Christopher Nehring

 3.4 Sterne bei 10 Bewertungen

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Christopher NehringMillionär in der DDR
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Millionär in der DDR
Millionär in der DDR
 (10)
Erschienen am 11.04.2018

Neue Rezensionen zu Christopher Nehring

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orfe1975s avatar

Rezension zu "Millionär in der DDR" von Christopher Nehring

Unfassbarer Kath
orfe1975vor 3 Monaten

Cover und Gestaltung:

Das Cover zeigt den ehemaligen DDR-Millionär Siegfried Kath mit seiner 2. Frau Annelies, die für sein Handeln zum geschäftlichen Erfolg eine maßgebliche Säule war. Im Hintergrund sieht man Ausschnitte aus anderen wichtigen Lebensphasen zu einer Collage zusammengefügt. Das Titelbild passt sehr gut zu der Geschichte, denn zum einen handelt es sich um eine historische Aufarbeitung von Fakten, zum anderen symbolisieren die Ausschnitte, dass es viele kleine Ausschnitte aus Kaths Leben gibt, die sich schwer zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammenfügen lassen.

Inhalt:

Siegfried Kath war wohl einer der wenigen Deutschen, die nach Bau der Mauer in die DDR ein-, statt ausgewandert ist. Hier arbeitete er sich nach einigen anderen Jobexperimenten als Antiquitätenhändler zum DDR-Millionär hoch. Nach sein Reichtum sollte nicht von Dauer sein und er fiel tief. Dieses Buch versucht, seine Geschichte schlüssig zusammenzutragen und sein Handeln zu erklären.

Mein Eindruck:

Die Gestaltung des Buches hat mich direkt angesprochen. Die Geschichte ist chronologisch aufgebaut, angefangen von der recht kurzen Kindheit von Kath bis zu seinen ersten beruflichen Erfahrungen in Westdeutschland und schließlich seine (scheinbar ungeplante) Einwanderung in die DDR und wie er sich dort in Etappen hoch arbeitete, bis er schließlich fiel. In den Kapiteln sind immer wieder Fotos von relevanten Begegnungen Kaths mit anderen Personen sowie Bilder der wichtigsten Dokumente, die sein Leben einschneidend bestimmten, zu finden. Dadurch wird die Handlung anschaulich und greifbar für den Leser.

Man merkt, dass der Autor viel Zeit auf seine Recherche verwendet hat, denn es finden sich unzählige Quellenangaben in Form von Fußnoten im Text. Diese hindern jedoch keineswegs den Lesefluss, sondern sind ausschließlich dazu geeignet, später ggf. selbst näher nachzuforschen. Die Bemerkung, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht, ist "Unfassbar Kath". In 2 Kapiteln ist diese Bemerkung sogar Teil der Überschrift. Kath selbst war ein unfassbarer Mensch. Er selbst hat kaum Aufzeichnungen hinterlassen und in Interviews zeigt sich, dass er seinen Mitmenschen gegenüber sehr verschlossen war. Keiner wusste, wie es wirklich in ihm aussah. Selbst seine Familienangehörigen konnten über viele Dinge nur mutmaßen. Unfassbar ist auch oft das Verhalten von Kath. Mal denkt man, er ist clever, mal naiv, mal hat man den Eindruck er ist schlicht stur und unbelehrbar. Doch sein Verhalten führt ihn zum Erfolg. Solange, bis die DDR-Funktionäre den Spieß umdrehen, weil sein Erfolg nicht sein darf in ihrem System. Sie machen ihn zu ihrem Sündenbock. Und selbst nachdem dies der Fall ist, lässt Kath nicht von seiner Hoffnung ab, es doch wieder schaffen zu können.
Sein ganzes Leben liest sich durch die Zusammenstellung von Herr Nehring unglaublich spannend. Wie Kath handelt, lässt einen staunend und gleichzeitig mit Fragezeichen zurück. Mich hat die Geschichte aufgrund der ungewöhnlichen Persönlichkeit Kaths gefesselt. Ich hatte nur an einigen Stellen Probleme, die vielen Namen zu behalten und welche Rolle sie spielten. Hier hätte ein Personenregister am Ende eine gute Abhilfe schaffen können. Auch eine Kurzbiographie mit den wichtigsten Stationen Kaths hätte ich gut gefunden.

