Christopher Fowler Der Höllenexpress

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Inhaltsangabe zu „Der Höllenexpress“ von Christopher Fowler

Stell dir einen klassischen Horrorfilm vor, den Hammer Films nie gemacht hat. Ein grandioses Epos aus den Hochzeiten des Studios, eine Mischung aus den alten Dracula und Frankenstein Filmen und Die Todeskarten des Dr. Schreck ... Vier Passagiere treffen sich auf einer Zugfahrt durch Osteuropa während des Ersten Weltkrieges; konfrontiert mit einem Mysterium, das gelöst werden muss, wenn sie überleben wollen. Als der Ärzengel über das vom Krieg zerrüttete Land kommt, müssen sie herausfinden: Was ist in dem Sarg, vor dem jeder so viel Angst hat? Was ist das tragische Geheimnis der verschleierten Roten Gräfin, die mit ihnen reist? Warum wird ihr Mitreisender, der Brigadegeneral, von seinen eigenen Leuten so gefürchtet? Und was genau ist das Geheimnis des teuflischen Ärzengels selbst? Bizarre Kreaturen, satanische Riten, verängstigt Passagiere und die Romantik einer Bahnreise ... im Stile eines klassischen Horror-Romans. »Fowler schreibt teuflisch kluge und sarkastische Romane.« - Val McDermid, The Times »Christopher Fowler ist ein preisgekrönter Schriftsteller, der auch einen guten Serienmörder abgeben würde.« - Time Out »Fowler fordert seine Leser immer wieder auf, die Grenzen zwischen Unschuld und Bosheit, Rationalität und Paranoia neu zu finden ... Er hat die unheimliche Fähigkeit, den Terror ans Tageslicht zu ziehen.« - The Guardian auf Demonised

Es kommt kaum Spannung auf, auch wenn der Klappentext uns etwas anderes weismachen will.

— Friisenjung
Friisenjung

Die Fahrt in die Hölle ging am Anfang ein wenig schleppend voran.

— Meteorit
Meteorit

Die Fahrt mit dem Ärzengel hat mir sehr gefallen - temporeich und gruselig :)

— Tatsu
Tatsu

Eine rasante Fahrt ins Ungewisse, die den Leser sogar bei den eigenen Schwächen packt.

— KyraCade
KyraCade
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  • Endstation: Hölle

