Christopher Kloeble

 4.1 Sterne bei 144 Bewertungen
Autorenbild von Christopher Kloeble (©Christopher Kloeble)

Lebenslauf von Christopher Kloeble

Christopher Kloeble hat bisher drei Romane, einen Erzählband und ein autobiografisches Sachbuch veröffentlicht. Er schreibt auch Drehbücher, ist als Kolumnist für die Sendung ‚100 Sekunden Leben‘ des RBB tätig und unterrichtet regelmäßig als Gastprofessor, u. a. am Dartmouth College und an der Georgetown University in den USA sowie an der Cambridge University in Großbritannien. Seine Bücher sind in neun Sprachen übersetzt worden; die Verfilmung seiner Romane ‚Meistens alles sehr schnell‘ und ‚Die unsterbliche Familie Salz‘ ist in Vorbereitung. Sein neuer Roman, ‚Das Museum der Welt‘, ist soeben erscheinen. Christopher Kloeble lebt in Berlin und Neu-Delhi.

Alle Bücher von Christopher Kloeble

Cover des Buches Die unsterbliche Familie Salz (ISBN: 9783423146326)

Die unsterbliche Familie Salz

 (69)
Erschienen am 20.04.2018
Cover des Buches Meistens alles sehr schnell (ISBN: 9783423409506)

Meistens alles sehr schnell

 (35)
Erschienen am 16.03.2015
Cover des Buches Das Museum der Welt (ISBN: 9783423282185)

Das Museum der Welt

 (27)
Erschienen am 21.02.2020
Cover des Buches Unter Einzelgängern (ISBN: 9783423246651)

Unter Einzelgängern

 (11)
Erschienen am 18.09.2008
Cover des Buches Home made in India (ISBN: 9783423261722)

Home made in India

 (2)
Erschienen am 04.08.2017
Cover des Buches Wenn es klopft (ISBN: 9783423247207)

Wenn es klopft

 (0)
Erschienen am 01.07.2009
Cover des Buches Die unsterbliche Familie Salz (ISBN: B07359P4XR)

Die unsterbliche Familie Salz

 (0)
Erschienen am 27.07.2017
Cover des Buches Das Museum der Welt (ISBN: 9783742413659)

Das Museum der Welt

 (0)
Erschienen am 21.02.2020

Neue Rezensionen zu Christopher Kloeble

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Rezension zu "Das Museum der Welt" von Christopher Kloeble

wärmstens an Herz gelegt
TheoRvor 17 Tagen

Ein wundervolles Buch, das mit viel Liebe den Geist der Zeit Indiens um 1800 aufgreift. Dabei liest sich dieses Buch wie ein Dokumentation über die Brüder Schlagintweit, deren Namen mir vorher überhaupt kein Begriff waren. Die Hauptfigur ist jedoch Bartholomäus ein Waisenjunge aus Bombay, der das Museum der Welt gründen will. Und so bekleiden wir ihn auf einer 3 Jahre währenden Expedition. Er ist der stille, heimliche Beobachter, Geschichte aus einer ganz anderen Sichtweise, nicht des Entdeckers, sondern, des Bekleidens. Auch wenn dieses Buch kein wissenschaftliches Werk ist, lernt man doch viel über die Zeit, Land und Leute, was ein großer Verdienst des Autors ist. Er lässt den Leser mit lebendiger Sprache und vielen Details in eine längst vergessene Welt eintauchen.

Kloeble hat sich mit diesem Buch jedenfalls an die Spitze meiner dreisprachigen Autoren geschrieben. Ich kann die Lektüre dieses Buches jedem nur wärmstens an Herz legen.

