Das Haus der vergessenen Bücher

von Christopher Morley 
3,8 Sterne bei181 Bewertungen
Das Haus der vergessenen Bücher
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Positiv (117):
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Eine Liebeserklärung an die Bücher

Kritisch (21):
E

Verwirrend, zu viel von allem und wenig aufregend. Auch als Buchliebhaber nicht mein Fall.

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Inhaltsangabe zu "Das Haus der vergessenen Bücher"

New York, 1919. Roger Mifflin hat seine größte Leidenschaft, das Lesen, zum Beruf gemacht. In seinem Antiquariat in Brooklyn findet man ihn dort, wo der Tabakrauch am dichtesten ist. Unterstützt wird er von seiner ebenso patenten wie resoluten Ehefrau und seinem Hund Bock - Bock wie Boccaccio. Bücher sind Mifflins Leben. Von Werbemaßnahmen für sein Geschäft will er allerdings nichts wissen, und so lässt er den jungen Aubrey Gilbert, angestellt bei der Grey Matter Agency, ziemlich abblitzen, als der ihm seine Dienste anbietet. Dennoch freunden sich die beiden an, und bald kommt Gilbert täglich ins Geschäft. Was auch an Mifflins neuer Hilfskraft liegen mag - der schönen Titania Chapman, deren Leben in Gefahr zu sein scheint. Und das gilt nicht nur für ihr Leben ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783455600124
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Atlantik Verlag
Erscheinungsdatum:08.09.2014
Das aktuelle Hörbuch ist am 08.09.2014 bei Hoffmann und Campe erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    sabzs avatar
    sabzvor 4 Monaten
    Das Haus der vergessenen Bücher

    Meinung:

    "Bücher enthalten die Gedanken und Träume der Menschen, ihre Hoffnungen, ihr Streben, alles, was an ihnen unsterblich ist. Aus Büchern lernen die meisten von uns, wie lebenswert das Leben doch ist.“ (S. 116)

    Alleine der Titel und das wunderschöne Cover haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht - und ich wurde nicht enttäuscht.

    Man taucht also ein in Roger Mifflins Antiquariat "Parnassus".
    Eine mysteriöse, von Zigarrenduft erfüllte, antiquarische Atmosphäre, verstaubte Bücher die sich bis zur Decke stapeln, schwere Möbel und einen pfeife rauchenden Mr. Mifflin, der steht's für seine. Kunden da ist und immer genau weiß, welches Buch am besten zu welchen Kunden passt.

    Dann gibt es noch Helen Mifflin, die gute Seele und Frau von Roger. Sie stärkt ihm immer den Rücken und sieht über seine etwas kauzige Art gerne hinweg.

    Und nicht zu vergessen der kleine Wachhund Baccaccio.

    Nachdem Christopher Morley uns einen genauen Einblick in die Buchhandlung geschenkt hat, wo man wirklich ein genaues Bild hat und beinahe den Pfeifenduft in der Nase hat, taucht der junge Aubrey Gilbert auf.
    Eigentlich war er beruflich bei Mr. Mifflin aufgetaucht, ist jedoch eiskalt abgeblitzt. Nichts desto trotz verbringt er sehr viel Zeit in dem Antiquariat und mit Roger, die beiden freunden sich sogar an. Und als dann das Lehrmädchen Titania beginnt verdreht sie nicht nur andren Männern den Kopf ..

    Das Buch ist randvoll mit wundervollen Details, wunderschönen Sätzen & Zitaten und Magie.

    Es lässt das Herz von Buchliebhabern einfach höher schlagen und ist im Regel auf jeden Fall ein hingucker und es ist immer wieder schön sich die Zitate durch zu lesen

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    Domics avatar
    Domicvor 10 Monaten
    Naja- ehe rnicht so meins

    Ich habe das Buch auf englisch gelesen, da heißt es "The Haunted Bookshop"  Hm- irgendwie ganz anders, als ich gedacht hatte. Ist eher ein Krimi als eine Geschichte rund um den Buchhandel, in der Zeit kurz nach dem 1. Weltkrieg -und die Deutschen kommen nicht wirklich gut weg, die sind die Bösewichte in der Story. Irgendwie auch ganz nett, aber ich hatte eher etwas in Richtung "Die souveräne Leserin" erwartet. Das Hörbuch war aber recht ordentlich gelesen. Sind eher 3 1/2 Sterne als 3. 

