gewesen. verdeutlichte den Geisteszustand des fiesen, bösen Terroristen Simon Darcourt, der der Vorstadt entronnen und minderbegabt oder mit zu wenig Glück ausgestattet für das Rockstar Dasein nun eben aufgrund weitreichender Charakterschwäche – weitreichend, da fast das ganze Buch von ihm und seinem Werdegang handelt – schlimme Massenmorde begeht. Diese Tätigkeit bereitet ihm Vergnügen, stärkt sein ausgeprägtes Ego und beeinhaltet wohl wenig Langeweile.

    All das wird dem Leser recht bald klar. Brookmyre geht aber auf Nummer sicher. Er will auch noch dem intellektuell nicht ganz so verwöhnte Leser den miesen Terroristen erklären. Dabei würde es reichen seiner kleinen, toughen, schottischen Bullette zuzuhören. Mieser Wixer, diesen Ausdruck gebraucht Angelique de Xavia des öfteren.

    Mit ihr und ihrem Mitstreiter Ray hat der Autor immerhin zwei sympathische Charaktere geschaffen, mit Macken und Eigenheiten die recht unterhaltsam, wenn auch klischeehaft sind. Teilweise kam es mir so vor, als läse ich ein Drehbuch zu einem B-Movie Thriller. Spannend genug um bis zum Ende durchzuhalten, aber wenig raffiniert und ziemlich plump gewandet. Sprachlich sehr realistisch, mit Bezug auf die in der deutschen Übersetzung nicht vermittelbaren schottischen Akzente.

    Die versprochenen Highlands und die in ihnen stattfindende Jagd sind szenisch vernachlässigt, geschuldet dem Inneren des Berges in welchem der Show Down stattfindet. Auf den letzten paar Seiten gibt Brookmyre Gas und so kommt beim Finale Lesevergnügen auf, das zuvor doch arg getrübt durch erzählerisch redundante Längen war. Ein weit weniger witziger Thriller als angekündigt, den man lesen kann aber sicher nicht muss. Schade.

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    walli007s avatar
    walli007vor 7 Monaten
    Rockstars

    Nach einer etwas turbulenten Jugend unter anderem in einer Rockband ist Ray in der Welt der Erwachsenen angekommen. Er ist nun Englischlehrer mit Frau, Kind, Haus und Hypothek. Kann das alles gewesen sein? Auch wenn sich die Band damals im Unfrieden getrennt hat, vielleicht könnte man es nochmal versuchen. Doch sein alter Kumpel Simon ist vor drei Jahren bei einem Flugzeugabsturz gestorben. Die von ihren Kollegen gerne unterschätzte Polizistin Angelique de Xavia hat ihren großen Fall, sie wird auf den Terroristen angesetzt, der nie erwischt wurde, Black Spirit nennt er sich. 


    Schon zu Beginn der Lektüre fallen einige Begriffe und Formulierungen auf, die die Überlegung anstoßen, wann das Buch geschrieben wurde. Ein Blick ins Impressum ist da hilfreich, der Roman wurde im Original bereits im Jahr 2001 veröffentlicht, weitere Nachforschungen ergeben zwar Januar 2001, aber soweit ist man zu beginn noch nicht. Bei dieser Jahreszahl fallen einem aus heutiger Sicht dann natürlich sofort die schrecklichen Ereignisse des 9/11 ein. Sollte der Autor also fast prophetische Worte gefunden haben? Es überläuft einen kalt. Doch ein Blick auf die Autorenseite schafft Aufklärung. Bei Schreiben, das wohl vor dem Attentat stattgefunden hat, hat der Autor an Jugendfreundschaft, Rockmusik und die Anfänge der Computerspiele gedacht. Das erleichtert zwar, wirkt aber doch etwas prosaisch. 