    Der Höllenexpress
    Meteorit

    Meteorit

    14. June 2016 um 21:01

    Rezension zu ,,Der Höllenexpress" von Christopher Fowler ,,Der Höllenexpress" ist mit 350 Seiten am 15 September 2014 im Luzifer-Verlag erschienen. Inhalt: Stell dir einen klassischen Horrorfilm vor, den Hammer Films nie gemacht hat. Ein grandioses Epos aus den Hochzeiten des Studios, eine Mischung aus den alten Dracula und Frankenstein Filmen und Die Todeskarten des Dr. Schreck ... Vier Passagiere treffen sich auf einer Zugfahrt durch Osteuropa während des Ersten Weltkrieges; konfrontiert mit einem Mysterium, das gelöst werden muss, wenn sie überleben wollen. Als der Ärzengel über das vom Krieg zerrüttete Land kommt, müssen sie herausfinden: Was ist in dem Sarg, vor dem jeder so viel Angst hat? Was ist das tragische Geheimnis der verschleierten Roten Gräfin, die mit ihnen reist? Warum wird ihr Mitreisender, der Brigadegeneral, von seinen eigenen Leuten so gefürchtet? Und was genau ist das Geheimnis des teuflischen Ärzengels selbst? Bizarre Kreaturen, satanische Riten, verängstigt Passagiere und die Romantik einer Bahnreise ... im Stile eines klassischen Horror-Romans. (Klappentext) Cover: Das Cover finde ich sehr interessant und gelungen. Es zeigt eine alte Lokomotive, die wahrlich in die Hölle zu fahren scheint. Charaktere: Da es in dem Buch um einen Horrorfilm geht, der geschrieben wird, gibt es zwei Hauptpersonen, die mehr oder weniger in Beziehung zueinander stehen.Einmal Shane, der für Hammer Films das Drehbuch schreibt, von dem wir aber weniger viel erfahren und Nicholas, ein englischer Reisender, der sich auf seiner Reise in Isabella verliebt, mit der er auch fortan reisen wird. Beide, und auch die anderen Reisenden, besitzen sympathische aber auch teils schlechte Eigenschaften und bilden so authentische Personen.Außerdem gibt es noch verschiedene weitere Personen, die mal ein mehr und mal ein weniger großes Geheimnis verbergen.Besonders die ,,bösen" Personen des Zuges sind gut beschrieben und vor allem schaurig. Meine Meinung: Von Christopher Fowler habe ich bereits eine Kurzgeschichte gelesen, die mich gleich durch einen sehr guten Schreibstil, Wortwitz und eine interessant, gruselige Geschichte überzeugen konnte.,,Als der Teufel auf die Erde gerufen wurde, schuf er einen Zug, um die Verdammten in die Hölle zu bringen" S.29Die Idee dieses Romans ist auch hier wiedermal interessant. Er verpackt den Protagonisten als Drehbuchautor, der dann wiederum Drehbücher schreibt. Dadurch entsteht aber eine gewisse Distanz, sodass man mit den handelnden Personen im Film nicht so mitfiebert, da man ja weiß, es ist nur ein Film.Trotzdem finde ich es interessant und etwas dergleichen, vor allem den Zug als Horrorobjekt zu benutzen, habe ich noch nicht vorher gelesen.,,Aber ganz bestimmt, antwortete der Zugführer. Unsere Wege durch das Leben sind so fest gesetzt wie Eisenbahnschienen, aber wir alleine schalten die Weichen, über die unser Leben führen wird." S. 115Leider muss man sagen, dass das Buch ein wenig schleppend in Fahrt kam. Der Anfang war interessant und dann kam auch ein nettes Drama um Nicholas und Isabella, aber leider nichts großartig spannendes oder gruseliges. Interessiert war man aber trotzdem und die mysteriöse Atmosphäre wurde auch gut umgesetzt.,,Der Beißer kroch langsam näher, wie ein Schakal, der den Tod riechen konnte. Er hatte sich neben sie gestreckt und öffnete sein Maul Zentimeter um Zentimeter in Vorbereitung eines neuen Angriffs. Er wollte vorsichtig - fast zärtlich - in ihre Schuler beißen, an genau derselben Stelle wie zuvor." S.161Super fand ich, dass es zum Schluss noch mal richtig spannend und gruselig wurde. Es wäre super, wäre dies auch am Anfang und im Mittelteil des Buches so gewesen.Fazit:Ein solider Horror-Thriller, der am Anfang ein wenig schleppend vorangeht und dann mit der Kraft einer Lokomotive zum Ende hin immer rasanter und spannender wird.Wegen des guten Schreibstils drücke ich ein Auge zu und vergebe gut gemeinte 4 Sterne.

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    • 7
  • Eine Zugfahrt des Grauens. Traut ihr euch einzusteigen?

    Der Höllenexpress
    buchtrunken

    buchtrunken

    25. November 2015 um 09:45

    Klappentext Stellen Sie sich einen klassischen Horrorfilm vor, den Hammer Films nie gemacht hat. Ein grandioses Epos aus den Hochzeiten des Studios, eine Mischung aus den alten Dracula und Frankenstein Filmen und Dr. Terrors House Of Horrors … Vier Passagiere treffen sich auf einer Zugreise durch Osteuropa während des Ersten Weltkrieges; konfrontiert mit einem Mysterium, das gelöst werden muss, wenn sie überleben wollen. Was ist in dem Sarg , vor dem jeder so viel Angst hat? Was ist das tragische Geheimnis der verschleierten Roten Gräfin, die mit ihnen reist? Warum wird ihr Mitreisender, der Brigadegeneral, von seinen eigenen Soldaten so gefürchtet? Und was genau ist das Geheimnis des teuflischen Ärzengels selbst? Bizarre Kreaturen , satanische Riten, verängstigte Passagiere und die Romantik einer Bahnreise … im Stile eines klassischen Horror-Romans. Reisen Sie mit … wenn Sie sich trauen!  Meinung Ich liebe dieses Buch! Die Reise im Höllenexpress hat mich von der ersten Seite an gefesselt und in den Bann gezogen. Was hat es mit dem Ärzengel auf sich? Wer sind all die sonderbaren Passagiere? Warum wollen so viele Menschen mit dem Ärzengel reisen wo sein Auftauchen Angst und Schrecken versprüht? Fragen, die den Leser nicht mehr loslassen wollen. Man will sie beantwortet wissen. Lediglich die, wie ich sie mal vorsichtig nennen will, Randgeschichte um den jungen Drehbuchautoren Shane Carter ist ein wenig leidlich. In meinen Augen überflüssig. Als Aufhänger hätte Christopher Fowler sie meiner Meinung nach nicht gebraucht. Die Geschichte rund um den Ärzengel hätte auch ohne die Verknüpfung mit einem Filmset und der neuen Herausforderung für einen Drehbuchautoren Fahrt aufgenommen. Da dieser Erzählstrang der Spannung, der Mystik und dem Lesevergnügen aber auch nicht im Wege steht und keinen Abbruch tut, kann man über diesen Teil des Horror-Fantasy-Romans gutmütig hinwegsehen.