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Rezension zu "Das Museum der Welt" von Christopher Kloeble

Das erste Museum Indiens
katzenminzevor 20 Tagen

„Jedes Objekt einer wissenschaftlichen Untersuchung verändert sich, wenn es betrachtet wird, hat Robert gesagt.
Aber, wie ich jetzt weiß, macht das Objekt auch etwas mit dem Betrachter.“

S. 257

Bartholomäus lebt schon seit er denken kann im Waisenhaus. Dank seiner schmächtigen Statur und seinem enormen Wissensdrang gilt der circa Zwölfjährige bei den anderen Kindern als Außenseiter und wird häufig schikaniert. Vater Fuchs, einen deutscher Katholik und Leiter des Heims, schätzt den gewitzten Jungen der mehrere Sprachen spricht, allerdings besonders. Den Alltag im Waisenhaus hält Bartholomäus auch hauptsächlich dank Vater Fuchs aus. Doch der Vater verschwindet plötzlich und Bartholomäus will ihn unbedingt wiederfinden, selbst wenn er dafür ganz Bombay absuchen muss! Aus diesem Grund nimmt er auch das Angebot dreier seltsamer Bayern an, die ihn als Übersetzer brauchen. Die unterschiedlichen Brüder planen eine Forschungsexpedition quer durch Indien und eigentlich will Bartholomäus sie nur solange begleiten, bis er Vater Fuchs aufgestöbert hat. Doch es kommt anders als er es geplant hat und schließlich wird er mehrere Jahre mit den Brüdern unterwegs sein.

Die Brüder sind die Forscher Adolph, Hermann und Robert Schlagintweit und ihre Beziehung zu Bartholomäus ist geprägt von wechselseitiger Ab- und Zuneigung. Indien steht in den 1850er Jahren unter britischer Herrschaft und der Junge mag die überheblichen „Firengi“ so gar nicht leiden. Mit Stolz, Witz und viel Wahrheit schildert Bartholomäus die Ironie westlicher Überheblichkeit und entlarvt ihren Rassismus. Er hat kluge Gedanken zu den Forschern und ihrem Tun, spart aber auch nicht an Eigenlob. Seine zunehmende Zerrissenheit hat Kloeble absolut wunderbar beschrieben.

„Das Museum der Welt“ ist gleichzeitig unheimlich informativ, unterhaltsam, interessant und witzig aber auch wahrhaft, klug und traurig. Aus der Perspektive eines indischen Waisenjungen zu schreiben, war eine geniale Idee, die dieses Buch erst zu etwas ganz besonderem macht. 

Kolonialismus, Indien in den 1850er Jahren, überhebliche Europäer, eine Forschungsexpedition und ein extrem cooler und kluger Waisenjunge: Wer sich davon angesprochen fühlt, sollte hier auf jeden Fall zugreifen!

4,5*

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Rezension zu "Das Museum der Welt" von Christopher Kloeble

Eine andere Sicht auf die Welt
Aischavor einem Monat

Autor Christopher Kloeble hat mit diesem Roman eine originelle Idee umgesetzt: Er schreibt über eine der größten Expeditionen Mitte des 19. Jahrhunderts, nämlich die der drei bayrischen Brüder Schlagintweit, die durch Unterstützung Humboldts Indien und den Himalaya bereisten und erforschten. Dabei stellt Kloeble den Brüdern den fiktiven indischen Waisenjungen Bartholomäus zur Seite, der enormes Sprachtalent besitzt und ihnen fortan als Dolmetscher dient.

Ein Junge als Protagonist und auktorialer Erzähler ist an sich nicht nicht besonders originell, wohl aber wie der Autor dies nutzt: Zum einen blitzt immer wieder ein ganz eigener Humor auf, etwa wenn der Junge eigene Bezeichnungen für Dinge erfindet, weil in seinen Augen die englischen Kolonialherren auch alles einfach so benennen, wie es ihnen beliebt.

Außerdem - und das ist eine große Stärke des Romans - verdeutlicht er dem europäischen Leser wie überheblich, oder besser gesagt: rassistisch und unmenschlich die Kolonialpolitik war. Und auch wie überheblich (und teils auch rassistisch) unser postkoloniales Denken immer noch ist.

