In der "Stadt der brüderlichen Liebe": Andrew Beckett ist einer der talentiertesten Anwälte in Philadelphia und arbeitet wie ein Pferd in der bekanntesten Kanzlei am Ort Wheeler & Wyatt, bis ihm unter einem fadenscheinigen Grund gekündigt wird, als man bei ihm erste Anzeichen einer Aids-Erkrankung erkennen kann. Beckett ist homosexuell und lebt mit seinem Lebenspartner Miguel zusammen, was er in der Kanzlei allerdings verschweigt. Als Anwalt erklärt sich nur Joe Miller bereit, Afroamerikaner und anfangs voller Vorurteile gegenüber Schwulen, Beckett zu vertreten im Arbeitsrechtsstreit um dessen Kündigung und dessen Rechtmäßigkeit. Beckett geht es zunehmend schlechter, je lämnger sich der Prozeß hinzieht, wird er das Ende überhaupt noch erleben? Der erste Oscar für Tom Hanks in der Hauptrolle, die Geschichte war 1993 angeblich noch ein Wagnis, als der Film rauskam. Die Rolle von Denzel Washington als Miller ist vielleicht etwas schwarz-weiß gezeichnet, vielleicht auch etwas viel "Anwaltsverherrlichung" (Tom Robbins), aber auch ohne den Neil-Young-Song am Ende sehr ergreifend.
Christopher Davis
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Camilla
Ein verlorener Sommer
Philadelphia
Neue Rezensionen zu Christopher Davis
Camilla, Mitte achtzig, liebte schon immer das Geigenspiel. Sie träumt von ihrer berühmten Vergangenheit, während ihr Sohn Harold sie am liebsten im Pflegeheim unterbringen würde. Auch Freda liebt die Musik. Sie versucht zu komponieren, was von ihren Mann Vince aber nicht anerkannt wird. Zufällig mietet sich das Ehepaar für den Urlaub neben Mutter und Sohn ein. Die Frauen freunden sich an, während die Männer sich zu einem geschäftlichen Deal verabreden. Beide Musikliebhaberinnen hecken einen Besuch im weit entfernt stattfindenden Violinkonzert von Brahms aus. Keine einfache Reise im alten Auto von Vince, das sogar noch verloren geht.
Was als Film sicherlich schön anzuschauen ist, funktioniert in diesem Roman nicht. Es fehlt die Atmosphäre der Bilder und der Schauspieler. Nicht umsonst steht auf dem Cover: „Ein Roman nach einer Kurzgeschichte von Ali Jennings und dem Drehbuch von Paul Quarrington“. Wer den Film kennt, dem wird das Buch vielleicht gefallen, weil es Erinnerungen an einen emotionalen Film hervorruft. Dazu tragen auch die Farbbilder in der Mitte des Buches bei.
Die schriftlich eingefangenen Bilderwechsel zerstören den Lesefluss, vor allem weil so nur kurze Episoden beleuchtet werden. Im Allgemeinen mag ich Bücher lieber als Filme. Doch hier ist gerade umgekehrt.
Als ich dieses Buch vor kurzem in einem Secondhand-Bücherladen entdeckt habe, war ich skeptisch ob ich es tatsächlich kaufen sollte. Es ist eine halbe Ewigkeit her, seit ich den Film zum ersten und letzten Mal gesehen habe und darum konnte ich mich auch nicht mehr ganz an das Ende erinnern.
Wird mir dieses Buch gefallen, obwohl es den Film zu erst gab und erst dann das Buch? In diesem Bereich wurde ich schon ein mal enttäuscht.
Ich hab das Buch dann doch gekauft und anders als erwartet in einem Zug durchgelesen. Die Geschichte des Aids-Kranken Andrew hat mich einfach nicht mehr losgelassen.
Ich finde, der Autor, hat die schwere Aufgabe, ein Buch nach einem Drehbuch zu verfassen mit Bravour gemeistert. Mich hat diese Geschichte unglaublich berührt und nachdenklich gestimmt. Und ich glaube, DAS ist es, was dieses Buch so gut macht. Das Thema lässt einen nicht kalt.
Ich hab es mit Freuden gelesen und werde mir nun auch mal wieder den Film zu Gemüte führen. Ich freu mich drauf.
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