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    FraeuleinHuetchens avatar
    FraeuleinHuetchenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Bis zur ersten Hälfte wirklich gut, dann wandelt es sich komplett in etwas krimiartiges. Schade, hat mir das Buch irgendwie verdorben.
    Eine Buchhandlung wird zum Tatort eines Versprechens

    Roger Mifflin betreibt mit seiner Frau und unterstützt von Hund Bock ein Antiquariat in Brooklyn. Bücher sind sein Leben und noch wichtiger ist seine Mission, jedem Menschen das richtige Buch als seine Medizin zu geben. Schon bald treten zwei junge Menschen in das Leben der Mifflins ein. Zum einen ein junger Werbemensch namens Audrey Gilbert, der Mifflin zwar nicht als Kunden, aber als Freund gewinnen kann. Zum anderen Titania Chapman, Tochter eines hoch geschätzten Stammkundens, die mehr Realität und mehr Literatur kennen lernen soll und so als Lehrling zu dem Mifflins kommt.


    Hätte das Buch sich so weiterentwickelt wie man nach dem Ende der ersten Hälfte vermutet hätte, nämlich Gilbert und Chapman entdecken – dank Mr. Mifflin – die Liebe zur Literatur und zu einander, wäre es bei mir wesentlich besser angekommen.

    Stattdessen mündet es in einen Krimi-Plot âla junge Held wächst über sich hinaus und rettet Jungfrau in Nöten. Nicht das ich Krimis schlimm finde, aber ich habe es so nicht erwartet. Schade fand ich auch, dass dadurch Gilbert zur Hauptfigur der zweiten Hälfte wurde, obwohl ich Mr. Mifflin in der ersten Hälfte so lieb gewonnen und mich teilweise laut über ihm amüsiert hatte.

    An sich ist das Buch aber nicht schlecht. Man muss sich halt auf den Inhalt einstellen. Der Erzählstil ist, wie auch in „die Buchhandlung auf Reisen“, welches ich zuerst gelesen habe, sehr angenehm und leicht zu lesen.

    Abschließend noch kurz bei diesem Buch, wie bei dem Prolog, finde ich das Cover echt schön. Trotz des flächendeckenden Einsatzes von blau bzw. rot wirken sie sehr ruhig, da nur noch schwarz und weiß hinzukommt. Und ein Hauch vintage, den es ausstrahlt, ist nie verkehrt.

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    YvetteHs avatar
    YvetteHvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Verwirrend, anstrengender Schreibstil, aber viel Liebe zum Buch!
    Spukt es hier wirklich?

    Klappentext:

    New York, 1919. Roger Mifflin hat seine größte Leidenschaft, das Lesen, zum Beruf gemacht. In seinem Antiquariat in Brooklyn findet man ihn dort, wo der Tabakrauch am dichtesten ist. Unterstützt wird er von seiner ebenso patenten wie resoluten Ehefrau und seinem Hund Bock - Bock wie Boccaccio. Bücher sind Mifflins Leben. Von Werbemaßnahmen für sein Geschäft will er allerdings nichts wissen, und so lässt er den jungen Aubrey Gilbert, angestellt bei der Grey Matter Agency, ziemlich abblitzen, als der ihm seine Dienste anbietet. Dennoch freunden sich die beiden an, und bald kommt Gilbert täglich ins Geschäft. Was auch an Mifflins neuer Hilfskraft liegen mag - der schönen Titania Chapman, deren Leben in Gefahr zu sein scheint. Und das gilt nicht nur für ihr Leben ...

    Meine Meinung:

    Aufgrund des Titels hatte ich mich, als absolute Büchernärrin, total auf das Buch gefreut.

    Leider konnte ich, wegen des anstrengenden Schreibstils und den vielen Monologen über Bücher, die allerdings sehr viel Liebe zu ebendiesen zeigen, das Buch nicht wirlich genießen.

    Die Protagonisten konnte ich mir gut vorstellen, allerdings blieben sie bis auf Mr. Mifflin und Mr. Gilbert ziemlich farblos und auf ihr Äußeres reduziert.

    In der Handlung fehlte mir leider der rote Faden und leider zog sich die Geschichte auch ziemlich in die Länge.

    Mein Fazit:

    Sicher ein gutes Buch für Buchhändler, für alle anderen sei gesagt: Man muss es mögen.

    3 Sterne


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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Nicht perfekt, aber voller Atmosphäre...

