Christopher Isherwood Praterveilchen

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Inhaltsangabe zu „Praterveilchen“ von Christopher Isherwood

Es ist das Jahr 1933. Europa steht am Abgrund, und in London laufen die Dreharbeiten für eine Filmschnulze namens "Praterveilchen". Der ebenso temperamentvolle wie narzisstische Regisseur Friedrich Bergmann, ein österreichischer Jude, hadert mit der Oberflächlichkeit seiner Branche und leidet an den politischen Entwicklungen in seiner Heimat. Doch kaum jemand schenkt Bergmanns Mahnungen Gehör ... Eindrucksvoll fängt Christopher Isherwood in diesem Roman - der anknüpft an sein wohl berühmtestes Werk "Leb wohl, Berlin" - die apathische Stimmung im England der frühen Hitlerjahre ein und seziert mit beißender Ironie die amoralischen Tendenzen des Filmgeschäfts.

Ein Schmankerl für Isherwood-Liebhaber.

— Marina_Nordbreze
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  • Ein Schmankerl für Isherwood-Fans und Freunde der Filmindustrie in den 30er Jahren.

    Praterveilchen
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    26. October 2015 um 16:57

    Ein weiterer Isherwood durfte bei mir einziehen. Wieder eine Neuauflage aus dem Hause Hoffmann und Campe. Das heißt im Umkehrschluss - mir fehlt nur noch "A Single Man" und dann würden die drei Schönheiten nebeneinander im Regal stehen. Bis es soweit ist, erzähle ich einmal mehr zu "Praterveilchen". "Praterveilchen" basiert auf Christopher Isherwoods Eindrücken, die er bei der Arbeit an "Little Friend", einem britischen Film, gewonnen hat. Vollkommen unschuldig und unbedarft gerät Isherwood ins Filmbusiness und soll gemeinsam mit dem Regisseur Friedrich Bergmann am Drehbuch für "Praterveilchen" arbeiten. Eben jener Film spielt in Wien (und wird kein einziges Mal in Wien gedreht) und erzählt die reizende Geschichte von Toni, einem Blumenmädchen, welches Blumen auf dem Prater verkauft und sich in den mittellosen Rudolf verliebt, der gar nicht mittellos ist, sondern der Prinz von Borodanien. Isherwood berichtet dabei von seiner Arbeit und ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen der Filmwelt der 1930er Jahre. Bergmann entwickelt sich zu seinem Mentor und Führer durch die undurchsichtigen Machenschaften, Verästelungen und Beziehungen im Filmstudio, auf der anderen Seite steht Isherwood Bergmann als Gesprächspartner zur Seite, Bergmann fühlt sich im fremden London nämlich sehr einsam und sehnt sich zurück nach Österreich und zu seiner Familie. Blumen verwelken, und doch denk ich an eine auch heute noch: Praterveilchen. Die 127 Seiten von "Praterveilchen" lesen sich schnell weg, hinterlassen aber trotzdem einen bleibenden Eindruck, da es Isherwood - wie in allen seinen Büchern - schafft, ein lebendiges Bild beim Leser zu formen. "Ich bin eine Kamera mit offenem Verschluss, ganz passiv, ich nehme auf, ich denke nicht."- So steht es im Klappentext von "Leb wohl, Berlin" und dieser Kameravergleich passt wieder einmal perfekt zu Isherwood. Trotzdem würde ich behaupten, dass "Praterveilchen" eher ein kleines Schmankerl für Isherwood-Kenner ist, wer noch nie Isherwood gelesen hat, fühlt sich vielleicht ein wenig gelangweilt.

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