Christopher Gerald Robinson , Gavin Ford Kovite Der Krieg der Enzyklopädisten

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Inhaltsangabe zu „Der Krieg der Enzyklopädisten“ von Christopher Gerald Robinson

Independence Day in Seattle. In dieser lauen Sommernacht geben die Freunde Mickey und Halifax alias die Enzyklopädisten ihre ultimative als Kunst-Happening getarnte Party. Das Motto ist Verschwörung, und während Mickey als Mondfahrer am Capitol Hill die Gäste begrüßt, werden Hal und seine als sexy Bin Laden verkleidete Freundin am anderen Ende der Stadt gerade von der Polizei festgehalten. Noch weiß Hal nicht, dass er, anders als geplant, allein weiterstudieren wird, denn Mickey wurde mit seiner Einheit nach Bagdad abkommandiert. Er muss in den Krieg. Halifax Problem ist im Vergleich fast lächerlich. Soll er seine exzentrische Freundin Mani ausgerechnet jetzt, wo sie ihn am dringendsten braucht, verlassen? Es beginnt ein Jahr, das nicht nur für diese drei Freunde alles verändern wird... »Entlarvend! … Noch keiner hat sich so prägnant auf die Wahl einer Gesellschaft zwischen Kriegsdienst und Kaufrausch konzentriert ...« Esquire

Ungewöhnlich

— vormi
vormi

Beeindruckend, anspruchsvoll, aber mit vielen Längen, die für mich ins Leere geführt haben

— MissGoldblatt
MissGoldblatt

Ein epochaler Roman und definitiv keine leichte Kost!

— TochterAlice
TochterAlice

Gavin Ford Kovite und Christopher Gerald Robinson erzählen von Krieg und Frieden in unserer Zeit.

— jamal_tuschick
jamal_tuschick

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  • Der Krieg der Enzyklopädisten

    Der Krieg der Enzyklopädisten
    vormi

    vormi

    03. November 2016 um 09:23

    Es geht eigentlich um drei jungen Menschen, auf dem Weg in ihr Leben.Wir lernen die drei bei einer Party in Seattle kennen, auf der sie feiern und das Leben genießen.Doch kurz danach holt sie der Ernst des Lebens ein.Mani wird am nächsten morgen von einem Auto angefahren und kommt mit mehreren Knochenbrüchen ins Krankenhaus.Montauk wird mit seiner Einheit der Nationalgarde in den Irak abkommandiert und übernimmt da sogar die Leitung eines Paltoons und damit große Verantwortung.Einzig Hal bleibt bei seinen üblichen Plänen und beginnt sein Literatur-Studium in Boston.Sehr viel mehr möchte ich an dieser Stelle zum Inhalt gar nicht verraten.Denn dieses Buch muss man eigentlich selber lesen und erleben, um sich ein Urteil bilden zu können.Mein Fall ist es eigentlich nicht wirklich, ich habe mich ein wenig vom Klappentext in die Irre führen lassen.Und doch hat mir das Buch überraschend gut gefallen, denn besonders die Gegensätze, auch im Erzählstil, zwischen Hal und Montauk haben mich schnell gefesselt.Ich denke mal, daß sich die beiden Autoren nämlich genau so aufgeteilt haben. Der eine hat die Geschichte um Hal und seine Uni-Erlebnisse geschildert und der andere die Geschehnisse, Anforderungen und Ansprüche von Montauk und seinem Leben bei der Friedens-Mission der US-Amerikaner im Irak 2004.Wobei mir dieser Teil um Längen besser gefallen hat als die Schilderungen von Hal in Boston, der eher ziel- und planlos dahintreibt.Wahrscheinlich liegt das eben auch daran, daß sich ein behüteter Europäer wie ich mir gar nicht wirklich vorstellen kann, was es bedeutet an einem Checkpoint zu arbeiten und bei jeder Kontrolle Angst vor einem Selbstmord-Attentäter zu haben.Alleine der Gegensatz im Leben dieser beiden befreundeten Männer könnte größer kaum sein. Und diese Kluft ist sehr gut rübergekommen.Leider hat das Buch einige Längen. Manches ist viel zu genau erzählt worden und eher unbedeutende Ereignisse werden in epischer Breite geschildert. Dafür gibt es den 1 Stern Abzug.Teilweise ist es auch gespickt mit Fremdworten und langen, akademischen Erzählungen. Bei denen ich, die von sich selber denkt, relativ gebildet zu sein, manchmal wenig verstanden hat.Trotzdem ist es ein Buch das mich als Leser sehr berührt und nachdenklich gemacht hat.Und von dem ich selber überrascht bin, daß es mich so positiv von sich überzeugen konnte.Ungewöhnlich!Auf fast allen Ebenen. Vom Erzählstil bis hin zu den erzählten Erwignissen.Mit gut beschriebenen Einblicken in das Leben im Irak, mit allen Ängsten und der Wandlung eines partybegeisterten jungen Mannes zu einem verantwortlich handelnden Nationalgardisten.Erschreckend auch, wie wenig man sich, hier und auch in Amerika, gedanklich damit auseinandersetzt. Was für ein Leben diese Soldaten führen und was das mit ihnen und ihrer Seele anstellt.Ein besonderes Buch. Leider nicht ganz einfach zu lesen und auch nicht ganz einfach zu verdauen...

