Christopher Hitchens Endlich

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Inhaltsangabe zu „Endlich“ von Christopher Hitchens

Chronik des eigenen Todes
Nachdem Christopher Hitchens die Diagnose seiner tödlichen Krankheit erhalten hatte, schrieb er, die von Elisabeth Kübler-Ross etablierte Theorie der verschiedenen Stufen des Sterbens träfe auf ihn nicht zu. Anfangs hätte er zwar seinen Zustand geleugnet, dann Zorn und Depression aber übersprungen: »Ich habe den Sensenmann herausgefordert, es mir so richtig zu zeigen – und muss nun vor etwas kapitulieren, das so vorhersehbar und banal ist, dass es selbst mich langweilt.«
Zeit seines Lebens war Christopher Hitchens ein scharfzüngiger Redner und erbarmungsloser Diskutant in politischen und weltanschaulichen Debatten. Wenn er zur Hochform auflief, waren ihm auch die gewandtesten Gegner nicht mehr gewachsen. Der gebürtige Brite lehrte seine Wahlheimat USA in den drei Jahrzehnten, in denen er dort lebte, das Fürchten, indem er deren Kriegsverbrechen und Bigotterie an den Pranger stellte wie niemand sonst. Während der Lesereise zu seiner Autobiographie Hitch 22 hatte Christopher Hitchens einen Zusammenbruch, der mit unerträglichen Schmerzen in der Brust einherging. Die Ärzte diagnostizierten Speiseröhrenkrebs. Diese Diagnose war, wie er später schrieb, seine »Deportation vom Land der Gesunden über die klar gezogene Grenze, die das Gelände der Krankheit davon trennt«. Was als ein Schreiben über die Krankheit beginnt, wird zu Hitchens’ letztem Buch, ein Text über das Leiden und Sterben, über den eigenen Tod.

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  • Der Tod ist eine Grenze, die alles aufhebt, was vorher wichtig schien

    Endlich

    WinfriedStanzick

    04. July 2013 um 08:50

    Er war ein kritischer, aufrechter und engagierter Journalist, mutig und unbestechlich. Genauso unbestechlich zeigte er sich 2009  in seinem Buch „Der Herr ist kein  Hirte. Wie Religion die Welt vergiftet“, in dem er klar machte, warum für ihn  nur der Atheismus als Weltanschauung in Frage kommt. Immer im Zusammenhang mit der radikalen und wenig reflektierten Religionskritik von Richard Dawkins erwähnt, erfuhr er dafür auch viel Kritik.   Nun hat Christopher Hitchens sein Sterben beschrieben. Ein Sterben ohne Gott und ohne Hoffnung auf Transzendenz oder ein irgendwie vorgestelltes Weiterleben nach dem Tod. Dabei zählt er durchaus viele gläubige Menschen aus unterschiedlichen Religionen zu seinen vielen Freunden, mit denen er auch nach Ausbruch seines Speisenröhrenkrebses spricht.   Er denkt in seinem langsamen Sterben mit zunehmend nachlassender Kraft schreibend nach über heilige Schriften und was die über den Tod sagen, über ihm wichtig gewordene Bücher aus der Literaturgeschichte und über Liedtexte. So zitiert er – durchaus beeindruckt - eine Textzeile aus einen Song von Leonard Cohen, ohne näher auf ihn eingehen:   „If it be your will, That I speak no more, And my voice be still As it was before …“   Hitchens Nachdenken über seinen Tod und sein langsames Sterben erinnert an etliche Berichte anderer Menschen, die in den vergangenen Jahren veröffentlicht wurden, in denen dieses ihr Sterben und ihre Gedanken dabei beschrieben haben. Ich denke dabei besonders an das Buch des Pädagogen Wolfgang Bergmann „Sterben lernen“, das 2011 erschienen ist.   Dort schreibt er insgesamt 23 kurze Texte, die sich alle mit dem Sterben auseinandersetzen: "Ich schreibe. Der Tod ist das Nichts, die reine Negation, es ist lächerlich, in ihm nach Sinn zu suchen." Und er spürt: indem er den Tod so heftig ablehnt, empfängt er die größtmögliche Ermutigung. Obwohl es keine Antworten gibt, auch keine ihn wirklich überzeugenden spirituellen, fragt er weiter, ringt um Worte, die ausdrücken können, was er fühlt und was doch sich dem sprachlichen Verstehen immer wieder entzieht. Es sind ehrliche, stellenweise harte Worte der Introspektion, die er notiert, Worte die sich dem schnellen Trost entziehen wollen: "Keine Begütigung, keine Beschwichtigung, kein verschwiemelter Trost, das macht alles nur noch dumpfer und leerer." Und in diesem Erkennen des Todes als Erlöschen der Zeit, als Gleichmacher, als dem Gegenprinzip der Liebe, erinnert er sich an Jesu zitternde Knie am Leichnam von Lazarus und an seine Todesangst in der Nacht von Gethsemane. In dichter Sprache nähert er sich immer mehr seinem Ende, wehrt sich und wird doch mit jedem Eintrag mehr auf eine bewegende und auch dem Leser Trost vermittelnde Weise mit ihm eins. Mechthild von Magdeburg, die "von Liebesgewissheit durchströmten Sätze des Johannes" und der Apostel Paulus sind ihm dabei späte Lehrer, an die er sich erinnert und er fragt sich erstaunt: "Was ist das für eine Wahrheit, die ich nur zaghaft am Zipfel zu fassen bekomme? Sie ist immer noch da, wie eine unerschütterliche Realität. Ich begreife sie nicht, So wenig wie das Sterben. Aber sie trägt. Gott trägt sie? Aber wohin?"   Der Tod ist eine Grenze, die alles aufhebt, was vorher wichtig schien. Connie Palmen hat in ihren beiden Büchern „I.M.“ und „Logbuch eines unbarmherzigen Jahres“ beschrieben, wie sich das Sterben und der Tod eines geliebten Menschen für den anfühlt, der bleibt und den anderen gehen lassen muss.   Ich bin sicher, wir werden in der nächsten Zeit noch mehr Bücher zu diesen Themen sehen, denn mit dem Verlust der auch für gläubige Menschen nicht mehr nachvollziehbaren Jenseitshoffnung tut sich eine Sinnlücke auf, die geschlossen werden muss.

