Christopher Clark

 4,2 Sterne bei 139 Bewertungen
Autor*in von Die Schlafwandler, Preußen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Christopher Clark, geboren 1960, lehrt als Professor für Neuere Europäische Geschichte am St. Catharine's College in Cambridge. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Geschichte Preußens. Er ist Autor einer Biographie Wilhelms II., des letzten deutschen Kaisers. Für sein Buch »Preußen« erhielt er 2007 den renommierten Wolfson History Prize sowie 2010 als erster nicht-deutschsprachiger Historiker den Preis des Historischen Kollegs. Sein epochales Buch über den Ersten Weltkrieg, »Die Schlafwandler« (2013), führte wochenlang die deutsche Sachbuch-Bestseller-Liste an und war ein internationaler Bucherfolg. 2018 erschien von ihm der vielbeachtete Bestseller »Von Zeit und Macht«, 2020 folgte das von der Kritik gefeierte »Gefangene der Zeit« und 2023 das Epochengemälde »Frühling der Revolution. Europa 1848/49 und der Kampf für eine neue Welt«. Einem breiten Fernsehpublikum wurde Christopher Clark bekannt als Moderator der mehrteiligen ZDF-Doku-Reihen »Deutschland-Saga«, »Europa-Saga« und »Welten-Saga«. 2022 wurde ihm der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten verliehen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Christopher Clark

Cover des Buches Die Schlafwandler (ISBN: 9783570552681)

Die Schlafwandler

(63)
Erschienen am 09.03.2015
Cover des Buches Preußen (ISBN: 9783421070210)

Preußen

(23)
Erschienen am 27.09.2023
Cover des Buches Wilhelm II. (ISBN: 9783570550991)

Wilhelm II.

(12)
Erschienen am 09.11.2009
Cover des Buches Gefangene der Zeit (ISBN: 9783570554654)

Gefangene der Zeit

(7)
Erschienen am 27.06.2022
Cover des Buches Frühling der Revolution (ISBN: 9783570555101)

Frühling der Revolution

(6)
Erschienen am 29.10.2025
Cover des Buches Von Zeit und Macht (ISBN: 9783570554272)

Von Zeit und Macht

(8)
Erschienen am 22.06.2020
Cover des Buches Skandal in Königsberg (ISBN: 9783421070494)

Skandal in Königsberg

(4)
Erschienen am 12.11.2025

Neue Rezensionen zu Christopher Clark

Cover des Buches Skandal in Königsberg (ISBN: 9783421070494)
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Rezension zu "Skandal in Königsberg" von Christopher Clark

Alrik
Wenn fromme Fassaden bröckeln und Königsberg flüstert

Moral, Macht und muffige Kirchenluft. Klingt trocken, wird hier aber plötzlich erstaunlich pikant. Königsberg wirkt zunächst wie eine Stadt, in der nach 18 Uhr nur noch Fensterläden klappern. Und dann kommt dieser Skandal daher und reißt die fromme Fassade mit einem satten Knall ein. Zwei Prediger, viele Gerüchte und ein ganzes Gemeinwesen, das nervös mit den Fingern auf den Tisch trommelt.


Christopher Clark erzählt das Ganze mit einem Blick, der gleichzeitig neugierig und leicht amüsiert wirkt. Hinter der steifen preußischen Ordnung brodeln Eitelkeiten, Begierden und jede Menge Angst vor Kontrollverlust. Beim Lesen entsteht dieses Gefühl, heimlich durch halb geöffnete Türen zu schauen. Man weiß, das gehört sich nicht, macht aber genau deshalb so viel Spaß.


Besonders stark ist die Atmosphäre. Enge Gassen, moralische Empörung und dieses leise Tuscheln, das immer lauter wird. Kein reiner Krimi, eher ein historisches Drama mit echtem Zündstoff. Man merkt, wie sehr Clark die Zeit versteht. Und wie wenig sich Menschen seitdem verändert haben.


Manchmal nimmt sich das Buch Zeit. Sehr viel Zeit. Einige Passagen wirken wie ein gemütlicher Spaziergang durch Archivstaub. Aber genau daraus entsteht auch die Glaubwürdigkeit. Am Ende bleibt ein kluger, unterhaltsamer Blick auf einen Skandal, der überraschend modern wirkt. Und ein Grinsen, weil selbst im strengsten Preußen ordentlich Chaos möglich war.

Cover des Buches Skandal in Königsberg (ISBN: 9783421070494)
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Rezension zu "Skandal in Königsberg" von Christopher Clark

Meinbuecherregal
3,5 Sterne

Skandal in Königsberg von Christopher Clark aus dem #dvaverlag 

▪️

Auf dieses Buch hatte ich mich sehr freut.