    Ein launig geschriebener, im Jahre 1919 erschienener Roman, der eine recht eigenwillige Mischung aus Literaturwissen, Philosphie und Spionagekrimi darstellt. Wirklich nett zu lesen, oft humorvoll geschrieben, aber die Spionagestory will irgendwie nicht so recht zu den ersten 100 Seiten des Buches passen, die ganz im Zeichen einer literarischen Liebeserklärung an die Magie der Buchantiquariate stehen. Durchaus voller Atmosphäre, mit einem schrulligen, liebenswerten Hauptcharakter besetzt, erschafft Morley ein Wohlgefühl beim Lesen, dadurch wirkt der erst spät richtig zum Tragen kommende Kriminalplot etwas aufgesetzt, so als wäre sich der Autor nicht sicher, ob der literaturgeschichtlich durchsetzte erste Teil des Romans für ein komplettes Buch ausreiche.
    Die Spionagestory an sich ist gar nicht so schlecht und greift natürlich (bedingt durch das Erscheinen des Romans kurz nach dem Ersten Weltkrieg) das Klischee des bösen Deutschen auf, was man Christopher Morley aber nicht unbedingt zum Vorwurf machen muß.

    Fazit: Recht unterhaltsam und ironisch geschrieben, mit vielleicht ein wenig zuviel Aufzählung von alten, hierzulande eher unbekannten Buchtiteln und einer etwas deplatzierten Kriminalgeschichte.

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    Leylascraps avatar
    Leylascrapvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Liebeserklärung an die Bücher
    Das Haus der vergessenen Bücher

    Roger Mifflin betreibt in Brooklyn, New York ein Buchantiquariat in dem nur Bücher führt, die seiner Meinung nach Lesenswert sind oder anders gesagt kein Schwund sind. 

    Man findet ihn versteckt im Laden, der voll von Rauch gefüllt ist. Er drängt sich den Menschen nicht auf. Wer was von ihm möchte, findet ihn schon.

    So ergeht es dann Mr. Gilbert, als er einiges Tages in den Laden kommt um Mr. Mifflin zu überzeugen, dass er Werbung für seinen Laden bräuchte die er (Mr. Gilbert) ihn verkaufen möchte. Doch Mr. Mifflin hält nichts davon für Werbung  zu zahlen. Trotzdem mag er Mr. Gilbert irgendwie und lädt ihn spontan Abend zum Essen bei sich ein. Denn seine Frau war außer Haus und er hätte somit etwas Gesellschaft, die Mr. Gilbert gerne leistete. 


    Zwischen den Beiden entsteht eine Art Freundschaft, aber als merkwürdige Dinge passieren, zweifelt Mr. Gilbert, ob man Mr. Mifflin noch trauen kann oder was das alles zu bedeuten hat, was plötzlich alles geschah. Sein Interesse an dem Laden lässt nicht nach, was auch an der neuen Angestellten Mrs. Chapmann liegt, die seine Aufmerksam auf sich lenkt. 


    Zunächst wirkt das Buch sehr philosophisch, und man bekommt er den Eindruck das es mehr eine Aufzählung von Büchern ist, die es Wert sind gelesen zu werden. Doch nach und nach entwickelt es sich mehr zu eine Art Krimi. Mehr und mehr zieht das Buch einen in seinen Bann. Zudem bekommt man Anregung zu meist längst vergessenen Büchern. Aber Obacht, es sind auch Bücher benannt, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Da die Geschichte in der nachkriegszeit handelt, dreht es sich auch um das Thema nach dem 2. Weltkrieg. 


    Das Buch ist auf jeden Fall anspruchsvoller als die meisten Bücher die ich vorher gelesen habe.

    Nach anfänglichen Schwierigkeiten in die Geschichte zu kommen, gefiel es mir immer besser.

    Daher vergebe ich dem Buch 4 von 5 Sternen. 

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    BuecherKaterTees avatar
    BuecherKaterTeevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Und dann wird`s ein Krimi - aber es bleibt eine Liebesgeschichte für die Literatur!
    Schon drollig,

    dass wir dieses Buch schon im Bestand hatten, als ich das Buch "eine Buchhandlung auf Reisen" des selben Autors, nämlich Christopher Morley, zu mir nahm. Warum derAtlantik Verlag "das Haus der vergessenen Bücher" eher herausgebracht hat, als den Vorgängerroman, weiß ich nicht, ich bin aber sehr dankbar für beide.

