Christopher L. Bennett Ex Machina

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Inhaltsangabe zu „Ex Machina“ von Christopher L. Bennett

This 'missing' tale is from the beginning of the Star Trek feature film era in which the crew of the USS Enterprise are forced to confront some difficult issues concerning the nature of God and of Artificial Intelligence.

Tipp: Vorher noch mal die TOS-Folge "Der verirrte Planet"/"For the World is Hollow and I Have Touched the Sky" angucken.

— Ameise

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  • Rezension zu "Ex Machina" von Christopher L. Bennett

    Ex Machina

    Ameise

    08. June 2010 um 00:44

    Wer sich auf diesen Roman einlassen möchte, der sollte auf alle Fälle "Star Trek: The Motion Picture" und die TOS-Episode "For the World is Hollow, and I Have Touched the Sky" (dt: "Der verirrte Planet") gesehen haben. Am besten nicht schon vor Jahren, sondern direkt vor der Lektüre dieses Buches. "Ex Machina" kann man nämlich als unmittelbare Fortsetzung sowohl des ersten Kinofilms als auch der oben genannten Folge betrachten. Kurz zur Erinnerung: In "For the World is Hollow..." traf man auf die Bewohner des Asteroiden Yonada. Denen war weder bewusst, dass es sich bei Yonada in Wirklichkeit um ein Generationenschiff handelte, noch dass ihr alles bestimmendes "Orakel" eigentlich ein Computer war. 10000 Jahre zuvor war Yonada von den hochentwickelten Fabrini auf die Reise geschickt worden, um zumindest einen Teil der Bevölkerung vor einer drohenden Supernova zu retten. Wieder einmal kam die Enterprise-Crew vorbei, entlarvte den vermeintlichen Gott als Computer und flog weiter, ohne zu bedenken, dass man das komplette Weltbild der Yonadi erschüttert hatte... Aber halt - die Geschichte geht ja weiter: Nachdem Yonada endlich das Ziel der Reise, einen Planeten namens Lorina, erreicht hatte, versuchen die Fabrini-Nachkommen unter den wachsamen Augen der Föderation heimisch zu werden. Während sich die ehemalige Hohepriesterin und jetziges Staatsoberhaupt Natira völlig von ihrem religiösen Weltbild losgesagt hat und eine moderne Zukunft einläuten will, wächst unter den Anhängern des Orakels der Widerstand. Der Unmut vergrößert sich noch, als die Enterprise wegen der terroristischen Anschläge auf Lorina zu Hilfe gerufen wird. Die Anwesenheit der Föderationsbeobachter ist ohnehin nicht gern gesehen, aber "Gottesmörder" Kirk ist für die Orakelanhänger erst recht ein rotes Tuch. Dieser steckt derweil in einem emotionalen Tief: Zwar hat er wenige Wochen zuvor die Erde vor der Vernichtung durch V'Ger gerettet, leidet jedoch wegen Will Deckers Tod an Schuldgefühlen und spürt, dass viele neue Crewmitglieder ihm misstrauen. Aber auch seine beiden Freunde Spock und McCoy werden von Selbstzweifeln geplagt: Spock möchte sich nach der Gedankenverschmelzung mit V'Ger endlich mit seiner menschlichen Seite arrangieren, sehr zum Unmut anderer Vulkanier. Leider hat er keine Ahnung, wie er mit seinen Emotionen umgehen soll, und bittet daraufhin McCoy um Rat. Der wiederum hat während seiner Sternenflotten-Auszeit die Fortschritte in der Medizin verschlafen, ist deshalb von der neuen Technik und der Anatomie nichthumanoider Patienten überfordert, was einem amphibischen Besatzungsmitglied beinahe das Leben kostet. Darüberhinaus muss er sich natürlich auch noch Natira stellen, die ja immerhin für kurze Zeit seine Ehefrau war... Wie die lange Inhaltsangabe schon vermuten lässt, ist "Ex Machina" ein recht komplexer Roman, der sehr interessante Fragen über Politik, Religion und künstliche Intelligenz aufwirft und nachdenklich stimmt. Die Episode "For the World is Hollow..." fand ich schon immer eine der besten Classic-Folgen, nur kam dort so einiges angesichts der dichten Handlung viel zu kurz für die 45 Minuten. Um so schöner also, dass die Geschichte hier weitergeführt wird. Auch die völlig neue Situation an Bord der generalüberholten Enterprise kam wesentlich besser rüber, als es im ersten Film der Fall war. Die größte Stärke des Autors aber ist die Charakterzeichnung der Figuren, die den größten Teil des Romans einnimmt. Wie schon erwähnt, werden die Persönlichkeiten des Trios Kirk/Spock/McCoy konsequent weiterentwickelt, aber auch unzählige andere Charaktere werden näher beleuchtet. Wer mit soetwas nichts anfangen kann, wird sich vermutlich fürchterlich langweilen, aber meiner Meinung nach waren bei Star Trek die Figuren sowieso schon immer wichtiger als der Science-Fiction-Hintergrund. Während Gelegenheitszuschauer von diesem Roman wahrscheinlich überfordert sind, hält der Autor für aufmerksame Star Trek-Fans viele kleine Leckerbissen bereit. Ich musste jedenfalls breit grinsen, als Christine Chapel an einer Stelle fragt: "Do I sound like the computer to you?", und kurze Zeit später "Do I look like somebody's mother?" ;-) Solche kleinen Anspielungen lockern die anspruchsvolle und philosophisch angehauchte Handlung immer wieder auf, so dass der Roman nicht allzu gewichtig daherkommt. Und wer schon ein paar TOS-Romane gelesen hat, wird einiges aus anderen Büchern wiedererkennen, z.B. "The Lost Years" oder "Kobayashi Maru". Aber keine Angst - die Anspielungen auf andere Romane muss man nicht unbedingt verstehen, um "Ex Machina" genießen zu können. Übrigens finde ich es lobenswert, dass es immer noch neuere Star Trek-Romane gibt, die als "stand alone" funktionieren und nicht Teil einer Miniserie sind. Fazit: "Ex Machina" kann man nicht unbedingt als leichte Kost bezeichnen und ist ganz sicher nichts für Star Trek-Neulinge. TOS-Fans werden aber vor allem wegen der sehr gelungenen Charakterbeschreibungen ihre helle Freude an diesem Roman haben.

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