Die Erzählweise ist sachlich distanziert. Man merkt dem Autor an, dass vieles auf Vermutungen und logischen Schlussfolgerungen der wenig bekannten Fakten beruht. Das fand ich anfangs recht unbefriedigend, doch dies entspricht eben der Tatsache, dass es ungefüllte Lücken im Lebenslauf von Kath gibt und es ist besser, Vermutungen anzustellen und sie zu erläutern, als unhaltbare Behauptungen aufzustellen oder gar auf die Erzählung einer so interessanten Geschichte zu verzichten. Ich finde, der Autor ist hier einen guten Weg gegangen.
Mir erschloss sich ein bis dato unbekannter, faszinierender und spannend geschriebener Teil der DDR-Geschichte und ich empfehle es allen, die historisch an der DDR interessiert sind.

Fazit:

Die unglaubliche Geschichte vom Aufstieg und Fall des Antiquitätenhändlers und DDR-Millionär Siegfried Kath - Ein spannender Teil DDR-Geschichte

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Nelings avatar

Rezension zu "Millionär in der DDR" von Christopher Nehring

Millionär in der DDR-Biographie über Siegfried Kath
Nelingvor 5 Monaten

Sehr faktenreiches Buch über einen Millionär in der  DDR, das ich mir etwas persönlicher gewünscht hätte. Schwer zu lesen, aber informativ. 

Inhalt:  Siegfried Kath war der wohl einzige Selfmade-Millionär der DDR und dabei ein Grenzgänger zwischen Ost und West. Wenige Monate nach Mauerbau  wanderte er 1961 von der BRD in die DDR ein . Er baute  sich  extrem lukratives Kunsthandels­imperium auf und geriet damit ins Visier des Ministeriums für Außenhandel: Alexander Schalck-Golodkowskis Kommerzielle Koordinierung, die legendäre KoKo.
Dem großen Aufstieg folgte ein tiefer Fall. Darüber erzählt dieses Buch. 

Das Cover war zeitgemäß und ansprechend und auch die Schwarzweißfotos lockerten das Buch etwas auf. 
Christopher Nehring ist Historiker und hat in Archiven über Siegfried Kath geforscht.  Ich lese ganz gerne auch Biographien, aber dieses Buch las sich leider schwer und sperrig. Das  lag zum Teil vielleicht an dem eher trockenen Thema, aber auch an der Aufarbeitung. Es liest sich eher wie ein Sachbuch. Ich hatte mir Einblicke auch in das Leben von Siegfried Kath gewünscht, was er so dachte und fühlte. Aber leider blieb  mir der Mensch sehr fern und war absolut unsympathisch.  

Auf das Buch war ich auch dadurch aufmerksam geworden, weil mich das Thema DDR interessiert, bin ich doch in der DDR aufgewachsen. Und mein Mann und ich überlegten auch gleich, wer wohl in der DDR Millionär werden konnte. 

Da das Buch ein geschichtlich interessantes Thema behandelt und sehr gut recherchiert wurde, gebe ich ihm 3 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung  für Leute die dieses Thema sehr interessiert.


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Lesewunders avatar

Rezension zu "Millionär in der DDR" von Christopher Nehring

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan ...
Lesewundervor 5 Monaten

