Christopher Kloeble

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Christopher Kloeble

Lebenslauf von Christopher Kloeble

Christopher Kloeble wurde in München geboren und wuchs auf im oberbayerischen Königsdorf. Gesangsausbildung beim Tölzer Knabenchor. Studium in Dublin, am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Beiträge von ihm erschienen u.a. in der ZEIT, der Süddeutschen Zeitung, der taz. Er entwickelt Stoffe für Film- und Fernsehproduktionen. Sein erstes Spielfilm-Drehbuch Inklusion wurde 2011 für BR α verfilmt; der Film wurde in den Medien vielfach diskutiert. Seit 2004 diverse Stipendien und Auszeichnungen. Sein Romandebüt Unter Einzelgängern erschien 2008 bei dtv premium. 2009 folgte der Erzählband Wenn es klopft (dtv premium). Sein zweiter Roman, Meistens alles sehr schnell, erschien im März 2012.

Alle Bücher von Christopher Kloeble

Die unsterbliche Familie Salz

Die unsterbliche Familie Salz

 (67)
Erschienen am 20.04.2018
Meistens alles sehr schnell

Meistens alles sehr schnell

 (35)
Erschienen am 01.03.2012
Unter Einzelgängern

Unter Einzelgängern

 (11)
Erschienen am 18.09.2008
Home made in India

Home made in India

 (1)
Erschienen am 04.08.2017
Wenn es klopft

Wenn es klopft

 (0)
Erschienen am 01.07.2009
Meistens alles sehr schnell: Roman

Meistens alles sehr schnell: Roman

 (0)
Erschienen am 01.03.2012
Die unsterbliche Familie Salz

Die unsterbliche Familie Salz

 (0)
Erschienen am 27.07.2017

Neue Rezensionen zu Christopher Kloeble

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M

Rezension zu "Die unsterbliche Familie Salz" von Christopher Kloeble

Eine fesselnde Familiengeschichte
Mrs_Miepvor einem Jahr

Die Geschichte der unsterblichen Familie Salz beginnt mit der Kindheit von Lola Rosa Salz. Der Roman begleitet sie über ihr ganzes langes Leben, dessen Dreh- und Angelpunkt immer das Hotel Fürstenhof in Leipzig bleibt. Im Fokus stehen ebenso ihre Kinder und Enkel, die durch ihre besondere Großmutter immer noch beeinflusst werden. 

Die Familiensaga ist für mich fesselnd wie verstörend zugleich. Es wird einem vor Augen geführt wie zerstörerisch eigenes Verhalten auf das gesellschaftliche Umfeld wirken kann. Trotz der schweren und ernsten Themen ist der Schreibstil sehr angenehm. Der Wechsel der Perspektiven und Erzählstile geben dem Buch eine gewisse Dynamik, die den Leser nicht loslassen. Vor allem mit der Hauptperson Lola ist dem Autor ein faszinierender Charakter gelungen. Dieser ist auch nach Verlust der Erzählerperspektive immer präsent nicht nur beim Leser, sondern auch bei den verbleibenden Mitgliedern der Familie Salz. Auf jeden Fall gelungen! Auch wenn man nicht immer weiß, ob man die Person sympathisch finden oder verurteilen soll. 

Aufgrund der starken Hauptfigur sehr lesenswert, auch wenn die Thematik für mich unerwartet schwer war.

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moni_lovess avatar

Rezension zu "Die unsterbliche Familie Salz" von Christopher Kloeble

Berührende Familiengeschichte
moni_lovesvor einem Jahr


Wir erleben einen Einblick in verschiedene Generationen der Familie Salz.  Angefangen mit Lola Rosa Salz, deren Leben sich grundlegend änderte, als ihr Vater Eigentum des Fürstenhofs wurde. Weiter über ihre Tochter Aveline Salz, die sehr unter ihrer Mutter leidet. Über Kurt Salz, ihren Bruder, bis hin zu dessen Tochter Emma Salz und seiner Enkelin Tara Jain.

