Christopher Clark Wilhelm II.

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Inhaltsangabe zu „Wilhelm II.“ von Christopher Clark

Das Leben des letzten deutschen Kaisers

Christopher Clark folgt der Karriere des letzten deutschen Kaisers: die schwierige Jugend bei Hof, die Etablierung seiner Macht sowie seine politischen Auseinandersetzungen und Ziele. Mit dem Ersten Weltkrieg und der Niederlage des Deutschen Reichs, endet auch die Herrschaft Wilhelms II. Der Kaiser dankt ab und muss den Rest seines Lebens im Exil verbringen. Clarks sorgfältig recherchiertes Buch bietet eine neue, zuweilen durchaus provokative Interpretation des kontroversen Monarchen und seiner dreißig Jahre währenden Regentschaft.

Hätte Deutschland einen anderen Weg eingeschlagen, wenn ein anderer Herrscher als Wilhelm II. das Land ins 20. Jahrhundert geführt hätte? Inwieweit prägte seine Persönlichkeit die deutschen Geschicke?

Christopher Clark nimmt zunächst Wilhelms Kindheit und Jugend in den Blick. Vater und Großvater, und damit zwei politische Lager – das progressive und das reaktionäre – stritten um die Erziehung des Prinzen. 1888 folgte Wilhelm seinem Vater auf den Thron. Clark untersucht Wilhelms außen- wie innenpolitisches Wirken und betrachtet schließlich auch dessen Rolle im Sommer 1914.

Nach dem verlorenen Krieg und seiner Abdankung wurde Wilhelm II. zum Objekt des Hasses. Und noch heute ist sein Image weitgehend negativ. Clarks Ziel ist es nicht, Wilhelm II. zu rehabilitieren. Und doch fragt er zu Recht, ob die Geschichtsschreibung nicht zu einer Dämonisierung des letzten deutschen Kaisers beigetragen hat.

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  • Frischer Blick auf die Vita des letzten deutschen Kaisers

    Wilhelm II.

    Matzbach

    01. May 2018 um 19:16

    Christopher Clark beschreibt in seiner Studie "Wilhelm II." die Herrschaft des letzten deutschen Kaisers. Dabei versucht er als Engländer, quasi mit dem Blick von außen, eine Neubewertung der Regierungszeit des in der Geschichtswissenschaft eindeutig negativ bewerteten Monarchen. Das gelingt ihm meiner Meinung nach in einigen Bereichen, auf die ich noch eingehen werde, durchaus, aber in anderen zentralen Aspekten eher weniger. Das Aufbrausende und Unbeherrschte des Kaisers kann und will auch Clark nicht wegdiskutieren, der Versuch, einige seiner bekannten verbalen oder schriftlichen Entgleisungen durch eine Einordnung in den situativen Kontext abzumildern, gelingt aber nicht immer überzeugend. Gerade die berühmt-berüchtigten Randbemerkungen des Kaisers zum Telegramm des deutschen Botschafters in Wien, Tschirsky, sprechen meiner Ansicht nach eine so deutliche Sprache, dass es keiner Relativierung bedarf.   Höchst anregend sind dagegen die Beschreibungen der deutschen Verfassungswirklichkeit durch Clark, die dem Kaiser ein keineswegs eindeutig definiertes Amt gab, das dieser mit seinem eigenen Ego zu füllen gedachte. Doch die Grenzen seiner Macht werden ebenso sichtbar, Wilhelm erwies sich (zu) oft als ein Getriebener, der situativ, aber ohne erkennbares Konzept agierte. Interessant ist in diesem Zusammenhang die in der modernen Presse sich ausdrückende öffentliche Meinung, die den langjährigen Monarchen immer stärker lenkte. Bisweilen entsteht der Eindruck, dass er jedermanns Darling sein wollte, was letztlich in einem Desaster endete. Am Ende verschwand er sang- und klanglos im holländischen Exil. Wer sich für die Epoche des deutschen Kaiserreiches interessiert, wird insgesamt bestens bedient, vor allem durch Clarks den Rahmen der nationalen Histographie sprengenden Blickwinkel auf Wilhelm.

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  • Rezension zu "Wilhelm II." von Christopher Clark

    Wilhelm II.

    Sokrates

    20. June 2011 um 21:09

    Versuch einer vermittelnd-beschwichtigenden Sicht auf die Person und Rolle Wilhelms II. . Wenn man es einmal etwas umgangssprachlich ausdrücken will: Wilhelm II. war ein 'zwiespältiger' Mensch. Aber vielleicht war dieser Zwiespalt, der mitunter stark mit Weltabgewandtheit verbunden war, auch dem Amt und seiner Herkunft geschuldet. Wer von Geburt wegen ein solches nicht nur repräsentatives Amt übernehmen muss, wird eben leider nicht nach seiner individuellen Befähigung gefragt. So ist es denn auch nicht verwunderlich, wenn sich Wilhelm zunächst grundsätzlich mit Diplomatie schwer tut, oftmals seltsamen Ansichten folgt, außen- wie innenpolitisch mehrgleisig fährt, ganz ohne Rücksicht auf die außenpolitische Reputation Deutschlands in einer gesamteuropäischen Lage, die sich spätestens ab 1914 immer mehr zuzuspitzen droht und schon auf kleinste Unstimmigkeiten panisch-verängstigt reagiert. Schwer fällt ihm auch, eben nicht in die Politik einzugreifen. Meist agiert er aus dem Hintergrund, platziert gekonnt Günstlinge, auch besser bekannt als die 'Kamarilla'. Sein auf sozialen Ausgleich ausgerichtetes Handeln im Rahmen der Sozialgesetzgebung unter Bismarck ist in seiner Intention auch nicht klar definierbar: war er ernstlich um Bürgerinteressen bemüht oder suchte er eine Profilierungsmöglichkeit, auch oder insbesondere gegen Bismarck? . Clark gelingt für meine Begriffe sprachlich wie fachlich eine sehr gelunge Übersicht über die seit langen Jahren diskutierten Punkte in Wilhelms Biographie und Politik. Clark bemüht sich, tradierte Legenden zu entkräften, setzt neue Deutungsmöglichkeiten, versucht sich aus althergebrachten Interpretationsbahnen zu lösen, die bisweilen noch von seinen Kollegen der Gegenwart fortgeführt werden (vgl. Röhl). In mancherlei Hinsicht urteilt mir Clark lebensnaher und 'menschlicher' - bringt die Bipolarität eines Amtes, dass man eben nicht erlangt, sondern von Geburt wegen führen muss deutlich zum Ausdruck und lässt insoweit auch charakterliche Schwächen und Schwankungen verständlich erscheinen. Trotz dieser differenzierten Rolle Wilhelms ist es interessant zu beobachten, wie er mit den Jahren an Kraft und Einfluss gewinnt, sich schlussletztendlich zu positionieren weiß und - leider - mit dem ersten Weltkrieg auch eine zentrale Rolle bei der Umsetzung hegemonialer Ansprüche spielt.

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