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  • Schwer verdaulich, mehr Arbeit als Amüsement

    Der Krieg der Enzyklopädisten
    MissGoldblatt

    MissGoldblatt

    25. October 2016 um 15:57

    Gewaltig, sprachlich anspruchsvoll und anstrengend zugleich. Der Krieg der Enzyklopädisten von Christopher Gerald Robinson und Gavin Ford Kovite ist schlicht und einfach gesagt schwere Kost. Wer sich auf dieses Monument an literarischem Erguss heranwagt, muss sich auf eine ungewöhnliche Geschichte, aber auch auf eine gewaltige Sprache, verpackt in einigen Schachtelsätzen, gefasst machen. Das Buch ist ein großes Stop-and-Go-Verfahren. Mal ist es unglaublich fesselnd und tiefsinnig, mal reißt es dich an Stellen durch seine Langatmigkeit und Banalität komplett aus dem Kontext. Doch dadurch sollte man sich nicht direkt abschrecken lassen. Was diese Autoren-Kollaboration zu bieten hat, ist bemerkenswert und nachklingend zugleich. Überraschenderweise lässt sich das Buch trotz seiner anspruchsvollen Sprache, einigen Fremdwörtern und auch der bereits erwähnten Längen, relativ gut und stellenweise sehr flüssig lesen. Auffallend gut fand ich unter anderem, die Leichtigkeit, mit der ich mich immer wieder in die jeweiligen Abschnitte und Kapitel eingefunden habe, obwohl die Geschichte aus gut drei bis vier Perspektiven erzählt wird. Der Krieg der Enzyklopädisten ist nämlich mit seinen 608 Seiten ein mittelschwerer Klopper. Als Leser erwartet dich keine Geschichte mit einem riesigen Spannungsbogen und atemberaubenden Szenen. Vielmehr sind es die einfachen und eher unscheinbaren Erlebnisse und Schilderungen der Figuren, die dich als Leser beschäftigen. Die dir im Kopf bleiben und auch mal was hinterlassen. Denn so erging es mir. Ich dachte zu Anfang, ich bekomme eine Geschichte von Menschen aufgetischt, die immer irgendwie miteinander agieren. Auf eine einfache und lockere, typisch belletristische Art. Doch stattdessen habe ich kleine Momentaufnahmen aus den Leben dieser Figuren bekommen, die eindrucksvoll, bewegend und auch tragisch sind. Wir begleiten Corderoy als jungen Akademiker, der irgendwie zwischen diesen anderen intelligenten und kultivierten Studenten als Mensch bestehen, ja, herausragen will; der eigentlich nicht weiß, was er genau machen will, und letztendlich daran scheitert, weil er sich selbst sabotiert und ihn die Eltern finanziell nicht mehr unterstützen können. Dann ist da Montauk, der eigentlich auf die Elite-Universität schlechthin, Harvard, gehen könnte. Da er sich aber mal als Reservist bei der US Army gemeldet hat, wird sein Vorhaben durchkreuzt. Er wird tatsächlich eingezogen und in den Irak geschickt, wo das Land unter seiner Unsicherheit und keinerlei Struktur leidet. Und sich für ihn, in der Rolle eines Offiziers, die Frage stellt, was und wie und warum das alles passiert. Und was das vor allem mit ihm als Person macht. Und es gibt noch Mani. Die Freundin, dann Ex-Freundin von Corderoy. Eine junge Künstlerin, die ihren eigenen Weg geht. Denn eigentlich wollen ihre Eltern, dass sie eine akademische Laufbahn einschlägt und das wirtschaftlich und ertragreich am Ende eines Tages sein soll. Was alle drei schließlich, außer ihrer Freundschaft, gemein haben, ist eine Orientierungslosigkeit, die durch zu viele Möglichkeiten gegeben ist. Alle scheitern sie an den gegebenen Lebensumständen. Eins wurde mir bei dieser Feststellung klar: Du kannst alles sein. Virtuell, wie real. Du kannst eine Maske tragen, aber unter ihr liegt nacktes, rohes Fleisch. Genauso nackt und roh hat sich das Buch manchmal gelesen. Ohne Frage, es hat mir mit seiner Sprache und seiner Tragweite durch gewisse Szenen und Stilmittel ungemein imponiert. Die Dialoge und die Erläuterung der Gefühle in den