Alle haben bis in die heutige Zeit die Folgen des Kaufes des Fürstenhofes von 1914 zu ertragen, jeder auf seine Weise.

Jede Person geht anders damit um, doch eins haben alle gemein: ihre Leben sind gezeichnet von Verlust, Angst und den gnadenlosen Entscheidungen ihrer Oma/Mutter Lola Rosa Salz.
Ein Buch, welches noch sehr lange in meinem Gedächtnis verweilen wird, so sehr beschäftigen mich die Ereignisse und Erfahrungen der Protagonisten.
Eine Familie, die an der Entscheidung von Herrn Salz, den Fürstenhof zu kaufen, über Generationen zu Grunde geht. Ganz still und leise. Auslöser dafür, die Krankheit von Lolas Mutter, von der sie sich nie wieder erholen wird und einem Rat von Lolas Freund Maria, den außer ihr aber niemand sieht. Und so büßt sie hart für die Erlösung ihrer Mutter und es kommt zur Spaltung der Familie.

Im zweiten Weltkrieg finden die beiden Schwestern für kurze Zeit wieder ihren Zusammenhalt. Geprägt durch all die schlimmen Ereignisse während und nach des Krieges, die zusammen geschweißt haben. Nur ihrem Vater vergibt Lola nie, erst sehr lange nach seinem Tod wird sie den Fürstenhof ein letztes Mal betreten.

Lola zieht sich wie ein roter Faden durchs Buch, bei jedem ist sie sehr präsent, beeinflusst nicht nur das Leben ihrer Kinder. Und das leider nicht zum positiven. Mit ihrer Art war sie schon immer eine sehr Dominante Seite im Leben aller, die einem als Leser so unwirklich vorkommt und deren Tragweite so grausam und herzlos ist.

Nicht nur die Kriegsjahre haben Lola sehr geprägt, schon in ihrer Kindheit, nach dem Tod der Mutter wandelt sich ihr Leben schmerzhaft und die benötigte Liebe wird ihr entzogen. Der Krieg und die grausamen, brutalen Ereignisse haben sie weiter geprägt und nach Überleben des Krieges nimmt ein weiterer Schicksalsschlag ihr alle Lebensfreude und verwandelt sie in eine trinkende Mutter, die ihren Kindern angsteinflößende Gutenachtgeschichten erzählt und deren Leben sehr sehr negativ beeinflusst.

Die Ereignisse während und vor allem die nach dem Krieg, auf der Heimreise der jungen Familie haben mich sehr getroffen. In meiner Generation hat man dazu kaum noch eine Verbindung und kann sich, so verwöhnt wir heute alle sind, kaum diese Entbehrungen und Nöte, diese Grausamkeit vorstellen. Lola war eine sehr starke Persönlichkeit, eine Mutter, die wie eine Löwin alles für ihre Familie gegeben hat. Eine Frau die meinen vollen Respekt verdiente! Eine Frau die soviel erdulden musste! Eine Mutter, die man sich gewünscht hätte und von der man dachte, sie wird immer für ihre Kinder da sein, sie beschützen vor all dem Bösen in der Welt - den Menschen ohne Schatten.

Doch gerade sie ist die größte Bedrohung für ihre Kinder. Nach dem Krieg ist von der fürsorglichen Mutter nicht mehr viel übrig. Ihre Kinder leiden sehr darunter, jeder auf seine Weise, ihr Leben lang. 

Als Leser ist man enttäuscht und wütend über diese neue Lola, die allen diese unschuldigen Leben verdirbt. Die einen so großen Einfluss auf ihre Kinder und deren Entscheidungen ausübt, das es schon beim Lesen weh tut. Wie kann jemand so kalt und berechnend sein?
Ich war fassungslos, kann noch immer nicht verstehen wie eine einst so liebevolle Mutter zu diesem herzlosen, berechnenden Wesen werden konnte.

