Christopher Galt Testament

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Inhaltsangabe zu „Testament“ von Christopher Galt

Auf der ganzen Welt haben Menschen unerklärliche Visionen. Ein Polizeibeamter erblickt das Gespenst seiner Frau in der Küche. Ein Passagierflugzeug stürzt ab, als der Pilot einem Vulkan ausweicht, der überhaupt nicht existieren dürfte. In
Israel beobachten Menschen, wie sich das rote Meer teilt. Während Wissenschaftler von einer Virus-Epidemie ausgehen, sehen Religionsfanatiker die Hand Gottes am Werk. Der Psychologe John Macbeth untersucht das Phänomen. Und macht eine
unfassbare Entdeckung ...

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    Testament

    Cambridge

    13. December 2015 um 20:41

    Die Komplexität des Themas und die Ideenfülle lassen mich nach Beendigung dieses Buch etwas erschöpft zurück. Der Autor erschafft seine Geschichte durch Visionen, die die Menschen haben, durch verschiedene Wahrnehmungsebenen. Zum Teil ist das Buch sehr mit wissenschaftlichen Themen durchsetzt, es zieht sich aber ein roter Faden durch die Geschichte: was ist die Realität? Ist alles wirklich da, oder ist es erst da, weil wir hinsehen?  Zitat:"Was wäre, wen ich nur in Ihrem Kopf existiere?" Sie sah mich ernst an, und zum ersten Mal spiegelte ihr Gesichtsausdruck Gefühle wieder. "Haben Sie sich das noch nie gefragt? Haben Sie noch nie darüber nachgedacht, dass all das, alles und jeder um Sie herum, nur in Ihrem Kopf existieren könnte? Woher wissen Sie, das ich schon da war bevor Sie hereingekommen sind?" Überall auf der Welt erleben Menschen seltsame Dinge. Der Psychologe John Macbeth leidet selbst sein ganzes Leben unter Derealisierung- und Entpersonalisierungempfindungen. Sein emotionales Gedächtnis funktioniert nicht so gut. Er hat sich in die Forschung zurückgezogen und arbeitet in Kopenhagen an einem Projekt mit, das einen künstlichen Verstand, ähnlich dem menschlichen, entwickeln will. Doch gleichzeitig passieren überall diese Vorfälle. Er selber hat ebenfalls diese Visionen. Er erlebt zusammen mit seinem Bruder und vielen anderen Menschen ein Geister-Erdbeben. Alle Menschen purzeln durcheinander, ziehen sich Verletzungen zu, aber kein einziges Glas geht zu Bruch. In der Tat gab es in dieser Gegend einmal ein derartiges Beben, nur ist das schon viele Jahre her. Irgendwas passiert mit der Zeit. Menschen sehen und erleben Dinge, die lange zurückliegen. Diese sonderbaren Vorfälle ziehen natürlich religöse Gruppen an. Selbst die Präsidentin (!) der USA ist davon überzeugt, das das jüngste Gericht bevorsteht.  In Wissenschaftskreisen macht aber eine ganz andere Idee die Runde. Einige glauben zu wissen, was vorgeht. Sie denken, das die Realität, wie sie sie sehen, nicht existiert. Reihenweise begehen sie munteren Sinnes Selbstmord mit den Worten "Wir werden" auf den Lippen.  "Testament" ist ein sehr interessantes Buch. Es wirft viele Ideen auf, ist relativ wissenschaftlich und man findet viele Anregungen zum googeln. Macbeth ist ein sperrige aber nicht unsympathische Figur. Zwischendurch war ich auch etwas verwirrt aber ich war gespannt, wie sich alles auflösen würde. Mit dem Schluss, der dann spannungstechnisch nochmals anzieht, war ich zuerst nicht zufrieden, vielleicht auch, weil ich nicht alles verstanden habe. Physik war noch nie meine Stärke. Aber dann kam der Epilog. Der ist genial und erklärt auf 3 Seiten dann tatsächlich alles. "Testament" ist ein blöder Titel für dieses Buch. Ich habe keine Ahnung, um welches Testament es gehen könnte. Der englische Titel "Biblical" erschließt sich mir auch nicht. Es kommen religiöse Dinge vor, aber für mich war es doch sehr wissenschaftlich. Es geht sogar eher um die Rivalität zwischen Wissenschaft und Religon. Gelegentlich hat man einen kleinen Matrix-Moment Der Erzählstil ist nüchtern, informativ und effektiv. Wer Wissenschaftsthriller mag und sich mal mit der Idee der verschiedenen Realitätsmöglichkeiten und den Gedankenspielen darum befassen mag, wird hier recht gut unterhalten. Insgesamt empfinde ich das Buch als sehr gut, alleine von seinen Ideen und seiner Komplexität her. Meine zusammengestammelte Rezi wird diesem ungewöhnlichen Buch in keiner Form gerecht, aber vielleicht macht es den ein oder anderen Leser doch ein wenig neugierig.

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