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  • Fahrt zur Hölle!

    Der Höllenexpress
    progue

    progue

    Oh, was für ein geniales Cover! Und der Klappentext machte mehr als neugierig, also konnte ich nicht widerstehen: Ich bestieg den Höllenexpress, klaute einem schlafenden Bauern das Ticket und zeigte dieses dem Zugführer vor. Ein seltsamer Bursche war das, stand immer in derselben Nische, sprach - wenn überhaupt - nur seltsames Zeug und machte sich gut im Unheimlichwirken. Allzu oft bekam ich ihn aber nicht zu sehen, dafür mehrere andere komische Leute. Ein junges Liebespärchen zum Beispiel, ein gestandenes, englisches Ehepaar, Soldaten, einen verkrüppelten Handelsreisenden, einen fast tauben Schausteller, viele ungewaschene stinkende Landbewohner - doch alle waren seltsam befremdlich. Manchmal schienen mich meine Sinne trügerisch, war ich doch sicher, einen General Blut aus einem jungen Soldaten saugen zu sehen oder einen Ghul, der die Ehefrau des Pastors jagte. Der Zug selbst entwickelte ein Eigenleben, schlossen sich doch plötzlich Türen, die vorher offen waren, oder öffneten sich Eingänge, die vorher verschlossen waren. Leute rannten umher, wurden gefangenen genommen, entkamen, wurden mit Handschellen gefesselt und entkamen wiederum. Und während der Wahnsinn seinen Lauf nahm, ratterte der Zug einem unbekannten Ziel entgegen, hinein ... ja, wohin? Verrate ich natürlich nicht. Eigentlich waren alle Zutaten für eine tolle Geschichte vorhanden. Es gab jede Menge Konflikte, Aufgaben, die gestellt und gelöst werden mussten, das Erkennen eigener Schwächen und das Suchen und möglicherweise Finden von in sich vorhandener Stärke, selbst die Moral kam nicht zu kurz. Spielte die Handlung doch im mittlerweile vom 1. Weltkrieg zerrütteten Osteuropa, in einer kargen Gegend, die wohl weder vorher noch hinterher jemals jemand freiwillig betreten hatte. Trotzdem fehlte etwas Entscheidendes, und nach längerem Überlegen bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass ich mich nicht auf die Story einlassen konnte, weil von vornherein feststand, dass es sich nur um eine Geschichte innerhalb einer Geschichte handelt. Ich kam nicht heran, denn derselbe Kunstkniff, der es dem Autor erlaubte, zwei oder gar drei Handlungsstränge zu beschreiben und in das Filmmilieu einzuführen, verhinderte in meinem Fall, dass ich irgendetwas, das den Protagonisten zustieß, fühlen konnte. Für mich läuft kein Film, wenn man mir einen Film beschreibt. Ich möchte Gefühle, Emotionen der Protagonisten in meinem Inneren spüren, nicht erzählt bekommen. Ich will mittendrin sein, statt nur dabei. Und genau das fehlte mir hier extrem. Alles war künstlich in Spotlight getaucht und nahm mir - gerade auch wegen der mehrmaligen Unterbrechungen für den ersten Handlungsstrang - jedes Mal den Wind aus den Segeln. Oder den Dampf aus der Lok. Oder wie auch immer. Das ist echt schade, denn vom Plot her hat es mir echt gefallen - ein klassisches Schauermärchen in einem Zug habe ich vorher noch nie gelesen. Fazit: Für mich funktionierte der Hintergrund der Idee leider nicht so gut, obwohl die Geschichte tolles Potenzial und einen guten Schreibstil hatte.