Protagonisten selbst und zwischen einander ist unglaublich stark. So waren die Szenen im Irak, dank Gavin Ford Kovite, unglaublich authentisch und in der Formulierung zum Teil so drastisch, dass ich auch mal schlucken musste. Hier wird einfach deutlich, dass da ein Ex-Soldat tatsächlich passierte Dinge in diese fiktive Geschichte einfließen lässt. Und so fern all die Geschehnisse oftmals scheinen, das hat sie mir, auch wenn die Handlung im Zeitraum von 2004 – 2005 spielt, enorm verdeutlicht und so viel näher für mich als Person gebracht. Und auch die Geschehnisse um Mani und Corderoy, die auf den ersten Blick eine sehr merkwürdige und doch besondere Beziehung verbindet, sind nicht frei von Tiefgang. Hier spiegeln sich ungemein viele Ängste aus der jungen Generation wider. Man versucht so gut es geht, eine Berufung zu finden, die nicht nur einen gewissen Lebensstandard sichert, sondern die gleichzeitig gesellschaftlich nachhaltig ist und einen selbst verwirklicht. Mit etwas Glück stehen die eigenen Eltern und der Rest der Sippschaft noch hinter einem und klopfen dir die Schulter wund. Aber gleichzeitig möchte man mit dieser Unsicherheit nicht allein dastehen. Man sucht nach jemanden, der einem diese Angst nimmt. In den man sich zur Not verlieren kann. Das kann durch eine Beziehung geschehen, oder wie hier oftmals eher unbewusst, aber dennoch dominant vertreten, durch Sex. Mit anderen oder mit sich selbst. Wer weiß nicht, dass all das zugleich utopisch ist? Meistens geht man als junger Mensch Kompromisse ein. Manchmal macht man sogar gar nichts von alledem und schämt sich einfach dafür, weil alle anderen das hinbekommen und du eben nicht. Der Krieg der Enzyklopädisten zeugt unter anderem von diesem Phänomen. Und so gut ich es auch an vielen Stellen fand, so großartig ich die unterschwelligen Gedankenanstöße auch mag. Sie sind nicht offensichtlich. Man muss sie sich erarbeiten. Dieses Buch ist tatsächlich Arbeit. Denn es verfolgt, meiner Meinung nach, keinen großes Ziel. Keinen Höhepunkt. Es plätschert storytechnisch bei allen dreien ein wenig vor sich hin. Aber das ist nichts, was jeden begeistert. Vor allem nicht mit der Herausforderung an Sprache und Verständnis, die sich in den vielen Schachtelsätzen wiederfindet. Ehrlich gesagt, finde ich es auch zum Teil pseudo-philosophisch und übertrieben gewichtig geschrieben. Wenn man sich das Nachwort der Autoren durchliest und vor allem Christopher Gerald Robinsons Ausführungen, bekomme ich im Nachhinein das Gefühl, dass der Kerl literarisch einfach nur mal dick auftragen wollte. Was mich am Ende aber letztendlich am meisten stört, ist, dass ich den großen Sinn, das Motiv, hinter der diesem Buch bis heute nicht verstehe. Es erschließt sich mir nicht. Es gibt wie gesagt, einige Stärken. Aber genauso viele Schwächen. Und das große Fragezeichen, warum wir ausgerechnet diesen Figuren über die Schulter schauen, wird nicht kleiner. Es fühlt sich auch nicht an, als wäre da, trotz der Gemeinsamkeiten, trotz der Freundschaft, irgendeine Sache, die ich als Leser verstehen müsste. Es macht einfach nicht „Klick“. Viele Schilderungen und Ansätze, und das Buch selbst, führen einfach ins Leere. Wirklich sehr schade in Anbetracht dessen, was da sicher möglich gewesen wäre. Fazit Der Krieg der Enzyklopädisten war bzw. ist einfach sehr schwer zu greifen. Ich kann nur erahnen, was der Sinn dieses Buches ist, hoffen, dass ich es auf meine eigene Art richtig interpretierte. Aber genau aus diesem Grund, kann ich dieses Buch nur sehr vorsichtig und unter großem Vorbehalt empfehlen. Denn ein einfaches Buch ist es nicht. Leicht ebenso wenig. Und wer Mühe und Scheu hat, sich durch ein Buch von solcher Komplexität an Sprache zu kämpfen, ist nicht der richtige Kandidat.