Leider konnte mich die Geschichte aber nicht durchgehend fesseln. Zum einen lag das daran, dass der Autor unzählige Worte in Hindi verwendet, ohne dass diese in einem Glossar oder in Fußnoten übersetzt werden. Zwar kann man sich die meisten Begriffe aus dem Kontext grob erschließen, aber ich möchte gerne genau wissen, was ich lese. Daher habe ich die Worte online übersetzen lassen, was die Lektüre immer wieder unterbrochen und mich zunehmend genervt hat. Zum anderen habe ich leider nicht alle politischen Hintergründe verstanden, so dass ich etwas verloren war; hier wäre eine Zeittafel hilfreich gewesen. Stattdessen findet man eine historische Karte im Anhang, die jedoch leider von derart schlechter Druckqualität ist, dass man kaum etwas erkennen kann. Schade, es wäre durchaus interessant gewesen, die Route der Schlagintweits nachschlagen zu können.

In manchen Kapiteln kam Spannung auf, es gibt einige schöne Landschaftsbeschreibungen und interessante Charaktere. Allerdings habe ich mich auch oft gelangweilt, die Geschichte weist einige Längen auf. Protagonist Bartholomäus wirkt für einen "mindestens" 12jährigen reichlich altklug, und die Charakterisierung der Brüder Schlagintweit hätte ausführlicher ausfallen können.

Dennoch: Wer sich auf die Geschichte einlässt, wird mit einer anderen Sicht auf die Welt belohnt.

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Das Museum der Welt

Bartholomäus ist ein Waisenjunge aus Bombay, er ist mindestens zwölf Jahre alt und spricht fast ebenso viele Sprachen. Als Übersetzer für die deutschen Brüder Schlagintweit, die 1854 mit Unterstützung Alexander von Humboldts zur größten Forschungsexpedition ihrer Zeit aufbrechen, durchquert er Indien und den Himalaya. Auf dieser Reise riskiert er alles, sogar sein Leben.

Hallo!

Ich freue mich sehr auf diese Leserunde. Ganz besonders in diesen Zeiten. Momentan können ja die meisten von uns nicht verreisen. Aber mit dieser Leserunde möchte ich mich dennoch mit euch auf eine Reise begeben - nach Südasien im 19. Jahrhundert und in den Kopf eines Waisenjungen, der mir besonders viel bedeutet.

Mein Verlag dtv wird 15 Exemplare an die Gewinner der Leserunde senden und dann kann's schon losgehen.

Hier findet ihr weitere Infos und auch ein Interview zum Roman mit mir auf der Verlagsseite:
https://www.dtv.de/special-christopher-kloeble/das-museum-der-welt/c-2074
Inzwischen gibt es außerdem viel zu lesen in der Presse. Mein Lieblingsbeitrag war bisher auf Deutschlandfunk:
https://www.deutschlandfunk.de/christopher-kloeble-das-museum-der-welt-wissenschaft-und.700.de.html?dram:article_id=471327
Und das Fernsehen war auch neulich zu Besuch:
https://www.rbb-online.de/rbbkultur-magazin/archiv/20200314_18301/autor-christopher-kloeble-museum-der-welt_neu.html

Ich freue mich auf euch,
Christopher Kloeble

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Letzter Beitrag von  SternchenBlauvor einem Monat
Cover des Buches Die unsterbliche Familie Salz

Ein Bierkeller, ein fürstliches Hotel und eine Großmutter, die zweimal stirbt ...

In Christopher Kloebles neuem Roman geht es um das Schicksal einer außergewöhnlichen Familie, deren Wege von München über Leipzig und Miami bis nach Indien führen. Aus sechs verschiedenen Perspektiven erzählt Christopher Kloeble von über einem Jahrhundert. Mit viel Witz und Zauber beschreibt er, wie jede Generation dabei ihre Schatten auf die nächste wirft.