Christopher Isherwood Lauter gute Absichten

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Inhaltsangabe zu „Lauter gute Absichten“ von Christopher Isherwood

Zum allerersten Mal auf Deutsch - Christopher Isherwoods Debütroman.
Philipp Lindsay steht sich selbst im Weg. Der junge Mann aus gutem Londoner Hause fühlt sich zu Höherem berufen und scheitert doch ständig an seinen eigenen Ansprüchen und den Erwartungen seiner Familie. Unabhängigkeit sucht er erst als Künstler und dann als Geschäftsmann. Nach Afrika will er reisen und kommt doch nicht weiter als bis in die Arbeiterviertel Londons, wo er schließlich einen Zusammenbruch erleidet.
In seinem ersten, stark autobiographisch geprägten Roman zeichnet Christopher Isherwood das Porträt einer Jugend zwischen den Weltkriegen. Den Werten der Väter, die sich noch ganz dem alten Empire verpflichtet fühlen, weiß diese Generation nichts abzugewinnen, neue Werte aber sind noch nicht gefunden. Auf ergreifende Weise erzählt "Lauter gute Absichten" vom Niedergang der englischen Middle Class und den verzweifelten Versuchen eines jungen Mannes, den sozialen Konventionen einer untergehenden Welt zu entkommen.

Kurzweilige Geschichte um einen angry young man, der sich gegen die Familie auflehnt - und an den eigenen Ansprüchen scheitert.

— Marina_Nordbreze

Erhellend.

— jamal_tuschick

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  • Christopher Isherwood | LAUTER GUTE ABSICHTEN

    Lauter gute Absichten

    Bookster_HRO

    20. November 2017 um 09:18

    INHALT: Philip Lindsay weiß nicht so recht, was er mit sich anfangen soll. Er stammt aus guten Verhältnissen und ist finanziell unabhängig – eigentlich sollten ihm alle Türen offen stehen. Doch nichts, was er anpackt, kommt zur Blüte, ständig werden ihm Steine in den Weg gelegt oder er verliert die Motivation, eine Sache bis zum Schluss durchzuziehen. Da ist zum einen sein konservatives Elternhaus, das für seine Ambitionen zum Malen und Dichten nur Spott und Hohn übrig hat. Zum anderen fehlt es ihm an Antrieb, er stochert im Trüben was seine Zukunft angeht und verliert so kostbare Zeit. Seine versnobten Freunde sind ihm dabei auch keine Hilfe. Als er beschließt, der Enge seines Upper-Class-Umfeldes durch eine Reise nach Afrika zu entfliehen kommt es zum Zusammenbruch. FORM: Christopher Isherwood (1904-1986) schrieb diesen Erstlingsroman im zarten Alter von einundzwanzig Jahren, was man dem Buch deutlich anmerkt. Der Text ist vielseitig und experimentierfreudig, wirkt aber im Endeffekt überambitioniert. Die Figuren haben zwar Tiefe, die Handlung und die Dialoge aber sind zu wirr und schwer nachzuvollziehen – hier ist mehr gewollt als gekonnt. Zur späteren Größe seiner Hauptwerke LEB WOHL, BERLIN oder A SINGLE MAN fehlen noch einige Meter. Dennoch blitzt hier und da schon der melancholische Witz und der kühle Blick des späteren Isherwood auf, gewillte Leser können also durchaus fündig werden. Ansonsten würde ich sagen, dieses Debüt ist eher etwas für Komplettisten, die keine Lücken im Gesamtwerk dulden … was ich gut verstehen kann. FAZIT: Mit Rücksichtnahme auf den etwas geringeren Stellenwert dieses Romans in Isherwoods Werk vergebe ich ruhigen Gewissens drei Sterne. Ein großes Lob will ich dem Verlag Hoffmann & Campe aussprechen, der die Romane nach und nach wieder- oder – wie in diesem Fall – erstververöffentlicht, alle als Hardcover in schönem Design – echte Hingucker im Regal. Ich freue mich auf weitere Ausgaben. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich auf Euren Besuch ***

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  • Der zerrissene angry young man.