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    Der Höllenexpress
    lord-byron

    lord-byron

    Stellen Sie sich einen klassischen Horrorfilm vor, den Hammer Films nie gemacht hat. Ein grandioses Epos aus den Hochzeiten des Studios, eine Mischung aus den alten Dracula und Frankenstein Filmen und Dr. Terrors House Of Horrors … Vier Passagiere treffen sich auf einer Zugreise durch Osteuropa während des Ersten Weltkrieges; konfrontiert mit einem Mysterium, das gelöst werden muss, wenn sie überleben wollen. Was ist in dem Sarg , vor dem jeder so viel Angst hat? Was ist das tragische Geheimnis der verschleierten Roten Gräfin, die mit ihnen reist? Warum wird ihr Mitreisender, der Brigadegeneral, von seinen eigenen Soldaten so gefürchtet? Und was genau ist das Geheimnis des teuflischen Ärzengels selbst? Bizarre Kreaturen , satanische Riten, verängstigte Passagiere und die Romantik einer Bahnreise … im Stile eines klassischen Horror-Romans. Reisen Sie mit … wenn Sie sich trauen! Ich habe dieses mal den Klappentext benutzt, weil er einfach perfekt ist. Er verrät gerade genug, um den Leser neugierig zu machen, aber doch so viel, dass man unbedingt wissen muss, um was sich die Geschichte dreht. Auch wenn ich kein Luzifer-Abo hätte, wäre ich durch das wundervolle Cover von Mark Freier, sofort auf das Buch aufmerksam geworden. Es sind wieder genau meine Farben und dazu noch dieser Zug, der so bedrohlich wirkt und der tolle Titel, der gute Unterhaltung verspricht. Und die gute Unterhaltung zog sich wirklich von der ersten bis zur letzten Seite. Nicholas, ein englischer Lebemann, trifft in dem kleinen Dörfchen Chelmsk auf die schöne Isabella. Sie gefällt ihm und er bittet sie mit ihm nach London zu fliehen. Das gefällt natürlich den Bewohnern des Dörfchens überhaupt nicht, denn Isabella ist einem Anderen versprochen. Die Beiden werden gejagt und ihre einzige Chance ist ein Zug, der um Mitternacht, ganz außerplanmäßig im Bahnhof des Dörfchens einfährt. Aber die Beiden sind nicht die einzigen die zusteigen. Auch ein englischer Pfarrer und seine Frau sind auf der Flucht. Der Flucht vor dem ersten Weltkrieg, der sie auf einer Rundreise überrascht hat. Sie alle müssen sich einer Prüfung stellen, wenn sie den Zug lebend verlassen wollen. Denn es ist kein gewöhnlicher Zug, es ist der Ärzengel, der Höllenexpress. Ich hatte gehofft, das Buch könnte mich aus meiner schrecklichen Leseflaute holen, in die ich durch meine Bandscheibenvorfälle und den starken Medikamenten gerutscht bin. Und ich hatte recht. Wo mich kein Buch begeistern konnte, flog ich beim Höllenexpress nur so durch die Seiten. Hier gibt es alles was das Horrorherz begehrt: Grusel, Geheimnisse, Kämpfe, Blut und auch ein paar eklige Szenen. Aber es ist kein hirnloses Gemetzel, sondern eine gute Story, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Dem Autor ist es gelungen, den Leser dieses bedrohliche Gefühl zu übermitteln, das die Leute im Zug ständig spüren. Man fühlt sich unwohl, weiß, dass bald etwas schlimmes passieren muss. Man ahnt auf was es hinauslaufen könnte, aber man ist sich nie sicher. Der Schreibstil ist an die alten Geistergeschichten angepasst, aber trotzdem schnell und flüssig zu lesen. Hier hat Christopher Fowler wirklich ganz Arbeit geleistet. Mein zweiter Knaller in diesem Jahr und auch hier vergeben ich 5 von 5 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung für alle Horrorfreunde. Ich habe das Buch als günstiges eBook gelesen, kann es aber kaum erwarten, das tolle Print im Regal stehen zu haben. Bücher mit dem Cover von Timo Kümmel und seit neustem auch von Mark Freier, müssen einfach im Regal stehen. Sie sind viel zu schön um sie im Reader zu verstecken. Ihr findet das verrückt? Mag sein, aber einen kleinen Spleen braucht schließlich jeder. © Beate Senft