Erzählt wird die Geschichte von Siegfried Kath, 1961 seine Verwandten in der DDR besuchen will und dann an der Rückkehr in die BRD gehindert wird. Nun ist er gezwungen, sich in der DDR eine Existenz aufzubauen. Er lernt seine zukünftige Frau Gisela kennen. Gemeinsam versuchen sie ihr Glück zuerst in der Gastronomie und dann im Antiquitätenhandel. Unterstützt durch das Regime, das dringend Devisen benötigt, kann er das Geschäft erfolgreich ausbauen. Der Erfolg macht ihn zum Millionär. Das Glück dauert aber nur 2 Jahre, weil dann das Regime beschließt, den Handel alle weiter zu führen. Kath wird verhaftet, ohne angeklagt zu werden. Er wird gezwungen sein Vermögen an den Staat zu überschreiben und wird dann in die BRD abgeschoben. Seine Frau folgt ihm einige Monate später. Im Westen kann er nicht an seine wirtschaftlichen Erfolge anknüpfen. Er bemüht sich sogar um eine erneute Zusammenarbeit mit seinen ehemaligen DDR-Geschäftspartnern. Auch der Mauerfall verhilft ihm nicht zu einer Entschädigung. Er stirbt 2008.
Ich habe mich schwer getan, in die Geschehnisse einzutauchen. Mein Problem war die allzu sachliche Erzählweise, die lediglich Fakten aneinander reiht. Mir wäre das Lesen leichter gefallen, hätte der Autor auch Ausführungen zur Person des Siegfried Kaths gemacht und wäre etwas mehr auf die persönlichen Lebensumstände eingegangen. So bleibt die Geschichte für mich als Laien blutleer.
Die Geschichte selbst ist spannend und für mich ein Lehrstück für den Unrechtsstaat DDR. Kath, wäre er in der BRD geblieben, hätte vermutlich eine  Karriere als Unternehmer gemacht und möglicherweise sein Geld auch behalten. Sein Verhängnis war, dass sie staatliche Stelle, das Geschäft alleine machen wollte und er keine Protektion von ganz oben hatte. Bezeichnenderweise konnte Kath nie strafrechtlich relevante Verfehlungen nachgewiesen werden. Mag er auch menschlich nicht besonders sympathisch gewesen sein, so ist sein Schicksal für mich trotzdem tragisch. Sein größter Fehler war, dass er den falschen Leuten vertraut hat.

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Gespräche aus der Community

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Buechner-Verlags avatar
Vom Tellerwäscher zum Antiquitätenmogul – Siegfried Kath lebte mitten im Sozialismus den American Dream!

Liebe Lovelybooker_innen,
gerne möchte ich Euch zu einer ganz besonderen Leserunde einladen, denn unser Titel  »Millionär in der DDR« von Siegfried Kath ist gleichermaßen für Geschichtsinteressierte als auch für Krimileser interessant. Zudem habt ihr die Chance bereits vor dem offiziellen Erscheinungstermin am 11. April das Buch in Eurer Leseecke zu finden und dem Schicksal von Siegfried Kath, einem der wenigen Selfmade-Millionäre der DDR zu folgen:
Der Antiquitätenhändler Siegfried Kath war ein Grenzgänger zwischen Ost und West, seine Lebensgeschichte liest sich wie ein spannender Krimi. Wenige Monate nach Schließung der innerdeutschen Grenze wanderte er im Jahr 1961 in die DDR ein – scheinbar aus Versehen. Innerhalb von zehn Jahren baute er sich vom sächsischen Pirna aus ein extrem lukratives Kunsthandels­imperium auf und geriet damit ins Visier des Ministeriums für Außenhandel: Alexander Schalck-Golodkowskis Kommerzielle Koordinierung, die legendäre KoKo.
Der Historiker Christopher Nehring hat die Archiv­quellen zu Siegfried Kath ausgewertet und im familiären Umfeld geforscht. Mit »Millionär in der DDR« legt er die erste Biografie dieser schillernden Figur vor. Vom Tellerwäscher zum Antiquitätenmogul – Kath lebte mitten im Sozialismus den American Dream. Dafür musste er auf drastische Weise bezahlen, als er 1974/75 von der KoKo abserviert, von der Stasi verhaftet und dann abgeschoben wurde. Doch Kath ließ sich nicht lange fernhalten. Schon kurze Zeit später betrat er wieder den Boden der DDR, konnte allerdings weder im Osten, noch im Westen Deutschlands jemals wieder an alte Zeiten anknüpfen. Nehring folgt Kaths Geschichte in all ihren erstaunlichen Wendungen. Ihm gelingen spannende Einblicke in eine unkonventionelle deutsch-deutsche Geschichte, in der die historischen Hintergründe von Bundesrepublik und DDR in ihrer Unterschiedlichkeit, aber auch in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit hervortreten.

Ich freue mich auf eine austauschintensive, spannende Leserunde und auf zahlreiche Bewerbungen!

Frohe Ostern und bis bald!
Ina
vom Team des Büchner-Verlags


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auf 2 Wunschlisten

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