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Auch wenn ich keine anderen Bestseller von dem Autoren gelesen habe, hat mich ein Buch von einem Historiker, der Erfahrung hat Bücher für ein größeres Publikum zu schreiben und zu publizieren … schon einmal angesprochen.

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Dann finde ich Preußen seit meinem letzten Urlaub in Danzig sehr interessant. Ich muss gestehen, dass ich zu diesem Thema, sehr große Wissenslücken habe.

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Ebenfalls angesprochen hat mich ein Buch mit nur 200 Seiten und nur einer Geschichte aus dieser Zeit. Zum Einstieg dachte ich.

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Für die Recherche, für die Detailgenauigkeit usw würde volle Punktzahl vergeben. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, ein Buch von einem Historiker zu lesen, der sich auskennt. Der sich in das Thema mehr als hineingearbeitet hat. Der weiß wovon er spricht. 

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Aber es war teilweise so sperrig geschrieben. Lange Schachtelsätze. Passagen, die mich vergessen ließen, worum es eigentlich ging. Diesen Texstellen war es schwer zu folgen. Selbst beim laut vorlesen, damit ich mit anderen darüber reden konnte, habe ich mich verhaspelt und mir konnte keiner folgen.

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Es mag an mir liegen. Ich bin keine Wissenschaftlerin. Ich lese Bücher zur Unterhaltung. Aber ich lese auch gerne Sachbücher, an die sich nicht jeder traut. 

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Der Autor ist eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Ich hätte mir gewünscht, dass er sein Thema auch etwas gefälliger und flüssiger zum Nachlesen aufbereitet.

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Da es ein Sachbuch ist und kein Roman, werte ich den Informationsgehalt höher als den Schreibstil. 

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Hier bin ich von dem „Skandal“ auch etwas enttäuscht oder durch unsere aktuelle Lebenssituation auch verroht. Ungerechtfertigte und falsche  Anschuldigungen stehen bei uns leider auf der Tagesordnung. Dadurch hat dieses Buch eher ein Gefühl von „damals war es auch nicht besser“ hinterlassen. 

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Ein paar neue Einblicke in die Geschichte konnte ich werfen. Das hat mir gefallen. Ich vergebe 3,5 Sterne.

Cover des Buches Frühling der Revolution (ISBN: 9783421048295)
RichardZietzs avatar

Rezension zu "Frühling der Revolution" von Christopher Clark

RichardZietz
Epos monumentale der 1848er-Revolution

Für die Mehrzahl der Bundesbürger(innen) dürfte das Jahr 1848 eine Chiffre sein aus dem Geschichts- und Sozialkundeunterricht. Dass in den späten 1840er-Jahren eine Revolutions-Abfolge im gesamteuropäischen Kontext stattfand, die einzelnen Ereignisse sich gegenseitig beeinflussten und das Lebenswerk der »1848er« in vielem vergleichbar ist mit dem der jugendlichen Aufrührer(innen) 120 Jahre später, ist im offiziellen Schulunterricht eher selten Thema.

»Frühling der Revolution«, so der Titel des bereits umfangstechnisch fulminanten Werks von Christopher Clark, nähert sich den 1848er-Revolutionen in narrativer Form. In neun langen Kapiteln beleuchtet Clark Vorbedingungen, die zum allgemeinen Aufstand führten, ebenso wie die Ordnungskonzepte der an der Macht befindlichen Monarchien – um zusammen mit den Leserinnen und Lesern alsbald einen Sprint vorzunehmen zu den unterschiedlichen, in stetigem Wechsel befindlichen Schauplätzen – von der Februarrevolution in Frankreich bis hin zu den letzten Erhebungen beim (gescheiterten) Badischen Aufstand.

Dass Clark mehr ein Beschreiber ist als ein formal vorgehender Analytiker, erklärt zum Teil die Länge des Buches. Die unzähligen Ereignisse, Ideen und Lebensgeschichten, die sich in seinem Buch verdichten, zeigen allerdings auch jene Verbindungen auf, die in schematischeren Beschreibungen oft unter den Tisch fallen. Die 1848er-Revolutionen – so die Quintessenz von Clarks revolutionärem epos monumentale – waren eingebettet in größere Entwicklungen des Jahrhunderts. Auch lebensgeschichtliche Bögen werden bei der vorliegenden Erzählweise so gespannt, wie sie die Akteure jener Revolutionen vermutlich erlebt haben.

Fazit: Das Buch ist umfangreich und braucht seine Zeit. Formal ist es eher ein Epos als eine nüchterne Kompaktbeschreibung. Für die Leser(innen), die die Epoche der europäischen Barrikadenkämpfe versiert kennenlernen möchen, empfiehlt sich »Frühling der Revolution« fast als Standardwerk.

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