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    • 8
    lord-byron

    lord-byron

    04. January 2015 um 19:31
  • Rasante Fahrt ins Ungewisse

    Der Höllenexpress
    KyraCade

    KyraCade

    10. October 2014 um 22:41

    Die Hammer-Studios möchten sich neu-orientieren, um wieder Blockbuster zu produzieren. Da kommt der junge Drehbuchautor gerade recht, der genau fünf Tage Zeit bekommt, um ein Drehbuch zu schreiben. Am besten wäre etwas mit einem Zug - und natürlich muss es ein Horrorfilm werden. Schnell wächst aus einer Idee ein Drehbuch um vier Passagiere in einem Zug, der kein Ziel hat und an dessen Bord so gar nichts mit rechten Dingen zuzugehen scheint ... Was zu Beginn nach einem eher mittelmäßigen Buch klingt, entpuppt sich schnell als rasante und spannende Geschichte. Schon bald befindet sich man sich mitten im ersten Weltkrieg, umgeben von Angst, Schrecken und einfallenden Soldaten. Ein Handelsreisender schnappt sich die Tochter eines örtlichen Wirtes und flieht mit ihr aus dem kleinen, dunklen Ort, in dem das ganze Leben schon seit Generationen vorgegeben ist. Obwohl mitten in der Nacht kein Zug mehr fährt, hält doch eine dunkle, monströse Lok mit angehängten Wagons. Die beiden Flüchtenden steigen ein und ziehen in letzter Sekunde noch ein Ehepaar mit an Bord. Während er Gemeindepfarrer ist, passt sich seine Frau wenig an die dadurch ihr zugewiesene Rolle an. Mit viel Geschick gelingt es Christopher Fowler, seinen Charakteren Leben einzuhauchen. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie die vier Protagonisten agieren, wie sie denken, fühlen und warum sie hin und wieder sehr unüberlegt handeln. Schon bald springt die Beklemmung der Passagiere auf den Leser über und die Wände rücken scheinbar immer näher. Während die Geschichte immer schneller die Ereignisse aufeinander folgen lässt, mag man mit der Lektüre gar nicht mehr aufhören. Der Zug rattert durch die Nacht - sein Ziel ist unbekannt, denn das wurde auf jeder Streckenkarte entfernt und auch der Zugführer ist nicht gewillt, eine Auskunft zu geben. Das Geheimnisvolle wird deutlich vermittelt, indem Fowler sich immer nur zu Andeutungen hinreißen lässt. Der Leser ist den Protagonisten kaum voraus, auch wenn er sich bald denken kann, in welche Richtung der Roman gehen wird und dass die Zugfahrt nun wahrlich kein schöner Sonntagsauflug werden wird. Dennoch bleiben immer wieder Fragen offen, die je nach Beantwortung die Geschichte komplett rumreißen könnten - und das eben auch manchmal tun. Ein bisschen störend kommen die eingeschobenen Zwischenkapitel daher, die wieder zum Anfang zurückkehren und sich dem Ergehen des Drehbuchautors widmen. Leider wird hier die Geschichte sinnlos abgebremst. Man erwartet, dass es irgendwann eine Verbindung zwischen dem Zug und dem Drehbuchautoren, vielleicht sogar den Hammer-Studios geben wird. Ob dem so ist, wird hier zwar nicht verraten, aber so viel sei gesagt: Auch ohne diese Kapitel wäre das Buch gut geworden. Während der Zug sich seinen unaufhaltsamen Weg bahnt, die Passagiere gewollt und ungewollt ihren Weg gehen und sich ihrem Leben stellen, werden sie vor allem mit einem konfrontiert: Mit menschlichen Schwächen, um nicht zu sagen, mit dem, was man gemeinhin als Todsünden kennt. Da kommen dann nicht immer die schönsten Seiten zum Vorschein und während man sich bei der Lektüre noch fragt, warum eine der Hauptfiguren nicht endlich sein Verhalten ändert, kommt man irgendwann zu der Erkenntnis, dass jeder Mensch eine Schwäche hat, die ihn alles kosten kann - Freundschaft, Liebe, sogar das Leben. Christoph Fowler hat einen spannenden Roman geschrieben und nimmt seine Leser gekonnt mit auf eine Reise, an deren Ende der Leser sogar für sich selbst eine Entscheidung treffen kann. Dabei legt der Autor hier und da gekonnt seinen Finger auf die Wunden der Gesellschaft, popelt in menschlichen Abgründen herum und beweist, dass selbst ein Priester kein Heiliger ist und auch Jungfrauen nicht ohne Sünde sind. Christoph Fowler ist ein britischer Autor, der bereits mehrfach für seine Romane und Novellen ausgezeichnet wurde. 

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