Christopher J. Sansom

 4,1 Sterne bei 15 Bewertungen

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Cover des Buches Die Gräber der Verdammten (ISBN: 9783596704941)

Die Gräber der Verdammten

 (10)
Erschienen am 23.09.2020
Cover des Buches Dominion (ISBN: 9781447231110)

Dominion

 (1)
Erschienen am 01.09.2013

Neue Rezensionen zu Christopher J. Sansom

Cover des Buches Die Gräber der Verdammten (ISBN: 9783596704941)nirak03s avatar

Rezension zu "Die Gräber der Verdammten" von Christopher J. Sansom

Krimi mit Suchtfaktor
nirak03vor 8 Monaten

Matthew Shardlake verschlägt es nach Norwich. Hier soll er den Tod an Edith Boleyn aufklären. Dieser Zweig der Boleyn-Familie ist nur entfernt mit der noch jungen Elizabeth Tudor verwandt, aber sie möchte trotzdem den verdächtigen Ehemann John Boleyn vor dem Galgen bewahren. Matthew hat schon einige Dienste für die zukünftige Königin von England getätigt und so ist er auch hier zuversichtlich. Der Fall entwickelt sich schnell zu einer Katastrophe. Nichts scheint zusammenzupassen und alles scheint möglich zu sein. Doch nicht nur dieser Prozess verlangt dem Rechtsanwalt alles ab, er gerät auch noch mitten in den Aufstand der einfachen Leute im Jahre 1549.


Dieser neue Fall für Rechtsanwalt Matthew Shardlake ist bereits Band 7 dieser Reihe. Ich selbst habe nur die ersten zwei Teile gelesen, kam aber hier mit der Handlung wunderbar zurecht. Der 10-seitige Prolog klärt die politische Lage im Land und sorgt somit für die nötige Übersicht.


Danach ging es dann direkt mit der Geschichte weiter. Aus Sicht von Matthew wird dieser Fall dann geschildert. Auf diese Weise ist man immer bei allem, was dem Rechtsanwalt so geschieht mit dabei. Durch diesen Erzählstil der Ich-Perspektive entfällt aber auch die Sicht der anderen Protagonisten. Ich lese ganz gern Geschichten, die aus der Sicht des Charakters erzählt wird. Der Erzählstil von C. J. Sansom ist zudem leicht und locker zu lesen, auch wenn es vielleicht die eine oder andere zu häufige Wortwiederholung gibt.


Der eigentliche Kriminalfall ist gut durchdacht und geschickt in der Handlung intrigiert. Allerdings gerät er auch ein wenig in den Hintergrund durch die Ereignisse dieses Sommers. Der Aufstand der Bauern im Jahre 1549 in England war mir so gar nicht geläufig. Ich fand es spannend zu lesen, wie Matthew darin verwickelt wurde und wie er mit dieser Situation umgegangen ist. Auch das Handeln der anderen Charaktere wie Barak oder der Rechtsanwaltsgehilfe Nicholas war nachvollziehbar. Diese Protagonisten haben zwar auch eine Vorgeschichte, die in den anderen Bänden erzählt werden, aber durch kleine Rückblenden bleiben auch die Leser auf dem Laufenden, die die Vorgeschichten nicht kennen. Mir hat in diesem Fall nichts gefehlt.


Ich fand es spannend, wie sich jeder einzelne Protagonist so seine Gedanken zu der politischen Lage im Land gemacht hat und daraus seine Konsequenzen gezogen hat. Es gibt hier interessante Details aus dieser Zeit zu lesen, auch wenn der Krimi dadurch vielleicht in den Hintergrund gerutscht ist. Am Ende klärt sich natürlich alles auf und die ersten losen Fäden für den nächsten Teil sind auch schon gelegt.