    Lauter gute Absichten

    Marina_Nordbreze

    30. October 2017 um 14:03

    Mit den wunderschönen Bänden von Christopher Isherwood macht mit Hoffmann und Campe seit Jahren froh (hier beispielsweise "Praterveilchen"). Nun ist mit "Lauter gute Absichten" der Debütroman des Autors erschienen und durfte selbstverständlich nicht in meiner Isherwood-Sammlung fehlen.Um was geht es?Unser Held Philipp Lindsay ist gar kein Held. Er ist ein angry young man, lebt auf kosten seiner Familie, versucht sich als Künster, als Landschaftsmaler und Dichter und endet doch an einem Büro-Schreibtisch. Genervt, entnervt will er aus diesem Korsett ausbrechen – Afrika ruft! Das große Glück ist nur eine Schifffahrt entfernt, endlich flügge werden, endlich der Familie entkommen! Doch Philipp fehlt der Mut und so endet die Geschichte dort, wo sie begonnen hat. Anfangs war ich sehr irritiert von "Lauter gute Absichten", weil der Leser direkt in einen Streit zwischen Philipp und seinem Freund Allen geworfen wird. Um was es geht, wo sie überhaupt sind – unwichtig. Was man aber direkt mitbekommt: Zwischen den beiden jungen Männern besteht eine Spannung, die nichts mit dem derzeitigen Streit zu tun hat. Und weil der Autor Christopher Isherwood heißt und weil der Verlag schreibt, dass dieser Roman stark autobiografisch ist, stellt sich direkt die Frage, ob Philipp und Allen möglicherweise schwul sind. Darauf gibt der Roman aber keine Antwort, jedenfalls hab ich keine heraus gelesen. Es ist auch nicht wichtig. Viel interessanter ist das Spannungsverhältnis zwischen Philipp und seiner Familie, die ihn drängt, einem normalen Bürojob nachzugehen anstatt sich in der brotlosen Kunst zu verlieren. Ganz besonders Joan, die Schwester von Philipp, ist eine faszinierende Persönlichkeit, die zwischen Loyalität zu ihrem Bruder und Loyalität zu ihrer Mutter schwankt. Zudem hat sie einen Vielleicht-Vielleicht-nicht-Verlobten an der Backe, der ihre Aufmerksamkeit fordert. Zerrissenheit – ein Thema, welches sich in wohl allen Werken von Christopher Isherwood findet. Wie findet man seinen Platz in der Gesellschaft, wenn die Gesellschaft doch will, dass man ganz anders ist als man eigentlich sein möchte? Mit dem angry young man Philipp ist Isherwood eine weitere interessante Charakterstudie zu dieser Frage gelungen, die mit keinem happy end endet. Aufgrund des sehr holprigen Einstiegs würde ich "Lauter gute Absichten" prinzipiell Isherwood-Fans empfehlen. Neulinge sollten lieber zu "A Single Man" greifen, weil dieses sehr viel runder und gefälliger gestaltet ist. 

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  • Zu viel Joyce

    Lauter gute Absichten

    jamal_tuschick

    23. October 2017 um 18:17

    „Lauter gute Absichten“ erschien erstmals 1928. Der vierundzwanzigjährige Autor ist noch vollkommen eingenommen von den Stilfiguren und zugeschnitten nach den Schnittbögen seiner Klasse. Der Sturm gegen die Abrichtung findet im Wasserglas der normativen Kraft des Faktischen statt. Es geht um „Warmwasserverschwendung“, gebadet wird aus Langeweile, leider ist kein Buch zur Hand - um Stachelbeermarmelade und einen Roman, der noch geschrieben werden muss. Ein andauerndes, vom Müßiggang bestimmtes Gespräch treibt die Handlung an. Ein Flieder der Empfindungen flankiert sie. Ständig sitzt man beim Tee und ist „lammfromm“ oder „leicht entmutigt“. Oder man verfällt in „überspanntes Gelächter“.Zweifellos wollte Isherwood die Heuchelei seiner Eltern und Lehrer geißeln und die eigene Indolenz nicht verschweigen. Der Erzähler geht biografisch im Autor auf. Er variiert den Künstler als jungen Mann. Philip Lindsay absolviert Stationen des britischen Ennuis maskiert und statuarisch. Kein Raum steht einer Blöße zur Verfügung. Der Zwang zur Verstellung führt zur seelischen Erschöpfung. Darüber verbreitet sich Philip so manierlich wie manisch. 1928 begann sein Schöpfer ein Medizin-Studium am Londoner King’s College, das er im Roman vorwegnimmt. In einer Szene grüßt der schneidige Medizinstudent Buck Mulligan (als Philip Lindsay) aus „Ulysses“. Jede Leiche, die zum Sezieren auf den Tisch kommt, „ähnelt … Dante Alighieri“. Das ist schon sehr ausgesucht und zweifellos abgegriffen aus dem Köcher des obsoleten Expressionismus. Benns Schwelgen im Ekel à la Morgue gehört dazu.Man erkennt die Zeitgenossenschaft und ihre Bindungen. Isherwood experimentiert mit den Möglichkeiten der Verknappung und der Redundanz. Der Debütant wechselt gelegentlich die Erzählperspektive und schwankt von der dritten zur ersten Person.Nach einer Meditation über die Londoner Langeweile, die das Sujet auf allen Ebenen erreicht, verspricht eine koloniale Beschäftigung in Kenia Abwechslung. Ein schnarrender Plantagenjunker rechnet fest mit Philips Einsatz. Das afrikanische Abenteuer fällt aber ins Wasser.Isherwood riet dazu, „Lauter gute Absichten“ als „verspäteten viktorianischen Roman“ zu lesen, denn er erinnert an eine Zeit, als Eltern noch mächtige Gegner waren“.„Wer Glück hatte, starb im Kampf.“Die Besiegten verkümmerten und die Verkümmerten garantierten das System in der nächsten Generation.Isherwood sang in den Zwanziger seine Version von „My Generation“*. Später entschuldigte er sich für den Salonsound der ersten Platte und dem zu viel an Joyce im Text. Bei den besten abzuschreiben, ist ein Geniezeichen.*„Lauter gute Absichten“ - Christopher Isherwoods erster Roman liegt nun erstmals auf Deutsch vor. Er archiviert die Gepflogenheiten einer Klasse, die ihr Verschwinden vermutlich überlebt hat. *People try to put us d-down(Talkin' 'bout my generation)Just because we get around(Talkin' 'bout my generation)Things they do look awful c-c-cold(Talkin' 'bout my generation)I hope I die before I get old

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    29. December 2016 um 13:40

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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