    Man findet sich wieder in der Welt der Musik der 1980ger, man hatte diese oder jene Band zu mögen, gerne von einem Indie-Label. Man hielt sich gepflegt zurück, wenn man eine Vorliebe für den Mainstream hatte, oder stritt es gleich empört ab. Computer waren etwas Fremdes, was eher die anderen hatten. Aber eine Band, ja, das wäre was gewesen. Auch die Freundschaft zwischen Simon und Ray, die eigentlich keine ist, wird nachvollziehbar. Manchmal sind sie ein wenig ausschweifend die Erläuterungen und die Ausflüge in die Vergangenheit. Und immer wieder kommt einem die heutige Erfahrung, der allgegenwärtig stattfindende Terror in den Weg. So verliert gerade das an Bedeutung, was der Autor im Sinne hatte. Es bleibt eine bitterböse Satire über den kalten Terror der heutigen Zeit, über die Geltungssucht eines Einzelnen und als Silberstreif am Horizont eine coole Polizistin, ein ehemaliger Jugendlicher, der langsam aber sicher bei den Erwachsenen ankommt und zwei Jugendliche, die das gefährliche Abenteuer wagemutig annehmen.


    3,5 Sterne

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    nico_kleins avatar

    Ein tot geglaubter Freund, ein Terrorist und ein drohender Anschlag – der neue Fall mit der schottischen Polizistin Angelique de Xavia 

    Raymond kann es nicht glauben. Am Glasgower Flughafen sieht er seinen Freund Simon. Doch Simon ist eigentlich seit 3 Jahren tot. Währenddessen jagt die Polizistin Angelique de Xavia den gefürchteten Terroristen Black Spirit, der einen spektakulären Anschlag plant. Und Raymond erfährt das Unfassbare: Black Spirit und sein alter Freund Simon sind ein und dieselbe Person ...

    Christopher Brookmyre schickt seine Glasgower Polizistin in "Wer andern eine Bombe baut" auf eine Hetzjagd bis in die schottischen Highlands. Bewerbt euch jetzt für unsere Buchverlosung und erlebt hochspannende Lesestunden! 

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    Cool, britisch und ziemlich raffiniert: Ein Thriller über einen gewissenlosen Auftragsterroristen – voller Esprit und schwarzem Humor und mit einem atemberaubenden Showdown in den schottischen Highlands. 
    War’s das für Raymond Ash? An der Uni träumten er und sein Kumpel Simon von einer Zukunft als Rockstar, stattdessen hat er jetzt, mit Mitte 30, ein schreiendes Baby und einen neuen Job als Lehrer an der Backe – und Simon ist seit drei Jahren tot. Kein Wunder, dass Ray seinen Augen nicht traut, als er ihn am Glasgower Flughafen sieht. Und dann geschehen auf einmal Dinge, die seltsamer und brutaler sind als jedes von Rays geliebten Computerspielen.Gemeinsam mit der Polizistin Angelique de Xavia (bekannt aus Die hohe Kunst des Bankraubs) gerät er in sich immer schneller überschlagende Ereignisse, und die beiden müssen über sich hinauswachsen, um einen Terroranschlag zu verhindern, den der »neue«, sehr sehr böse Simon verüben will. Nur: was ist überhaupt das Ziel der Attacke? Die Spur führt in die schottischen Highlands …

    Mehr zum Autor
    Christopher Brookmyre, geboren 1968, ist in Großbritannien ein Bestsellerautor. Auf Deutsch erschienen von ihm Wer schlafende Hunde weckt (2012), Die hohe Kunst des Bankraubs (2013) und Angriff der unsinkbaren Gummienten (2014). Er lebt mit seiner Frau, seinem Sohn und seiner St.-Mirren-FC-Dauerkarte in der Nähe von Glasgow.

    Wir verlosen in dieser Buchverlosung gemeinsam mit Galiani Berlin  25 Exemplare von "Wer andern eine Bombe baut". 

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    Würdet ihr gerne einmal nach Schottland reisen? Und wenn ihr schon dort wart, hat es euch gefallen? 

    Ich bin schon sehr gespannt auf eure Antworten und wünsche euch ganz viel Glück! 

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