Fazit:


„Gräber der Verdammten“ ist vielmehr als „nur“ ein Kriminalroman vor historischem Hintergrund. Er weist mit einigen Details aus dem Jahre 1549 auf. Erzählt von einem Aufstand, der hoffnungsvoll begann und in einem Desaster endete und lässt seine Protagonisten einiges Erleben und sich selbst hinterfragen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und die 1000 Seiten in Rekordgeschwindigkeit gelesen.



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Cover des Buches Die Gräber der Verdammten (ISBN: 9783596704941)Haverss avatar

Rezension zu "Die Gräber der Verdammten" von Christopher J. Sansom

Historisch, politisch und spannend - für mich mit Abstand das bisher beste Buch der Shardlake-Reihe.
Haversvor 9 Monaten

C. J. Sansoms Reihe um Matthew Shardlake, den buckligen Anwalt, der seinen Geschäften im England der Tudorzeit nachgeht, verfolge ich seit Beginn mit Interesse und zunehmender Begeisterung, zeichnen sich diese Kriminalromane doch durch historische Akkuratesse und lebendige, stimmungsvolle Beschreibungen aus, die in spannende Handlungen eingebettet sind.

Im nunmehr siebten Band „Die Gräber der Verdammten“ befinden wir uns im Jahr 1549. Heinrich VIII. ist tot, sein Nachfolger, der elfjähriger Edward VI. wird in Regierungsgeschäften von dem ehrgeizigen Herzog von Somerset vertreten. Das Land versinkt im Chaos. Engländer kämpfen seit Jahren gegen Schotten („Rough Wooing“, 1543 – 1551), Protestanten gegen Katholiken, die Wirtschaft bricht zusammen. Das Geld verliert täglich an Wert, die Menschen hungern. Wer Schafe hat, kann sich freuen, denn der Export von Wolle boomt. Profiteure sind die meist adligen Großgrundbesitzer, die ihre Weideflächen dadurch vergrößern, indem sie sich Gemeindeland aneignen und einzäunen, Land, das üblicherweise den Kleinpächtern zur Verfügung stehen sollte.

In Norfolk, der führenden Region für die Schafzucht und Wollverarbeitung, macht sich Unmut breit, die Bauern rebellieren und reißen die Einfriedungen nieder, auch die Zäune auf dem Land des Freibauern Robert Kett. Aber anders als erwartet schlägt er sich auf ihre Seite und wird zu ihrem Anführer. Die anfänglichen Erfolge sind trügerisch, denn die königliche Armee schlägt mit Macht zurück. Kett wird gefangen genommen, wegen Hochverrat angeklagt und zum Tod durch Erhängen verurteilt und schließlich am 7.12.1549 in Norwich hingerichtet.

Diese Ereignisse bilden den historischen Hintergrund für den Todesfall, den Shardlake, mittlerweile in Diensten der jungen Elizabeth (später Königin Elizabeth I.), genauer unter die Lupe nehmen soll. Ein entfernter Verwandter wird des Mordes an seiner Ehefrau beschuldigt und steht in Norwich vor Gericht. Gemeinsam mit seinem Helfer Nicholas macht sich Shardlake auf den Weg gen Norden. Dort treffen sie überraschenderweise auf Jack Barak, den ehemaligen Assistenten des Anwalts, der den beiden bei ihren Nachforschungen behilflich ist, die sie nicht nur in die adelige Gesellschaft sondern auch mitten hinein in das Lager von Ketts Rebellen führen. Barak schließt sich ihnen an, Nicholas wendet sich gegen sie, und zwischen beiden Lagern steht Shardlake, der unfreiwillig zum Verbündeten von Robert Kett wird.

983 Seiten, gespickt mit historischen Fakten, eingearbeitet in einen hochspannenden Kriminalfall. Zu keinem Zeitpunkt langatmig, im Gegenteil. Mit anhaltendem Interesse verfolgt der/die Leser/in den Fortgang der Handlung, hoffend, dass der Protagonist den Geschehnissen, die sich komplett seinem Einflussbereich entziehen, mit heiler Haut entkommen und den Mordfall aufklären kann. Historisch, politisch und spannend - für mich mit Abstand das bisher beste Buch der Shardlake-Reihe. Lesen. Unbedingt!