    "Das Haus der vergessenen Bücher" ist einerseits die Fortsetzung der Geschichte von Roger Mifflin und Helen McGill, andererseits ist es eine ganz eigenständige Geschichte, in der es nicht nur - wenn auch hauptsächlich - um Bücherlust und den Wert der Literatur geht. Mifflin wird in einen Kriminalfall hineingezogen und mit ihm zwei junge Menschen, die sich im Antiquariat kennenlernen, das Roger Mifflin in Brooklyn betreibt:

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    Toirses avatar
    Toirsevor 2 Jahren
    Leider etwas vorhersehbar, aber sonst klasse!

    Dieses Buch ist von 1919! Also das Original, die Übersetzung ist von 2014. Es hat, wie ich finde, deswegen einen ganz besonderen Charme. Der Autor Christopher Morley stand wirklich unter dem Eindruck des ersten Weltkriegs, als er dieses Buch schrieb.

    An sich: Für jemanden, der vor noch nicht so langer Zeit diverse Bücher aus der Zeit gelesen hat (aka Me, myself and I) ist der Plot ziemlich vorhersehbar. Für jeden Krimi-Fan wahrscheinlich auch.

    ABER:  Jede Zeile, ach was jedes Wort und jedes Leerzeichen triefen quasi vor Liebe zu Büchern. Zwar kenne ich kaum eins der immer mal wieder zitierten Bücher, aber egal. Ich mag auch so eine Buchhandlung haben, vorzugsweise direkt um die Ecke. Mir kam es eher so vor als sei die Rahmenhandlung nur eine Entschuldigung um ausführlich über Bücher und Buchhandlungen schreiben zu können!

    Und dieses Buch ist witzig, also vielleicht nicht konventionell witzig, aber meinen Humor trifft es ziemlich gut. Vor allem was Rumhacken auf der Werbebranche :) Und die Charaktere sind auch wirklich gut charakterisiert und nicht Schema-F (zu mindestens nicht nach heutigen Standards ^^)


    Fazit: 

    Ein kurzes Büchlein für zwischendurch für alle Buchliebhaber, die ein bisschen Spannung abkönnen. Aber Vorsicht: In diesem Buch kommen Bücher zu Schaden. Mehrere. Ich habe dich gewarnt, also beschwere dich bitte woanders, falls du ein Trauma davongetragen hast.


    4 Sterne, weil es leider etwas vorhersehbar ist

    Diese Rezension erschien zuerst auf meinem Blog Büchernest.

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    Flohs avatar
    Flohvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine grandiose Atmosphäre, die ansteckend wirkt, aber wenig darüber hinaus bietet. Nicht so ganz meins!
    Eine grandiose Atmosphäre, die ansteckend wirkt, aber wenig darüber hinaus bietet.

    Welche Leseratte liest nicht gern Bücher über Bücher oder Bibliothekare? Mit dem Titel „Das Haus der vergessenen Bücher“ möchte man dieses Buch von Autor Christopher Morley sogleich adoptieren und es kennenlernen. So wurde zumindest meine Neugierde geweckt, von Titel und Beschreibung fühlte ich mich dem Buch zugetan. Die vielen unterschiedlichen Rezensionen bisher, die von völlig hingegeben und begeistert, bis sehr verwundert oder enttäuscht alles bieten, bieten mir nun eine Herausforderung mir meine eigene Meinung zum Buch zu bilden.
    Erschienen im Atlantik Verlag (http://www.atlantikverlag.de/)


    Der Inhalt / Klapptext:
    „New York, 1919. Roger Mifflin hat seine größte Leidenschaft, das Lesen, zum Beruf gemacht. In seinem Antiquariat in Brooklyn findet man ihn dort, wo der Tabakrauch am dichtesten ist. Unterstützt wird er von seiner ebenso patenten wie resoluten Ehefrau und seinem Hund Bock - Bock wie Boccaccio. Bücher sind Mifflins Leben. Von Werbemaßnahmen für sein Geschäft will er allerdings nichts wissen, und so lässt er den jungen Aubrey Gilbert, angestellt bei der Grey Matter Agency, ziemlich abblitzen, als der ihm seine Dienste anbietet. Dennoch freunden sich die beiden an, und bald kommt Gilbert täglich ins Geschäft. Was auch an Mifflins neuer Hilfskraft liegen mag - der schönen Titania Chapman, deren Leben in Gefahr zu sein scheint. Und das gilt nicht nur für ihr Leben ...“