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  • Im Grunde ein Krieg mit sich selbst?

    Der Krieg der Enzyklopädisten
    TochterAlice

    TochterAlice

    21. September 2016 um 05:44

    Amerikas Generation der Jahrtausendwende hat eine neue Stimme, beziehungsweise gleich zwei: denn der vorliegende Roman wurde gleich von zwei Autoren gemeinsam geschrieben, die hier aufs Eindrucksvollste die Zerissenheit ihrer Generation, der neuen Kriegsgeneration der Jahrtausendwende spiegeln. Kriegsgeneration, welch hässlich Wort! Sind wir Kinder der 1950er und 1960er, auch der frühen Siebziger doch elegant um diese extreme und tragische Entwicklung herumgekommen, jedenfalls ist den meisten von uns - sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten - die Nähe bpw. zum Falklandkrieg der 1980er oder auch den Kriegen der 1990er Jahre auf dem Golf und dem Balkan erspart geblieben. Doch hat sich im neuen Jahrtausend gleich in den ersten Jahren nicht nur durch 09/11 eine neue, aggressive Komponente eingeschlichen, die quasi die ganze Welt beeinflusst, Kriegsherde an gleich mehreren Stellen auf der ganzen Welt, in die vor allem die junge amerikanische Generation mit voller Wucht hineingezogen wurde, wenn auch in vielen Fällen eher zufällig. Inzwischen haben wir uns fast schon daran gewöhnt, dass Einheiten der NATO-Länder an allen Ecken und Enden der Welt stationiert sind, doch hier geht es um den Beginn des Jahrtausends, der Roman spielt hauptsächlich im Jahr 2004. So ist es auch bei Mickey Montauk, der seit Jahren als Reservist gemeldet ist und dann doch nach Bagdad kommt, sogar einen ganzen Platoon befehligen muss. Dabei hat er gerade noch zusammen mit seinem Freund Hal Corderoy die coolsten Feste im hippen Seattle gegeben, als "die Enzyklopädisten" waren sie Trendsetter sowohl durch ihre ständig modifizierten Artikel auf Wikipedia wie auch durch ihre Happenings, die im Grunde stets wilde Partys waren. Ein klares Ziel, so schien es, hatten beide nicht vor Augen. Doch Montauk wurde durch den Krieg schnell gezwungen, erwachsen zu werden, während Corderoy in seiner Planlosigkeit weiter dahindriftet. Der Kontrast zwischen der Ziellosigkeit in der Heimat und dem harten Alltag in Bagdad, bei dem man selten wählen kann und wo es stets um Leben und Tod geht, ist eindrucksvoll gespiegelt. Montauk muss Verantwortung übernehmen, Corderoy ist noch immer nicht bereit dazu. Ein Roman über eine Welt, die vor einigen Jahren noch die unsere war und nun schon wieder in einem schnellen Wandel zu einer anderen, eher noch bedrohlicheren wird, auch dadurch, dass wir noch nicht wissen, was uns erwartet. Jedenfalls haben Terror und Gewalt seit Beginn des Jahrtausends nicht abgenommen, ganz im Gegenteil. Ein Phänomen, an das wir durch dieses Buch auf jeder Seite erinnert werden, wenn es auch ein wenig zu ausschweifend daherkommt, um als Ganzes wie eine Bombe einzuschlagen. Jedenfalls erzielt es bei mir eine solche Wirkung. Aber es ist auf jeden Fall ein Buch, das etwas Neues beschreibt, Ereignisse, die erst vor recht kurzer Zeit eine Rolle gespielt haben, auch wenn es womöglich schon in wenigen Jahren als historischer Roman zu lesen ist, so schnelllebig, wie es heute zugeht. Man sieht, wie der Krieg die westliche Gesellschaft spaltet, sie teilweise völlig erfasst, teilweise völlig außen vor lässt - gefangen im Krieg mit sich selbst. Ein Buch, das mich bewegt, aber nicht vollends gepackt hat, dafür war der starke Tobak dann doch zu schwere Kost. Wer jedoch die Zerissenheit einer - seiner? - Generation spüren will, der sollte sich durch dieses Werk kämpfen!

