Christopher Chabris , Daniel Simons Der unsichtbare Gorilla

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Inhaltsangabe zu „Der unsichtbare Gorilla“ von Christopher Chabris

Christopher Chabris und Daniel Simons wurden durch ihr »Gorilla-Experiment« weltberühmt: Sie ließen einen Mann im Gorillakostüm durch ein Basketballspiel laufen – und die Hälfte der Zuschauer nahm ihn überhaupt nicht wahr. Überall lässt sich diese Unaufmerksamkeitsblindheit beobachten: Polizisten gehen an schweren Unfällen vorbei. Hollywoodfilme wimmeln von Fehlern. Denn unsere Wahrnehmung funktioniert absolut selektiv. Die Autoren entlarven die Beschränktheit unserer Wahrnehmung, unserer Fähigkeit zu erinnern und unserer Auffassungsgabe. Vor allem aber zeigen sie, wie oft wir völlig unbegründet auf unsere Intuitionen vertrauen. Und wie wir unserem Bewusstsein doch noch auf die  Sprünge helfen können.

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  • Rezension zu "Der unsichtbare Gorilla" von Christopher Chabris

    Der unsichtbare Gorilla

    michael_lehmann-pape

    12. July 2011 um 13:09

    Unscharfe Wahrnehmungen Dass „nicht sein kann, was nicht sein darf“, dieser alte Spruch erhält nach der Lektüre des Buches der beiden Psychologen Chabris und Simons eine deutliche Fundierung und scheint nicht nur ein Spruch über manchmal selektive Wahrnehmung zu sein, sondern eher die Grundlage dessen, auf der unser Gehirn Wahrnehmungen filtert und verarbeitet, mithin dann auch Grundlage dessen, worauf unsere Entscheidungen und Erinnerungen beruhen. Es ist ein überzeugendes und erstaunliches Experiment, welches dem Buch den Titel gegeben hat und den Auslassungen der Autoren zunächst zugrunde liegt. Eine Frau im Gorillakostüm wurde von den beiden Autoren in einen Raum geschickt, in dem Menschen per Aufgabe damit beschäftigt waren, auf einem Videoschirm einem Basketballspiel mit einer klaren Beobachtungsaufgabe zuzuschauen. Die Hälfte der ausgewählten Zuschauer hatten bei der Befragung im Nachgang keine Erinnerung an dieses nun wirklich äußerst auffällige Geschehen im gleichen Raum, in dem sie sich die ganze Zeit befanden. Nur eines der praktischen Beispiele, von denen sich viele im Buch finden lassen, die darauf hindeuten, dass die Aufmerksamkeit des Menschen äußerst selektiv ist und mehr auf dem beruht, was man meint, sehen oder glauben zu wollen, als auf dem, was tatsächlich, faktisch vor den Augen passiert. Das alles wäre ja nicht sonderlich aufregend oder schwierig, wenn nicht die persönliche Wahrnehmung des Menschen in direkter Ursache Grundlage für die mannigfaltigen Lebenshaltungen und Entscheidungsfindungen im Leben wären. Eine schwierige Erkenntnis, welche die Autoren dem Leser in flüssig und leicht verständlicher Sprache mit auf den Weg geben. Vieles von dem, von dem Menschen steif und fest behaupten, es sei die Wahrheit und richtig, beruht auf illusionären Wahrnehmungen und einer oft vertrauenswürdig erscheinenden Intuition, die nicht selten einfach eine Täuschung ist. Je mehr man auf bestimmte Ereignisse (und/oder innere Haltungen) sich fokussiert, desto enger wird der Aufmerksamkeitsbereich und desto weniger an Breite dessen, was geschieht, bekommt man mit. Ein „Tunnelblick“ entsteht, in Folge dessen die Vielfalt der Eindrücke (oder der möglichen inneren Varianten), schlichtweg ausgeblendet werden und für eine breite Entscheidungsfindung somit nicht mehr zur inneren Verfügung stehen. Die menschliche Wahrnehmung ist anfällig, fehlbar und leicht zu manipulieren. Dies ist die Quintessenz der Forschung der beiden Autoren, welche sie beredt, fundiert und verständlich darzustellen verstehen. Zum Ende des Buches hin erfolgt noch ein Blick auf die Möglichkeiten des „Trainings“. Anhand von Genies wie Mozart und Bobby Fischer (Schachgroßmeister) erläutern die Autoren, welche Trainings zu Verbesserungen der Aufmerksamkeit führen. Übung und nichts als Übung statt wohlfeiler Ratgeberliteratur. Ein Buch, das gerade deswegen so interessant ist, weil es schlüssig eine menschliche Grundüberzeugung nicht nur in Frage stellt, sondern eindeutig widerlegt. Die Überzeugung, auf seine eigenen Wahrnehmungen völlig vertrauen zu können und gegen Täuschungen weitestgehend gefeit zu sein. Menschen überschätzen sich in Bezug auf ihren Verstand weit mehr, als man glauben mag.

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