    Der Schauplatz / Kulisse:
    Wie erhofft und auch zu erwarten, macht der gewählte Schauplatz und der Rahmen der Handlung, Mr. Mifflins Buchhandlung Parnassus im New Yorker Stadtteil Brooklyn, auf jeden Fall den Zauber des Romans aus und ist sozusagen sein Herzstück. Diffuses Licht, dick verstaubte Bücherregale bis zur Decke, alter Zigarrenrauch, der Geruch alter und wertvoller Bücher und Papier. Gedämpfte Geräusche, eine Ruhe und Einsamkeit… Das erzeugt Wünsche und Bilder bei einem jeden Leser, der Bücher und die Welt rund um das Buch liebt. Diese einmalig und authentisch antiquarische Atmosphäre wurde hier an den Schauplätzen wunderbar eingefangen. Das durch Worten gezeichnete Bild eines magischen, verwunschenen Ortes, in den man abtauchen und träumen kann. Dazu passen auch der selbst ein wenig antiquarisch anmutende und exzentrische Buchhändler Mr. Mifflin, seine leicht schrullige, aber herzliche Frau und sein alter Hund Boccaccio. Die Figuren und der Buchladen wirken auf jeden Fall sehr stimmungsvoll und haben mich beim Lesen sehr beeindruckt.

    Die Charaktere:
    Ein Buchladen braucht natürlich auch die passenden Protagonisten und Besitzer. Zum stimmigen Schauplatz hat der Autor Ch. Morley mit Mr Mifflin und seiner Frau samt Hund ein passendes Pendant zur staubigen Kulisse geschaffen. Protagonisten nebst Umfeld werden eins. Aber neben den beiden Hauptprotagonisten gibt es noch weitere bedeutende Rollen, die sich im Buch ergänzen.
    Die junge Titania und der Werbetexter Aubrey, wirbelnd die Atmosphäre ganz schön auf, beinahe erscheinen sie hier wie Eindringlinge in diese magische Welt, was sie aber nicht unsympathisch macht. Vielmehr kann man sich als Leser mit den beiden identifizieren und staunt gemeinsam mit ihnen über das kleine Reich von Mr. Mifflin. Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass Aubrey im Laufe der Handlung eine so große Rolle spielen würde, aber gegen Ende richtet sich der Blick des Erzählers mehr auf ihn als auf Mr. Mifflin selbst, was mich manchmal ein wenig gestört hat.

    Meine Meinung / Eindrücke:
    Die Handlung an sich ist leider eher schwach und zeichnet sich kaum wirklich ab. Was will mir das Buch eigentlich sagen? Worum geht es? Wo ist der rote Faden? Von Anfang an weiß man nicht so recht, welche Richtung Autor Christopher Morley mit seinem Roman einschlagen möchte und wo die Geschichte den Leser hinführt. So fiel es mir teilweise schwer, mich zum Weiterlesen durchzuringen, was auch an den seitenlangen Dialogen und Monologen und Mr. Mifflins Ausschweifungen über Bücher und Schriftsteller liegt. Nicht, dass es uninteressant wäre, ihm zu lauschen und sich von seinem Eifer und seiner Liebe zu Büchern mitreißen zu lassen, aber es bringt die Handlung irgendwie nicht weiter und so hat man das Gefühl, dass Morley sich einfach nur bemüht, auf jeder Seite seine Liebe zu Büchern zum Ausdruck zu bringen. Was ihm auch gelingt, was aber irgendwann auch einfach überladen wirkt und den Leser leicht langweilt und keinen weiteren Sinn bietet. Zwar malt der Autor wunderbare Bilder durch Worte und bietet dem Leser Raum für eigenen Fantasien, aber irgendwie fehlt mir hier die Hand, die mich greift und mir den Weg durch das Buch zu seiner eigentlichen Aussage und Thema führt.

    Gegen Ende des Romans wartet schließlich eine Überraschung auf den Leser (daher lohnt sich das Weiterlesen auf jeden Fall), mit der man tatsächlich nicht mehr rechnen würde. Hier bekommt der Zauber der alten Buchhandlung einen ganz neuen Schliff, der zum Sinnieren und Nachdenken anregt. Ein schönes, ruhiges, und dezentes Buch. Ein Ausflug in eine andere Welt, jedoch verliert sich Morley immer wieder in ausschweifenden und detailreichen Ausführungen, was irgendwann ermüdend ist und sich der Leser einfach darin nicht mehr unbedingt verlieren will. Der Schreibstil ist schon etwas sehr besonderes und nicht alltägliches. Man muss ihn entweder sofort lieben, oder man bleibt auf Distanz und kann sich nur schwer entführen lassen. Morleys Mut und seine eigene Richtung und sein Stilmittel wiederum haben mir sehr imponiert und gefallen, jedoch konnte es mich nicht ganz überzeugen. Das Geschriebene wirkt in gewisser Weise amüsant und doch so vertraut. Man kennt doch die Liebe zu Büchern… Hach* Der Erzähler bezieht den Leser immer wieder mit ein und spricht ihn direkt an, was einem das Gefühl vermittelt, direkt dabei zu sein und als wäre das Buch nur für einen selbst geschrieben worden. Dabei wechseln die Perspektiven in unterschiedlichen Handlungssträngen mal von Audrey, Mr Mifflin (ich liebe diesen Namen übrigens) oder Titania zu Mrs Mifflin und einigen Nebenrollen. So kommt dann doch etwas Tempo und Abwechslung ins Buch.

