Janine und David sehen sich jeweils mit schicksalhaften Folgen konfrontiert, die ihre Realität ins Wanken bringt.
Seichter Horror für eine faszinierende Lesezeit: Die Handlung hat mich nachdenklich gestimmt.
Janine trauert um ihr verstorbenes Baby. Ein Alptraum, der sie an die Schwelle des Todes führt, schürt ungeahnte Ängste in ihrem Inneren und eine Entschlossenheit, die sie sich selbst nicht zugetraut hätte. Bewegend erzählt der Autor von ihrem Weg zurück ins Leben und dem Umgang mit ihrem Verlust. Janines Geschichte hat mich traurig gestimmt.
Glaube kann Berge versetzen: Fährmann Charon ist auf die junge Frau fixiert, ein mythologisches Wesen, das sich nicht ohne weiteres ausbooten lässt. Die Einblicke in die Welt des Fährmanns haben mich vollkommen gefesselt. Eine düstere Atmosphäre beherrscht die bildhafte Szenerie. Das Setting überträgt sich schleichend in die Gegenwart.
Lehrer David, Ex-Freund von Janine, sieht sich selbst ebenso mit dem Tod konfrontiert. Langsam nähert er sich Janine wieder an. Doch die Grenzen von Realität und Charons Welt verschwimmen zusehends ineinander.
Die Entwicklung der Figuren war spannend zu verfolgen. Man spürt deutlich die atmosphärische Melancholie, die sich durch die Handlung zieht. Glücksgefühle weichen schnell dem Grauen, das die Protagonisten auf Schritt und Tritt begleitet.
Passend zur Handlung zieren schön gestaltete Illustrationen die Kapitel, die zwar relativ lang gehalten sind, doch aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählen, was Figuren und Handlung greifbarer macht.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der unterschwellige Horror hat mir eine mitreißende Lesezeit geboten und mich nachdenklich gestimmt.


