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  • Endlich: Mein Sterben

    Endlich

    Clari

    21. June 2013 um 18:04

    Text zum Sterben und Tod. Unbestechlich und realistisch sieht Christopher Hitchens seinem Sterben entgegen. Er hat Speiseröhrenkrebs wie schon sein Vater, und er wird daran sterben. Dieser witzige, kluge, klare und scharfe Denker macht keinen Hehl daraus, dass er die Dinge nehmen wird, wie sie kommen. Das erspart ihm nicht Enttäuschungen, die er erleidet als verschiedentlich von neuen Behandlungsverfahren zu hören ist. Nur: er gehört nicht zu den Haderern, die das Leben um jeden Preis verlängern möchten. In einer langen Abhandlung erfährt man wie schon in seiner Biographie „The Hitch“, dass er als Atheist an keine transzendente Macht oder an einen Trost mit der Hoffnung auf ein Jenseits glaubt. In Briefen und Aussagen von Freunden und Kollegen erlebt man ihn noch einmal als aufgeschlossenen Gastgeber, Freund und Kollegen. Er scheute keine kontroversen Diskussionen und legte sich als Journalist und Beobachter des politischen Geschehens in aller Welt mit Freund und Feind gelegentlich an. Als kritischer Berichtersatter  blieb er sich zeitlebens treu. Sein deutscher Schriftstellerfreund- und Kollege Peter Schneider beschreibt ihn in seinem Prolog als Menschen, der einem großen Freundeskreis angehörte. Mit seinen spritzigen und absolut präsenten Lebensformen hat er seine Umwelt begeistert und gefesselt. Niemand konnte sich dem Charisma dieses Mannes entziehen. Hitchens hielt an einmal gewonnenen Überzeugungen eisern fest auch um den Preis einer Freundschaft. Mit der Beurteilung des Irakkriegs, für den er eintrat, lag er nach Meinung Peter Schneiders falsch. Er ließ jedoch nicht ab von seiner  einmal gewonnenen Meinung. Insgesamt  geht es in diesem letzten Buch von Christopher Hitchens um den Tod und das Sterben, dem er sich unerschrocken stellte. Mit Neugierde und Interesse liest man die zahlreichen Berichte über Tod und Sterben, die seit Jahren auf dem Büchermarkt zu finden sind. Angefangen von Christoph Schlingensief über seine letzte Lebenszeit, den schmerzvollen Abschied von Connie Palmen, die über den Tod ihres zweiten Mannes schreibt, weiter über die großartige amerikanische Schriftstellerin Joan Didion in „Das Jahr magischen Denkens“  oder Jojo Moyes mit ihrem Buch „Ein ganzes halbes Jahr“: es gibt eine Vielzahl von Berichten und Erlebnissen, die das Sterben und den Tod in seinen mannigfaltigen Erscheinungsformen abhandeln. Eine jede Geschichte ist von Bedeutung, weil sie von dem existenziell ausweglosen letzten Weg mit all’ den unterschiedlich erlebten Begleiterscheinungen individuell berichten. Ob mit Gottesglauben oder ohne: der Tod bleibt für uns alle ein Mysterium, das man sich nicht vorstellen kann. Insofern bieten die Erfahrungen von Christopher Hitchens weitere Mosaiksteine auf dem Weg des eigenen Erlebens hin zum Tod. Christopher Hitchens war Engländer von Geburt und Herkommen, lebte aber viele Jahre in Amerika, wo er am 15.12.2011 im Alter von 62 Jahren gestorben ist.  

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