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Cover des Buches Die Gräber der Verdammten (ISBN: 9783596704941)Motzbecks avatar

Rezension zu "Die Gräber der Verdammten" von Christopher J. Sansom

Hoffentlich kommt der nächste Band schneller als dieser
Motzbeckvor einem Jahr

Nach langer Zeit hat C.J. Sansom endlich wieder einen Shardlake-Roman geschrieben. Der sichtlich gealterte Advokat hat sich geschworen, sich nie wieder in die politischen Intrigen des Englands im Zeitalter der Reformation hineinziehen zu lassen, hat er doch einerseits einigen Mächtigen in den Vorgängerromanen zu sehr auf die Füße getreten, andererseits die Freundschaft Tamzins, der Frau seines Gefährten Barak verloren, als dieser bei seinem letzten Fall die Hand verlor. Doch Plan und Wirklichkeit gehen bisweilen dann doch auseinander. So auch in "Die Gräber der Verdammten". Die Prinzessin und spätere Königin Elisabeth beauftragt Shardlake, in Norwich einen entfernten Verwandten aus der Familie Boleyn zu vertreten, der wegen Mordes an seiner Ehefrau vor Gericht steht. Diese war jahrelang verschwunden, was den Ehemann dazu veranlasst hatte, sie für tot erklären zu lassen und wieder zu heiraten. Nun wird also die Ex-Gattin auf seinem Grundstück ermordet aufgefunden, in entehrender Weise drapiert. Genau das ist es, was Shardlake an der Schuld des ansonsten gar nicht so sympathischen Grundbesitzers zweifeln lässt, denn ihm wäre viel mehr damit gedient, die Leiche gut zu verstecken. Shardlake und seine Begleiter decken in Norwich weitere Ungereimtheiten in dem Fall auf, doch letztendlich reicht das nicht aus, um das Todesurteil gegen Elisabeths Verwandten zu verhindern. Grund also, die zweite Option zu ziehen, ein Gnadengesuch Elisabeths für den verurteilten. Shardlake gelingt es buchstäblich in letzter Sekunde, die Vollstreckung des Urteils zu verhindern. Doch dabei wird er verletzt, und das wiederum hat Folgen. Seine Abreise aus Norwich nach London verzögert sich, und so gerät er in die Wirren eines Aufstandes der Pächter Norfolks gegen ihre Grundherren, die sich in egoistischer Art und Weise und unter Missachtung alter Rechte an ihren Untergebenen bereichern. Und somit ist Shardlake wieder mitten drin in der großen Politik. Er hat Sympathien für die Bedürfnisse der Unterdrückten, stellt sich diesen, als er in ihre Hände fällt, sogar als Berater in Rechtsfragen zur Verfügung. Es beginnt eine Zeit des Rausches, in der eine gerechte Gesellschaftsform möglich zu werden scheint, doch dieser Rausch wird blutig beendet, als Truppen des Thronrates, der den minderjährigen König vertritt, alles niedermetzeln, was sich ihnen in den Weg stellt. Shardlake gelingt es in diesen Wirren dennoch, den Mord an der Verwandten der späteren Königin aufzuklären, wenn auch um einen hohen Preis.

Wie schon in den Vorgängerromanen gelingt Sansom die Verquickung von tatsächlicher Historie mit einem spannenden Kriminalfall. Kleiner Wermutstropfen: der link zu einer Seite des Fischerverlags, auf der die historischen Hintergründe beleuchtet werden, funktionierte bei mir mehrfach nicht, so dass ich letztendlich aufgegeben habe. Schade, dass diese gute Idee so schlecht umgesetzt wurde.

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Christopher J. Sansom wurde am 01. Januar 1952 in Edinburgh (Großbritannien) geboren.

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