Man möchte ihren Kindern sagen - verschwindet und kommt nie zurück, nur so findet ihr euer Glück! Doch man sitzt gefesselt daneben und kann nichts weiter tun, als die Katastrohen auf sie zu rollen zu sehn.
Es ist unfassbar, wie viel Einfluss eine einzige Person auf so viele Generationen haben kann. Wie stark sie diese beeinflusst und in welchem Rahmen es sogar noch die nächsten Generationen betrifft!

Und alles nur, weil Herr Salz den Fürstenhof gekauft hat?
Ich weiß es nicht.
Ich weiß nur, das es sich lohnt die Geschichte der Familie Salz zu lesen!
Sie berührt auf so viele unterschiedliche Weisen und lässt einem das Leben aus einem neuen Blickwinkel sehn!


 

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Cleo15s avatar

Rezension zu "Die unsterbliche Familie Salz" von Christopher Kloeble

Nicht ganz unsterblich, aber fast
Cleo15vor einem Jahr


Die unsterbliche Familie Salz von Christopher Kloeble hat mich sehr fasziniert, auch wenn in der Familie so viele Katastrophen geschehen sind, dass es schon fast wieder unglaubwürdig ist.


Inhalt:
In dem Buch geht es um zwei zentrale Dinge: Um den Fürstenhof in Leipzig, der der Familie Salz einstmals gehörte und um die Familie Salz selbst, vorrangig Lola Salz. Das Leben mit ihren Eltern, ihren Kindern und Enkeln. Ihr Leben im Hotel, im Krieg und als zerbrochene, unverstandene Kämpferin. 


Charaktere:
Lola ist für mich der zentrale Charakter. Sie ist von Anfang an dabei und selbst nach ihrem Tod wird sie noch thematisiert. Ihr Kampf für ihre Kinder während des zweiten Weltkriegs und auch noch danach hat ich sehr fasziniert. Sie war immer stark, erst als ihr Mann stirbt zerbricht sie. Leider versucht sie die Scherben mit viel Alkohol und Strenge zu kitten. Zudem versucht sie in ihren Kindern die Angst zu schüren, die sie selbst während des zweiten Weltkriegs erdulden musste. Ihren Charakter kann man hassen, doch flöhst er einem auch eine gehörige Menge Respekt ein.


Die Geschichte geht mit ihren Kindern weiter, später ihren Enkeln und zuletzt der Urenkelin, bei der angedeutet wird, dass sie sich wieder zum Fürstenhof nach Leipzig begeben wird. 


Schreibstil:
Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen. Die Kriegshandlungen sind sehr eindringlich und mit unter auch verstörend. Beim Tod von Lolas Schwester musste ich schon sehr schluchzen. Irgendwie passieren in der Familie auch nach dem Krieg andauernd Katastrophen. Ein beinahe Flugzeugabsturz des Sohnes. Die Tochter ist Alkoholikerin, der Enkel geistig zurückgeblieben usw. Das war mir fast schon ein bisschen viel Düsternis, ich hätte gern zur Abwechslung auch ein bisschen Sonnenschein gehabt. 
Besonders eindrucksvoll fand ich das Gespräch zwischen Tochter, Sohn, Enkelin und Schwiegertochter bei der Beerdigung von Lola. Da habe ich mir einiges in mein Heft notiert. Diese wenigen Seiten haben für die andauernde Düsternis in dem Buch entschädigt.


Fazit:
Die unsterbliche Familie Salz bekommt von mir 4,5 Sterne. Das Buch hat mich mitgerissen und ich habe noch lange Zeit nach dem Lesen gebraucht, um es richtig zu verarbeiten.

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dtv_Verlags avatar

Ein Bierkeller, ein fürstliches Hotel und eine Großmutter, die zweimal stirbt ...

In Christopher Kloebles neuem Roman geht es um das Schicksal einer außergewöhnlichen Familie, deren Wege von München über Leipzig und Miami bis nach Indien führen. Aus sechs verschiedenen Perspektiven erzählt Christopher Kloeble von über einem Jahrhundert. Mit viel Witz und Zauber beschreibt er, wie jede Generation dabei ihre Schatten auf die nächste wirft.