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  • Schawarma-Babe

    Der Krieg der Enzyklopädisten
    jamal_tuschick

    jamal_tuschick

    08. September 2016 um 18:07

    “Come on in!” yelled Lieutenant Watts. “Put the coffee on the table.” He turned to Captain Byrd und Lieutenant Montauk, his replacement.“That’s Monkey”, he said. “He’s one of the checkpoint kids. Gets your coffee and shawarmas and shit.”Für die Befreier Bagdads von der Tyrannei ist der Bote ein Affe, für Mohammed Faisal sind amerikanische Soldaten außer Hörweite “Schwuchteln”. Negative Erwartungen auf beiden Seiten. 2004 gerät Mickey Montauk aus der Grunge-Hochburg Seattle in dieses Reizklima. Bis eben war er ein routinierter Abtaucher in künstliche Paradiese und ein als Partykünstler mit dem titelstiftenden Label “Enzyklopädist” originell camouflierter Abschlepper. Nun gibt er den platoon leader in einer von Sprengfallen gepflasterten Gegend. Der Witz in dieser Volte wurde von den Literaturkollaborateuren Kovite & Robinson einer grotesken Wirklichkeit zwischen akademischem Chachacha, Stützpunktlangeweile und schweißtreibenden Ausflügen in M2 Bradley Infantry Fighting - und High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicles abgenommen. Montauk könnte Frisch anspielen, die Autoren reiten den “Faust”: So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz, das Böse nennt, mein eigentliches Element.Mickey taugt nicht zum Mephisto unserer Tage. In erster Linie ist er korrekt - ein Pfadfinder und Kümmerer. Die von ihm angeregte Scheinehe mit der ein Migrantenschicksal abliefernden Mani Saheli garantiert der versponnen freischwebenden Ex(?)-Freundin seines besten Freundes, dem Bummelstudenten und Co-Enzyklopädisten Halifex Corderoy, genannt Hal, eine von der Armee finanzierte Grundversorgung. Auch im Einsatz möchte Second Lieutenant Montauk bei allem gebotenen, von seinen Männern erwarteten Zynismus die Gerechtigkeit wider den Befreiten nicht ganz aus den Augen verlieren, mit fatalen Folgen für alle Mohammeds der Schawarma-Schwadron.In einem Fahrzeug, das nach einem verschrammten Krieg-der-Sterne-Raumfrachter (im Besitz des Corellianers Han Solo) Millennium Falke heißt, fährt Montauk auf eine Mine.Auch in der Heimat regieren die Widersprüche. Hal bezichtigt sich nicht grundlos der Oberflächlichkeit und denkt über die Vorzüge von Boxershorts nach, während seine Aufmerksamkeit das Jahrhundertwerk “Ulysses” verfehlt. Hal verlangt es danach, eine MySpace-Bekanntschaft namens Sylvie aus der Virtualität zu führen. Doch trifft er vorher Tanya, die mit ihm “Kontakt-Impro” macht.“Der Krieg der Enzyklopädisten” gewinnt den Leser in Darstellungen von Gleichzeitig- und Ungleichzeitigkeiten. Dem Tod und der Gefahr im Irak gegenüber steht die öde Dependenz an den Rechnern in den Vereinigten Staaten. Es gibt keine Lösung von der Banalität einer Existenz, die im Konsum einbricht. Aus der Krise (egal welcher) kriecht kein Existenzialismus als rettender Gedankenwurm. Die zum Bildschirm verflachte Welt flackert nur noch in der Ungleichzeitigkeit von technischem Overkill und gedimmtem Bewusstsein. Im Sturm der Maschinenevolution baut jedermann ab. Er kapituliert in der Regression. Was ein Zwölfjähriger nicht begreifen kann, das lässt sich keinem Erwachsenen befehlen und damit kann man auch niemand animieren.Der Roman versammelt Wikipedia-Einträge, grafisch aufgesetzt und den Text durchbrechend vermutlich nur als Modernitätszeichen. Man liest eine um Mani kreisende, leicht vorhersehbare Dreiecksgeschichte. Die Tochter iranischer Einwanderer ist Mohammed in begehrenswert - ein Schawarma-Babe. Sie nimmt künstlerische Anläufe, die ein weitreichendes Orientierungsdesaster verschleiern. Alles scheint dazu geeignet, aus ihr eine Zerrissene zu machen (oder ihre Zerrissenheit zu spiegeln). Das wird schließlich monoton, das Buch ist zu lang. Die Autoren haben eine gute Geschichte einem langen Atem geopfert.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    27. December 2015 um 19:56

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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