    Der Autor:
    „Christopher Morley (1890–1957),
    Amerikaner mit englischem Humor und englischen Wurzeln, war Mitbegründer der Saturday Review of Literature, die er von 1924 bis 1940 leitete, und schrieb für die New York Evening Post. Er ist Autor von mehr als 50 teils belletristischen, teils Sachbüchern und zahlreichen Essays – darunter Das Haus der vergessenen Bücher.“

    Das Cover:
    Das Cover ist richtig toll. Es hat Stil, eine eigene Note und lädt regelrecht ein, sich das Buch zu nehmen und es anzusehen. Das hochwertige Hardcover liegt leicht und bequem in der Hand und ist von richtig guter Qualität. Top!

    Mein Fazit:
    Christopher Morleys Roman Das Haus der vergessenen Bücher ist wirklich eine ganz besondere und streitbare Lektüre. Für mich dann doch resümierend ein verwirrendes, mühsames auf intellektuell getrimmtes Werk, das zwar spannende Einzelaspekte aufweist, aber als Gesamtwerk keine Geschichte erzählt. 3 Sterne vergebe ich für die einzigartige und unverwechselbar authentische Atmosphäre der Kulissen.

    Kommentare: 7
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    LarryPis avatar
    LarryPivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Da fehlte Spannung, Charme und Witz. Nichts für mich!
    Da fehlte nicht nur ein buch, sondern auch die Spannung.


    Das war leider so gar nicht nach meinem Geschmack.
    Sehr langatmig und langweilig, die Story kam einfach nicht in Fahrt. Ende so lala. 

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Hoffmann_und_Campe_Verlags avatar
    New York, 1919. Roger Mifflin hat seine größte Leidenschaft, das Lesen, zum Beruf gemacht. In seinem Antiquariat in Brooklyn findet man ihn dort, wo der Tabakrauch am dichtesten ist. Unterstützt wird er von seiner ebenso patenten wie resoluten Ehefrau und seinem Hund Bock - Bock wie Boccaccio. Bücher sind Mifflins Leben. Von Werbemaßnahmen für sein Geschäft will er allerdings nichts wissen, und so lässt er den jungen Aubrey Gilbert, angestellt bei der Grey Matter Agency, ziemlich abblitzen, als der ihm seine Dienste anbietet. Dennoch freunden sich die beiden an, und bald kommt Gilbert täglich ins Geschäft. Was auch an Mifflins neuer Hilfskraft liegen mag - der schönen Titania Chapman, deren Leben in Gefahr zu sein scheint. Und das gilt nicht nur für ihr Leben ...

    Wer Bücher liebt, der wird in diesem Roman versinken und sich darin Zuhause fühlen, der wird versinken in den Seiten und Charakteren und wissen, dass ein wahrer Bibliophiler nie allein ist auf dieser Welt. 

    "In den Büchern liegt die Unsterblichkeit der Menschheit, sie sind der Ursprung von fast allem, das wert ist, in unseren Herzen bewahrt zu werden."

    Nachdem es schon so viele begeisterte Stimmen von Lesern und Bloggern zu "Das Haus der vergessenen Bücher" gibt, wollen wir gemeinsam mit Euch allen noch eine offizielle Leserunde zum Roman starten und vergeben deswegen zusätzlich zehn Leseexemplare des Romans von Christopher Morley

    "Das Leben in einer Buchhandlung ist wie das Leben in einem Munitionslager. Diese Regale sind angefüllt mit dem gefährlichsten Sprengstoff der Welt - dem menschlichen Geist."

    Bewerbt Euch bis einschliesslich Sonntag, 21. September 2014, hier in den Kommentaren! Wir freuen uns auf die gemeinsame Lesung und Diskussion sowie den Besuch im Antiquariat Parnassus!

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